Wall Street mit Markus Koch - featured by Handelsblatt
Markus Koch

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- Die Wall Street startet schwächer in den September, und der Hauptbelastungsfaktor sind erneut die steigenden Renditen am globalen Anleihemarkt. Die Renditen ziehen in den USA, Europa und Japan an, während Brent nach neuen Zwischenfällen in der Straße von Hormus auf rund 92 US-Dollar steigt. Zwei Supertanker wurden dort von unbekannten Projektilen getroffen, was die Inflationssorgen zusätzlich anfacht. Entsprechend liegen S&P 500, Dow und Nasdaq vorbörslich im Minus, während Tech und Halbleiter besonders unter Druck stehen. Gleichzeitig wird für die Fed-Sitzung am 16. September inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von rund 66 Prozent für eine Zinserhöhung eingepreist. Der Markt wartet heute vor allem auf den ISM-Index der Industrie und die JOLTS-Daten, wobei besonders die Preiskomponente des ISM wichtig ist: Jede weitere Entspannung bei der Inflation dürfte positiv aufgenommen werden. Geopolitisch bleibt die Lage angespannt, auch wenn Irans Präsident in den vergangenen zwei Tagen erneut ausdrücklich eine Rückkehr zu einer Vereinbarung mit den USA ins Spiel gebracht hat. Im KI-Sektor bleibt der Kapitalbedarf enorm: SB Energy weist in seinem Börsenprospekt zwar einen Auftragsbestand von 8,8 Gigawatt im Wert von rund 439 Milliarden US-Dollar aus, allerdings entfallen davon 8 Gigawatt auf nur ein Großprojekt für OpenAI, während bisher lediglich 0,8 Gigawatt Stromversorgung vertraglich gesichert sind. Zusätzlich unterstreicht ein 35-Milliarden-US-Dollar-Clouddeal von Anthropic mit Lambda erneut die zunehmend zirkuläre Finanzierung des KI-Booms.
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*Werbung - Die Wall Street startet mit leichten Verlusten in die neue Woche. Im Mittelpunkt stehen Iran, steigende Ölpreise und die Aussicht auf eine Zinserhöhung der Fed. Nach amerikanischen Angriffen auf zwei iranische Raketenstellungen nahe der Straße von Hormus steigt Brent um mehr als 3 Prozent. Die jüngste diplomatische Initiative ist damit vorerst ins Stocken geraten, auch wenn beide Seiten offenbar wenig Interesse an einer erneuten größeren militärischen Eskalation haben. Gleichzeitig wirkt die Rede von Fed-Chef Kevin Warsh vom Freitag nach. Der Markt preist für September inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von rund 60 Prozent für eine Zinserhöhung ein, gegenüber nur 35 bis 40 Prozent vor Jackson Hole. Warsh zeigte sich zufrieden mit dem Arbeitsmarkt, aber weiterhin besorgt über den Inflationsdruck. Ohne eine deutliche Verschlechterung der kommenden Konjunkturdaten erscheint eine Zinserhöhung am 16. September damit zunehmend wahrscheinlich. Entsprechend wichtig werden die Daten dieser Woche. Am Dienstag folgt der ISM-Index der Industrie, am Donnerstag der ISM für den Dienstleistungssektor und am Freitag der Arbeitsmarktbericht für August, bei dem die Wall Street nach dem Verlust von 23.000 Stellen im Juli mit einem Plus von rund 60.000 Jobs rechnet. Im Technologiesektor bleibt der KI-Boom intakt, gleichzeitig nehmen die Risiken zu. Der Financial Stability Board warnt vor hohen KI-Bewertungen und zunehmender Verschuldung, während der enorme Kapitalbedarf für Rechenzentren und KI-Infrastruktur die langfristigen Anleiherenditen weiter hochhalten könnte.
