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Der Ostcast

DIE ZEIT
Der Ostcast
Neueste Episode

6 Episoden

  • Der Ostcast

    Nah dran an Moskau

    03.09.2026 | 46 Min.
    Wenn die Menschen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern neue
    Landtage wählen, dann steht auch die Russlandpolitik der Bundesregierung
    mit zur Abstimmung. Denn gerade in Ostdeutschland scheinen Parteien wie
    die AfD und das BSW mit einer russlandfreundlichen Politik auf
    Stimmenfang zu gehen. Und trotz des Anschlagsversuchs auf dem Leipziger
    Flughafen, den die Bundesregierung dem russischen Regime zuschreibt,
    scheint das Kalkül zumindest bei einem Teil der Bevölkerung aufzugehen.
    Die Bedrohung wird abgetan und der Bundesregierung vorgeworfen, Russland
    ohne Beweise zu beschuldigen.

    Zumindest ein Teil der Wählerinnen und Wähler scheint sich davon
    überzeugen zu lassen. Denn noch immer ist im Osten Deutschlands eine
    große Nähe zu Russland ausgeprägt. Oft kann man in Gesprächen hören, man
    dürfe das große Land ja nicht reizen, und die Menschen in Ostdeutschland
    hätten Russland schon immer besser verstanden als jene im Westen.

    In dieser »Ostcast«-Folge beleuchten Alice Bota und Michael Thumann, was
    es mit der vermeintlichen Nähe zu Russland im Osten auf sich hat. Warum
    nutzen Parteien das Thema für Wahlen aus? Wie hat sich das Verhältnis zu
    Moskau in der Sowjetzeit entwickelt, wie ist daraus bei manchen nach dem
    Mauerfall Verklärung geworden und was geschah nach dem russischen
    Überfall auf die Ukraine 2022? Ist das Verständnis für Putin ein
    ostdeutsches Phänomen oder sind die ostdeutschen Bundesländer nicht eher
    ein Frühwarnsystem für etwas, das sich in der gesamten Gesellschaft
    verschiebt?

    Alle drei Wochen sprechen wir im »Ostcast« über Politik und Gesellschaft
    der osteuropäischen Länder. Alice Bota berichtet von ihren Gesprächen
    und Erfahrungen in Osteuropa, Michael Thumann erzählt von seinen
    Begegnungen und Reisen in Russland und den Nachbarländern.

     

    Shownotes:

    Opitz, Friedrich W.: DGAP-Bericht: Seismograph Sachsen. Die
    (Anti-)Zeitenwende in Transformationsregionen, Berlin, August 2026.

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  • Der Ostcast

    Gefährliche Erinnerungen

    13.08.2026 | 39 Min.
    Die Gegenwart zwischen Polen und der Ukraine wird von der Vergangenheit
    eingeholt. Ukrainische Nationalisten verübten im Zweiten Weltkrieg
    Massaker an der polnischen Zivilbevölkerung in Wolhynien und Galizien.
    Polnische Kämpfer übten ihrerseits Vergeltung an ukrainischen
    Zivilisten. Diese historischen Traumata wurden nie aufgearbeitet und
    brechen nun wieder auf. Denn der ukrainische Präsident Wolodymyr
    Selenskyj hat eine Armeeeinheit geehrt, deren Name an eine Organisation
    erinnert, die für Verbrechen an der polnischen Bevölkerung steht: die
    Ukrainische Aufständische Armee (UPA). In der Ukraine werden deren
    Kämpfer als Freiheitshelden verehrt, in Polen gelten sie als Verbrecher.
    Längst hat der Streit die Politik beider Länder erfasst und greift auf
    die Gesellschaften über. Im Verhältnis Polens zur Ukraine droht etwas zu
    kippen. Rechte Politiker befeuern den Konflikt.

    In diesem »Ostcast« befassen sich Michael Thumann und Alice Bota damit,
    wie Erinnerungen politisch instrumentalisiert werden, warum historische
    Traumata bis in die Gegenwart wirken und die Macht haben, die Zukunft zu
    prägen. Sie beleuchten, warum die Nationalisten des Zweiten Weltkriegs
    heute ein so hohes Ansehen in der Ukraine genießen und wie die polnische
    Seite den Ukrainern zu Recht vorwirft, geschichtsvergessen zu sein, sich
    aber gleichzeitig nicht den eigenen historischen blinden Flecken stellt.
    Denn Täterschaft und Opferschaft existierten damals oft parallel. Wer
    Täter war, konnte zum Opfer werden und umgekehrt.

    Alle drei Wochen sprechen wir im »Ostcast« über Politik und Gesellschaft
    der osteuropäischen Länder. Alice Bota berichtet von ihren Gesprächen
    und Erfahrungen in Osteuropa, Michael Thumann erzählt von seinen
    Begegnungen und Reisen in Russland und den Nachbarländern.

