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Frisch an die Arbeit

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Frisch an die Arbeit
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  • Frisch an die Arbeit

    Wie schreibt man einen Fantasy-Bestseller, Katja Brandis?

    27.1.2026 | 46 Min.
    "Ich muss meine Schreibzeit erobern, verteidigen und genießen", sagt die
    Bestseller-Autorin Katja Brandis im Podcast Frisch an die Arbeit. Mit
    der Woodwalker-Reihe hat sie mittlerweile über 3,5 Millionen Bücher
    weltweit verkauft. Ein Drittel ihrer Arbeitszeit verbringe sie jetzt mit
    Fanbetreuung, verrät sie.

    Katja Brandis ist ein Künstlername, die Autorin heißt eigentlich Sylvia
    Englert. Sie wurde 1970 geboren und zählt zu den erfolgreichsten
    deutschen Jugendbuchautorinnen. Insgesamt hat sie mehr als 70 Romane
    veröffentlicht, die mehr als 20 Woodwalker-Bände wurden in mehrere
    Sprachen übersetzt. Außerdem kommt nun der Film Woodwalkers 2 in die
    Kinos.

    Ursprünglich plante Brandis einen Einzelroman für Jugendliche ab zwölf,
    den ihr Verlag aber zunächst ablehnte. "Dann hat sich die Lektorin ein
    Jahr später gemeldet und gesagt: Dieser Katzenjunge, der geht mir nicht
    aus dem Kopf. Und gefragt, ob ich das vielleicht für Kinder ab zehn
    Jahren machen könnte", erzählt sie. Daraufhin habe sie den Roman
    umgeschrieben. 

    "Ich hatte schon das Gefühl, dass es den Kids wirklich gefallen könnte",
    sagt Brandis über den ersten Band, "aber dieses Ausmaß hätte ich mir
    wirklich nicht träumen lassen". Sie erzählt, dass sie mittlerweile
    Leserbriefe aus Kasachstan, Finnland, Spanien oder Südamerika bekommt.
    "Ich weiß, dass Leute auf das, was ich schreibe, warten. Es ist wirklich
    grandios!"

    Damit die Kinder immer weiter lesen wollen, optimierte Brandis ihre Art
    zu schreiben. "Früher habe ich Kapitel immer inhaltlich abgeschlossen
    und das ist eigentlich blöd", sagt sie. Heute weiß sie: "Man sollte ein
    Kapitel genau dann abbrechen, wenn es am spannendsten ist – dann können
    die Kinder die ganze Nacht unter der Bettdecke lesen."

    Angefangen zu Schreiben hat Brandis schon als Jugendliche. "Schon mit 14
    habe ich drei, vier Romane im Jahr geschrieben, aber die waren halt noch
    nicht sonderlich gut." Über Testleser in ihrer Schule und Autorengruppen
    habe sie sich weiterentwickelt. 

    "Beim Schreiben kann man sich wahnsinnig gut selber ausbremsen", sagt
    sie. "Erste Fassungen dürfen schlecht sein." Sie habe "jeden nur
    denkbaren Fehler schon mal gemacht, wirklich jeden".

    Im Podcast erzählt Brandis außerdem, warum sie Recherchen in der
    namibischen Wüste und im Regenwald für unverzichtbar hält, welche Fehler
    in ihren Büchern sie fuchsig machen und was für eine Tierwandlerin sie
    selbst wäre.

    "Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es
    moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek.
    Das Team erreichen Sie unter [email protected].

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  • Frisch an die Arbeit

    Was macht Wohnungen gemütlich, Fabian Freytag?

    13.1.2026 | 53 Min.
    "Wie wir uns einrichten, liegt an unserem Sicherheitsbedürfnis. Man
    wünscht sich Behaglichkeit, einen Schutzraum, der einen Puffer nach
    außen bietet", sagt Fabian Freytag im Podcast Frisch an die Arbeit. Als
    Interior Designer mit einem Büro in Berlin verändert er Grundrisse,
    dekoriert Wohnungen und warnt Kunden und Kundinnen vor Fehlkäufen. 

    Freytag, 41, hat Architektur an der Universität der Künste
    studiert. Noch in seiner Ausbildung bekam er den ersten Auftrag als
    Innenarchitekt. Während der globalen Finanzkrise 2008 kauften viele
    Menschen aus dem Ausland Wohnungen in Berlin als Investment – einige
    beauftragten Freytag mit der Einrichtung. "Sie vertrauten auch Anfängern
    wie mir. In keiner anderen Stadt hätte ich so schnell Aufträge
    bekommen", sagt Freytag.  