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Die Wall Street startet nach der starken Tech-Rally verhalten in den Tag. Nach Nvidia richtet sich der Fokus auf Fed-Chef Kevin Warsh und seine Rede um 16 Uhr MEZ in Jackson Hole.. Die entscheidende Frage ist, wie Warsh die jüngsten Inflationsdaten einordnet und ob er Hinweise auf den weiteren Zinskurs liefert. Gleichzeitig bleibt die Lage rund um Iran ein Unsicherheitsfaktor. Die diplomatischen Fortschritte sind ins Stocken geraten, während Gespräche über eine Öffnung der Straße von Hormus weiterlaufen. Laut US Central Command ist die Meerenge inzwischen frei von Minen. Bei den Unternehmen fallen die Reaktionen auf die zahlreichen Quartalszahlen gemischt aus. Marvell steigert den Umsatz um 37 Prozent auf 2,74 Milliarden US-Dollar und das Rechenzentrumsgeschäft um 46 Prozent, doch Zahlen und Ausblick können die nach Nvidia hohe Messlatte nicht überspringen. Affirm überzeugt dagegen mit 36 Prozent mehr Zahlungsvolumen und einem besser als befürchteten Ausblick, während Ulta Beauty Gewinn und vergleichbare Umsätze klar über den Erwartungen meldet und die Jahresprognose anhebt. Im Softwaresektor bleiben die Signale überwiegend konstruktiv. Autodesk liefert ein solides Beat-and-Raise, während Workday zwar beim Gewinn überzeugt, der Ausblick aber gemischt ausfällt. Für Druck sorgt dagegen PayPal, nachdem Stripe und Advent ihre Übernahmepläne laut Bloomberg aufgegeben haben.
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*Werbung - Die Wall Street startet deutlich fester in den Donnerstag, wobei sich die Stärke klar auf den Technologiesektor konzentriert. Nasdaq-Futures gewinnen rund 1 Prozent, nachdem Nvidia nicht nur starke Quartalszahlen und einen besseren Ausblick geliefert hat, sondern vor allem mit dem längerfristigen Wachstumsszenario überrascht. Der Umsatz sprang um 106 Prozent auf 96,2 Milliarden US-Dollar und lag damit klar über den erwarteten 92,4 Milliarden US-Dollar. Im Rechenzentrum stiegen die Erlöse sogar um 117 Prozent auf 89 Milliarden US-Dollar. Für das laufende Quartal stellt Nvidia rund 108 Milliarden US-Dollar Umsatz in Aussicht, gegenüber gut 105 Milliarden US-Dollar Konsens.
Der eigentliche Paukenschlag kam aber im Conference Call: Für das Geschäftsjahr 2028 stellt Nvidia ein Umsatzwachstum von rund 70 Prozent in Aussicht, während die Wall Street bislang lediglich etwa 45 Prozent erwartet. Noch bemerkenswerter: Ohne Lieferengpässe könnte die Nachfrage laut Management sogar ein Wachstum von mehr als 100 Prozent ermöglichen. Entsprechend überschlagen sich die Analysten mit höheren Kurszielen. Bernstein geht von 315 auf 400 US-Dollar, JP Morgan von 280 auf 320 US-Dollar und Raymond James sogar von 352 auf 515 US-Dollar. JP Morgan bezeichnet den längerfristigen Ausblick angesichts der Dynamik bei agentischer KI und Sovereign AI als wahrscheinlich konservativ.
Gleichzeitig liefert die Softwarebranche ein wichtiges Gegengewicht zur zuletzt grassierenden „SaaS-Apokalypse“. Salesforce, CrowdStrike und Okta überzeugen allesamt. Salesforce meldet 14 Prozent cRPO-Wachstum, eine operative Marge von 34,1 Prozent und stark steigende KI-Umsätze. Agentforce ARR wächst um mehr als 240 Prozent auf über 1,5 Milliarden US-Dollar. Hinzu kommt die erweiterte Anthropic-Partnerschaft „Claudeforce“. CrowdStrike übertrifft ebenfalls die Erwartungen und hebt den Jahresausblick an, während Okta Umsatz, RPO und Margenerwartungen schlägt. Die Botschaft des Abends: KI verdrängt etablierte Software bislang nicht – bei einigen Anbietern scheint sie die Nachfrage sogar zu beschleunigen.
