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5 Minus

Dr. Laura Dalhaus
5 Minus
Neueste Episode

98 Episoden

  • 5 Minus

    Sind Frauen und Kinder die Verlierer des GKV-Spargesetzes? | Ricarda Lang

    27.10.2026 | 57 Min.
    Der Terminkalender ist voll, trotzdem hat sie Zeit für „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ gefunden: Ricarda Lang ist zu Gast bei Dr. Laura Dalhaus.
    Laura startet mit einer grundsätzlichen Frage: Sind Frauen beim Beitragsstabilisierungsgesetz die größeren Verlierer:innen? Care-Arbeit, der hohe Frauenanteil in Pflege und Ärzteschaft sowie pflegende Angehörige in der Häuslichkeit sorgen dafür, dass die Folgen dieser „Reform“ Frauen besonders stark treffen.
    Ricarda sieht in der Regierung eine Ignoranz gegenüber der Lebensrealität von Frauen.

    Denn Wohnen ist inzwischen für viele Familien kaum noch finanzierbar, wenn nicht beide Elternteile arbeiten. Laura greift dazu ein Gedankenexperiment auf: Es braucht ein Dorf, um Kinder erfolgreich großzuziehen. Müssen wir deshalb auch darüber nachdenken, wie Menschen künftig in Lebensgemeinschaften zusammenleben?

    Kinder großzuziehen und gleichzeitig als Arbeitnehmer:in dauerhaft 100 Prozent leisten zu sollen, ist eine enorme Belastung. Gleichzeitig wird das Festhalten am traditionellen Familienbild durch die AfD immer stärker.

    Die Frage ist also: Müssen wir Gesellschaft grundsätzlich neu denken?

    In der Theorie heißt es immer wieder, Familie und Karriere müssten gleichzeitig möglich sein. In der Praxis werden die damit verbundenen Probleme stark individualisiert. Andere Länder lösen das besser. Laura sieht vor allem in den skandinavischen Ländern Modelle, von denen Deutschland lernen könnte. Würden Frauen hier so viel arbeiten können, wie sie möchten, entspräche das rund 850.000 zusätzlichen Vollzeit-Äquivalenten.

    Laura macht außerdem deutlich, dass Kinder und Jugendliche keine Lobby haben. Genau das macht sie zunehmend wütend, denn gerade bei ihnen wird immer wieder gekürzt.
    Ricarda beobachtet bei Jugendlichen gleichzeitig immer mehr Resignation und Politikverdrossenheit.
    Ihr Anspruch ist deshalb, Kindern und Jugendlichen Instrumente mitzugeben, auf denen sie in den kommenden Jahren aufbauen können: ein funktionierendes Bildungs- und Gesundheitssystem.

    Doch braucht es vielleicht auch Veränderungen im politischen System selbst?

    Laura und Ricarda sprechen darüber, ob Regierungszeiten anders organisiert werden müssten, damit politische Entscheidungen langfristiger umgesetzt werden können. Ricarda plädiert dafür, die Landtagswahlen auf einen gemeinsamen Termin zu legen.
    Denn sie erlebt Politik inzwischen als permanenten Wahlkampf. Entscheidungen werden dadurch ständig danach bewertet, ob sie besser vor oder lieber nach einer Wahl getroffen werden sollten.
    Ricarda wünscht sich deshalb auch einen neuen Generationenvertrag, der langfristiger denkt und Prävention stärker in den Mittelpunkt stellt.

    Ein weiteres Thema ist die Aufmerksamkeitsökonomie auf Social Media. Komplexe Zusammenhänge lassen sich dort nur schwer abbilden. Gleichzeitig müssen genau dort Antworten gefunden werden.
    Das Problem: Um an vielen politischen Debatten überhaupt fundiert teilnehmen zu können, braucht es inzwischen enorm viel Wissen.
    Emotionen dürfen dabei nicht den rechten Kräften überlassen werden. Für Ricarda gehören Wut und Ärger zur politischen Realität. Diese Gefühle müssen nicht künstlich gedrosselt werden.
    Auch den Erhalt der Öffentlich-Rechtlichen hält sie für wichtig – allerdings nicht ohne Reformen.

