65 Episoden
- Host Rasmus Cloes spricht mit Dr. Nadine Wagener von der PPC-Gruppe am OFFIS Oldenburg über Virtual Reality als Werkzeug für die seelische Gesundheit: Proband:innen bauen sich darin ihren eigenen Happy Place, lösen Konflikte mit dem Chef in einer digitalen Feuerwelt und lernen, Emotionen zu benennen, die sie sonst nicht in Worte fassen können. Am Ende geht es um die Kehrseite: Wann wird die Nutzung unseres Smartphones eigentlich problematisch – und woran erkennt eine KI das früher als wir selbst?
Nadine Wagener entwickelt VR-Anwendungen, in denen Nutzer:innen ihren eigenen "Happy Place" bauen: mit 3D-Objekten, Zeichnungen und Tieren gestalten sie eine Welt, die sie glücklich macht. Der Effekt reicht bis in den Alltag hinein – manche entdecken erst in der virtuellen Welt, was ihnen wirklich wichtig ist. Aus demselben Prinzip entsteht auch ein Werkzeug für Konflikte: Nutzer:innen bauen negative Emotionen als virtuelle Welt nach, etwa als Feuer, und lernen, sie über Techniken aus der Emotionsregulation wieder aufzulösen.
Im zweiten Teil des Gesprächs geht es um die Kehrseite der Digitalisierung: problematisches Smartphoneverhalten. Wagener erklärt, warum der Begriff "Handysucht" wissenschaftlich noch nicht anerkannt ist, welche Warnsignale es trotzdem gibt und wie ein KI-gestützter Risk Score künftig zeigen könnte, wann genau unsere Nutzung kippt.
Dr. Nadine Wagener leitet die PPC-Gruppe (Personal Pervasive Computing) am OFFIS – Institut für Informatik in Oldenburg. Sie promovierte an der Universität Bremen zum Einsatz von Virtual Reality für die seelische Gesundheit und forscht seit sieben Jahren im akademischen Bereich zur Schnittstelle von Alltagstechnologie, Wohlbefinden und Gesundheit. IJCAI kommt nach Bremen: Was eine der wichtigsten KI-Konferenz der Welt für die Stadt bedeutet
10.08.2026 | 25 Min.Host Rasmus Cloes spricht mit Prof. Dr. Tanja Schulz und Dr. Monika Michaelis. Die beiden haben gemeinsam mit anderen die IJCAI (International Joint Conference on Artificial Intelligence) – eine der ältesten und renommiertesten KI-Konferenzen der Welt, gegründet 1969 – nach Bremen geholt. Nach rund viereinhalb Jahren Vorbereitung kommt die Konferenz erstmals seit 43 Jahren wieder nach Deutschland.
Rund 2.000 bis 3.000 Forschende aus aller Welt werden erwartet, zwei Drittel davon auf Doktorand:innen-Niveau. Die Kernkonferenz selbst richtet sich an ein Fachpublikum. Drumherum entsteht mit dem "Summer of AI" ein umfangreiches Programm für die interessierte Öffentlichkeit: ein öffentliches Panel zu KI-Agentensystemen mit Speaker:innen von Google, eine KI-Ethik-Vorlesung des australischen Forschers Toby Walsh in der Bremischen Bürgerschaft, KI-Lounges auf dem Domshof zu Arbeitswelt, Medienvertrauen und Bildung sowie Mitmachstationen für Schüler:innen und Auszubildende.
Im Gespräch erklären Schulz und Michaelis, was KI-Agentensysteme eigentlich sind, warum ethische Leitplanken für selbstständig forschende KI-Systeme eine offene Forschungsfrage sind und weshalb Deutschlands strenge Datenregulierung – so hinderlich sie manchmal erscheint – langfristig zum Standortvorteil werden könnte. Ein Thema ist auch der europäische Gesundheitsdatenraum und der in Bremen entstehende "Biosignals-HUB", der Biosignale freiwilliger Bürger:innen sammelt. Und: Warum Windkraft und freie Flächen Bremen zu einem attraktiven Standort für Rechenzentren machen könnten.
