195 Episoden
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00:00:00 Intro und Einstieg
SPD-Generalsekretär Klüssendorf nennt das Ergebnis „stabil". Stefans These: Dummheit werde nicht mehr eingehegt; Mick bezweifelt, dass es je einen mündigen Arbeiter gab.
00:19:12 Die Zahlen und die AfD-Wahlparty
AfD 44, CDU 17,5, BSW 5,1 Prozent. Mick sieht die CDU als „Kanzlerwahlapparat" vor der Existenzfrage. Siegmunds Wahlparty, Weidels Machtwille, Sven Schulzes Abschied. Stefan: CDU und SPD waren nie im Land verankert.
00:43:18 Grüne, SPD, BSW, FDP, Linke
Grünen-Jubel beim AfD-Ergebnis, Preiß zu 80 Prozent taktischen SPD-Wählern, BSW-Offenheit für die AfD, Hüskens' Rücktritt und die Linke zwischen CDU-Angebot und radikaler Abgrenzung.
00:59:28 Weidel und Wittig am ARD-Wahlabend
Weidel wirbt um das BSW, Claudia Wittig verweist auf Sachentscheidungen und einen überparteilichen Ministerpräsidenten. Stefan: Jede geheime Mehrheit klebt an der CDU.
01:06:03 Chrupalla in den Tagesthemen
Chrupalla reklamiert einen Regierungsauftrag und hofft auf CDU-Abweichler im dritten Wahlgang. Mick hört eine Drohkulisse gegen eine CDU in Auflösung; zum Schluss die „zweite Wende".
01:22:32 BSW: keine Wahlhilfe für Siegmund
Das BSW will weder Siegmund noch Schulze ins Amt hieven. Stefan nennt Zamperonis Frage nach der Verantwortung bei Enthaltung eine Frechheit.
01:27:48 Tobias Krull verweist auf Gremien
Der Magdeburger CDU-Kandidat hält die Brandmauer und verweist bei allen Fragen auf Landesvorstand und Fraktion. Stefan sieht den Hyperdemokraten, der Demokratie als Mathematik versteht.
01:37:04 Leere Zentralen und Kanzlerdämmerung
Leere im Adenauer-Haus, Generalsekretärin Hoppermann über schwer erreichbare Emotionen, Weidel erklärt die CDU für erledigt, Preiß berichtet von Unzufriedenheit in der Fraktion und nur 30 Prozent Zustimmung zu den Reformen.
01:50:41 Fristen, Sitze, Wahlgänge, Patt
Landtag bis 6. Oktober, bis zu drei Wahlgänge, der AfD fehlen drei Sitze, das BSW entscheidet mit fünf. Stefan will das Patt ausleben; ein verhinderter Wahlgang wäre das Horrorszenario.
01:57:20 Der Tagesthemen-Kommentar
Der Kommentar nennt die AfD-Mehrheit Wählerwille und das Versagen der anderen. Stefan hält der ARD entgegen, sie sei als Medium selbst betroffen und müsse das zeigen.
02:02:41 SPD: stabil bei acht Prozent
Willingmann erklärt das Ergebnis mit dem Nachteil seriöser Angebote, Bas weist Rücktrittsfragen zurück. Stefan rechnet die AfD-Verhinderer aus den acht Prozent heraus.
02:09:12 Unterstützerdank und Ausblick
Dank an die Unterstützer der Woche und der Ausblick auf nächste Woche, in der das Drama um die Mehrheiten beginnt. - Unterstützen
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00:00:00 Angegriffen, aber nicht im Krieg
Merz macht Russland für den Anschlagsversuch am Leipziger Flughafen verantwortlich. Stefan: „Oma Erna beruhigen, aber Putin drohen". Mick erklärt, warum abstrakte Bedrohungen der Politik schwerer fallen als ein greifbarer Feind.
00:13:59 Innovation ohne Maßstab
Stefans Exkurs zu Hitlers Innovationen und Schirachs Diagnose vom fehlenden Maßstab; Mick sieht im System nach 1945 den bewussten Gegenentwurf.
00:23:21 Der Bürgermeister von Gartz
Luca Piwodda, 26, gründete mit 19 eine eigene Partei und lässt Jugendliche ihre BMX-Strecke selbst freilegen. Mamdani-Vergleich, Budget- gegen Aufgabenverteilung.
00:34:40 Klingbeil und der Frust
Klingbeil sieht Frust nach 20 verschlafenen Jahren; Stefan fragt, wer regiert hat. Exkurs Gamescom.
00:38:29 Halle: Migration als Reizthema
Eine Anwohnerin will weg, im Pflegeheim hat jeder dritte Mitarbeiter eine Migrationsgeschichte, Iyad aus Syrien fürchtet die AfD.
00:46:00 Siegmund in Zeitz: Wende 2.0
Siegmund als Popstar, ein Anhänger will die Wende wiederholen. Stefans These: Ostdeutsche trauten sich aus eigener Kraft nichts zu. Mick über Spaltungsidentität und den Happening-Charakter der AfD.
01:12:01 Schulze, Söder, Tangerhütte
Schulze setzt auf Verbände und Söder, 30 Leute auf verdorrtem Rasen. Willingmann wirbt für Zuwanderung, Banaszak wird bedroht.