    Die Fakten liegen auf dem Tisch. Trotzdem werden sie immer wieder verdreht. Laura nennt als Beispiel die Argumentation von Julia Klöckner gegen die Zuckersteuer.
    Eigentlich sollte Wissenschaft die Grundlage solcher Diskussionen sein.
    Gleichzeitig hat die politische Mitte massiv an Bindekraft verloren. Vertrauen ist verschwunden.
    Ein Grund dafür ist, dass nicht für alle dieselben Spielregeln gelten. Dazu gehört auch die Debatte darüber, ob Abgeordnete in die sozialen Sicherungssysteme einzahlen sollten.

    Auch Lobbyismus spielt eine Rolle. Und dann steht noch die Frage im Raum, warum Menschen die AfD wählen.

    Laura und Ricarda wollen nicht glauben, dass es sich dabei ausschließlich um überzeugte Rechtsextreme handelt. Ricarda wünscht sich, dass sich der politische Betrieb wieder stärker an gesellschaftlichen Zielen orientiert.

    Die Grundvoraussetzung für gute Politik ist für sie am Ende ziemlich einfach: Man braucht ein positives Menschenbild – und muss die Menschen lieben, für die man Politik macht.

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  • 5 Minus

    Hybrid-DRGs - und wie politisch damit umgegangen wird | Robert Weindl

    20.10.2026 | 56 Min.
    Eine Lücke wird in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ von Dr. Laura Dalhaus geschlossen: Diesmal spricht sie mit Dr. Robert Weindl, einem ambulant tätigen Chirurgen.
    Denn auch das ambulante Operieren steht massiv unter Druck. Dabei wird politisch ständig darüber gesprochen, Medizin stärker zu ambulantisieren und mehr Eingriffe aus dem stationären in den ambulanten Bereich zu verlagern.
    Nur ganz so einfach ist das nicht.
    Ein Grund dafür sind die unterschiedlichen Abrechnungssysteme, darunter der EBM. Seit drei Jahren gibt es zusätzlich die Hybrid-DRGs, über die bestimmte Eingriffe aus dem stationären in den ambulanten Bereich überführt werden.
    Bei der Vergütung liegen Hybrid-DRGs zwischen der stationären Vergütung und der Vergütung nach EBM.
    Für Krankenhäuser bringt das allerdings Probleme mit sich. Durch die Vorhaltepauschalen können sie bestimmte OPs wirtschaftlich kaum noch durchführen – entsprechend wenig attraktiv sind diese Eingriffe für sie.
    Laura sagt deshalb ganz pragmatisch: Dann könnten diese Operationen eben von ambulant tätigen Mediziner übernommen werden. Gleichzeitig gibt es politisch den Willen, eine ambulante Parallelstruktur aufzubauen. Bestimmte Leistungen können dann nur noch stationär abgerechnet werden, wenn Patient tatsächlich eine Nacht im Krankenhaus verbringen.
    Laura und Robert diskutieren die Vor- und Nachteile ambulanter Operationen. Robert operiert auch ältere Patient:innen. Entscheidend ist dabei für ihn, dass das Umfeld stimmt und die Versorgung nach dem Eingriff zuverlässig sichergestellt ist.
    Er arbeitet in einem Zentrum mit eigenem OP. Auch dort spielt Wirtschaftlichkeit natürlich eine Rolle. Kurze Wege und effiziente Abläufe sind deshalb wichtig.
    Gleichzeitig wird politisch über eine Budgetierung der Hybrid-DRGs diskutiert. Für Robert ergibt das keinen Sinn – und kann am Ende sogar zusätzliche Kosten verursachen.
    Hinzu kommt die Nachsorge. Nach Operationen im Krankenhaus landet diese häufig bei ambulanten Zentren wie dem von Robert oder bei Hausärzt:innen. Die Vergütung dafür ist allerdings unterirdisch.
    Besonders problematisch ist auch die Vergütung von Eingriffen bei Kindern, etwa im HNO-Bereich. Operationen an Rachenmandeln oder Polypen sind teilweise nicht kostendeckend. Trotzdem wird von Ärzt:innen erwartet, dass sie diese Eingriffe irgendwie „mitmachen“.
    Parallel steigt die Morbiditätslast in der Gesellschaft, während Facharzttermine immer knapper werden.
    Eine Möglichkeit ist das Kostenerstattungsverfahren. Patient:innen können darüber Privatpraxen aufsuchen, wenn sie keinen regulären Termin bekommen. Allerdings akzeptieren nicht alle Krankenkassen dieses Verfahren.
    Für Robert geht in seinen Augen zunehmend die Lust an der Versorgung durch die Kolleg:innen verloren.
    Er wünscht sich, dass sich Krankenhäuser stärker auf die Aufgaben konzentrieren, in denen sie wirklich gut sind. Dafür braucht es vor allem eine sinnvolle Steuerung.
    Auch die ärztliche Weiterbildung ist Thema. Im ambulanten Bereich wird bislang vergleichsweise wenig ausgebildet. Das liegt unter anderem daran, dass ambulante Medizin für viele Ärzt:innen in Weiterbildung bisher keine naheliegende Option ist.
    Dabei bietet sie einen entscheidenden Vorteil: Der Patient:innendurchlauf ist sehr hoch. Für die Ausbildung ist das extrem wertvoll.
    Robert hält die Hybrid-DRGs grundsätzlich für ein sehr gutes Instrument. Eine Abschaffung wäre für ihn ein klarer Rückschritt.
    Was ihm vor allem fehlt, ist Verlässlichkeit. Denn ohne verlässliche Rahmenbedingungen lässt sich ambulante Versorgung kaum langfristig planen.

