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Springer Medizin Wien/ Martin Krenek-Burger
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    Donauinselfest: Allergiegefahr zwischen Bühne und Badeplatz

    02.07.2026 | 21 Min.
    Wenn am Wochenende Hunderttausende Menschen das Donauinselfest besuchen, denken viele Allergiker vor allem an Gräserpollen. Tatsächlich gilt die Donauinsel während der Pollensaison als Hotspot. Doch Experten der MedUni Wien weisen auf einen weiteren Auslöser hin: den Götterbaum. Der invasive Neophyt breitet sich in Wien aus und produziert allergene Pollen, die bislang oft übersehen werden.

    Anders als klassische Allergieauslöser wie Birke oder Gräser wird der Götterbaum vor allem von Insekten bestäubt. Seine Pollen können nach dem Austrocknen jedoch auch vom Wind verbreitet werden. Deshalb bleibt die Pflanze als Ursache allergischer Beschwerden häufig unerkannt.

    Besonders problematisch ist die Blütezeit Ende Juni und Anfang Juli. Sie überschneidet sich mit der Gräserpollensaison. Viele Betroffene schreiben ihre Symptome daher ausschließlich den Gräsern zu. Studien zeigen jedoch, dass ein erheblicher Teil der Gräserpollen-Allergiker zusätzlich auf den Götterbaum sensibilisiert ist.

    Der Klimawandel dürfte diese Entwicklung verstärken. Der Götterbaum liebt Hitze, Trockenheit und urbane Standorte. Gleichzeitig können hohe Temperaturen und Luftverschmutzung die Allergenität seiner Pollen erhöhen.

    Für Besucher des Donauinselfests, vom 3. bis 5. Juli 2024, bedeutet das: Wer trotz nachlassender Gräserpollensaison unter tränenden Augen, Niesreiz oder Atembeschwerden leidet, sollte auch den Götterbaum als möglichen Auslöser in Betracht ziehen. Fachleute empfehlen, das noch wenig bekannte Allergen künftig stärker in der Diagnostik zu berücksichtigen.

    Der Pollenservice Wien der MedUni Wien ist offizieller Kooperationspartner des Donauinselfestes. Dementsprechend gibt es auf Social Media ebenso eine Zusammenarbeit.
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    60 Jahre Neugeborenen-Screening in Österreich: Wie ein Blutstropfen Leben retten kann

    24.06.2026 | 28 Min.
    Ein paar Tropfen Blut aus der Ferse eines Neugeborenen können heute den entscheidenden Unterschied machen. Das österreichische Neugeborenen-Screening erkennt schwere angeborene Erkrankungen, bevor erste Symptome auftreten. 1966 begann die MedUni Wien mit der Untersuchung auf eine einzige Stoffwechselerkrankung. Heute zählt das Programm zu den fortschrittlichsten Screening-Programmen Europas.

    Jährlich untersucht Österreich rund 90.000 Neugeborene. Bei mehr als 100 Kindern entdecken Ärzte dabei Erkrankungen, die ohne Früherkennung erst viel später auffallen würden – mit gravierenden Folgen. „Frühdiagnose führt zu Frühbehandlung – und eine frühe Behandlung ist üblicherweise die beste Behandlung“, erklären Dr. Vasiliki Konstantopoulou und Privatdozent Dr. Maximilian Zeyda aus dem Neugeborenen-Screening-Zentrum der MedUni Wien.

    Das Ziel ist Prävention: Krankheiten sollen erkannt und behandelt werden, bevor sie Schaden anrichten. Besonders deutlich zeigt sich das bei der spinalen Muskelatrophie (SMA). Diese Erkrankung galt früher als schwerwiegend und oft lebensverkürzend. Durch frühe Diagnose und moderne Therapien, darunter Gentherapien, haben betroffene Kinder heute deutlich bessere Chancen auf eine nahezu normale Entwicklung.

    Medizinische und technologische Meilensteine prägten den Weg dorthin. Die Einführung der Tandem-Massenspektrometrie Anfang der 2000er-Jahre ermöglichte es, mit einer einzigen Blutprobe zahlreiche Stoffwechselerkrankungen gleichzeitig zu erkennen. Heute umfasst das Screening in Österreich rund 30 Erkrankungen, darunter auch SMA und primäre Immundefekte.