Ein persönliches Anliegen von Tanja Schulz: KI braucht aus ihrer Sicht "Sinne" für den Menschen. Ein Gespür für Empathie, Aufmerksamkeit oder Gefahr, um wirklich zu verstehen, was Menschen brauchen. Zum Abschluss geht es um die großen Fragen: Verliert Deutschland den Anschluss an die USA und China? Braucht es ein Tempo-Limit für die KI-Entwicklung? Und schafft künstliche Intelligenz am Ende wirklich mehr Jobs, als sie vernichtet?Wenn die App entscheidet, wer zuerst dran ist: Digitale Triage in der Notaufnahme
29.06.2026 | 33 Min.Jede Nacht kommen Tausende Menschen in deutsche Notaufnahmen. Viele davon mit Beschwerden, die eigentlich kein Notfall sind. Das überlastet das Personal, kostet Zeit und kann im schlimmsten Fall Leben kosten. Doch was, wenn eine App vorab entscheiden könnte, wer wirklich dringend behandelt werden muss?
Host Rasmus Cloes spricht mit Timm Neeland, Notfallsanitäter und Gesundheitswissenschaftler, der das digitale Ersteinschätzungssystem Patient+ in einer Bremer Notaufnahme wissenschaftlich ausgewertet hat. Sie diskutieren, wie digitale Triage funktioniert, warum viele Patient:innen aus Angst und nicht aus medizinischer Notwendigkeit kommen und was die geplante Notfallreform wirklich verändern würde.
In Neelands-Studie stimmte das System nur in 54 Prozent der Fälle mit der ärztlichen Einschätzung überein. Was das bedeutet und ob wir digitalen Tools im Notfall wirklich vertrauen sollten, hört ihr in dieser Folge.
Zur Person
Timm Neeland ist ausgebildeter Notfallsanitäter und hat nach mehreren Jahren im Rettungsdienst Gesundheitswissenschaften studiert. In seiner Masterarbeit hat er das digitale Patientensteuerungssystem Patient+ evaluiert. Sein Fokus: Wie gut können digitale Tools die medizinische Ersteinschätzung unterstützen, ohne den Menschen dabei aus dem Blick zu verlieren?Likes, Grenzen, Gesetze: Sollen wir Kindern Social Media und Smartphones verbieten?
16.06.2026 | 1 Std. 8 Min.Sollten Kinder und Jugendliche weniger Zeit mit Smartphones und Social Media verbringen oder braucht es dafür sogar klare Regeln, Altersgrenzen oder Verbote? In der ersten Live-Ausgabe der Digital Health Talks sprechen Rasmus Cloes, Prof. Dr. Louisa Kulke und Tobias Windbrake darüber, wie digitale Medien auf Kinder und Jugendliche wirken.
Es geht um Handyverbote an Schulen, Altersgrenzen für Social Media, Beispiele aus anderen Ländern und um die Frage, wer eigentlich Verantwortung trägt: Eltern, Schulen, Politik oder die Plattformen selbst? Eine Folge über Schutz und Freiheit, Medienkompetenz und die Suche nach einem gesünderen Umgang mit und in digitalen Räumen.
Diese Folge ist eine Live-Aufzeichnung einer Veranstaltung aus der Reihe „Digital Health Talks – Der Live-Podcast zur Gesundheit der Zukunft“, die im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2026 - Medizin der Zukunft vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert wird. Die Veranstaltungen werden von der Universität Bremen in Kooperation mit dem Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS organisiert.- Künstliche Intelligenz soll die Medizin revolutionieren. Aber was davon ist Realität – und was ist Buzzword-Hype?
