5 Minus

Dr. Laura Dalhaus
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  • 5 Minus

    Pädiatrie, MVZ und Versorgung: Denn Kinder werden im System übersehen | Michael Scheel

    05.05.2026 | 1 Std. 21 Min.
    Wie steht es aktuell um die Versorgung von Kindern und Jugendlichen? Genau darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in dieser neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Michael Scheel, Kinderarzt in einem großen MVZ für Kinder- und Jugendmedizin sowie -psychiatrie in Cuxhaven. Für Laura ist klar: Sie möchte sich künftig noch stärker für diese Patientengruppe einsetzen.
    Zu Beginn werfen die beiden einen Blick auf die Ergebnisse der Finanzkommission Gesundheit. Für Michael liegt ein Problem darin, dass im System zu viele Player mitentscheiden. Dadurch wird häufig der Weg des geringsten Widerstands gewählt – und der trifft am Ende die Leistungserbringer. Besonders deutlich zeigt sich das bei der geplanten Kürzung der Honorare der Psychotherapeut:innen, die er als absolut unangemessen bewertet. Laura vermutet, dass die fehlende Schlagkraft durch die Vielzahl an Berufsverbänden hier eine Rolle spielt. Dabei ist gerade die psychotherapeutische Versorgung ein Bereich mit extrem langen Wartezeiten, die sich durch die Pandemie weiter verschärft haben.
    In diesem Zusammenhang spricht Michael auch über die Entbudgetierung in der Pädiatrie. Laura ist überzeugt, dass grundsätzlich ausreichend Geld im System vorhanden ist und ein Primärarztsystem zu Einsparungen führen könnte.
    Ein weiterer Aspekt ist die Wirtschaftlichkeit: Laura hinterfragt, warum der Return on Investment (ROI) von Psychotherapie und Kinderheilkunde nicht stärker berücksichtigt wird – insbesondere im Vergleich zu kostenintensiven Eingriffen wie Wirbelsäulen-OPs. Michael sieht einen Grund für die aktuellen Kürzungen darin, dass Kinder schlicht keine relevante Wählergruppe darstellen.
    Er berichtet außerdem, wie er sein MVZ aufgebaut hat, um möglichst viele Kinder versorgen zu können, aber es für diese auch angenehm zu machen, in die Praxis zu kommen. Diese Arbeit kommt ihm auch insofern zugute, dass sich potentielle Mitarbeitende proaktiv und gerne bei ihm bewerben. Dabei stößt er jedoch immer wieder auf strukturelle Hürden, insbesondere bei Kassensitzen und der Bedarfsplanung. Diese basiert noch auf Daten aus den 1990er-Jahren und bildet die heutige Realität nicht mehr ab. Selbst wenn eine Kinderärztin ihre Tätigkeit beendet, kann ihr Kassensitz nicht einfach übertragen werden, sondern muss erst durch entsprechende Gremien genehmigt werden.

    Das Unternehmertum in der Medizin wird dadurch zunehmend erschwert. Michael beschreibt, dass er sein MVZ mittlerweile eher wie ein Wirtschaftsunternehmen führen muss als wie eine klassische Arztpraxis. Hinzu kommt, dass der Reinertrag von Praxen häufig missverständlich kommuniziert wird und fälschlicherweise mit einem Bruttolohn gleichgesetzt wird.

    Laura beschreibt ihren Arbeitsalltag als dauerhaftes „Engines on“ – ein Zustand, den sie langfristig nicht bis ins hohe Alter durchhalten kann. Für beide stellt sich daher die Frage, ob die Sicherstellung der Versorgung künftig überhaupt noch gewährleistet ist. Michael hat in diesem Zusammenhang sogar bei der KV angefragt, ob er Privatsprechstunden für GKV-Patient:innen anbieten könnte.

    Ein weiteres Beispiel für strukturelle Probleme sind die Jugendarbeitsschutzuntersuchungen. Diese verpflichtenden Untersuchungen für unter 18-Jährige wurden bereits 1976 eingeführt – die Vergütung liegt jedoch bis heute auf dem damaligen Niveau, was einem erheblichen Wertverlust entspricht.

    Viele Ärzt:innen geraten zudem immer wieder in eine ethische Zwickmühle: Der Wunsch zu helfen steht oft im Konflikt mit wirtschaftlichen und regulatorischen Vorgaben.

    Beide kritisieren, dass die Politik hier stärker liefern muss. Es fehlt an Wertschätzung gegenüber der Selbstständigkeit, dem unternehmerischen Risiko und den Arbeitsplätzen, die durch Praxen und MVZs geschaffen werden.

