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16. Juni 2026. Bücher am HIS. Unter Waffen schweigen die Gesetze? Völkerrechtsverbrechen und ihre Ahndung
18.06.2026 | 1 Std. 31 Min.Völkerrecht und Völkerstrafrecht haben derzeit einen schweren Stand. Ungenierte Machtpolitik und militärische Gewalt, die heute diesem, morgen jenem Ziel zu gehorchen scheint, bestimmen das völkerrechtliche Bild und machen es unkenntlich. Im Rechtlich-Trüben verschwinden die Grenzen des Zulässigen. Jahrzehnte der Rechtsentwicklung gehören der Vergangenheit an, so der Eindruck, der große Befürchtungen auslöst.
Doch das Völkerrecht ist nicht sinn- und wehrlos. Und das Völkerstrafrecht ist eine zivilisatorische Errungenschaft, die in der Welt ist. Ohne den Maßstab, den uns beide liefern, wüssten wir nicht, wann das bei uns derart geprägte Verständnis von Recht und Moral bedroht ist, wann wir es mit einem Völkerrechtsverstoß oder gar ein Völkerrechtsverbrechen zu tun haben. Dieses Wissen bleibt, und je bewusster es uns ist, desto schwieriger haben es seine Feinde.
Gerd Hankel ist Völkerrechtler, wissenschaftlicher Mitarbeiter der
Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur.
Natalie von Wistinghausen, Fachanwältin für Strafrecht, Tätigkeitsschwerpunkt
u. a. Internationales Strafrecht / Völkerstrafrecht.
In Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung.- Muss das sein? Ja, muss es.
Das Buch der Historikerin Ute Daniel zeigt, wie erhellend ein neuer Blick auf die Geschichte der Weimarer Republik 1918 bis 1933 ist. Ein Blick, der Zusammenhänge herstellt zwischen Anfang, Mitte und Ende der Republik und so die Geschichte erzählbar macht. Und eine Herangehensweise, die zwischen übergreifenden gesellschaftspolitischen Tendenzen und konkretem Handeln politischer, wirtschaftlicher oder militärischer Akteure vermittelt. Eine zentrale These des Buchs ist, dass eine andere Zukunft als die, die im Januar 1933 anbrach, möglich gewesen wäre. Doch betrachtete die weit überwiegende Mehrheit der alten und oft auch neuen Eliten die Republik als vorübergehende Erscheinung. Nicht das Kaiserreich war allerdings das Ziel der Sehnsucht, sondern der schlanke Staat, der wenig kostete und nicht nach unten umverteilte.
Ute Daniel ist Professorin em. für Neuere Geschichte an der TU Braunschweig.
Wolfram Pyta, Univ.-Prof. Dr., Leiter der Abteilung Neuere Geschichte an der Universität Stuttgart und Direktor der Forschungsstelle Ludwigsburg.
Wolfgang Knöbl, Prof. Dr., Soziologe; Direktor des Hamburger Instituts für Sozialforschung.
In Kooperation mit der Hamburger Edition - Klaus Schlichte im Gespräch mit Ulrich Schneckener
Moderation: Wolfgang Knöbl
Das Wort »Geopolitik« hat in den letzten Jahren eine steile Konjunktur erlebt. Eine Auffassung internationaler Politik entlang der Kategorien und Denkweisen der »Geopolitik« ist jedoch ein intellektuelles Elend. Es wird den Strukturen und Herausforderungen internationaler Politik der Gegenwart nicht gerecht. Hinter dem Begriff, wie er gegenwärtig genutzt wird, verbirgt sich bloßes Machtstaatsdenken. Zwar wird der Vorwurf der Machtstaatspolitik vor allem der russischen und US-amerikanischen Regierung gemacht, aber viele andere Regierungen folgen den Figuren eines neuen Souveränitätsdiskurses. So vermindern sie nicht nur die Chancen internationaler Zusammenarbeit, sondern gefährden den Frieden und die Möglichkeiten einer besseren Zukunft. Ob, und wenn ja, welche Alternativen es hierzu gibt, diskutieren Klaus Schlichte und Ulrich Schneckener.
