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Das Klima-Labor von ntv

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    Merkels Wirtschaftsberater erklärt die Energiepolitik der Altkanzlerin| Lars-Hendrik Röller (Ökonom)

    12.07.2026 | 41 Min.
    Als Wladimir Putin 2022 die Ukraine angreift, wird deutlich: Die deutsche Energieversorgung ist von einem Kriegsverbrecher abhängig. Wie konnte es so weit kommen? Am Rande der Hamburg Sustainability Conference (HSC) legt der langjährige wirtschaftspolitische Berater von Altkanzlerin Angela Merkel seine Sicht der Dinge dar: "Wir haben uns um die Probleme gekümmert, die auf dem Tisch lagen", sagt Lars-Hendrik Röller im Interview. "Es gab damals genug zu tun, was das Volk bewegt hat."

    Russische Erdgaslieferungen gehörten ihm zufolge nicht dazu. "Die Wirtschaft, nicht die Bundesregierung hat Gasverträge abgeschlossen", sagt er. "Das war die Strategie. Eine Mehrheit der Bevölkerung hat das unterstützt." Auch der schwache Ausbau der Erneuerbaren war demzufolge nicht zu ändern, wie er sagt. "Das kann man kritisieren, aber das hat die Bundesregierung versucht."

    Jetzt aber wird es Zeit, für mehr Unabhängigkeit in Erneuerbare zu investieren. Einzige Voraussetzung: Es muss wirtschaftlich sein.

    Gast: Lars-Hendrik Röller. Der Ökonom war von 2011 bis 2021 wirtschaftspolitischer Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Leiter der Wirtschafts- und Finanzabteilung im Bundeskanzleramt. Er ist Gründer und Chairman von Berlin Global Dialogue und Chairman der Green Guarantee Group.

    Moderation: Clara Pfeffer und Christian Herrmann

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    "Wir wollten Windkraft unbedingt ablehnen und bekommen jetzt das Gegenteil" | Anita Maaß (Lommatzsch)

    09.07.2026 | 47 Min.
    Lommatzsch zählt zu den Vorreitern der Energiewende. Die kleine sächsische Gemeinde hat seit vielen Jahren zwei Windparks mit 19 Anlagen und einen Solarpark. Rechnerisch ist sie seit 2015 energieautark. Für die Gemeindekasse sind die erneuerbaren Energien ein Segen: Vor 20 Jahren war Lommatzsch hoch verschuldet. Mit den Einnahmen aus EEG und Gewerbesteuer saniert die Gemeinde ihren Haushalt - und finanziert unter anderem ein modernes Nahwärmenetz.

    Trotz der Erfolge schlägt die Stimmung um. "Windkraft polarisiert", sagt Bürgermeisterin Anita Maaß im Podcast. Als der Investor 2023 sieben alte Windräder erneuern möchte, will sie zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Einnahmen für die Zukunft sichern und mit speziellen Windkraftflächen die neuen Ausbauvorgaben des Bundes erfüllen. Konzentriert. Dort, wo die größeren Anlagen am wenigsten auffallen. Die Anwohner sollen einen Strombonus erhalten.

    Doch der Gemeinderat lehnt ab, blockiert den Plan für das Repowering und die Ausweisung von Flächen für Windenergie. Totalopposition aus Protest. Ein fatales Eigentor. Denn die Bundesvorgaben haben Bestand. Ab sofort wird überregional entschieden, wie sie erfüllt werden, wo die Windräder hinkommen und wie viele. An Lommatzsch vorbei. Zusätzlich zu den bestehenden Anlagen und Flächen. Diese werden nicht länger für die Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben berücksichtigt. Aber trotzdem erneuert. Im Alleingang vom Investor, ohne Einnahmen für die Gemeindekasse und Strombonus für Anwohner.

    "Wir haben das Heft des Handelns aus der Hand gegeben", sagt Anita Maaß. "Jetzt müssen wir den Gürtel wieder enger schnallen."

