Wall Street mit Markus Koch - featured by Handelsblatt
Markus Koch

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- Die Wall Street startet deutlich fester in den Donnerstag, wobei sich die Stärke klar auf den Technologiesektor konzentriert. Nasdaq-Futures gewinnen rund 1 Prozent, nachdem Nvidia nicht nur starke Quartalszahlen und einen besseren Ausblick geliefert hat, sondern vor allem mit dem längerfristigen Wachstumsszenario überrascht. Der Umsatz sprang um 106 Prozent auf 96,2 Milliarden US-Dollar und lag damit klar über den erwarteten 92,4 Milliarden US-Dollar. Im Rechenzentrum stiegen die Erlöse sogar um 117 Prozent auf 89 Milliarden US-Dollar. Für das laufende Quartal stellt Nvidia rund 108 Milliarden US-Dollar Umsatz in Aussicht, gegenüber gut 105 Milliarden US-Dollar Konsens.
Der eigentliche Paukenschlag kam aber im Conference Call: Für das Geschäftsjahr 2028 stellt Nvidia ein Umsatzwachstum von rund 70 Prozent in Aussicht, während die Wall Street bislang lediglich etwa 45 Prozent erwartet. Noch bemerkenswerter: Ohne Lieferengpässe könnte die Nachfrage laut Management sogar ein Wachstum von mehr als 100 Prozent ermöglichen. Entsprechend überschlagen sich die Analysten mit höheren Kurszielen. Bernstein geht von 315 auf 400 US-Dollar, JP Morgan von 280 auf 320 US-Dollar und Raymond James sogar von 352 auf 515 US-Dollar. JP Morgan bezeichnet den längerfristigen Ausblick angesichts der Dynamik bei agentischer KI und Sovereign AI als wahrscheinlich konservativ.
Gleichzeitig liefert die Softwarebranche ein wichtiges Gegengewicht zur zuletzt grassierenden „SaaS-Apokalypse“. Salesforce, CrowdStrike und Okta überzeugen allesamt. Salesforce meldet 14 Prozent cRPO-Wachstum, eine operative Marge von 34,1 Prozent und stark steigende KI-Umsätze. Agentforce ARR wächst um mehr als 240 Prozent auf über 1,5 Milliarden US-Dollar. Hinzu kommt die erweiterte Anthropic-Partnerschaft „Claudeforce“. CrowdStrike übertrifft ebenfalls die Erwartungen und hebt den Jahresausblick an, während Okta Umsatz, RPO und Margenerwartungen schlägt. Die Botschaft des Abends: KI verdrängt etablierte Software bislang nicht – bei einigen Anbietern scheint sie die Nachfrage sogar zu beschleunigen.
Auch der US-Konsum liefert am Morgen überwiegend konstruktive Signale. Dollar General, Dollar Tree und Best Buy schlagen die Erwartungen, wobei Best Buy mit einem vergleichbaren Umsatzplus von 4,1 Prozent gegenüber erwarteten 1,6 Prozent besonders positiv auffällt und den Jahresausblick anhebt.
Unterm Strich ist das heute eine Tech-Rally mit Substanz: Nvidia bestätigt nicht nur den KI-Boom, sondern hebt die Wachstumserwartungen für 2027/28 nochmals deutlich an. Gleichzeitig zeigen Salesforce, CrowdStrike und Okta, dass die KI-Welle nicht zwangsläufig auf Kosten klassischer Softwareunternehmen gehen muss. Der nächste große Makrotest folgt bereits morgen: Fed-Chef Kevin Warsh spricht um 10 Uhr in Jackson Hole.
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*Werbung - Die Wall Street startet nahezu unverändert in den Tag. Die PCE-Preisinflation für Juli hat die Erwartungen im Wesentlichen getroffen und liefert damit zunächst keinen neuen Inflationsschock. Damit kann sich der Fokus unmittelbar auf Nvidia verlagern, die heute nach Börsenschluss Zahlen melden. Die Erwartungen sind hoch. JP Morgan rechnet mit einem Beat-and-Raise-Quartal, sieht den Umsatz bei 94 bis 95 Milliarden US-Dollar und den neuen Ausblick bei 107 bis 108 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig ist die Stimmung zuletzt deutlich optimistischer geworden und Short-Positionen wurden zurückgefahren mit einer entsprechend hohen Messlatte. Der Optionsmarkt preist eine Bewegung von rund 4,6 Prozent ein. Für Entspannung sorgt der Ölpreis. Brent fällt um rund drei Prozent auf etwa 86 US-Dollar, nachdem Iran und Oman Fortschritte bei einer Vereinbarung zur Öffnung der Straße von Hormus signalisiert haben. Gleichzeitig bleibt Software unter Druck. Intuit enttäuschte mit dem Umsatzausblick, und Analysten reagieren drastisch: JP Morgan stuft die Aktie von „Overweight“ auf „Neutral“ ab und kappt das Kursziel von 605 auf 331 US-Dollar. Die Bank warnt, dass sich die Risiken durch KI-Disruption inzwischen von TurboTax auf QuickBooks ausweiten. Im Einzelhandel fallen die Zahlen uneinheitlich aus. Wirklich beeindruckende Zahlen und Aussichten meldet Abercrombie, mit der Aktie entsprechend fest. Bath & Bodyworks senkt bei genauer Betrachtung die Ertragsaussichten. Bei Kohl’s enttäuschen die vergleichbaren Umsätze, und es sind vor allem Zollerstattungen, die den Ertrag angefacht haben.