    Hinter jedem auffälligen Befund stehen Familien, die schnell Unterstützung brauchen. Bei einem Verdacht übernehmen spezialisierte Teams die Betreuung: Kinderärzte, Stoffwechselmediziner, Neuropädiater, Psychologen und weitere Experten arbeiten zusammen, um rasch Klarheit zu schaffen und – wenn nötig – sofort mit einer Therapie zu beginnen.

    Österreich gilt international als Vorreiter. Ein entscheidender Faktor ist laut den Experten die enge Verbindung von Forschung, Klinik und Labor an der MedUni Wien. Rund 99,5 Prozent der Familien nehmen das Angebot wahr. Damit erreicht das Screening nahezu jedes in Österreich geborene Kind.

    Die Entwicklung geht weiter. Neue Therapien, insbesondere Gentherapien, eröffnen Möglichkeiten für Erkrankungen, die bislang schwer oder erst spät erkannt wurden. Als mögliche nächste Erweiterung stehen unter anderem lysosomale Speicherkrankheiten im Fokus. Gleichzeitig bleibt der Umgang mit neuen genetischen Möglichkeiten eine ethische Herausforderung: Ein umfassendes Genom-Screening bei allen Neugeborenen ist derzeit noch Zukunftsmusik.

    Die Vision für die kommenden Jahre ist klar: Das Screening soll dort erweitert werden, wo medizinischer Nutzen, technische Möglichkeiten und ethische Fragen eindeutig geklärt sind. Entscheidend bleiben dabei Ressourcen und die Orientierung an einem Grundsatz: Jedes Kind zählt.

    Die Botschaft der Experten an Eltern ist eindeutig: Das Neugeborenen-Screening ist sicher, unkompliziert und kann entscheidend dazu beitragen, Kindern einen gesünderen Start ins Leben zu ermöglichen. Was vor 60 Jahren mit einem einfachen Bluttest begann, ist heute ein Beispiel dafür, wie moderne Medizin durch Prävention Leben verändern kann.
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    Herzgesundheit ab 50: Die wichtigsten Risikofaktoren erkennen und vorbeugen

    15.06.2026 | 18 Min.
    Viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickeln sich über Jahre unbemerkt. Besonders Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, Diabetes, Übergewicht und Rauchen belasten das Herz langfristig. Kardiologe Prof. Dr. Andreas Zirlik von der MedUni Graz betont, dass Prävention der beste Schutz ist: Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung können das Risiko deutlich senken. Bereits 30 Minuten körperliche Aktivität an vier bis sechs Tagen pro Woche wirken positiv auf die Herzgesundheit. Wichtig ist zudem, Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen, da sie oft lange keine Beschwerden verursachen. Herzgesundheit beginnt nicht in der Klinik, sondern im Alltag.
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    Halsschlagader: Das unterschätzte Warnsignal für Schlaganfall und Demenz

    01.06.2026 | 28 Min.
    Die meisten Menschen denken erst dann an ihre Halsschlagader, wenn etwas passiert ist. Dabei kann gerade dieses Gefäß früh zeigen, wie gesund das gesamte Gefäßsystem noch ist. Fachleute sprechen deshalb von einem „Fenster zum Gehirn“: Mit einer einfachen Ultraschalluntersuchung lassen sich Veränderungen erkennen, lange bevor Beschwerden auftreten.
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    Gynäkologie auf TikTok & Instagram: Warum junge Frauen Social Media mehr vertrauen als Ärzten

    26.05.2026 | 17 Min.
    Junge Frauen suchen heute auf TikTok, Instagram und Google nach Antworten zu Körper, Verhütung und Sexualität. Fehlinformationen und schlechte Erfahrungen bei Arztbesuchen verunsichern sie jedoch häufig. Die niederösterreichische Gynäkologin Kehinde Wewe klärt deshalb über einen Podcast und Social Media evidenzbasiert auf. Sie vermittelt die Informationen verständlich, modern und lebensnah.
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Medizinische Sendungen gehen in die Tiefe, sind aber nicht unterhaltsam. Dieses Vorurteil zu widerlegen, haben wir uns für den Hörgang vorgenommen. Nun haben wir auf Springer Medizin Österreich einen Podcast ins Leben gerufen, der sowohl aktuell als auch wissensvermittelnd sein, darüber hinaus akustisch etwas hermachen soll. Neben Experten aus Wissenschaft und Praxis werden wir auch unsere Fachredakteure, Kolumnisten und Reporter der „Ärzte Woche“ zu Wort kommen lassen.
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