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Psychiatrie & Psychotherapie

Rosilla Bachmann
Psychiatrie & Psychotherapie
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9 Episoden

  • Psychiatrie & Psychotherapie

    9 Psychiatrischer Notfalldienst: In der Krise vor Ort

    27.05.2026 | 1 Std. 12 Min.
    In dieser Folge des Podcasts Psychiatrie und Psychotherapie spreche ich mit Dr. med. Hanna Steinmann über den ambulanten psychiatrischen Notfalldienst. In der Schweiz sind selbständige FachärztInnen für Psychiatrie und Psychotherapie in eigener Praxis gesetzlich dazu verpflichtet, sich am psychiatrischen Notfalldienst ihres Kantons zu beteiligen. Dieser Notfalldienst kann von Kanton zu Kanton verschieden aufgebaut sein und ist angepasst an die Bevölkerungsdichte und ob die Bevölkerung in städtischen Ballungszentren oder in ländlichen Regionen versorgt werden müssen. Wir sprechen über den aufsuchenden ambulanten Notfalldienst, welche Herausforderungen er mit sich bringt und warum die notfallpsychiatrische Versorgung für die Bevölkerung wichtig ist.

    Literatur:

    Evidenz zu aufsuchender Behandlung bei Menschen mit psychischen Störungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz – eine systematische Übersichtsarbeit. Bechdolf A et al. 2021. Der Nervenarzt. Volume 93, pages 488-498.

    S2k-Leitlinie „Notfallpsychiatrie“ (Stand: 13.04.2019). Pajonk FG, Messer T Berzweski H. Federführende Fachgesellschaft DGPPN. AWMF-Registernummer: 038-023

    Psychiatrie und Psychotherapie
    Konzeption: Rosilla Bachmann Heinzer & Dominic Dillier
    Redaktion: Rosilla Bachmann Heinzer
    Produktion: Dominic Dillier @ Büro GDL
    Bild: Stephan Lütolf, Grafik: Orkan Design GmbH
  • Psychiatrie & Psychotherapie

    8 Operative Gruppen: Keine Veränderung ohne Widerstand

    28.04.2026 | 57 Min.
    In dieser Folge besprechen wir das Konzept der operativen Gruppen, eine Form der psychodynamischen Gruppenpsychotherapie, die versucht, die unbewussten Prozesse und Veränderungswiderstände der Gruppe gegen ihre eigene Arbeit nach dieser Methode bewusst zu machen und somit zu klären und besser zu verstehen. Die Methode der operativen Gruppen kann auch weiter gefasst als Methode zum Denken und dem Umgang mit Veränderung gesehen werden.
    Das Konzept kann nicht nur hilfreich sein im Umgang mit Krankheit im klinischen Alltag , sondern auch im bei Anpassungen an jegliche gesellschaftliche Veränderungen und verschiedenste Settings wo es um Prozesse des Lernens und dem Umgang mit Veränderung geht.
    Meine zwei Gäste sind Giulietta von Salis, Fachpsychologin für Psychotherapie und Dr. med. Katharina Lötscher, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Beide beschäftigen sich mit operativen Gruppen, führen Ausbildungsgruppen seit 2019 und wenden dieses Konzept in unterschiedlichen Kontexten (Familientherapie, Supervision, Gruppentherapie, Weiterbildung Psychotherapie) an.