Auch der US-Konsum liefert am Morgen überwiegend konstruktive Signale. Dollar General, Dollar Tree und Best Buy schlagen die Erwartungen, wobei Best Buy mit einem vergleichbaren Umsatzplus von 4,1 Prozent gegenüber erwarteten 1,6 Prozent besonders positiv auffällt und den Jahresausblick anhebt.
Unterm Strich ist das heute eine Tech-Rally mit Substanz: Nvidia bestätigt nicht nur den KI-Boom, sondern hebt die Wachstumserwartungen für 2027/28 nochmals deutlich an. Gleichzeitig zeigen Salesforce, CrowdStrike und Okta, dass die KI-Welle nicht zwangsläufig auf Kosten klassischer Softwareunternehmen gehen muss. Der nächste große Makrotest folgt bereits morgen: Fed-Chef Kevin Warsh spricht um 10 Uhr in Jackson Hole.
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*Werbung - Die Wall Street startet nahezu unverändert in den Tag. Die PCE-Preisinflation für Juli hat die Erwartungen im Wesentlichen getroffen und liefert damit zunächst keinen neuen Inflationsschock. Damit kann sich der Fokus unmittelbar auf Nvidia verlagern, die heute nach Börsenschluss Zahlen melden. Die Erwartungen sind hoch. JP Morgan rechnet mit einem Beat-and-Raise-Quartal, sieht den Umsatz bei 94 bis 95 Milliarden US-Dollar und den neuen Ausblick bei 107 bis 108 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig ist die Stimmung zuletzt deutlich optimistischer geworden und Short-Positionen wurden zurückgefahren mit einer entsprechend hohen Messlatte. Der Optionsmarkt preist eine Bewegung von rund 4,6 Prozent ein. Für Entspannung sorgt der Ölpreis. Brent fällt um rund drei Prozent auf etwa 86 US-Dollar, nachdem Iran und Oman Fortschritte bei einer Vereinbarung zur Öffnung der Straße von Hormus signalisiert haben. Gleichzeitig bleibt Software unter Druck. Intuit enttäuschte mit dem Umsatzausblick, und Analysten reagieren drastisch: JP Morgan stuft die Aktie von „Overweight“ auf „Neutral“ ab und kappt das Kursziel von 605 auf 331 US-Dollar. Die Bank warnt, dass sich die Risiken durch KI-Disruption inzwischen von TurboTax auf QuickBooks ausweiten. Im Einzelhandel fallen die Zahlen uneinheitlich aus. Wirklich beeindruckende Zahlen und Aussichten meldet Abercrombie, mit der Aktie entsprechend fest. Bath & Bodyworks senkt bei genauer Betrachtung die Ertragsaussichten. Bei Kohl’s enttäuschen die vergleichbaren Umsätze, und es sind vor allem Zollerstattungen, die den Ertrag angefacht haben.
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Herzlich Willkommen bei dem Podcast „Wall Street mit Markus Koch - featured by Handelsblatt“. Seit Mitte der 90er Jahre berichte ich unter anderem für nTV und das Handelsblatt direkt von der Wall Street und dort auch aus der New Yorker Aktienbörse über das Auf und Ab am amerikanischen Aktienmarkt.
Ob Profitrader oder Privatanleger - dieser Podcast ist für alle, die sich für Aktien, Anleihen, Gold und Rohstoffe, Investieren und Trading interessieren.
Welche Aktien liegen im Trend und welchen geht gerade die Luft raus? Worauf achtet die Wall Street ganz besonders? Wo liegen die Chancen und wo die unterschwelligen Gefahren? Was bewegt die Kurse und worüber spricht man eigentlich gerade in der New Yorker Finanzmeile? Die Antworten gibt es jeden Tag bis spätestens 16 Uhr in diesem Podcast.
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