Der Fall Maria O. - Teil 2: Das Tuch
Österreich, 2019. Ein einziger Satz reißt die Mauer des Schweigens nieder, die fast vier Jahrzehnte hielt: "Ich betonier' dich ein wie die Maria." Gesprochen in einem Moment der Wut. Und damit ungewollt das Geständnis einer Psychopathologie, die Dr. Maximilian von Schattenreich in dieser Folge in ihrer ganzen erschreckenden Tiefe analysiert.
Denn Arthur B. war kein unbescholtener Handwerker. Während die Ermittler beginnen, seine alten Gärten zu durchsuchen, steht er gleichzeitig vor Gericht. Für Verbrechen, die zeigen, wozu dieser Mann fähig war. Ein Urteil, das schockiert. Und das den Verdacht im Fall Maria O. in einem neuen, noch dunkleren Licht erscheinen lässt.
In dieser zweiten Folge des Vierteilers begleiten wir die Ermittler dorthin, wo die Wahrheit vermutet wird: in den Boden. Wir sprechen über Luftbilder und Radaranomalien, über Grabungen im Mostviertel und über ein Fundstück, das die Beteiligten bis heute entzweit. Ein verwittertes Stück Stoff. Unscheinbar. Und doch mit einer Wirkung, die selbst erfahrene Forensiker nicht kalt lässt.
Denn in diesem Tuch, so glauben manche, liegt ein Gesicht.
Dr. von Schattenreich erklärt, was die Forensik dazu sagen kann, was mitochondriale DNA-Analyse hätte leisten können und was geschah, bevor diese Analyse jemals durchgeführt wurde.
Der Fall Maria O. ist nicht nur die Geschichte eines möglichen Verbrechens.
Er ist die Geschichte eines doppelten Versagens.
Triggerwarnung: Diese Episode enthält forensische Beschreibungen möglicher menschlicher Überreste, Schilderungen von sexueller Gewalt sowie Ausführungen zu strukturellem Behördenversagen.