01:24:44 Umfragen und die Linken-Frage
AfD 42, CDU 22; 59 Prozent lehnen eine von der Linken gestützte CDU-Regierung ab. Frei weicht aus, Siegmund will die Alleinregierung.
01:36:37 Merz macht sich rar
Drei Fischbrötchen ohne Rede, Absage in Quedlinburg, Warnung vor AfD und Linken. Mick hält Merz für politisch erledigt.
01:45:59 Dank an Unterstützer
Betreff „Fernseh-Podcast" mit Vor- und Nachname angeben.
01:50:52 Herbst der Reformen: das erste Date
Frei und Miersch in Münster, Schwanenfrau Petra, Struck'sches Gesetz und Libelle. Fahrplan bis Jahresende für Rente, Pflege, Arbeitsmarkt, Steuern.
02:04:38 Neuhardenberg: Bilder zur Botschaft
Wadephul joggt, Klingbeil radelt, Merz will „kein Streit". Stefans Reisekönigtum, elf Tage Homeoffice in Brüssel, Sommerinterview, warum Korte fehlt.
02:21:47 Pflegekassen schlagen Alarm
Ausgaben steigen dreimal so schnell wie Einnahmen; Linnemann im Karrierevernichtungsamt.
02:24:30 Regierungsherbst oder Regierungsdämmerung
Hayali listet Baustellen, Merz ruft Klingbeil aus dem Urlaub an, 80 Prozent halten den Staat für überfordert. Stefan: Nicht die AfD, alle anderen haben sich entzaubert.
02:46:40 CIA-Chef in Moskau
Ratcliffe unangekündigt in Moskau, NATO-Jets über 20 Mal aufgestiegen, Kaliningrad. Dobrindt: politisch statt militärisch bezwingen.
03:03:42 Nachruf Kühne und Verabschiedung
Kühne stirbt mit 89, 40 Milliarden Vermögen. Nächste Woche nur 75 Clips. - Unterstützen
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Neuer Podcast: Kontextfenster.org KI-Gespräche mit Florentine
00:00:00 Kinderstadt Mini-L.A.
Ein Clip über Kinderspielstädte als Ferienaktion: In Mini-L.A. arbeiten Kinder, wählen einen Bürgermeister und geben Geld aus, ein Kandidat wirbt mit Steuersenkungen. Stefan hält fest, diese Welt sei für die Kinder keine gespielte, sondern die echte, und plädiert für Ferienlager ohne Fake-Geld und Fake-Bürgermeister. Mick hält dagegen, Kinder lernten so früh, wie der Kapitalismus funktioniert.
00:06:18 Bundeswehr: mehr Bewerbungen
Ein Nachrichtenbeitrag meldet für Ende Juli 186.705 Soldatinnen und Soldaten, den höchsten Stand seit 13 Jahren, und 26 Prozent mehr Bewerbungen. Stefan und Mick fragen, was die Zahlen nicht zeigen: ob kurzer Pflichtdienst oder längere Verpflichtung, und wie viele aussortiert werden. Die Hinweise auf fehlende Baracken und Ausbilder ordnet Stefan als Möglichkeit ein, Bewerber wieder loszuwerden.
00:09:25 Berufliche Erwartungen junger Menschen
Eine Online-Befragung im Auftrag des WDR unter rund 2000 jungen Menschen fragt nach Berufsplänen und Arbeitgebererwartungen; porträtiert wird ein 23-jähriger Auszubildender zur Pflegefachkraft mit knapp 1000 Euro netto im ersten Lehrjahr. Laut Studie werden Vergütung, Betriebsklima und Arbeitsplatzsicherheit häufiger genannt als Work-Life-Balance — Mick beschreibt den öffentlichen Dienst als letzte Sicherheitsoption, die zugleich abgebaut werde. Im Studiointerview beschreibt die Bildungsforscherin Nina Kolleck eine seit 2020 wachsende Bedeutung von Geld und Sicherheit; Mick kritisiert, es bleibe unklar, welche Gruppen gemeint seien, Stefan hält die Deutung für nicht belegt. Aus dem Befund sinkenden Vertrauens in Politik bei gleichzeitiger Zuversicht im Nahbereich entwickeln beide die These, die Verunsicherung der Älteren werde auf die Jungen übertragen und in Forderungen nach Bundeswehr, Ehrenamt und Dienstpflicht umgemünzt.
00:53:38 Junge Menschen im Börsenbericht
Mick stellt dem Interview die Börsenberichterstattung gegenüber. Aus der Frankfurter Börse wird berichtet, zehn Prozent der 20- bis 24-Jährigen seien ohne Job oder Ausbildungsplatz; als Ursachen nennt der Beitrag Pflege von Angehörigen, gesundheitliche Einschränkungen und das Warten auf einen Platz. Stefan fordert eine Eins-zu-eins-Betreuung beim Übergang von der Schule in den Beruf.
01:01:58 Das BSW im Überlebenskampf
Clips berichten, dass Sahra Wagenknecht den Thüringer Landesverband zum Koalitionsausstieg auffordert und den Rücktritt von Ministerpräsident Mario Voigt wegen dessen aberkanntem Doktortitel verlangt, während 13 von 15 Abgeordneten der Landtagsfraktion in der Koalition bleiben wollen und ein Sonderparteitag beschlossen wird. Weitere Ausschnitte zeigen Wagenknechts Einladung an Björn Höcke zu einem TV-Duell und einen Experten, der den Streit auf den Konflikt mit der Co-Landesvorsitzenden Katja Wolf zurückführt. Stefan und Mick wenden sich gegen die Rede von der Entzauberung der AfD: Die Verzauberung werde durch Journalismus und Talkformate erst hergestellt, und die größere Gefahr liege in der Stimmung, die eine AfD-Regierung erzeugt, nicht im Regierungshandeln.