    Ein weiteres wichtiges Thema sind Medikamente und deren Zulassung. Wie auch Laura ist Michael von Regressen betroffen – teilweise sogar rückwirkend. Gerade in der Pädiatrie ist das Risiko besonders hoch, da viele Medikamente keine explizite Zulassung für Kinder haben. Das liegt unter anderem daran, dass es nur wenige Studien mit Kindern gibt. Ein Beispiel dafür sind Pflegelotionen bei Neurodermitis.

    Zum Abschluss sprechen die beiden über den Einsatz von KI in der Medizin. Diese bietet großes Potenzial zur Unterstützung im Alltag – vorausgesetzt, sie wird nicht durch bestehende Strukturen und Verbote ausgebremst.

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  • 5 Minus

    Pflege zwischen Verantwortung und Überlastung | Christian Fuchs

    28.04.2026 | 35 Min.
    Die Pflege gehört zu den Berufsgruppen, die häufig zu wenig Beachtung finden. Dabei ist die Belastung enorm hoch und abgesehen von symbolischer Anerkennung durch Klatschen während der Pandemie hat sich strukturell kaum etwas verändert.
    Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in dieser Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Christian Fuchs, Fachkrankenpfleger für Anästhesie mit 15 Jahren Berufserfahrung.

    Schon zu Beginn seiner Laufbahn hörte er oft den Satz „früher war alles besser“ – inzwischen teilt er diese Einschätzung selbst. Vor allem die fehlende Wertschätzung macht sich bemerkbar. Für ihn ist klar: Unter den aktuellen Bedingungen ist der Beruf weder körperlich noch psychisch bis zur Rente durchzuhalten.

    Ein zentrales Problem sind die Personaluntergrenzen. Christian berichtet von einer Silvesterschicht während der Corona-Pandemie, in der drei Pflegekräfte insgesamt 16 Patient:innen versorgen mussten. Trotz Überlastungsanzeigen blieb eine Reaktion aus. In solchen Situationen stehen Pflegekräfte vor der Wahl: Sie tragen das Risiko weiter oder verlassen die Situation.

    Hinzu kommt, dass die Personaluntergrenzen eigentlich als absolute Mindestbesetzung gedacht sind, in der Praxis aber oft als Regelbetrieb dienen. Zudem werden unterschiedliche Funktionen zusammengefasst – unabhängig davon, ob jemand tatsächlich in der direkten Versorgung tätig ist. Auch die Berechnung über längere Zeiträume verzerrt die reale Belastung im Alltag.

    Politische Lösungen bleiben bislang aus. Laura sieht das Hauptproblem weniger in der Vergütung als in den Arbeitsbedingungen. Eine reine Gehaltserhöhung greift zu kurz. Entscheidend ist, mehr Fachkräfte zu gewinnen und die Abhängigkeit von starren Personaluntergrenzen zu reduzieren.

    Mit dem von Jens Spahn eingeführten Pflegebudget wurde die Pflege zwar vollständig refinanziert, gleichzeitig hat sich das Aufgabenspektrum erweitert. Pflegekräfte übernehmen zunehmend Tätigkeiten, die ursprünglich nicht zu ihrem Kernbereich gehören, etwa organisatorische oder hauswirtschaftliche Aufgaben.

    Auch die generalistische Ausbildung wird kritisch gesehen. Die Zusammenführung von Kinderkrankenpflege, Altenpflege und Krankenpflege führt laut Christian dazu, dass spezifische Anforderungen im Klinikalltag nicht ausreichend abgebildet werden.

    Der Arbeitsalltag ist geprägt von wenigen Pausen und hoher Belastung. Viele bleiben trotzdem im Dienst, weil sie ihre Kolleg:innen nicht zusätzlich belasten möchten.

    Laura beschreibt die Intensivstation als besonders kritischen Bereich. Hier treffen die Anforderungen aller Fachabteilungen zusammen, was häufig zu Engpässen führt. In der Folge werden Patient:innen teilweise früher verlegt, als medizinisch sinnvoll wäre – mit dem Risiko wiederholter Aufnahmen.

    Durch DRGs, Fachkräftemangel und steigende Kosten stehen Krankenhäuser unter wachsendem wirtschaftlichem Druck. Im Gegensatz zu anderen Bereichen der Daseinsvorsorge müssen sie wirtschaftlich arbeiten, was Fehlanreize begünstigt und das System anfälliger für Missbrauch macht.

    Laura erinnert sich zudem an eine Zeit ohne verpflichtende Arbeitszeiterfassung, in der flexible Lösungen noch möglich waren. Heute wünschen sich beide Modelle wie ein Lebensarbeitszeitkonto, um die Belastung langfristig besser auszugleichen und die Arbeit im Gesundheitswesen nachhaltiger zu gestalten.