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    Zur Website von Robert: https://www.cgp-sg.de
  • 5 Minus

    Arbeitsmedizin und BGM kritisch hinterfragt | Dr. Jeanine Engelhardt

    13.10.2026 | 50 Min.
    Dr. Laura Dalhaus hat sich kritisch zu den Themen Schweigepflicht und Arbeitsmedizin geäußert. Das hat unter Arbeitsmediziner:innen für deutliche Reaktionen gesorgt.
    In der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ spricht sie deshalb mit Jeanine Engelhardt, die selbst als Arbeitsmedizinerin tätig ist.
    Jeanine erklärt, dass Arbeitsmediziner:innen in einer besonderen Konstellation arbeiten. Sie werden im Auftrag des Arbeitgebers tätig und untersuchen dessen Mitarbeitende. Trotzdem dürfen Gesundheitsdaten unter keinen Umständen an den Arbeitgeber weitergegeben werden. Auch für Arbeitsmediziner:innen gilt die Schweigepflicht.
    Komplizierter wird es beispielsweise dann, wenn Mitarbeitende aus medizinischen Gründen nicht mehr in der Nachtschicht eingesetzt werden können. In solchen Situationen muss darauf geachtet werden, dass für die Patient daraus kein Kündigungsgrund entsteht.
    Die Arbeitsmedizin hat nicht immer den besten Ruf. Schwarze Schafe gibt es allerdings in jeder Branche. Jeanine selbst arbeitet sehr gerne in diesem Bereich.
    Ein weiterer Punkt, den Laura kritisiert, sind Blutuntersuchungen in der Arbeitsmedizin. Diese werden dort durchgeführt, die Ergebnisse sollen anschließend aber teilweise in der Hausarztpraxis besprochen werden. Auch Jeanine hält dieses Vorgehen nicht für sinnvoll.
    Dadurch entstehen Parallelstrukturen und verschiedene Sektoren, die sich gleichzeitig um dieselben Patient kümmern.
    Laura berichtet außerdem von ihren Erfahrungen mit der Arbeitsmedizin in den Niederlanden. Dort wird deutlich stärker versucht, Mitarbeitende umzuschulen und andere berufliche Möglichkeiten zu schaffen, bevor Erwerbsminderungsrente oder Berufsunfähigkeit zum Thema werden.
    Kritisch sieht Laura auch Teile des Betrieblichen Gesundheitsmanagements. Teilweise werden umfangreiche Präventionspakete angeboten, die wiederum zu Überdiagnostik führen können – etwa beim Schilddrüsen-Screening.
    Jeanine sieht hier auch die Mediziner:innen selbst in der Verantwortung. Sie müssen klare Grenzen ziehen und entscheiden, welche Untersuchungen tatsächlich sinnvoll sind.
    Denn Prävention bietet zahlreiche Möglichkeiten, insbesondere wenn gezielt berufsbedingte Risiken berücksichtigt werden.
    Im weiteren Verlauf sprechen Laura und Jeanine über evidenzbasierte Medizin und darüber, wie sie die Bestimmung verschiedener Laborwerte bewerten.
    Auch die Zukunft der Arbeitsmedizin ist Thema. Das GKV-Sparpaket wird das Gesundheitssystem deutlich verändern und Auswirkungen auf die Versorgung der Patient haben. Jeanine wünscht sich vor allem mehr Sinnhaftigkeit in der Medizin.
    Zum Abschluss geht es um die Jugendarbeitsschutzuntersuchungen. Dabei handelt es sich nicht um eine reguläre Kassenleistung, sondern um eine Vereinbarung zwischen dem Land NRW und der Kassenärztlichen Vereinigung.
    Kinder- und Jugendärzt:innen führen diese Untersuchungen inzwischen nicht mehr flächendeckend durch, weil sie wirtschaftlich kaum darstellbar sind. Die Vergütung wurde seit den 1970er-Jahren nicht angepasst.
    Jeanine sieht die Jugendarbeitsschutzuntersuchungen deshalb als Aufgabe der Arbeitsmedizin.