    Literatur:
    • Erfahrungen mit Gruppen. Theorie, Technik und Anwendungen der operativen Gruppe. Graf, O.E. & von Salis, E. (Hrsg.) (2003). Seismo Verlag Zürich

    • Die operative Gruppe. AGOGIK 4/10. Keimer, P. (Hrsg.) (2010). Haupt Verlag Bern

    • Arbeiten und Lernen mit dem Konzept der operativen Gruppen. Anwendungen der Theorie von Enrique Pichon-Rivière. Lötscher, K. & von Salis, G. (2025). Psychodynamische Psychotherapie, 24 (4), 429-439. DOI 10.21706/pdp-24-4-429

    • Enrique Pichon-Rivière. Der Gruppenprozess. Von der Psychoanalyse zur Sozialpsychologie. Von Salis, T. (Hrsg.) (2024). Lit Verlag Zürich

    • Armando Bauleo: Ideologie, Familie und Gruppe. Von Salis, T. (Hrsg.) (2013). Lit Verlag Zürich

    • Das Lernen und die Gruppe. Arbeiten zum Thema der operativen Gruppe. Von Salis, T. (Hrsg.) (2019). Lit Verlag Zürich

    • Überleben – über Leben. Wege zur Kreativität. Über Arbeiten von und mit Betroffenen fürsorgerischer Zwangsmassnahmen. Von Salis, E. & Strunk, M. (2022). Lit Verlag Zürich.

    Psychiatrie und Psychotherapie
    Konzeption: Rosilla Bachmann Heinzer & Dominic Dillier
    Redaktion: Rosilla Bachmann Heinzer
    Produktion: Dominic Dillier @ Büro GDL
    Bild: Stephan Lütolf, Grafik: Orkan Design GmbH
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    7 Autismus-Spektrum-Störung im Erwachsenenalter: Diagnostik und Therapie

    31.03.2026 | 1 Std. 2 Min.
    Im Gespräch mit PD Dr. med. Helene Haker widmen wir uns Erklärungsmodellen für das Verständnis der Autismus-Spektrum-Störung, den besonderen Funktionszustände und Entwicklungswegen, den aktuellen Herausforderungen in der Diagnostik und wirksamen therapeutischen Ansätze für die Betroffenen.
    Für die Diagnostik der Autismus-Spektrum-Störung im Erwachsenenalter besteht häufig die Annahme, dass nur Spezialisten sie stellen können. Sie gilt immer noch als Herausforderung in der psychiatrischen Grundversorgung. Einerseits wird in den Social Media die Diagnose entstigmatisiert, andererseits sind Selbstdiagnosen und daraus resultierende Abklärungswünsche ähnlich wie bei ADHS zunehmend häufig und überlasten die Versorgung und Betroffene werden nicht diagnostiziert. Diese neuesten Entwicklungen fordern die Erwachsenenpsychiatrie heraus. Die Diagnostik und Behandlung von Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung ist gerade aufgrund dieser neuen Entwicklungen und gesellschaftlichen Einflüsse äusserst relevant auch in der psychiatrischen Grundversorgung.

    Literatur:

    • Autismus-Spektrum: Neueste Entwicklungen fordern die Erwachsenenpsychiatrie heraus. Haker et al. (2026) Psychotherapie-Wissenschaft 16(1) 35-43.https://doi.org/10.30820/1664-9583-2026-1-3

    • Wie sieht die Welt durch deine Augen aus? Zur Überwindung autistischer Isolation. Haker (2024) Psychotherapie-Wissenschaft, 14(2), 19–26. https://doi.org/10.30820/1664-9583-2024-2-19

    • Can Bayesian Theories of Autism Spectrum Disorder Help Improve Clinical Practice? Haker et al. (2016) Front Psychiatry 7-2016. https://doi.org/10.3389/fpsyt.2016.00107

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    Redaktion: Rosilla Bachmann Heinzer
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    Bild: Stephan Lütolf, Grafik: Orkan Design GmbH
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    6 Tics und das Tourette-Syndrom: Im Grenzbereich von Psychiatrie und Neurologie

    24.02.2026 | 1 Std. 1 Min.
    In dieser Folge sprechen wir über Tics und das Gilles-de-la-Tourette-Syndrom – eine psychische und neuropsychiatrische Erkrankung, die oft missverstanden wird. Wir besprechen die neurobiologischen Mechanismen, die Komorbiditäten, die Prävalenz und die Diagnostik von Tics und Tourette-Syndrom und klären den Mythos der sozialen Medien der letzten Jahre, dass das Fluchen, -die Koprolalie-, beim Tourette-Syndrom im Vordergrund steht, da dieses Symptom nur bei einem kleinen Teil der Betroffenen vorhanden ist. Wir sprechen über medikamentöse und psychotherapeutische Behandlungsmöglichkeiten und werfen einen Blick darauf, wie Gesellschaft, Schule und Arbeitsplatz besser mit Betroffenen umgehen können. Eine Folge für mehr Wissen, Verständnis und weniger Vorurteile.