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*Werbung - Die Wall Street startet freundlich in den Dienstag, wobei vor allem Tech und Halbleiter nach den jüngsten Verlusten eine Gegenbewegung zeigen. Der Nasdaq-Future steigt rund 0,8 Prozent, S&P 500 und Dow legen etwa 0,4 Prozent zu. Nvidia versucht sich nach sieben Verlusttagen in Folge zu stabilisieren, bevor der KI-Gigant morgen nach Börsenschluss seine mit Spannung erwarteten Zahlen vorlegt. Gleichzeitig sorgen zwei zuletzt große Belastungsfaktoren für Entspannung: Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fällt auf rund 4,67 Prozent, und Brent-Öl rutscht um rund 3 Prozent unter 90 US-Dollar, nachdem Pakistan von „signifikanten Fortschritten“ bei Gesprächen mit Iran berichtet. Die gestern angekündigte Sanktionsoffensive gegen Iran fiel zudem weniger konkret aus als befürchtet. Im KI-Sektor bleiben die Risiken allerdings präsent: Steigende Nvidia-Preise, immer größere Kapitalerhöhungen, politische Widerstände gegen neue Rechenzentren und der Trend zu günstigeren Open-Weight-Modellen sorgen für zunehmende Skepsis. Bei Broadcom steigen bereits die Anleiherenditen und Credit Spreads, weil Investoren die Bilanzrisiken der KI-Finanzierungsmodelle hinterfragen. Damit richtet sich jetzt fast alles auf die drei großen Katalysatoren der Woche: PCE-Inflation und Nvidia am Mittwoch sowie Fed-Chef Kevin Warsh in Jackson Hole am Freitag.
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*Werbung - Die Wall Street startet schwächer in die neue Woche, wobei vor allem Tech und KI-Aktien unter Druck stehen. Gleichzeitig bleiben die hohen Renditen am Anleihemarkt ein zentraler Belastungsfaktor. Für etwas Entspannung sorgte eine Meldung von CNBC. Laut eines leitenden Mitglieds des US-Finanzministeriums könnte der Treasury General Account genutzt werden, um Staatsanleihen zu kaufen, zusätzlich zu den bereits ausgeweiteten Rückkäufen des Finanzministeriums. Die Rendite zehnjähriger Treasuries gibt heute leicht auf rund 4,71 Prozent nach. Im KI-Sektor bleibt der enorme Kapitalbedarf das bestimmende Thema: Alibaba nimmt rund 10,3 Milliarden US-Dollar über eine Kapitalerhöhung auf, um unter anderem den stark steigenden KI-Capex zu finanzieren, während SoftBank über eine Rekordanleihe rund 6,3 Milliarden US-Dollar für seine KI-Investitionen einsammeln will. Gleichzeitig will Nvidia die Preise bestimmter KI-Serversysteme wegen steigender Speicherkosten um rund 17 Prozent erhöhen, was die ohnehin hohen Investitionskosten für Hyperscaler weiter verschärft. Geopolitisch richtet sich der Blick auf Finanzminister Scott Bessent, der für heute einen „Economic D-Day“ gegen Iran angekündigt hat, während Öl nach sechs Tagen mit steigenden Preisen zunächst nachgibt. Entscheidend für die Woche werden außerdem die Nvidia-Zahlen am Mittwoch und die Rede von Fed-Chef Kevin Warsh in Jackson Hole am Freitag.
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Die Wall Street steuert nach dem Rückschlag vom Donnerstag auf eine Erholung zu. Die Futures auf den S&P 500 und Nasdaq liegen im Plus, während Öl und Anleiherenditen etwas nachgeben und damit kurzfristig für Entlastung sorgen. Im Fokus steht Broadcom: Der Konzern verhandelt über eine Fremdfinanzierung für KI-Chips und Rechenzentren, die insgesamt bis zu 100 Milliarden US-Dollar erreichen könnte. Das zeigt, wie stark der KI-Boom inzwischen vom Kreditmarkt abhängt. Positiv überraschen Ross Stores mit einem deutlichen Gewinn-Beat, 10 Prozent höheren vergleichbaren Umsätzen und einem angehobenen Ausblick sowie BJ’s Wholesale mit besser als erwarteten Zahlen. Entscheidend bleibt aber die Frage, ob die hohen langfristigen Renditen den Technologiesektor weiter bremsen.
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Über Wall Street mit Markus Koch - featured by Handelsblatt
Herzlich Willkommen bei dem Podcast „Wall Street mit Markus Koch - featured by Handelsblatt“. Seit Mitte der 90er Jahre berichte ich unter anderem für nTV und das Handelsblatt direkt von der Wall Street und dort auch aus der New Yorker Aktienbörse über das Auf und Ab am amerikanischen Aktienmarkt.
Ob Profitrader oder Privatanleger - dieser Podcast ist für alle, die sich für Aktien, Anleihen, Gold und Rohstoffe, Investieren und Trading interessieren.
Welche Aktien liegen im Trend und welchen geht gerade die Luft raus? Worauf achtet die Wall Street ganz besonders? Wo liegen die Chancen und wo die unterschwelligen Gefahren? Was bewegt die Kurse und worüber spricht man eigentlich gerade in der New Yorker Finanzmeile? Die Antworten gibt es jeden Tag bis spätestens 16 Uhr in diesem Podcast.
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