    Gast: Anita Maaß. Die FDP-Frau ist seit 2005 Bürgermeisterin von Lommatzsch im sächsischen Landkreis Meißen. Zuletzt wurde sie im September 2019 mit 93 Prozent der Stimmen in ihrem Amt bestätigt. In diesem Jahr wollte sie sich nach 21 Jahren als Bürgermeisterin zurückziehen. Nach einem offenen Brief von Anwohnern und Unternehmen kandidiert sie im September für eine vierte Amtszeit.

    Moderation: Clara Pfeffer und Christian Herrmann

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    Verpackungen neu denken: "Die Preise spiegeln Löhne und Einkommen wider" | Christoph Werner (dm)

    02.07.2026 | 11 Min.
    Ihr erinnert euch vielleicht: Clara und ich haben vor zwei Wochen mit dm-Chef Christoph Werner darüber gesprochen, wie er Deutschland reformieren würde. Wie bringen wir die Wirtschaft in Schwung? Wie wird Deutschland nachhaltiger? Wie würde er das politische System so gestalten, dass wir schneller, gute Gesetze bekommen?

    Nach diesen 60 Minuten war aber noch nicht Schluss. Clara hat sich Christoph Werner anschließend noch einmal für Ihre TV-Sendung "Klima-Update" geschnappt und mit ihm über Verpackungen gesprochen: Die dm-Filialen, Supermärkte und andere Läden sind voll davon.

    Recycelter Kunststoff kann den CO2‑Ausstoß drastisch senken - in manchen Fällen um bis zu 80 Prozent. Aber dafür müssen viele Verpackungen neu gedacht werden. Wie könnte das aussehen? Hier das komplette Interview - kurz und knapp.

    Gast: Christoph Werner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Drogeriemarktkette dm

    Klickt diesen Link, wenn ihr euch das "Klima-Update" mit Clara und Maik Meuser zu Verpackungen anschauen wollt: Warum recycelter Kunststoff zum Klimaschlüssel wird.

    Moderation: Clara Pfeffer und Christian Herrmann

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    "Der Netzbetreiber sagt: Tut mir leid. Für die neue Leitung muss ich erstmal die Vogelwelt kartieren" | Tobias Averbeck (Bakum)

    25.06.2026 | 39 Min.
    Bakum ist eine kleine Gemeinde in Niedersachsen. Fast alle Einwohner wählen CDU und sind glücklich mit der Energiewende: "Wir sind Strom-autark", sagt Bürgermeister Tobias Averbeck im Interview. Anwohner steigen auf E-Autos um, weil sie immer häufiger kostenlos "tanken" können. Spediteure wollen nachziehen. Andere Unternehmen liebäugeln wegen der günstigen Energie mit einer Ansiedlung in der selbst ernannten Energiegemeinde.

    Doch die deutsche Bürokratie bremst die weiteren Pläne von Bakum aus: "Wir hätten genug Strom", sagt Bürgermeister Averbeck. "Aber der Netzausbau auf der Hochspannungsebene hinkt dermaßen hinterher, dass der Netzbetreiber uns schlicht keine Leistung bereitstellen kann. Das betrifft den gesamten Nordwesten."

    Die Lösung wäre offenbar simpel. Die großen Stromtrassen können Averbeck zufolge unkompliziert mit einer weiteren Leitung ausgestattet werden und anschließend doppelt so viel Strom transportieren. Die Behörden jedoch verlangen für ein zweites Leiterseil so viele Gutachten wie für einen komplett neuen Strommast. Dieses Planstellungsverfahren dauert für jedes Leiterseil drei bis vier Jahre.

    Was macht die Politik? Sie schläft. "Das Problem ist seit Jahren bekannt", sagt CDU-Mann Averbeck. "Bisher hat keine Regierung - egal welcher Couleur - gesagt: Das muss ohne Planstellungsverfahren gehen. Das zusätzliche Leiterseil hat keinerlei Auswirkungen, außer mehr warme Vogelfüße."