In dieser Sonderfolge des Digital Public Health Podcasts dreht Christoph Wellbrock den Spieß um: Host Rasmus Cloes sitzt ausnahmsweise auf dem Gästestuhl. Nach rund 50 Gesprächen mit Forschenden, Startup-Gründerinnen, Ärztinnen, Pflegekräften und Datenwissenschaftlern zieht er Bilanz – und sortiert, was vom großen KI-Versprechen im Gesundheitswesen wirklich bleibt.
In dieser Folge:
· KI in der Pflege und Arztpraxis – wie künstliche Intelligenz Dokumentation automatisiert und Pflegekräften mehr Zeit für Menschen gibt
· Gesundheitsdaten, elektronische Patientenakte (EPA) und der Europäische Gesundheitsdatenraum (EHDS) – warum „mehr Daten“ allein nicht reicht
· KI-gestützte Diagnostik – kann ein Algorithmus Krankheiten früher erkennen als ein Arzt?
· Prävention und digitale Gesundheits-Apps – von der Hautkrebserkennung bis zur Ausbruchsfrüherkennung bei Infektionskrankheiten
· Personalisierte Gesundheitsinformationen statt Google-Recherche – wie KI den Unterschied macht
· Wann „KI“ auf einem Produkt wirklich KI ist – und wann es nur Marketing ist
Fragen, die diese Folge beantwortet:
· Wie kann KI den Ärztemangel und Pflegenotstand abfedern?
· Was bedeutet „Garbage in, garbage out“ für die Medizin der Zukunft?
· Könnte KI die nächste Pandemie früher stoppen?
· Macht digitale Gesundheitstechnologie uns abhängiger – oder gibt sie uns mehr Zeit füreinander zurück?
Diese Folge richtet sich an alle, die Gesundheit ernst nehmen: ob Patient, medizinisches Fachpersonal, Digital-Health-Interessierte oder Forschende.
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Staff:
Host: Rasmus Cloes & Christoph Wellbrock
Redaktion: Maren Emde
Regie: Sebastian Budde
Kamera: Thomas Leleko
Audio: Tristan Vogel
Social Media: Leonie Hammen
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Über Digital Public Health Podcast
In einer Welt, in der digitale Technologien tief in unseren Alltag eingebettet sind, steht die öffentliche Gesundheit an der Schwelle zu einer bedeutenden Transformation. Der "Digital Public Health Podcast" öffnet Dir die Tür zu den vielschichtigen Facetten dieses faszinierenden Wandels. In jeder Episode führen wir Gespräche mit führenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Politikerinnen und Politikern sowie Pionierinnen und Pionieren aus der Start-up-Szene, die an der Schnittstelle von digitaler Innovation und öffentlicher Gesundheitsförderung wirken.
Gemeinsam beleuchten wir nicht nur die Chancen, die digitale Gesundheitslösungen bieten – von verbesserter Informationsverfügbarkeit über die Stärkung präventiver Maßnahmen bis hin zum Kampf gegen globale Gesundheitskrisen. Wir setzen uns auch kritisch mit den Herausforderungen auseinander, die diese Technologien mit sich bringen, wie Ungleichheiten beim Zugang, Datenschutzprobleme und die Gefahr sinnloser Zusatzaufgaben oder gar Schäden durch die Nutzung digitaler Angebote.
Der "Digital Public Health Podcast" zielt darauf ab, ein Licht auf die Arbeit derjenigen zu werfen, die die digitale Transformation im Gesundheitswesen vorantreiben, und gleichzeitig einen kritischen Diskurs über die Notwendigkeit einer ethischen, gerechten und nachhaltigen Integration digitaler Technologien in die öffentliche Gesundheit zu fördern.
Egal, ob Du eine Expertin oder ein Experte auf dem Gebiet bist, oder einfach nur neugierig auf den Einfluss der Digitalisierung auf unsere Gesundheit, dieser Podcast bietet Dir tiefe Einblicke, Inspiration und anregende Diskussionen. Begleite uns auf dieser wichtigen Reise, denn das Thema betrifft uns alle.
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