    Seinen Kunden und Kundinnen rät Freytag zu bunten Wänden und großen
    Teppichen. "Sogar das Bad soll eine gewisse Opulenz haben und
    eingerichtet werden wie andere Räume", sagt er. Sein Tipp: Wer eine
    Wohnung oder ein Haus einrichte, dürfe nicht das kaufen, was alle haben.
    Stattdessen sei es wichtig, mit einigen Übungen herauszufinden, welche
    Möbel, Farben und Stoffe einem wirklich gefallen. Freytag empfiehlt,
    Onlineauktionshäuser oder Kleinanzeigen zu durchsuchen und dabei zu
    notieren, aus welchen Jahrzehnten die Einrichtungsgegenstände stammen,
    die einem gefallen. Außerdem könne man überlegen, in welchen Wohnungen
    von Freunden, Restaurants oder Hotels man sich besonders wohlfühlt und
    warum.  

    Im Podcast erzählt Freytag, wie künstliche Intelligenz seine Arbeit
    verändert, warum er offene Regale in seinen Entwürfen vermeidet und
    welche Hobbys ihn kreativ machen.

    "Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es
    moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek.
    Das Team erreichen Sie unter [email protected].

     

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  • Frisch an die Arbeit

    Wie bekämpft man Einsamkeit, Elke Schilling?

    30.12.2025 | 45 Min.
    "Nachts ist die Einsamkeit am schärfsten, da kommt alles zusammen – die
    Kontaktlosigkeit, die Dunkelheit und die Schlaflosigkeit", sagt Elke
    Schilling, Gründerin und Vorsitzende des Senioren-Telefons Silbernetz,
    im Podcast Frisch an die Arbeit. "Das kann einem gerade über die
    Feiertage unglaublich auf die Seele fallen." 

    Schilling, selbst schon 82 Jahre alt, hat in der DDR Mathematik
    studiert, zwischen 1969 und 1989 als Programmiererin gearbeitet, wurde
    mit der Wiedervereinigung arbeitslos und begann eine Karriere in
    Politik. Erst wurde sie Staatssekretärin für Frauenfragen in
    Sachsen-Anhalt, dann Beraterin für Unternehmen und schließlich Gründerin
    einer Telefonseelsorge. Der entscheidende Impuls für das sogenannte
    Silbernetz kam Schilling durch ein persönliches Erlebnis: Ein älterer
    Nachbar verschwand plötzlich aus ihrem Alltag, wochenlang brannte Licht
    in seiner Wohnung, dann tauchten Fliegen auf. Als der Vermieter
    schließlich die Tür öffnen ließ, stellten sie fest: Der Nachbar war seit
    Wochen tot.

    Im Gespräch sagt Schilling: "So einsam darf kein Mensch sein". Und doch
    sind solche Todesfälle nicht selten, erzählt sie: "In jeder deutschen
    Großstadt sterben jedes Jahr rund 300 Menschen auf diese Weise." 2015
    gründete sie deshalb einen Verein und orientierte sich dabei an einer
    Idee aus Großbritannien. Ursprünglich wollte sie eine Hotline für
    einsame, ältere Menschen in Berlin erschaffen. 

    Heute gibt es zusätzlich zum Verein mit fast 350 Ehrenamtlichen ein
    Sozialunternehmen mit mehr als 30 Mitarbeitenden. Das Angebot von
    Silbernetz richtet sich an Menschen ab 60 Jahren, aber "meine älteste
    Anruferin war 109 Jahre alt", erzählt Elke Schilling. 

    Über das Jahr ist das Telefon täglich zwischen 8 und 22 Uhr zu
    erreichen, an Weihnachten aber, erzählt Schilling, sitzen die
    Ehrenamtlichen der Hotline Tag und Nacht an den Apparaten. "Die
    Weihnachtszeit ist unglaublich emotional aufgeladen", sagt Schilling.
    "Eigentlich klingelt das Telefon dann die ganze Zeit. "Eine der
    Zielgruppe des Silbernetz seien natürlich Menschen über 85, die
    körperlich oft nicht mehr mobil seien und deren Gesprächskreis dadurch
    verkleinere: "Je älter man wird und je mobiler man eingeschränkt ist,
    desto weniger Kontakte hat man ich – und desto weniger neue kann man
    knüpfen." 

    Aber auch pflegende Angehörige, erzählt Schilling, seien oft einsam.
    "Ihr sozialer Kreis schrumpft durch die Pflege auf eine einzige Person",
    sagt Schilling. Im Podcast erzählt Schilling außerdem, wie das
    Silbernetz in der Pandemie stark wachsen konnte, warum Geld ihre größte
    Sorge ist und welchen Tipp sie Menschen gibt, die sich vor dem Anruf bei
    der Großtante drücken.

     

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  • Frisch an die Arbeit

    Wie muss sich unsere Ernährung verändern, Sarah M. Schmitt?

