"Ich muss meine Schreibzeit erobern, verteidigen und genießen", sagt die
Bestseller-Autorin Katja Brandis im Podcast Frisch an die Arbeit. Mit
der Woodwalker-Reihe hat sie mittlerweile über 3,5 Millionen Bücher
weltweit verkauft. Ein Drittel ihrer Arbeitszeit verbringe sie jetzt mit
Fanbetreuung, verrät sie.
Katja Brandis ist ein Künstlername, die Autorin heißt eigentlich Sylvia
Englert. Sie wurde 1970 geboren und zählt zu den erfolgreichsten
deutschen Jugendbuchautorinnen. Insgesamt hat sie mehr als 70 Romane
veröffentlicht, die mehr als 20 Woodwalker-Bände wurden in mehrere
Sprachen übersetzt. Außerdem kommt nun der Film Woodwalkers 2 in die
Kinos.
Ursprünglich plante Brandis einen Einzelroman für Jugendliche ab zwölf,
den ihr Verlag aber zunächst ablehnte. "Dann hat sich die Lektorin ein
Jahr später gemeldet und gesagt: Dieser Katzenjunge, der geht mir nicht
aus dem Kopf. Und gefragt, ob ich das vielleicht für Kinder ab zehn
Jahren machen könnte", erzählt sie. Daraufhin habe sie den Roman
umgeschrieben.
"Ich hatte schon das Gefühl, dass es den Kids wirklich gefallen könnte",
sagt Brandis über den ersten Band, "aber dieses Ausmaß hätte ich mir
wirklich nicht träumen lassen". Sie erzählt, dass sie mittlerweile
Leserbriefe aus Kasachstan, Finnland, Spanien oder Südamerika bekommt.
"Ich weiß, dass Leute auf das, was ich schreibe, warten. Es ist wirklich
grandios!"
Damit die Kinder immer weiter lesen wollen, optimierte Brandis ihre Art
zu schreiben. "Früher habe ich Kapitel immer inhaltlich abgeschlossen
und das ist eigentlich blöd", sagt sie. Heute weiß sie: "Man sollte ein
Kapitel genau dann abbrechen, wenn es am spannendsten ist – dann können
die Kinder die ganze Nacht unter der Bettdecke lesen."
Angefangen zu Schreiben hat Brandis schon als Jugendliche. "Schon mit 14
habe ich drei, vier Romane im Jahr geschrieben, aber die waren halt noch
nicht sonderlich gut." Über Testleser in ihrer Schule und Autorengruppen
habe sie sich weiterentwickelt.
"Beim Schreiben kann man sich wahnsinnig gut selber ausbremsen", sagt
sie. "Erste Fassungen dürfen schlecht sein." Sie habe "jeden nur
denkbaren Fehler schon mal gemacht, wirklich jeden".
Im Podcast erzählt Brandis außerdem, warum sie Recherchen in der
namibischen Wüste und im Regenwald für unverzichtbar hält, welche Fehler
in ihren Büchern sie fuchsig machen und was für eine Tierwandlerin sie
selbst wäre.
"Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es
moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek.
Das Team erreichen Sie unter
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