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  • 5 Minus

    Wer soll das alles bezahlen? Die große Systemfrage! | Laura zum aktuellen Stand

    06.10.2026 | 34 Min.
    Die Woche war für Dr. Laura Dalhaus alles andere als entspannt. Trotzdem startet sie diesmal mit einer guten Nachricht.
    Die FAZ hat darüber geschrieben, was Ärzt an ihrem Beruf wichtig ist – und Laura greift einige Punkte daraus auf. Denn bei all dem Frust über Politik, Bürokratie und Rahmenbedingungen darf eines nicht untergehen: Der Arztberuf selbst ist wunderbar.
    Genau deshalb lohnt es sich, für bessere Bedingungen zu kämpfen. Das System muss sich verändern, damit Ärzt:innen diesen Beruf auch weiterhin so ausüben können, wie er gedacht ist.
    Der Kanzler hat zuletzt das „Doppelsystem“ aus PKV und GKV infrage gestellt. Die Zeit hat dazu recherchiert und drei mögliche Modelle vorgestellt.
    Für Laura ist klar: Die entscheidende Diskussion muss gemeinsam geführt werden. Was kann und soll eine solidarisch finanzierte Krankenversicherung überhaupt bezahlen?
    Auch Laumann beschäftigt sich mit diesem Spannungsfeld. Er will einen fairen Ausgleich zwischen den berechtigten unternehmerischen Interessen von Praxen und dem Anspruch der Bürger auf eine Versorgung entsprechend ihrer medizinischen Dringlichkeit.
    Gleichzeitig haben Ärzt aber genauso das Recht darauf, nicht Stück für Stück in ihrer Freiberuflichkeit eingeschränkt zu werden.
    Ein weiteres Problem zeigt sich inzwischen in immer mehr Kommunen. Dort werden eigene MVZs gegründet, weil die ärztliche Versorgung anders teilweise nicht mehr sichergestellt werden kann. Nur kostet das die Kommunen viel Geld – und ob ein solches MVZ am Ende wirtschaftlich funktioniert, ist keineswegs garantiert.
    Damit landet Laura bei einer ziemlich grundlegenden Frage: Wer bezahlt eigentlich medizinische Daseinsvorsorge?
    Und dann kommt der nächste Aufreger.
    Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte fordert einen automatischen Krankenversicherungsschutz für Neugeborene. Denn der GKV-Versicherungsnachweis kommt häufig erst Wochen nach der Geburt. Für Praxen entsteht dadurch ein Regressrisiko – zum Beispiel dann, wenn Neugeborene geimpft werden.
    Es gibt aber auch eine positive Nachricht: Die Streichung der Fixkostendegression ist beschlossen.
    Das Prinzip stammt aus der Industrie: Je mehr produziert wird, desto niedriger werden die Stückkosten. Beim Autobau mag das funktionieren. In der Medizin funktioniert es eben nicht so einfach.
