In dieser Folge sprechen wir erneut mit der Neurowissenschaftlerin, Trauma- und Suchttherapeutin Nadine Webering über einen Trinktyp, in dem sich viele Menschen wiedererkennen werden: den Stresstrinker.
Nach außen wirken Menschen im Team Warrior stark, leistungsfähig und belastbar. Sie übernehmen Verantwortung, funktionieren, halten durch und sind für andere da. Doch hinter dieser Stärke verbirgt sich oft ein Nervensystem, das nie gelernt hat, wirklich zur Ruhe zu kommen.
Gemeinsam tauchen wir in die Prägungen ein, die hinter diesem Muster liegen. Was passiert, wenn wir früh lernen, dass Liebe an Leistung geknüpft ist? Wenn Aufmerksamkeit, Anerkennung oder Sicherheit davon abhängen, wie gut wir funktionieren?
Nadine erklärt, wie sich diese frühen Beziehungserfahrungen auf nahezu alle Lebensbereiche auswirken, auf unsere Partnerschaften, unseren Selbstwert, unsere Arbeit und unseren Umgang mit Stress. Wir sprechen darüber, warum Menschen im dauerhaften Aktivierungszustand ihres Nervensystems besonders anfällig für Alkohol und andere Süchte werden und weshalb Alkohol oft nicht das Problem, sondern die schnelle Lösung für ein überlastetes System ist.
Es geht um Perfektionismus, Kontrollbedürfnis und die Erschöpfung, die entsteht, wenn wir glauben, immer stark sein zu müssen. Und darum, warum nachhaltige Veränderung nicht durch mehr Disziplin entsteht, sondern durch ein tieferes Verständnis für die Muster, die uns geprägt haben.
Eine Folge für alle, die viel leisten, selten Schwäche zeigen und sich fragen, warum innere Ruhe so schwer zu finden ist.