01:47:59 CDU-Wahlkampf in Sachsen-Anhalt
Ein CDU-Wahlkämpfer sagt, der Gegenwind aus Berlin sei enorm gewesen, als sechs Wochen vor der Wahl plakatiert wurde und die Personalie Spahn aufkam; Fraktionschef Guido Heuer nennt es seinen schwierigsten von drei Wahlkämpfen, während Generalsekretärin Franziska Hoppermann in Berlin betont, es gehe um eine reine Landesentscheidung. Mick führt das Abschneiden auf die Bundesebene zurück — auf Zustimmungswerte von 13 Prozent für Friedrich Merz und den schnellen Personalwechsel im Kabinett. Stefan sieht einen Vorteil der AfD darin, dass ihr keine enttäuschende Regierung in die Quere kommt.
01:57:37 Dank an Unterstützer und Produzenten
Stefan verliest Spenden, Produzentenschaften und Grüße samt der beigefügten Kommentare. Zwischendurch geht es um Hitze und Wälder, um Stagnationswasser im Frankfurter Main und um die Frage, ab welchem Betrag man Produzent wird.
02:00:06 Dürre: Erntebilanz und politische Antworten
Ein Clip nennt acht Zentimeter als Mindestgröße für Pommes-Kartoffeln, die ein großer Teil der Ernte nicht erreiche; die vorläufige Erntebilanz des Deutschen Bauernverbands weist sieben Prozent weniger Getreide als im Vorjahr aus, mit guten Erträgen im Norden und erheblichen Ausfällen im Süden und Westen. Ein Kartoffelanbauer berichtet von einem befürchteten Ertragsminus von 30 Prozent und Bodentemperaturen bis 60 Grad; Stefan und Mick sprechen über Vertragsbindungen und Existenzrisiken einzelner Betriebe. Im politischen Teil geht es um den Hitze-Aktionsplan mehrerer SPD-Ministerien und den Vorstoß, die Klimaanpassung ins Grundgesetz aufzunehmen; Stefan und Mick wenden sich gegen eine Berichterstattung, die das Thema aus Parteiperspektive erzählt.
02:33:37 Gasspeicher vor dem Winter
Ein Beitrag meldet, die Gasspeicher seien nur zu 50,1 Prozent gefüllt gegenüber 67,1 Prozent im Vorjahr, während die gesetzliche Vorgabe für Anfang November mindestens 80 Prozent verlangt; im Gasspeicher Inzenham-West im bayerischen Voralpengebiet sind es etwas mehr als 12 Prozent statt der üblichen 60 bis 70, zurückgeführt auf den Preis, der sich seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar mehr als verdoppelt habe. Aus dem Wirtschaftsministerium heißt es, ein staatlicher Eingriff müsse sorgfältig abgewogen werden; Mick sieht darin die Entscheidung, den günstigen Einkaufszeitpunkt verstreichen zu lassen. Beide nennen die Lage eine Wette aufs Wetter.
02:51:28 Lieferkettengesetz und sein Vollzug
Ein Beitrag schildert, Wirtschaftsverbände seien gegen das Lieferkettengesetz sturmgelaufen, die EU habe die Vorgaben abgeschwächt und der Bundeskanzler habe das deutsche Gesetz schon vor Umsetzung der neuen EU-Richtlinie entschärfen wollen; noch gelte das alte Gesetz, der Wirtschaftsministerin werde vorgeworfen, es durch die Hintertür auszuhöhlen. Stefan nennt das Gesetz eines der wichtigsten überhaupt und schlägt vor, Dokumentationspflichten durch nachträgliche Kontrolle und Haftung vor Gericht zu ersetzen. Nach Recherchen von ZDF Frontal dienen im zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle von 101 Stellen nur 38 der Gesetzeskontrolle; eine gebilligte Weisung beschränkt Bußgelder auf schwere Vorwürfe.
03:02:17 Dublin-Regeln und drei Rücküberstellungen
Ein Clip referiert die Dublin-Verordnung, nach der ein Asylantrag zuerst dort zu stellen ist, wo europäischer Boden betreten wurde; Deutschland plant die Rücküberstellung von drei Asylsuchenden nach Italien, die italienische Regierung verweigert die Aufnahme. Mick geht die Alternativen durch: Verteilungsschlüssel, Ausgleichszahlungen, Lager an den Außengrenzen. Beide setzen den Aufwand ins Verhältnis zum Gegenstand — Verhandlungen auf Ministerebene und wochenlange Bürokratie mit dem Ergebnis null; Stefan nennt das Phantompolitik und verweist darauf, dass die Meldung als letzte Kurzmeldung der Sendung lief.