    Literatur:

    • Tourette-Syndrom und andere Tic-Störungen. Mit einem Manual zum Habit Reversal Training. Müller-Vahl et al. Störungsspezifische Psychotherapie. 2. Erweiterte und überarbeitete Auflage. Kohlhammer-Verlag. 2025. ISBN 978-3-17-044557-4

    • Leben mit Tourette-Syndrom. Ein Ratgeber für Betroffene, Angehörige, Therapeuten und Lehrer. Mal Leicester. Kohlhammer. 2015. ISBN 978-3-17-029719-7

    • Und dann schreit sie Ortstarif! Ein Leben mit Tourette-Syndrom. Johanna Krapf. Mabuse Verlag. 2023. ISBN 978-3-86321-641-2

    • Can I tell you about Tourette Syndrome ? A guide for friends, family and professionals. Mal Leicester. Jessica Kingsley Publications. 2013. ISBN 978-1-84905-407-2

    • Tourette Syndrome : Clinical Features, Pathophysiology, and Treatment. Johnson et al. Lancet Neurol. 2023 February ; 22(2): 147–158. doi:10.1016/S1474-4422(22)00303-9

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    Redaktion: Rosilla Bachmann Heinzer
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    5 Geschlechtsspezifische Unterschiede bei psychischen Erkrankungen

    26.08.2025 | 1 Std. 8 Min.
    Mit Dr. med. Antonella Santuccione Chadha bespreche ich die Unterschiede in der Gehirngesundheit von Frauen im Vergleich zu Männern. Von Chromosomen und Hormonen bis zu Forschung und Versorgung. Warum ist es wichtig, geschlechtsspezifische präklinische und klinische Forschung zu unterstützen? Weshalb sind diese Erkenntnisse vor allem im Bereich der Pharmakotherapie relevant für die Behandlung und Versorgung dieser Erkrankungen? Ein wichtiges Thema in unserem Gespräch ist auch die Rolle von Women’s Brain Capital als Konzept, um die kognitive und emotionale Leistungsfähigkeit von Frauen zu stärken und langfristig zu sichern und warum sich das lohnt.

    Obwohl Frauen eine höhere Lebenserwartung als Männer haben, verbringen sie rund 25 % mehr ihres Lebens mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Psychiatrische und neurologische Erkrankungen treten bei Frauen insgesamt häufiger auf: Sie sind etwa doppelt so oft von Depressionen und Angststörungen betroffen und entwickeln häufiger Essstörungen. Auch ADHS wird bei Frauen meist erst spät – häufig erst im Erwachsenenalter – diagnostiziert, wobei sich die Häufigkeit an jene der Männer angleicht. Zwei Drittel aller an Alzheimer-Demenz Erkrankten sind Frauen.
    Während Schizophrenie bei Männern häufiger in der Jugend diagnostiziert wird, zeigt sich bei Frauen ein Anstieg der Diagnosen ab dem 60. Lebensjahr. Migräne betrifft zu etwa 80 % Frauen, wobei die ersten Symptome häufig bereits in der Pubertät auftreten. Dies verweist auf einen deutlichen Einfluss weiblicher Hormone auf die psychische Gesundheit – insbesondere in sensiblen Lebensphasen wie Pubertät, Menarche, Schwangerschaft, Wochenbett und Menopause. In diesen Phasen steigt die Vulnerabilität für psychische und neurologische Erkrankungen deutlich.