Klaus Schlichte ist Professor für Internationale Beziehungen und Weltgesellschaft an der Universität Bremen.
Ulrich Schneckener ist Professor für Internationale Beziehungen & Friedens- und Konfliktforschung an der Universität Osnabrück und Sprecher des Center for the Study of Conflict & Peace (CeCoP).
Wolfgang Knöbl, Prof. Dr., Soziologe und Direktor des Hamburger Instituts für Sozialforschung.
In Kooperation mit der Hamburger Edition - Streit.Bar will eingreifen – in die städtische Öffentlichkeit, den politischen Diskurs, die gesellschaftliche Debatte darüber, was das Neue an den derzeitigen Problemen ist und wie es weitergehen soll.
Der politische wie sozialwissenschaftliche Diskurs über den wachsenden Einfluss des Rechtspopulismus läuft nun schon einige Jahrzehnte, so dass man in der Flut der mittlerweile erschienenen Literatur zu diesem Thema schier zu ertrinken droht. Vieles wiederholt sich, die Diagnosen sind einigermaßen ähnlich, nicht selten schwammig, und Rezepte gegen den Rechtsruck sind nicht wirklich in Sicht. Einigermaßen neu ist immerhin die zunehmend diskutierte Frage, ob man nicht besser über einen neuen Faschismus reden sollte. Genau dies wollen wir in der Streit.Bar tun und dabei auch fragen, ob diese Redeweise mit Blick auf die heutige Situation wirklich angemessen ist.
Es diskutieren: Wolfgang Knöbl (Hamburger Institut für Sozialforschung) und Hilal Sezgin (Freie Journalistin und Buchautorin).
Die Bücher:
Eva von Redecker, Dieser Drang nach Härte. Über den neuen Faschismus (S. Fischer)
Mark Terkessidis, Gewalt am Denken. Wann beginnt Faschismus? (Matthes&Seitz)
Moshe Zimmermann, People Gone Mad. Wie die Demokratie sich selbst zerstört (Propyläen)
Und ein Roman. 27. April 2026. Bücher am HIS: Vor der Apokalypse? — Preppen in der Mitte der Gesellschaft
29.04.2026 | 1 Std. 44 Min.In der krisengeschüttelten Gegenwart erfreut sich Preppen immer größerer Popularität. Doch wer preppt eigentlich und warum? Wie ist Preppen von einer Randerscheinung zu einem Massenphänomen geworden? Wie verhält sich Preppen zu den Empfehlungen der Behörden, die die Bevölkerung zum Anlegen eines Notvorrats motivieren sollen? Wie politisch ist Preppen und was hat es mit rechtsterroristischen Prepper-Gruppen auf sich? Was bedeutet es, wenn für immer mehr Menschen die einzig vorstellbare (und wünschbare) Zukunft der Zusammenbruch ist?
In ihren empirischen Studien zeigen Mischa Luy und Julian Genner, wie Abstiegsängste, biografische Erfahrungsbestände, ein verändertes Zukunftsverhältnis, Männlichkeitsbilder und tradierte Mangelerfahrungen die Popularität von Preppen befeuern – und damit die gesellschaftliche Entsolidarisierun und den Rechtsrutsch in der Mitte der Gesellschaft
beschleunigen.
Julian Genner, Dr. phil., Kulturwissenschaftler an der Uni Basel. Forschungsschwerpunkte sind u.a. die politische Anthropologie sowie die gesellschaftliche Problematisierung von (Un-)Sicherheit.
Mischa Luy; Dr. ist Sozialwissenschaftler und lebt in Berlin. Er arbeitet als politischer Bildner im Bereich der Antisemitismusbekämpfung.
Jürgen Straub, Prof. Dr. phil., Inhaber des Lehrstuhls für »Sozialtheorie und Sozialpsychologie« an der Ruhr Universität Bochum.
Diese Veranstaltung war eine Kooperation mit dem Psychosozial Verlag und unserem Verlag Hamburger Edition.
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