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  • 5 Minus

    Vorschläge zur Sanierung des Systems - erläutert von Dr. Laura Dalhaus

    26.04.2026 | 22 Min.
    Über Laura’s Vorschläge zur Rettung des Gesundheitssystems wurde viel diskutiert. Der DAK-Chef hat zu Vorschlägen aufgerufen – Laura hat gleich 22 Stück rausgebracht.
    Um sie besser zu erläutern, gibt es nun diese Folge:
    1. Über- und Fehlversorgung in der Kieferorthopädie beenden

    In diesem Bereich kommt es offenbar häufig zu Behandlungen, die nicht primär medizinisch begründet sind. Ziel ist es, unnötige Maßnahmen zu vermeiden und die Versorgung stärker an tatsächlichem Bedarf auszurichten.

    2. Erstattung von Cannabisblüten streichen

    Auch wenn Cannabis in bestimmten Therapien eingesetzt wird, sieht Laura keine zwingende Notwendigkeit für eine Finanzierung durch die GKV. Cannabis ist legal.

    3. Honorare für Katarakt-OPs senken

    Die derzeitige Vergütung steht aus ihrer Sicht in keinem ausgewogenen Verhältnis zu anderen Fachbereichen. Eine Anpassung könnte dazu beitragen, die Verteilung der Mittel gerechter zu gestalten.

    4. Hautkrebs-Screening abschaffen

    Das Screening wurde eingeführt, um die Mortalität zu senken – ein Effekt konnte bisher jedoch nicht nachgewiesen werden. Ohne belegbaren Nutzen stellt sich die Frage nach der weiteren Finanzierung.

    5. Arzneimittelkosten stärker regulieren

    Durch konsequente Nutzung von Rabattverträgen und Kosten-Nutzen-Bewertungen sollen ineffiziente Ausgaben reduziert werden. Der Fokus liegt auf wirtschaftlicher und wirksamer Therapie.

    6. Bürgergeldempfänger aus Steuermitteln finanzieren

    Die Finanzierung dieser Leistungen sollte nicht ausschließlich über die GKV erfolgen. Stattdessen wird eine gesamtgesellschaftliche Lösung über Steuermittel gefordert.

    7. Zucker-, Alkohol- und Tabaksteuer erhöhen

    Durch höhere Besteuerung gesundheitsschädlicher Produkte sollen Anreize zur Verhaltensänderung geschaffen werden. Gleichzeitig könnten gesündere Alternativen entlastet werden.

    8. DMPs (Disease Management Programme) abschaffen

    Da der Nutzen vieler Programme nicht eindeutig belegt ist, stellt Laura deren Effizienz infrage. Sie plädiert für eine individuellere Versorgung statt standardisierter Programme.

    9. Ambulantisierung im ambulanten System

    Leistungen sollten dort erbracht werden, wo sie am effizientesten sind – im ambulanten Bereich. Eine Verlagerung in den stationären Sektor verursacht unnötige Mehrkosten.

    10. Abrechnungsbetrug im Krankenhaus beenden

    Fehlanreize in der Abrechnung führen dazu, dass Leistungen unnötig verteuert werden. Hier fordert Laura mehr Transparenz und klare Regeln.

    11. Sektorengrenzen überwinden

    Unterschiedliche Vergütungssysteme für gleiche Leistungen erschweren das System. Einheitliche Rahmenbedingungen könnten für mehr Fairness sorgen.

    12. Level 1 i-Krankenhäuser - Kleine Versorgungszentren im ambulanten Bereich schaffen

    Für bestimmte Behandlungen braucht es keine vollstationäre Versorgung. Solche Strukturen könnten eine effizientere und patientenfreundlichere Alternative sein.

    13. Satzungsleistungen der GKV streichen

    Leistungen ohne evidenzbasierte Grundlage sollten nicht Teil der solidarischen Finanzierung sein. Der Fokus sollte auf wirksamer Medizin liegen.

    14. Verursacherprinzip einführen

    Ein stärkerer Bezug zwischen Verhalten und Kosten könnte Anreize für gesundheitsbewusstes Handeln schaffen. Diskutiert wird dies analog zu Risikozuschlägen.

    15. Positivliste für GKV-Leistungen

    Eine klare Definition des Leistungskatalogs würde mehr Transparenz schaffen. Nur evidenzbasierte und sinnvolle Therapien sollten übernommen werden.