03:12:27 Entwicklungshilfe unter Spardruck
Die Anmoderation stellt fest, Entwicklungshilfe habe zuerst das Ziel, vor Ort zu helfen und Flucht unnötig zu machen; Mick hält das für gelogen, weil Mittel des Entwicklungsministeriums zunehmend in Migrationsbekämpfung umgeleitet würden. Ein Clip nennt Deutschland trotz Kürzungen den weltweit größten Geldgeber und berichtet aus dem Sudan, wo das Welternährungsprogramm der UN die Rationen halbieren muss; ein Helfer beziffert die Kosten auf 50 Cent bis einen Euro pro Person und Tag. Die Mittel für humanitäre Hilfe wurden laut Clip im vergangenen Jahr auf rund eine Milliarde Euro halbiert; Mick stellt dem 400 Milliarden für Rüstung gegenüber und beschreibt Entwicklungszusammenarbeit als wirtschaftliches Instrument, illustriert am Fahrradweg in Peru, an den Abbaurechte geknüpft sind.
03:25:23 Ben-Gvir, EU-Sanktionen und Siedlungsbau
Der letzte Block geht von einem Tagesthemen-Beitrag über den israelischen Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir aus, der sich in einem Podcast für gezielte Tötungen im Gazastreifen ausgesprochen hatte; im Clip heißt es, er sei mehrfach wegen Terrorunterstützung und Hetze verurteilt und vertrete nicht die offizielle Regierungslinie. Stefan stellt dessen Forderung nach 40 Toten pro Tag den 70.000 Toten gegenüber, die die israelische Regierung im Februar 2026 seit Oktober 2023 eingeräumt habe; Mick kritisiert, dass die Berichterstattung auf eine Einzelfigur zuspitze, obwohl auch Netanjahus Herausforderer für Siedlungsausweitung stehe. Der Kanzler lässt von menschenverachtenden Appellen sprechen, Charlotte Knobloch verurteilt die Sätze als die eines einzelnen Extremisten. Ein ZDF-Korrespondent hält beim Außenministertreffen am 1. und 2. September persönliche Sanktionen gegen Ben-Gvir und Finanzminister Smotrich für möglich, während man wegen der Wahlen in Israel im Oktober den Einfluss auf Netanjahu nicht verbauen wolle. Zum Abschluss geht es um die europäische Forderung, ein Siedlungsprojekt von rund 3.400 Wohneinheiten zwischen Ost-Jerusalem und Ma'ale Adumim zurückzunehmen, sowie um US-Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof.
03:44:13 Folgenlänge, Clipzahl und Verabschiedung
Stefan stellt fest, dass die Folge wieder sehr lang geworden ist, und sagt, Alexander habe seine 150 Clips von Mick bekommen; Mick entgegnet, er habe am Vortag 83 kuratierte Clips geschickt. Stefan beschreibt, dass neben den Hauptthemen noch als Bonus markierte Blöcke in der Liste standen — CDU-Wahlkampf, BSW, junge Menschen —, die er nach vorne gezogen habe. Er kündigt an, nächste Woche eine Konzentration zu versuchen, und will die Funktion der individuellen Feeds testen. - Wir schauen die Nachrichtenwochen
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Shownotes
Aus menschlicher Faulheit vom fleißigen Claude schreiben lassen, damit Sortiermaschinen was zu lesen haben:
00:00:00 Waldbrand-Intro mit Technikpanne
Stefan eröffnet mit einem Zusammenschnitt zu den Bränden im Hürtgenwald und im Hohen Venn. Während des Intros fällt die Musik aus, ein handverlesener Clip, der als Pointe vorgesehen war, wird nicht gezeigt. Darüber sprechen die beiden zum Auftakt, ebenso über Friedrich Merz, der im Urlaub ist.
00:04:07 Unruhe an der SPD-Spitze
Sechs Beiträge zur Lage der SPD. Eine der beiden Abgeordneten, die eine Neuwahl der Parteispitze angestoßen haben, begründet den Vorstoß damit, die Beschlüsse auf Regierungsebene entsprächen nicht dem, was die SPD selbst vorantreiben würde. Lars Klingbeil sagt, er kenne die SPD nicht anders, als dass über die Parteispitze diskutiert werde, er habe aber den Auftrag der Mitglieder, auf Grundlage des Koalitionsvertrags zu regieren. Kurt Beck sagt, er könne nicht erkennen, was mit anderen Vorsitzenden besser sein sollte. Mick führt aus, Klingbeil habe viele Ämter auf sich vereint, nutze diese Position aber nicht. Stefan verweist auf Umfragewerte um elf Prozent und die wackelnde Fünf-Prozent-Marke in Sachsen-Anhalt.
00:16:27 Dürre-Monitor und Ernteausfälle
Zehn Clips zur Trockenheit, die besonders Baden-Württemberg und Bayern trifft; die Ernteeinbußen liegen bei bis zu 20 Prozent. Ein Landwirt bei Fürth sagt, Hitzeperioden dauerten früher zehn bis dreizehn Tage, inzwischen sechs bis sieben Wochen. Nach einer Berechnung des Deutschen Raiffeisenverbands liegen die Verluste bei Getreide und Raps bei 600 Millionen Euro. Bauernpräsident Joachim Rukwied sagt, die Lebensmittelpreise seien um rund 30 Prozent gestiegen, die Erzeugerpreise dagegen rückläufig. Stefan ordnet das als Inflations-, nicht als Knappheitsproblem ein. Weitere Clips zeigen Anpassungsmethoden wie Mulchsaat und Baumstreifen sowie einen Winzer bei Stuttgart, der 100.000 Liter aus dem eigenen Brunnen in seine Lagen gefahren hat.