    16.12.2025 | 44 Min.
    "Wir sind noch nicht am Punkt, an dem Weizen verschwindet", sagt die
    Agrarexpertin Sarah M. Schmidt im Podcast Frisch an die Arbeit. "Aber
    wir sind in vielen Bereichen gefährlich abhängig von wenigen Sorten."

    Schmidt studierte Biologie und promovierte über Pflanzenkrankheiten der
    Gerste. Heute arbeitet sie als Beraterin der Gesellschaft für
    internationale Zusammenarbeit mit dem Schwerpunkt auf
    Ernährungssicherheit und ländliche Entwicklung. "Wir müssen unsere
    Felder anders anlegen", sagt Schmidt. Sie sagt, Felder wie sie heute
    existieren, seien für ein Klima gebaut worden, das es so nicht mehr
    gibt.

    "Wenn sich alle so ernähren wie wir in der westlichen Welt, kann das die
    Menschheit nicht lange durchhalten", sagt Schmidt. Es gäbe dazu nicht
    genug Wasser und zu viele Böden seien bereits kaputt.

    "Insgesamt sind es eigentlich nur 20 Nutzpflanzen, die intensiv
    gezüchtet werden", sagt sie. Ein Großteil der globalen Ernährung beruhe
    auf Weizen, Mais und Reis. Dabei gibt es laut Schmidt weltweit bis zu
    4.000 essbare Pflanzen.

    Dadurch, dass viele der wichtigsten Nahrungspflanzen in Monokulturen
    wachsen, gefährden etliche Pflanzenkrankheiten die Ernährung. Dazu kämen
    Schädlinge. Und der Klimawandel verschärfe die Probleme. 

    In Indonesien etwa, wo Schmidt zu Bananen und ihren Krankheiten
    forschte, seien in den Achtzigern und Neunzigern Mangrovenwälder
    abgeholzt worden. "Heute werden dadurch ganze Felder vom Meer
    überschwemmt und zerstört", sagt Schmidt.

    Insgesamt überstrapaziere der Anbau von Obst und Gemüse die für die
    Menschheit verfügbaren Anbauflächen. "Unsere Ernährungssysteme haben die
    planetaren Grenzen bereits in mehreren Dimensionen überschritten", sagt
    Schmidt.

    Im Podcast erzählt Schmidt außerdem, weshalb Bananen besonders von
    Pflanzenkrankheiten bedroht sind, warum Unkraut wie Amaranth und
    Brennnesseln dringend ein wichtiger Teil der Ernährung werden sollten
    und warum schleimig oder bitter schmeckende Pflanzen in vielen
    Weltregionen besonders beliebt sind.

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  • Frisch an die Arbeit

    Warum wollen alle schöner werden, Olaf Kauder?

    02.12.2025 | 43 Min.
    "Viele zeigen sich nicht mehr gerne ihrem Partner, weil sie sich
    schämen, wie sie aussehen. Und da kann man helfen", sagt Olaf Kauder im
    Podcast Frisch an die Arbeit. Als Facharzt für plastische und
    ästhetische Chirurgie mit eigener Praxis in Berlin strafft er
    Gesichtshaut, verkleinert Brüste und saugt Fett ab. Viele seiner
    Patientinnen und Patienten würden sich wünschen, wieder wie früher
    auszusehen, sagt er. Er wäge dann immer ab, ob sie wirklich durch diesen
    Eingriff profitieren würden.

    Olaf Kauder hat Medizin an der Westfälischen Wilhelms-Universität in
    Münster studiert und, nach seiner Ausbildung zum Facharzt, vor mehr als
    20 Jahren seine Praxis in Berlin gegründet. In Vorgesprächen versucht
    Kauder herauszufinden, warum seine Patienten und Patientinnen sich
    behandeln und operieren lassen wollen. Dabei sei auch entscheidend, wer
    sie begleitet. Ist der Partner dabei? Die Mutter? "Ich muss die
    Motivation verstehen. Ob er oder sie das für sich macht oder durch
    andere motiviert wird", sagt Kauder. Manchmal rät er nach dem
    Vorgespräch von einer Behandlung ab.  

    "Ich glaube, dass viele ihren Körper falsch wahrnehmen, weil sie einem
    enormen Druck von außen unterlegen sind", sagt Kauder. Einmal sei
    beispielsweise ein junger Mann zu ihm gekommen, der seine Brustwarze
    operieren wollte, weil sie ihm zu groß erschien. "Das war ein
    Normalbefund, er war ein Opfer von Social Media und überhaupt dem
    Schönheitswahn." Er sehe es deswegen als seine Verantwortung, gerade
    jungen Menschen zu sagen, wenn sie eine Operation nicht benötigen.
    Im Podcast erzählt er, wie er es schafft, sich stundenlang während einer
    Operation zu konzentrieren, welche Behandlungen am meisten Spaß machen
    und warum er in seiner Freizeit nicht über seinen Beruf sprechen will. 

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