    Auch mit der Pharmaindustrie wird weiter verhandelt. Höhere Herstellerrabatte sollten das Gesundheitssystem finanziell entlasten. Nun wird über Ausnahmen für Unternehmen gesprochen, die ihren Sitz in Deutschland haben.
    Dann geht es wieder um Krankenhausrechnungen. Dass diese kontrolliert werden, ist grundsätzlich nachvollziehbar. Doch die Bürokratie wächst weiter – und gleichzeitig sollen auch die Prüfungen durch den MD ausgeweitet werden.
    Die Konsequenz: Health Care Professionals landen landen noch häufiger am Schreibtisch statt am Patient.
    Auch beim sogenannten „Pflegedeckel“ wird gestritten. Ein Heimplatz kostet im Durchschnitt 3.364 Euro, davon entfallen 1.775 Euro auf die reinen Pflegekosten. Ob und wie es hier Entlastungen geben soll, darüber sind sich CDU und SPD uneinig.
    Gleichzeitig werden Beschäftigte und Kinderlose stärker belastet.
    Immerhin gibt es auch hier eine gute Nachricht: Die geplanten Kürzungen bei den Rentenansprüchen pflegender Angehöriger sind vom Tisch.
    Was Laura bei all diesen Debatten nicht versteht: Die Probleme kommen nicht überraschend.
    Wir wissen seit Jahren, dass wir uns um diese Themen kümmern müssen. Dass das gesamte SGB an vielen Stellen Reformbedarf hat, ist keine neue Erkenntnis.
    Und trotzdem wirkt es immer wieder so, als hätte niemand kommen sehen, was längst vor uns liegt.

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  • 5 Minus

    Notaufnahme, Reformversuche und Milliardenlöcher | Laura zum aktuellen Stand

    29.09.2026 | 50 Min.
    Gerade mal eine Woche ist seit der letzten Solofolge von Dr. Laura Dalhaus vergangen – und schon gibt es genug Stoff für die nächste.
    Gleich mehrere Medien berichten über völlig überfüllte Notaufnahmen. Die Situation hat inzwischen ein Ausmaß erreicht, das kaum noch tragbar ist. Patient:innen warten teilweise bis zu 24 Stunden auf ihre Versorgung. Ein bisschen politisches Pflasterkleben reicht da längst nicht mehr.
    Gleichzeitig schließen immer mehr Kreißsäle. In NRW gibt es aktuell nur noch 117 Geburtskliniken, vor neun Jahren waren es noch 153. Die Branche warnt bereits vor weiteren Schließungen. Parallel arbeiten Krankenhäuser seit Wochen an den Sparprogrammen für 2027 – und prüfen dabei besonders jene Abteilungen, die sich wegen unzureichender Vergütung wirtschaftlich nicht selbst tragen.

    Solange der ökonomische Druck nicht aus dem Gesundheitssystem genommen wird, wird die Versorgung weiter unter Druck geraten.