00:39:38 Rekordhitze und Hitzeschutz
Nach Daten des EU-Klimadiensts Copernicus waren Juni und Juli in Westeuropa so heiß wie nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Das Robert-Koch-Institut schätzt 12.500 hitzebedingte Sterbefälle seit Anfang April, die Hälfte der Verstorbenen war 85 oder älter. Neun Clips behandeln den Hitzeschutz: eine Klimaanpassungsmanagerin fordert Verschattung, Begrünung und Trinkwasser, laut Gutachten kostet Entsiegelung 60 bis 160 Euro pro Quadratmeter und ein Sonnensegel bis zu 50.000 Euro. Auf der Sommerpressekonferenz sagt der Kanzler, er werde die Lage weiter beobachten; auf Bundesebene ist seither nichts passiert. Eine AfD-Politikerin spricht von Panikmache, der Umweltminister wirbt für Bundesgeld für schattige Plätze, wofür das Grundgesetz geändert werden müsste.
01:14:05 Niedrigwasser am Rhein
Der Binnenschifffahrtsverband warnt, an der Messstelle Kaub könne die Durchfahrt unmöglich werden, der Rhein wäre zweigeteilt. Mehrere Bundesländer setzen das Sonntagsfahrverbot für Lkw aus; Bund und Länder wollen kurzfristig Kapazitäten auf Straße und Schiene schaffen und langfristig Wasserstraßen ausbauen. Am Mittelrhein rutscht der Pegel erstmals unter zehn Zentimeter, ein Fährmann beziffert die Folgen auf 20 Prozent weniger Umsatz. Der Schaden des Niedrigwassers von 2018 wurde auf 2,4 Milliarden Euro geschätzt. In den Rheinauen bei Karlsruhe nimmt der ausgetrocknete Auenboden kein Wasser mehr auf, er wirkt wie eine Dichtsohle.
01:27:47 Douglasien und brennender Hürtgenwald
Zwei Clips stellen die Douglasie als Ersatz für kranke Fichten vor; eine Försterin spricht von einem Wettrennen zwischen Klimawandel und Baumartenwachstum. Vier Clips behandeln den Waldbrand in der Nordeifel: die Evakuierung von 2000 Menschen im Ortsteil Gey, den Appell der NRW-Landwirtschaftsministerin, aus den Wäldern herauszubleiben, weil fast alle Waldbrände menschengemacht seien, und die Angabe, es habe seit fast zehn Wochen nicht geregnet.
01:37:15 Gerichtsvollzieherin wegen 200 Euro
Ein Bericht begleitet eine Gerichtsvollzieherin, die zum dritten Mal an einer Wohnungstür klingelt; es geht um 200 Euro Schulden. In einem zweiten Clip sagt sie, bei einer gerichtlich angeordneten Wohnungsräumung sei sie schon mit einem Messer bedroht worden. Mick fragt, warum die Tagesthemen Gerichtsvollzieher normalisierten; Stefan schlägt vor, Vollstreckungen auf große Summen zu konzentrieren.
01:44:29 Jugend, Repräsentation und BAföG
Nur noch ein Zehntel der Menschen in Deutschland ist zwischen 15 und 24 Jahre alt, 8,3 Millionen und damit ein historisch niedriges Niveau; fast ein Drittel gibt an, psychologische Unterstützung zu brauchen. Jugendliche sagen, sie würden als unwissend abgestempelt und müssten ohne Wahlrecht ihre Zukunft in die Hände Älterer legen. Ein Beitrag nennt eine Studie, nach der sich 43 Prozent zutrauen, politische Fragen einzuschätzen, und 42 Prozent, sich aktiv zu beteiligen. Stefan kritisiert, dass die Formulierung das Vorurteil vorwegnimmt, und überträgt sie testweise auf ältere Menschen. Ein letzter Clip berichtet, die BAföG-Erhöhung komme ein Semester später als geplant: die Wohnkostenpauschale steigt zum Sommersemester 2027 von 380 auf 440 Euro.
01:59:19 Air Force One als Köder
Fünf Clips zum Abflug des US-Präsidenten vom NATO-Gipfel. Der Secret Service riet kurzfristig, die alte Maschine statt der neuen aus Katar einzusetzen; Donald Trump verließ die Maschine wenige Minuten nach dem Besteigen in einem Catering-Lkw und wurde inkognito ausgeflogen, Grund sei offenbar eine glaubwürdige Drohung Irans gewesen. Stab und Pressedelegation blieben an Bord der Boeing 747, die als Ablenkung abhob, ohne zu wissen, dass der Präsident nicht mehr an Bord war. Trump verneint vor Reportern Sicherheitsbedenken. Ein juristisches Nachspiel folgt: Reporter der New York Times erhielten Vorladungen, im Weißen Haus wurden bei der Lecksuche Telefone durchleuchtet.
02:17:27 Farage-Nachwahl in Clacton
Nigel Farage hat sich erneut einen Sitz im britischen Unterhaus gesichert: Der Parteichef von Reform UK gewann eine Nachwahl in Clacton, nachdem er nach einer Spendenaffäre zurückgetreten und direkt wieder angetreten war, um die Wähler über die Vorwürfe entscheiden zu lassen. Stefan und Mick bemängeln, dass der Gegenkandidat Count Binface unerwähnt bleibt. Es folgt der Dank an die Unterstützer und die Ankündigung eines eigenen Feeds.