    16. Quartalsschein wieder einführen & Arztbesuche begrenzen

    Durch bessere Steuerung der Patient:innenströme könnten unnötige Mehrfachkontakte reduziert werden. Das würde Ressourcen im System schonen.

    17. Digitalisierung und Deckelung der Verwaltungskosten

    Effizientere digitale Prozesse könnten Verwaltungskosten senken. Gleichzeitig soll die Ausgabenstruktur transparenter und begrenzt werden.

    18. Zusatzleistungen für Kassenmitarbeiter begrenzen

    Auch im Verwaltungssystem gibt es Einsparpotenzial. Zusatzleistungen sollten überprüft und gegebenenfalls reduziert werden.

    19. Werbemaßnahmen der Krankenkassen abschaffen

    Da die Leistungen der Krankenkassen weitgehend vergleichbar sind, erscheint Werbung verzichtbar. Die eingesparten Mittel könnten sinnvoller genutzt werden.

    20. Büro- und Gebäudekosten reduzieren

    Durch flexiblere Arbeitsmodelle könnten Kosten für Infrastruktur gesenkt werden. Das betrifft insbesondere teure Standorte und Büroflächen.

    21. Prüf- und Rechtsverfahren reduzieren (Blue-Ocean-Strategie)

    Viele Verfahren verursachen mehr Kosten als Nutzen. Eine stärkere Priorisierung könnte Ressourcen sparen.

    22. Bürokratie insgesamt abbauen

    Übermäßige Bürokratie belastet das System erheblich. Eine Vereinfachung der Prozesse würde sowohl Zeit als auch Geld sparen.

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  • 5 Minus

    Beim Gesundheitssystem soll gespart werden - wie ist das umsetzbar? Laura Dalhaus bringt Ideen auf den Tisch

    21.04.2026 | 43 Min.
    Kaum jemand würde aktuell den Job von Nina Warken übernehmen wollen – nicht einmal TK-Chef Baas. Dr. Laura Dalhaus sieht das allerdings differenzierter: Wer selbstständig arbeitet, trägt Verantwortung und muss auch mit dem Risiko des Scheiterns umgehen können. Genau dieses Verständnis fehlt aus ihrer Sicht häufig bei den Krankenkassen.
    Die Finanzkommission Gesundheit hat kürzlich Sparmaßnahmen vorgestellt. Wichtig dabei: Der Auftrag war kein umfassender Systemumbau, sondern ein kurzfristiger Notfallplan für 2027. Nun geht es darum, diese Vorschläge einzuordnen und die Reaktionen der verschiedenen Akteure zu betrachten.
    Im Fokus steht zunächst die Begrenzung unnötiger Ausgaben. Zwar gehören Praxen nicht zu den größten Kostentreibern, sollen sich aber dennoch an Einsparungen beteiligen. Grundlage bleibt die Orientierung an evidenzbasierter Medizin.
    Kritik äußert Laura unter anderem am Vorsitzenden des GKV-Spitzenverbands, Oliver Blatt. Als Ökonom verfolgt er das Ziel, Einnahmen zu begrenzen, erwartet gleichzeitig jedoch von selbstständigen Leistungserbringern ein nahezu unbegrenztes Leistungsangebot. Auch AOK-Chefin Reimann sorgt für Diskussionen: Sie fordert, dass Honorare nur im gleichen Maß steigen wie die durchschnittlichen Einkommen angestellter Beschäftigter – ein Ansatz, der laut Laura die Realität der Selbstständigkeit verkennt. Und ganz praktisch: Mit der AOK kommuniziert sie immer noch per Fax.

    Auch aus der Ärzteschaft kommt Widerstand. Der Hartmann-Bund warnt, dass einige Maßnahmen die ambulante Versorgung gefährden und die ärztliche Selbstverwaltung schwächen könnten. Gleichzeitig gehen Praxisüberschüsse zurück. Ärztekammerpräsident Klaus Reinhardt fordert daher, die bestehende Misstrauenskultur gegenüber Leistungserbringern zu überwinden.

    Kritische Stimmen gibt es ebenso aus der Pharmaindustrie, deren Verbände die Vorschläge der Finanzkommission ebenfalls hinterfragen.

    Ein weiteres Thema ist die Notfallreform. Laura stellt infrage, wie diese praktisch umgesetzt werden soll – schließlich sollen Ärzt:innen gleichzeitig Notfalldienste leisten und ihre reguläre Praxistätigkeit aufrechterhalten. Positiv bewertet sie jedoch den Ansatz, im Notfall eine direkte Medikamentenabgabe zu ermöglichen.