    Literatur:

    - Andreas Kappeler: Kleine Geschichte der Ukraine. C. H. Beck, 2024.
    - Martin Schulze Wessel: Die übersehene Nation. Deutschland und die
    Ukraine seit dem 19. Jahrhundert. C.H. Beck, 2025.

    Alle Folgen des Podcasts finden Sie hier. Unter ostcast@zeit.de
    erreichen Sie das Team per Mail.

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  • Der Ostcast

    Wie viel Schuld empfinden wir gegenüber Russland?

    16.07.2026 | 1 Std. 2 Min.
    Geschichtspolitik ist ein Fundament der Ideologie Wladimir Putins. Der
    russische Herrscher begründete den Überfall auf die Ukraine mit dem
    angeblichen Betrug des Westens an Russland – und mit der Vergangenheit.
    Die Geschichte Russlands lässt er systematisch umschreiben.

    Rüdiger von Fritsch hat als ehemaliger deutscher Botschafter in Moskau
    erlebt, wie Putin Geschichtspolitik betreibt. Gleichzeitig hat er sich
    mit der Vergangenheit seiner eigenen Familie auseinandergesetzt: Sein
    Vater trat früh der NSDAP bei, war an der deutschen Besatzung Litauens
    beteiligt und hielt bis zu seinem Tod an seinen Überzeugungen fest.

    In diesem »Ostcast« sprechen Alice Bota und Michael Thumann mit Rüdiger
    von Fritsch über den Umgang mit der deutschen Vergangenheit nach dem
    Zweiten Weltkrieg. In seinem Buch »Die Geschichte in mir« beschreibt von
    Fritsch die schwierige Auseinandersetzung mit seinem Nazi-Vater und
    erzählt, wie sie seine Arbeit als Diplomat in Polen und Russland geprägt
    hat.

    Was bedeutet es, wenn Geschichte nicht aufgearbeitet wird? Welche
    Verantwortung ergibt sich daraus für Deutschland? Welche Rolle spielen
    historische Schuld und Verantwortung im Verhältnis zu Russland, der
    Ukraine und Belarus? Und wie können wir damit umgehen, wenn Wladimir
    Putin mit seiner Geschichtspropaganda die deutsche Gesellschaft
    verunsichert?

    Alle drei Wochen sprechen wir im »Ostcast« über Politik und Gesellschaft
    der osteuropäischen Länder. Alice Bota berichtet von ihren Gesprächen
    und Erfahrungen in Osteuropa, Michael Thumann erzählt von seinen
    Begegnungen und Reisen in Russland und den Nachbarländern.

    Literatur:

    - Rüdiger von Fritsch: »Die Geschichte in mir. Eine deutsche Familie
    im 20. Jahrhundert«. Siedler Verlag, 2026.
    - Grzegorz Rossoliński-Liebe: »Stepan Bandera. Leben und Kult«.
    Wallstein Verlag, 2025.

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  • Der Ostcast

    Jetzt spüren auch die Russen den Krieg

    25.06.2026 | 41 Min.
    Lange Zeit bekam die Bevölkerung in Russlands Metropolen wenig vom Krieg
    mit. Doch nun fallen Drohnen auf Moskau und St. Petersburg, Behörden
    schalten das Mobilnetz ab, Lebensmittel werden teurer. Weil die Ukrainer
    gezielt Ölraffinerien angreifen, fehlt es auf der Krim und in russischen
    Provinzen an Benzin. Im fünften Jahr des Krieges gegen die Ukraine
    rutscht Russland in eine tiefe Krise, deren Ende nicht absehbar ist.

    Im neuen »Ostcast« beschreiben Michael Thumann und Alice Bota das große
    Unbehagen, das sich in Russland ausbreitet. In Moskau, der Stadt mit der
    besten Flugabwehr des Landes, stellen die Menschen fest, dass die Armee
    viele Drohnenangriffe nicht abwehren kann. Sie merken, dass die
    Regierung ihnen ein ruhiges Leben nicht mehr garantieren kann. Und dass
    das Geld nicht mehr reicht. Während eine klassische
    Mittelschichtsfamilie in den teuren Großstädten immer schlechter über
    die Runden kommt, aber schweigt, überziehen die früher kremlfreundlichen
    Kriegsblogger ihre Regierung mit teils derber Kritik.

    Jahrelang ließ Putin die Bevölkerung glauben, Russland werde in der
    Ukraine siegen. Nun aber spüren viele, dass das nicht stimmt und dass
    diese Krise nicht einfach vorbeiziehen wird. Doch kann das Unbehagen
    Putin wirklich gefährden?