02:23:51 700 Milliarden für Altgerät
Eine Anmoderation fragt mit Hape Kerkelings "Wo bleibt die Mark?", wo die Milliarden des größten Rüstungsprogramms der Bundeswehr bleiben: 700 Milliarden Euro stehen zur Verfügung, größtenteils geliehen und verzinst. Ein Bundeswehrvertreter weist den Vorwurf zurück, man beschaffe Altgerät: Drohnen und autonome Systeme seien wichtig, aber nur im Verbund mit Großwaffensystemen wie Leopard 2, F-35, U-Booten und Fregatten. Stefan ordnet das Programm als Wachstumsstrategie ein, die über Verteidigung statt über Klimaschutz vermarktet wird. Mick beschreibt die Diskrepanz zwischen einer sich täglich verändernden hybriden Kriegsführung und einer Politik, die Sicherheit an Panzern und Fregatten festmacht.
02:36:49 Schularick und die Rüstungsökonomie
Moritz Schularick, Präsident des IfW Kiel, sagt, rund 90 Prozent des Geldes gingen an Altsysteme und nur etwa zwei Prozent der Verteidigungsausgaben in Forschung und Entwicklung; laut militärischer Gesamtkonzeption werde bis Ende des Jahrzehnts nur Bekanntes bestellt — für ihn ein teurer und möglicherweise gefährlicher Irrweg. Die Politik hält dagegen, man habe die Bundeswehr jahrzehntelang vernachlässigt, weshalb Bündnisverteidigung nur mit Großwaffensystemen möglich sei; aus der Ukraine heißt es, gerade die Patriot-Raketen machten den strategischen Unterschied. Schularick wirbt für autonome Systeme und Robotik. Stefan hält dagegen, ein Krieg ohne menschliche Opfer sei absurd, weil Angriffe stets auf Weichziele gingen.
02:53:34 Sachsen-Anhalt und die Fünf-Prozent-Hürde
Die SPD denkt über eine Absenkung der Fünf-Prozent-Hürde nach, weil sie um den Wiedereinzug in den Landtag bangen muss; vom Abschneiden der kleinen Parteien hängt ab, wie wahrscheinlich eine absolute Mandatsmehrheit der AfD wird. Die SPD sitzt seit 20 Jahren in wechselnden Koalitionen auf der Regierungsbank und liegt nur noch einstellig. Stefan beschreibt zwei Szenarien, eine allein regierende AfD oder eine Koalition aller übrigen Parteien gegen sie, und ordnet beides als Zäsur ein.
03:10:54 Mecklenburg-Vorpommern und Schwesigs Richtungswahl
Ein Clip stellt den AfD-Kandidaten Leif-Erik Holm als Heimatretter vor. Holm will Ministerpräsident werden, hat 43 Prozent für eine Alleinregierung errechnet und liegt in Umfragen bei 36 Prozent nach knapp 17 Prozent bei der letzten Landtagswahl. Stefan formuliert ein Gleichnis, wonach AfD-Wählen dem Beauftragen einer Tat entspricht, die man selbst nicht ausführt. In zwei Clips lässt sich Manuela Schwesig bei einem Caravan-Händler Wohnmobile zeigen und nennt die Wahl eine Richtungswahl; sie liegt mit 29 Prozent hinter der AfD nach knapp 40 Prozent bei der letzten Wahl.
03:40:13 Sonnenfinsternis und Verabschiedung
Harald Lesch unterscheidet den Zeitgott Chronos, dessen Zeit mit der Uhr verläuft, vom Gott des Moments, Kairos, der vorn einen Schopf trägt und hinten kahl ist, und nennt den Abend der Sonnenfinsternis einen Qualitätsmoment. Stefan hat die Finsternis nur beiläufig verfolgt, weil sie nicht total war, und verweist auf eine totale Finsternis im kommenden Jahr in Sevilla; Mick hat sie ganz verpasst. Zum Schluss sprechen beide über die Länge der Folge und die Clips für die kommende Woche. - Wir besprechen die Nachrichtenwochen
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00:00:00 Zurück aus dem Urlaub: Merz, Drohnen, Maschinenbau
Die Folge beginnt mit einer kommentarlosen Clip-Collage, die die Themen der Sendung vorwegnimmt: Ferienorte deutscher Regierungschefs, Bilder aus Utah, die nachwirkende Kabinettsumbildung, Umfragewerte von Union und AfD, das Freibad vor der Berliner Volksbühne. Mick erwartet die Nachwirkungen der Kabinettsumbildung erst im beginnenden Landtagswahlkampf; Stefan hält den Ausgang des 6. September für längst entschieden und spottet über die Vorsichtsrhetorik der Politikwissenschaft. Zu den Drohnen über dem Leipziger Flughafen kritisiert Mick das Ritual „niemand darf spekulieren, deshalb spekulieren wir mal" und wertet die fehlende Drohnenabwehr als Politikversagen. Stefan argumentiert, dass die Frage nach der Urheberschaft am Ernst der Lage vorbeigeht: Eine bewaffnete Drohne definiert den Ort, über dem sie steht, als Kampfzone. Als „gute Nachricht" spielt Mick einen Bericht über den deutschen Maschinenbau ein, dessen Aufschwung mit volleren Auftragsbüchern, breiteren Lieferketten und vergleichsweise niedrigen US-Zöllen erklärt wird.