    Darüber hinaus sind Frauen verstärkt Risikofaktoren ausgesetzt, die mit der Entstehung psychiatrischer und neurodegenerativer Erkrankungen in Verbindung stehen: geschlechtsspezifische Gewalterfahrungen mit erhöhtem Risiko für posttraumatische Belastungsstörungen, eingeschränkter Zugang zu Bildung, ein niedrigerer sozioökonomischer Status, Armut sowie die Mehrfachbelastung durch unbezahlte Care-Arbeit betreffen Frauen überdurchschnittlich häufig.

    Literatur:

    • Sex differences in clinically diagnosed psychiatric disorders over lifespan: a nationwide register-based study in Sweden. Yang et al. The Lancet. Vol. 47December, 2024.

    • Why menstrual cycle irregularities belong in brain research. Heller et al. Nature Medicine. 13 August 2025.

    • Women’s brain health and brain capital. Castro-Aldrete et al. Nature Mental Health. Perspective.12 May 2025.

    • Sex and gender differences in mental disorders. Riecher-Rössler et al. The Lancet. Vol 4 January 2017.

    • National plans and awareness campaigns as priorities for achieving global brain health. Winter et al. The Lancet. Vol 12 April 2024

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    Redaktion: Rosilla Bachmann Heinzer
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Über Psychiatrie & Psychotherapie
Im Podcast Psychiatrie & Psychotherapie sind Kolleginnen und Kollegen im Gespräch zu Gast, die sich intensiv mit Themen aus unserem Fach auseinandersetzen. Psychiaterinnen und Psychiater in der Schweiz sind Fachärztinnen und Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, deshalb ganz pragmatisch der Name des Podcasts gleich wie unser Fach. Unser Fach wird oft als die «sprechende Medizin“ bezeichnet, das Gespräch ist Teil der Diagnostik sowie der Therapie. Das Fragen im Gespräch ist entscheidend, um die Lebensgeschichte und den Kontext der Menschen, die zu uns kommen, zu verstehen. Aber auch für unsere Diagnostik sind neben dem Sprechen vor allem das Beobachten, das Fragen und nicht zuletzt das Zuhören von großer Bedeutung. Man könnte auch von der „hörenden Medizin“ sprechen. Ein Podcast erreicht uns ebenfalls über diesen auditiven Kanal – unser Hören. Emotionen, Kognition, Wahrnehmung und Gedächtnis sind Prozesse und Bereiche unseres faszinierenden Faches, die von biografischen Erfahrungen, über neurobiologische Veränderungen, über zwischenmenschliche Interaktionen bis hin zu gesellschaftlichen Entwicklungen beeinflusst und geprägt werden. In unserem klinischen Alltag tauchen in dieser Komplexität immer wieder Fragen auf. Es sind Fragen zu Diagnosen und Diagnostik, zu Psychotherapie, zur Medikation, zu interventionellen Behandlungsansätzen, zu Schnittstellen unseres Faches mit der Somatik und zu gesellschaftlichen Entwicklungen, die Einfluss auf die Psyche haben. Diesen Fragen wollen wir uns hier in diesem Podcast widmen. Warum dieser Podcast? Seit vielen Jahren höre ich gerne und regelmässig Podcasts, ich schätze diese Form von Informationsgewinn durch Zuhören bei einem Gespräch und in der Auseinandersetzung zu komplexen Themen. Deshalb war es mir ein Anliegen, auch für unser Fach einen Podcast zu produzieren. Psychiatrie und Psychotherapie Konzeption: Rosilla Bachmann Heinzer & Büro GDL Redaktion: Rosilla Bachmann Heinzer Produktion: Dominic Dillier @ Büro GDL Bild: Stephan Lütolf, Grafik: Orkan Design GmbH
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Generated: 6/25/2026 - 7:20:12 AM