    Schlimmer noch, die Parteikollegen von Averbeck, Kanzler Merz und Wirtschaftsministerin Reiche, wollen aus diesen Missständen das weitere Tempo der Energiewende ableiten. Der Bürgermeister von Bakum kann nur mit dem Kopf schütteln: "Wir verbieten ja auch nicht die Pkw-Zulassung, nur weil Stau ist."

    Gast: Tobias Averbeck, Bürgermeister der Gemeinde Bakum im Landkreis Vechta (Niedersachen)

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    "Ich erlebe in Gesprächen mit Behörden wirklich handwerkliche Unzulänglichkeiten" | Christoph Werner (dm)

    18.06.2026 | 1 Std.
    Deutschland steckt in einer schweren Krise. Was bringt Besserung? dm-Chef Christoph Werner ist überzeugt: Einzelne Reformen reichen nicht. Wir müssen grundlegende Dinge verändern. Er schlägt längere Legislaturperioden, begrenzte Amtszeiten für politische Amtsträger und Gesetze mit Ablaufdatum vor. Das schafft Raum für frische Ideen, denn für den großen Wurf braucht es eine Vision: "In der Vergangenheit haben wir uns immer dann weiterentwickelt, wenn es Zukunftsbilder wie 'Wohlstand für alle' von Ludwig Erhard nach dem Zweiten Weltkrieg gab", sagt Werner im Interview.

    Doch statt einer Vision erkennt der dm-Chef bei den Verantwortlichen derzeit eher Defizite: Die Politik weiß nicht, was die Bürgerinnen und Bürger eigentlich wollen. Zuständige Behörden sind ihm zufolge nicht mit den Grundlagen der sozialen Marktwirtschaft vertraut. "Deswegen wird vermutlich so oft nach dem Staat gerufen", sagt er im Podcast.

    Diese Unzulänglichkeiten macht er auch am Umgang der regierenden Parteien mit der AfD aus. Sein Tipp: "Wenn man feststellt, dass eine Partei großen Zulauf erlebt, sollte man sich vielleicht überlegen, warum das eigene Angebot die Menschen nicht mehr überzeugt, anstatt sie zu beschimpfen."

    Die anderen Themen im Podcast:

    +++ Wie findet dm heraus, was die Kundinnen und Kunden wirklich wollen?
    +++ Welche Aussage eines Lieferanten hat bei Christoph Werner Eindruck hinterlassen?
    +++ Welche Aussage von Robert Habeck findet er problematisch?
    +++ Warum wünscht er sich eine CO2-Abgabe auf ganz neu hergestelltes "Virgin Plastic"?
    +++ Warum ist das Lieferkettengesetz gut gemeint, aber der falsche Ansatz?
    +++ Warum müssen wir Menschenschutz statt Umweltschutz machen?

    Gast: Christoph Werner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Drogeriemarktkette dm

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Über Das Klima-Labor von ntv
Was hilft wirklich gegen den Klimawandel? Funktioniert Klimaschutz auch ohne Job-Abbau und wütende Bevölkerung? Das "Klima-Labor" ist der ntv-Podcast, in dem Clara Pfeffer und Christian Herrmann Ideen, Lösungen und Behauptungen der unterschiedlichsten Akteure auf Herz und Nieren prüfen. Ist Deutschland ein Strombettler? Rechnen wir uns die Energiewende schön? Vernichten erneuerbare Energien Arbeitsplätze oder schaffen sie welche? Warum wählen Städte wie Gartz die AfD - und gleichzeitig einen jungen Windkraft-Bürgermeister? Das Klima-Labor von ntv: Jeden Donnerstag eine halbe Stunde, die informiert, Spaß macht und aufräumt - ohne Streit, in ausführlichen Gesprächen mit führenden Köpfen aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft. Bei ntv und überall, wo es Podcasts gibt: RTL+, Amazon Music, Apple Podcasts, Spotify, RSS-Feed Ihr habt eine Frage an uns? Schreibt eine E-Mail an klimalabor@ntv.de Dieser Podcast wird vermarktet von Julep Media: sales@julep.de
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Generated: 7/12/2026 - 6:09:52 AM