00:13:34 Die Donau trocknet aus: Ungarn, Kroatien, Rumänien
Der erste Klimablock beginnt in Ungarn, wo ein havariertes Flusskreuzfahrtschiff bei Gönyű zum Bild für den historisch niedrigen Donaupegel wird und dem Kernkraftwerk Paks das Kühlwasser auszugehen droht — laut Clip rund 40 Prozent der ungarischen Stromerzeugung. Aus Kroatien kommen Bilder freigelegter Wracks in der Drau, aus Rumänien die Meldung, dass das Militär einen Felsen im Flussbett gesprengt hat, um mehr Wasser zum Kernkraftwerk Cernavodă zu leiten. Mick leitet daraus Verteilungskonflikte um Wasser innerhalb der EU ab; Stefan zitiert die Zahl, dass ein Binnenschiff durch 250 Lastwagen ersetzt werden müsste. Die Reederei Navrom beziffert ihren Verlust für sechs Wochen auf rund 1,6 Millionen Euro, Dacia und Ford stoppen ihre Produktion in Rumänien; Mick verweist auf eine Modellrechnung, nach der anhaltende Sommer dieser Art bis 2030 fünf bis sieben Prozent des BIP kosten würden. Ungarn schaltet Güterzüge zwischen 17 und 22 Uhr ab, lässt das Budapester Parlamentsgebäude unbeleuchtet und ruft zum Stromsparen auf. Beide diskutieren, warum aus dieser Lage keine politische Bewegung entsteht — Stefan verweist auf den Kanzlersatz „die Welt geht nicht unter", Mick auf das Ende der Klimadebatte mit der Ampel.
00:37:21 Rhein bei 1,54 Meter: Binnenschifffahrt, Industrie, Medienkritik
Ein Bericht aus dem Duisburger Hafen nennt den Rheinpegel von 1,54 Meter; weil Schiffe kaum noch beladen werden können, braucht dieselbe Fracht die vier- bis fünffache Schiffszahl. Ein Tanker fährt gar nicht erst, weil der Spritverbrauch die transportierte Menge übersteigen würde. Im Tagesthemen-Interview erklärt ein Ökonom des Instituts der deutschen Wirtschaft, dass der Rhein 80 Prozent der deutschen Binnenschifffahrt trägt, dass allein der Kraftstofftransport rund 3.000 Tanklaster pro Tag erfordern würde und dass Produktionen wie bei BASF heruntergefahren werden. Stefan macht daran seine zentrale Medienkritik fest: Die Einstiegsfrage „Wie ernst ist die Lage?" sei ein Kniefall vor Skeptikern, den sich eine Nachrichtenredaktion angesichts bundesweiter Dürre nicht mehr leisten könne. Mick verknüpft das mit der seit zwanzig Jahren diskutierten Investitionslücke und einem Text von Ijoma Mangold über das umgekehrte Verhältnis von Deutschland und seinen Urlaubsländern; als Konsequenz fordert er Redundanzen, Stefan eine Solarpflicht für jeden Neubau. Zum Abschluss die Frage nach den Flusskreuzfahrten, deren Einordnung als gesamtwirtschaftlich nachrangig Stefan als Verachtung des Publikums liest — und Mick am Beispiel der Rheindörfer durchrechnet, die vom Ausflugsverkehr leben.
01:00:53 Kein Wasser fürs Feld: Landwirtschaft, Waldbrände, Hitzetote
In Südbaden ist der Salat der Familie Dinger bei Emmendingen vertrocknet, die Bewässerung aus nahen Bächen ist behördlich untersagt; in Schweigern dürfen Vater und Sohn Schmelzle ihre Zwiebeln nicht mehr aus dem Bach gießen. Stefan und Mick arbeiten sich daran ab, dass die Beiträge das Entnahmeverbot als behördliche Willkür rahmen, obwohl die Flüsse schlicht leer sind, und dass eine Off-Stimme ein trockengefallenes Bett noch „fast ausgetrocknet" nennt. Mick erklärt die Anschlussfähigkeit dieser Deutung für Wählerschaften, in denen der Klimawandel bestritten wird, und fragt, warum dieselben Bauern, die wegen des Agrardiesels mit Traktoren nach Berlin und Brüssel fuhren, jetzt schweigen. Es folgen Meldungen zu Waldbränden westlich von Athen, um Spokane im US-Bundesstaat Washington und in der niederländischen Provinz Limburg sowie eine Reportage aus dem griechischen Megara, wo ein Ehepaar fast 900 Tiere verloren hat. Die deutsche Vorsorge illustriert ein Beitrag über die ehrenamtliche Luftrettungsstaffel Bayern und die Verdopplung der Tage mit hoher Waldbrandgefahr seit den 1960er-Jahren. Verkehrsminister Steffen Bilger stellt nach einem Krisentreffen ein Notfallkonzept vor; Claudia Kemfert kommt als einzige mit dem Einwand zu Wort, die Bundesregierung reagiere nur. Den Abschluss bilden die RKI-Schätzung von 1.900 hitzebedingten Sterbefällen, der italienische Hitzealarm, die Ausbreitung der Tigermücke und ein Wetterbericht, der 18 Tage über 35 Grad an einer Station am Oberrhein als beispiellos einordnet.