    Laura war zudem selbst bei einer Demonstration von Psychotherapeut:innen, deren Honorare gekürzt werden sollen – und das trotz steigenden Bedarfs. Besonders Kinder und Jugendliche liegen ihr am Herzen, da sie politisch oft wenig Gehör finden. Dabei zeigt sich: Psychotherapie hat einen klar messbaren Nutzen. Der Return on Invest liegt bei rund 167 Prozent. Jeder investierte Euro bringt also mehr als das Doppelte zurück.

    Ein strukturelles Thema bleibt die Anzahl der gesetzlichen Krankenkassen. Aktuell gibt es 93 – Laura stellt die Frage, ob eine deutlich geringere Zahl nicht ausreichen würde und analysiert die einzelnen Kostenpunkte genauer.

    Abschließend entwickelt sie eigene Vorschläge zur Stabilisierung des Gesundheitssystems, teilweise angelehnt an die Ideen der Finanzkommission Gesundheit.
    Weitere Ideen:
    Abschaffung aller DMPs
    Konsequente Ambulantisierung innerhalb des ambulanten Systems
    Abrechnungsbetrug im Krankenhaus abschaffen
    Sektorengrenzen überwinden – gleiche Vergütung für alle Sektoren
    Realisierung Level 1I – ambulanter Sektor mit Belegbetten
    Streichung aller Satzungsleistungen in der GKV
    Einführung eines Verursacherprinzips
    Erstellung einer Positivliste des GKV-Leistungsumfangs
    Wiedereinführung des Quartalsscheints für Patient:innen
    Digitalisierung aller Verwaltungsvorgänge auf Kassenseite und Deckelung der Gehälter
    Begrenzung der Mitarbeiterleistung
    Vollständiger Verzicht aller Werbemaßnahmen der Kassen
    Abbau von Büro- und Gebäudeflächen
    Blue-Ocean-Strategie in allen Prüfungs- und Rechtfragen
    Abbau doppelter Bürokratie

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  • 5 Minus

    Hilfe für Missbrauchsopfer wird einfach gestrichen | Mit "Sven"

    14.04.2026 | 31 Min.
    Die Regelungen zur Auszahlung von Entschädigungen aus dem Fonds für Opfer sexuellen Missbrauchs werden aktuell verändert – ein Thema, das Dr. Laura Dalhaus in ihrer neuen Folge aufgreift.
    Zu Gast ist „Sven“, der aus Gründen des Opferschutzes anonym bleibt. Er arbeitet als Rettungssanitäter und bezieht Leistungen aus dem Fonds. Nun hat er jedoch ein Schreiben vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben erhalten: Die Auszahlungen sollen zum 31.12.2027 beendet werden.
    Bisher war die Struktur des Fonds klar geregelt: Für jede betroffene Person standen bis zu 10.000 Euro für therapeutische Maßnahmen zur Verfügung. Diese Summe konnte flexibel genutzt werden, etwa über mehrere Jahre hinweg. Ein festes Ablaufdatum gab es nicht – genau das ändert sich nun mit der neuen Regelung.
    Für Laura zeigt diese Entscheidung ein grundlegendes Missverständnis seitens der Verantwortlichen. Eine posttraumatische Belastungsstörung endet nicht zu einem festgelegten Zeitpunkt. Traumata verlaufen nicht linear, sondern in Wellen. Deshalb ist es ihr ein Anliegen, auf diese Problematik aufmerksam zu machen.
    Sven betont, dass Unterstützung für Betroffene auch eine gesellschaftliche Verantwortung ist. Vielen fällt es schwer, aktiv Hilfe einzufordern. Gleichzeitig macht er deutlich: Ein lebenswertes Leben ist möglich – vorausgesetzt, das Umfeld trägt mit.
    Zum Abschluss ordnet Laura die Konsequenzen ein: Durch den geplanten Auszahlungsstopp werden Betroffene künftig stärker auf Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen angewiesen sein. Auf ein System, das ohnehin schwer zugänglich ist. Parallel dazu werden psychotherapeutische Honorare durch den GKV-Spitzenverband reduziert. Für Laura ist klar: Diese Entwicklung ist nicht akzeptabel.
    Zur Petition: https://innn.it/fonds-sexueller-missbrauch-2

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Über 5 Minus

5 Minus - Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel. Das Gesundheitssystem kollabiert und das hat Konsequenzen. Darüber spreche ich mit Menschen, um Ideen und Lösungswege zu entwickeln. Denn Politik hat leider in den letzten 20 Jahren bewiesen, dass sie es aus unterschiedlichen Gründen nicht kann. Wir starten einen Versuch. https://linktr.ee/LauraDalhaus
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Generated: 5/7/2026 - 5:36:34 AM