Der ganz formale Wahnsinn - was Organisationen zusammenhält
Hermwille & Kühl

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- Normierungen, Standardisierungen, Vereinheitlichungen: sie machen es möglich, dass Schiffscontainer verladen, Papierstapel in Drucker gesteckt und Wohnungen guten Gewissens bezogen werden können. Aber ab einem gewissen Punkt kippen die Vorteile der Vereinheitlichungen und werden zu unnötigen Gängelungen, die nicht mehr vielen, sondern nur einzelnen etwas bringen.
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08.09.2026 | 37 Min.Normalerweise arbeiten Staaten und Organisationen mit Zielen, Vorgaben und Strafen beim Nichteinhalten von Regeln. Was ändert sich, wenn man Strafen fürs Verfehlen durch Belohnungen fürs Erreichen ersetzt?- Marktwirtschaftlicher Wettbewerb hat viele Aspekte des Lebens besser gemacht. Wenn Organisationen um Kunden konkurrieren, müssen sie sich ganz natürlich um die besten und günstigsten Lösungen bemühen. Wie weit kann man dieses Prinzip auf Aufgaben anwenden, die bisher in staatlicher Hand sind?
- Verwaltungsorganisationen müssen meistens die Vorgaben der Politik entlang von Prozessen umsetzen. Das Steuern über Zielen (wie "erfüllt Quote X") ist seltener.
Eine Idee zum Abbau von Bürokratie ist: Weniger Vorgaben, mehr Ziele setzen.
Was ändert sich dadurch für Verwaltungen? Welche Effekte sind gut, welche problematisch? - In dieser Folge besprechen Andreas Hermwille und Stefan Kühl, woher die Idee kommt, dass Verwaltungen wie Unternehmen funktionieren sollten – und warum diese Idee so hartnäckig ist.
Neoliberalismus als Begriff war ursprünglich eine Selbstbeschreibung von Ökonomen, die sich in den 1930er Jahren auf Markt und Wettbewerb als zentrale Steuerungsprinzipien verständigten. Mit dem politischen Erfolg dieser Ideen ab den 1970er Jahren – Reagan, Thatcher, später auch Schröder – wurde der Begriff zum Schimpfwort der Kritiker. Wer ihn heute verwendet, positioniert sich automatisch.
Warum die Idee so erfolgreich war lässt sich mit dem Scheitern der Alternativen erklären: staatliche Planungsfantasien der 70er Jahre, der Zusammenbruch des Staatssozialismus, die Grenzen keynesianischer Wirtschaftspolitik. In dieser Atmosphäre war das Versprechen, Markt sei die Lösung, politisch attraktiv – und diffundierte weit über konservative Parteien hinaus.
Warum Bürokratie dabei so selten positiv wahrgenommen wird hat mit einem einfachen Paradox zu tun: Funktionierende Bürokratie ist unsichtbar. Man merkt nicht, dass das Brot im Supermarkt hygienisch kontrolliert wurde oder dass man im Straßenverkehr abgesichert ist. Auffällig wird Bürokratie erst, wenn sie stört. Das erklärt, warum Kritik so laut ist – und Lob so selten.
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Über Der ganz formale Wahnsinn - was Organisationen zusammenhält
Wie funktioniert eine Organisation? Wie verhandelt man Konflikte zwischen Abteilungen? Und wie kann der Laden eigentlich laufen, obwohl hier anscheinend niemand weiß, was er eigentlich tut?!
Dieser Podcast entwickelt eine wissenschaftliche Perspektive auf Organisationen und zeichnet nach, was sie zusammenhält.
Ein Projekt von Prof. Stefan Kühl, Organisationssoziologe an der Universität Bielefeld, und Andreas Hermwille, Metaplaner.
Ihr erreicht uns über AndreasHermwille@metaplan.com
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