01:33:57 Dank an die Unterstützer
Stefan dankt den während der Sommerpause hinzugekommenen Unterstützerinnen und Unterstützern namentlich und liest ihre Begleitworte vor. Aus einer Zuschrift — „Ihr gehört zu den wenigen Menschen in meiner Welt, die so denken wie ich" — entwickelt er eine These über die Schweigespirale in Deutschland und den Irrtum, die eigene Position sei eine Minderheitenposition.
01:37:35 Wehrdienst: Dänemark, Deutschland, Südkoreas Senior Army
Ein Bericht blickt „etwas neidisch" nach Dänemark, wo Frauen gemustert werden, der Wehrdienst von vier auf elf Monate verlängert wird und sich so viele freiwillig melden, dass das Losverfahren nie nötig war. Stefan und Mick zerlegen die Reportage: das Wort „Neid", die Rolle des Königshauses, die Aufrüstung wegen Grönland, die verschwiegenen Blutreserven im hohen Norden und die Größenordnung einer Armee von rund 20.000 Personen. Zur deutschen Lage nennt ein Korrespondentenbericht rund 10.000 fest eingeplante Freiwillige gegenüber dem Ziel von 20.000, den Aufwuchs auf 270.000 Soldatinnen und Soldaten bis Mitte der 2030er-Jahre sowie 50 seit dem Aussetzen der Wehrpflicht abgebaute Kasernen. Stefan argumentiert, die Wehrpflicht werde nicht wegen der Masse verlangt, sondern als Qualitätsfrage, lasse sich so aber nicht kommunizieren. Als Gegenmodell dient eine Reportage über Südkoreas „Senior Army", in der Rentner freiwillig Lasertraining absolvieren; Stefan liest das Projekt als Gesundheitspolitik zur Verlängerung der Healthspan und ordnet es in Südkoreas demografische Lage ein. Mick sieht darin ein Mittel gegen Vereinzelung, Stefan zieht aus den gemischten dänischen Stuben eine bevölkerungspolitische Pointe.
02:08:17 Studierende unter Druck und das Zivildienst-Comeback
Ein Bericht räumt mit dem Bild der genussvoll studierenden Erbengeneration auf: Annabella finanziert ihr Studium in München mit Zehn-Stunden-Schichten am Tegernsee, weil sie kein BAföG beantragt; Maximilian studiert in Aachen auf Lehramt neben zwei Nebenjobs und einem unbezahlten Pflichtpraktikum. Eine Studie beziffert die Jobquote auf jeden zweiten Studierenden gegenüber jedem dritten vor zehn Jahren, eine Trendstudie den Anteil derer, die psychologische Unterstützung in Anspruch nehmen, auf 32 Prozent. Stefan empfiehlt, KI als Werkzeug zur Durchsetzung von Sozialleistungsansprüchen zu nutzen; Mick rechnet die Bilanz nach dem Studium aus Rückzahlung, Kredit und Privatschulden vor. Der zweite Teil gilt dem vorbereiteten Zivildienst-Comeback, das Mick als hypothetisches Thema auf einer Hypothese kritisiert. Die Caritas-Präsidentin widerspricht im Studiogespräch der Annahme, ein Ersatzdienst würde Personalprobleme im Sozialbereich lösen, verweist auf die Gesetzeslage und die zu erwartenden kleinen Zahlen und benennt die Diskrepanz zwischen rund 2.600 Euro Sold und rund 250 Euro Taschengeld im Freiwilligendienst. Stefan und Mick nehmen die Fragehaltung der Moderation auseinander — insbesondere die Frage, ob die Caritas sich an der Finanzierung beteiligen könnte.
02:37:51 Bonusthema: Das Volksbad vor der Volksbühne
Weil im Theater gebaut wird, hat der neue Intendant der Berliner Volksbühne ein 25 Meter langes Schwimmbecken davorgesetzt, Eintritt frei, Baden auch nackt. Stefan liest die Aktion als Inszenierung mit „Mut zur Devianz" und hebt hervor, dass das Denkmalschutzamt eigens die zulässige Höhe des Beckens festgelegt hat, während Berlins Infrastruktur verfällt. Mick lobt, dass hier nicht auf die Bürokratie verwiesen, sondern gebaut wurde, und dass aus einer Brachfläche ein Begegnungsort wird. Stefan verbindet das mit Occupy Wall Street und der Aufforderung „Bring Tent" — die Berliner Entsprechung sei, die Badehose mitzubringen und Teil des Geschehens zu werden. Zum Schluss die Ansage, dass der Podcast zu Spotify zurückgekehrt ist und deshalb künftig Werbung enthalten wird, sowie der Aufruf an zahlende Unterstützer, sich per E-Mail mit dem Namen aus dem Kontoauszug zu melden, um werbefrei zu bleiben.
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Triggerwarnung, hier wird Fernsehen geschaut. Einschalten, hinschauen; nicht fragen, wieso? Mit diesem Podcast halten Aliens Kontakt zur Realität, wie man sie in den Medien für alte Leute zeigt. Ja, wir haben alle keine Fernseher mehr. Aber keine Altersgruppe wächst so schnell wie die der Fernsehzuschauer. Also bleiben auch wir noch eine Weile dran.
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