    Alle drei Wochen sprechen wir im »Ostcast« über Politik und Gesellschaft
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  • Der Ostcast

    Nach fünf Jahren in belarussischer Haft: "Ich war physisch begrenzt, aber im Geist frei" (Live aus München)

    21.02.2026 | 1 Std. 16 Min.
    Was ist der Preis der Freiheit? Und wie können wir sie retten? Mehr als
    fünf Jahre lang hat die belarussische Oppositionsführerin und Musikerin
    Maria Kalesnikava aus politischen Gründen in Haft gesessen, die meiste
    Zeit in einer Einzelzelle. Kurz nach ihrer Freilassung durch das
    belarussische Regime ist sie in München mit dem großen
    Osteuropa-Historiker Karl Schlögel zusammengetroffen und hat mit ihm
    über den Wert der Freiheit, die Bedrohung durch Putin und ihre
    Erfahrungen in der Isolation gesprochen. Sie sagt: "Ich war physisch
    begrenzt, aber im Geist frei".

    Aufgezeichnet kurz vor dem vierten Jahrestag der russischen Vollinvasion
    in der Ukraine, wurde die persönliche Begegnung von Kalesnikava und
    Schlögel zu einem bewegenden Gespräch über persönlichen Mut, die
    Unbeugsamkeit eines Menschen – und die existenziellen Gefahren für die
    westliche Demokratie. "Demokratie ist keine Tablette, die man nehmen
    kann," sagt Kalesnikava. "Für Demokratie muss man kämpfen."

    Fast verzweifelt rufen Maria Kalesnikava und Karl Schlögel, zwei
    europäische Intellektuelle, deren Biografien sich von unterschiedlichen
    Enden aus annähern, ergänzen und in München zum ersten Mal
    aufeinandertreffen, gemeinsam zur Unterstützung der Ukraine auf. "Das
    Schicksal der Ukraine wird jetzt entschieden", sagt Schlögel, "aber auch
    unser Schicksal entscheidet sich mit."

    Moderiert von Alice Bota und Heinrich Wefing, aufgezeichnet im
    Literaturhaus München, als Kooperation der Münchner Sicherheitskonferenz
    mit der ZEIT, bringen wir die berührende Unterhaltung als gemeinsame
    Extra-Ausgabe der beiden ZEIT-Podcasts Der Ostcast und Das Politikteil. 

    Im Podcast Das Politikteil sprechen wir jede Woche über das, was die
    Politik beschäftigt, erklären die Hintergründe, diskutieren die
    Zusammenhänge. Immer freitags mit zwei Moderatoren, einem Gast – und
    einem Geräusch. Im Wechsel sind als Gastgeber Tina Hildebrandt und
    Heinrich Wefing oder Ileana Grabitz und Peter Dausend zu hören. 

    Im Podcast Der Ostcast sprechen Alice Bota und Michael Thumann alle drei
    Wochen über Politik und Gesellschaft der osteuropäischen Länder,
    erzählen von ihren Erfahrungen und Begegnungen in Osteuropa, Russland
    und den Nachbarländern.

    Alice Bota hat viele Jahre lang als ZEIT-Reporterin und Korrespondentin
    aus der Ukraine und aus Russland berichtet. 2021 erschien ihr Buch "Die
    Frauen von Belarus". Heinrich Wefing leitet gemeinsam mit Tina
    Hildebrandt das Politikressort der ZEIT.

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Weitere Gesellschaft und Kultur Podcasts
Über Der Ostcast
Verspielt Putin seine Macht? Darf man noch Puschkin lesen? Und wie korrupt ist die Ukraine heute noch? Alice Bota und Michael Thumann schreiben seit Jahrzehnten für DIE ZEIT über Osteuropa – und in diesem Podcast sprechen sie darüber. Über Freude und Abscheu beim Berichten über die Region. Über den Krieg, aber auch über das Leben, die kleinen Freiheiten und die großen russischen Gefängnisse – und über Berlin als neue Hauptstadt des Exils. Alice Bota, geboren Ende 1979 in Polen, ist seit 2007 außenpolitische Redakteurin der ZEIT, war 2009 das erste Mal in der Ukraine und hat von 2015 bis Ende 2020 als Korrespondentin der ZEIT aus Moskau berichtet. Michael Thumann, geboren Ende 1962, ist seit 1992 bei der ZEIT, war schon als Student in der Sowjetunion, berichtete als ZEIT-Korrespondent aus Russland und seinen Nachbarländern von 1996 bis 2001, 2014/15 – und seit 2021 wieder vom Standort Moskau. Falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos Die ZEIT: www.zeit.de/podcast-abo
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Generated: 9/9/2026 - 7:49:14 AM