    Laura spricht außerdem über das Reanimationsvideo und den Beef mit der TK. Sie erklärt, dass einzelne Aussagen darin inhaltlich nicht korrekt waren, das Video aber ganz bewusst zugespitzt wurde. Dahinter steht für sie eine entscheidende Frage: Wenn Krankenkassen für einen Notfall lediglich eine Notfallpauschale vergüten – wie gut kann eine Versorgung in der Notaufnahme dann eigentlich funktionieren?

    Gesundheitsminister Carsten Linnemann möchte nun mehrere Omnibusgesetze in sehr kurzer Zeit auf den Weg bringen. Das soll kein Selbstzweck sein, sondern den Menschen zugutekommen. Was davon am Ende tatsächlich ankommt, wird sich zeigen.

    Ein weiteres Thema: das Arzt-Patienten-Geheimnis. Laura kritisiert, dass der Schutz vertraulicher Informationen auf der Kippe steht, und will sich weiterhin dafür einsetzen. Denn Ärzt:innen sollen beim Schutz solcher Informationen schlechter gestellt werden als Anwält:innen oder Geistliche.

    Auch bei der Zuckersteuer regt sich Widerstand in den Ländern – unter anderem vom Koordinator der CDU-geführten Bundesländer, Manfred Pentz. Da stellt sich schnell die Frage: Was hat eigentlich Priorität?

    Der Chef von dm wiederum hat das Gefühl, mit bestimmten Angeboten das Gesundheitssystem zu entlasten. Laura sieht darin eher zusätzliche Arbeit für die Versorgung. Denn Patient:innen möchten ihre Ergebnisse anschließend ärztlich eingeordnet bekommen. Für Laura ist klar: Sie ist nicht der Erklärbär für alle Player, die mit privaten Leistungen Geld verdienen.

    Auch Kanzler Merz sorgt für Gesprächsstoff. Mit zwei Sätzen hat er die Existenz der privaten Krankenversicherung infrage gestellt. Laura erklärt, wie vielschichtig dieses Thema tatsächlich ist.

    Ihre Antwort darauf ist das Primärarztsystem. In der grundsätzlichen Problembeschreibung liegt der Kanzler für Laura nicht falsch – bei den daraus gezogenen Schlüssen allerdings schon. Für die Zukunft erwartet sie zunehmend Ambulant-privat-Zusatzversicherungen.

    Für das geplante Primärversorgungssystem soll im November ein erster Gesetzesentwurf vorliegen.

    Und dann wäre da noch ein Thema, an dem man aktuell kaum vorbeikommt: der Finanzskandal im deutschen Gesundheitssystem. Durch verzocktes Geld der Krankenkassen entstand ein Schaden von 1,1 Milliarden Euro. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe arbeitet den Skandal und die eigene Rolle darin derzeit auf und verklagt nun den Vorstand.

    Außerdem wollen die Krankenkassen erneut Zugriff auf die Praxiskalender. Für Laura stellt sich damit eine grundsätzliche Frage: Wie viel Freiberuflichkeit bleibt Ärzt:innen dann eigentlich noch?

    Denn die niedergelassene Ärzteschaft trägt das finanzielle Risiko bis hin zur Haftung mit dem Privatvermögen. Gleichzeitig soll von außen in die Terminplanung eingegriffen werden. Damit steht für Laura auch der freie Arztberuf zur Debatte.

    Zum Schluss geht es – mal wieder – um Jens Spahn. Er nahm Kind-krank-Tage und flog in dieser Zeit nach Sardinien. Laura bezeichnet das als personifizierte Doppelmoral.

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Über 5 Minus
5 Minus - Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel. Das Gesundheitssystem kollabiert und das hat Konsequenzen. Darüber spreche ich mit Menschen, um Ideen und Lösungswege zu entwickeln. Denn Politik hat leider in den letzten 20 Jahren bewiesen, dass sie es aus unterschiedlichen Gründen nicht kann. Wir starten einen Versuch. https://linktr.ee/LauraDalhaus
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