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Zugehört! Der Podcast des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr

ZMSBw - Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr
Zugehört! Der Podcast des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr
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99 Episoden

  • Zugehört! Der Podcast des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr

    25 Jahre Frauen in der Bundeswehr: Das Kreil-Urteil

    29.04.2026 | 33 Min.
    Seit Januar 2001 ist Frauen der Waffendienst erlaubt. Oberstabsgefreiter Gerrit Reichert spricht mit Zeitzeuginnen der ersten Stunde, Stabsfeldwebel Annett Selzer vom Logistikkommando der Bundeswehr in Erfurt und Hauptmann a.D. Sandy Kirchner, sowie Hauptmann Nils Birk vom ZMSBw über das Kreil-Urteil, das die Bundeswehr zweifellos veränderte.

    Vor genau 30 Jahren, 1996, klagte eine junge Frau aus Niedersachsen vor dem Verwaltungsgericht Hannover gegen die Bundesrepublik Deutschland. Die Elektronikerin Tanja Kreil wollte nach Abschluss ihrer zivilen Ausbildung als Waffenelektronikerin zur Bundeswehr, wurde aber abgelehnt. Der Grund: als Angehörige einer Instandsetzungseinheit hätte sie Dienst an der Waffe leisten müssen, was Frauen laut Grundgesetz nicht erlaubt war. Denn im Artikel 12a, Absatz 4 hieß es, dass Frauen „unter keinen Umständen Dienst an der Waffe leisten“ dürfen. Tanja Kreil sah sich in ihrem Geschlecht diskriminiert und das Verwaltungsgericht Hannover wandte sich zur rechtlichen Klärung an den Europäischen Gerichtshof (EuGH).

    Das Grundgesetz wird geändert

    Der EuGH gab Tanja Kreil recht. In Folge wurde der Artikel 12a, Absatz 4 des Grundgesetzes insofern geändert, als dass Frauen jetzt „auf keinen Fall zum Dienst mit der Waffe verpflichtet werden“ dürfen, der Waffendienst ihnen aber fortan auf freiwilliger Basis gestattet ist. Tanja Kreil machte von diesem wegweisenden Recht zwar keinen Gebrauch, statt ihrer aber 244 andere Frauen. Diese rückten im Januar 2001, vor genau 25 Jahren, als erste Frauen der Bundeswehr zum allgemeinen Waffendienst in die Streitkräfte ein. Mit dem Kreil-Urteil endete ein Ringen um geschlechterübergreifende Gleichstellung, dessen Anfänge bis in die Mitte der 1970er-Jahre zurückreichten.

    Im Dialog

    Stabsfeldwebel Annett Selzer war eine von 151 Frauen, die im Januar 2001 ihren Dienst beim Heer begannen (neben 76 bei der Luftwaffe und 17 bei der Marine). Hauptmann a.D. Sandy Kirchner meldete sich im Juli 2001 zum allerersten Lehrgang für weibliche Offiziere. Hauptmann Nils Birk ist Historiker am ZMSBw und beschäftigt sich in seiner Dissertation mit der Ausgangsfrage, welche Rolle Frauen bei der Streitkräfteplanung der Bundeswehr seit deren Gründung 1955 spielten. „Eine unerwartet und überraschend große“, sagt Birk, bis 2001 habe der parlamentarische Gesetzgeber hier aber sehr enge Grenzen gezogen.

    Oberstabsgefreiter Gerrit Reichert ist Fachjournalist mit dem Schwerpunkt Militärgeschichte. Einen Namen hat er sich vor allem als Biograph Lothar-Günther Buchheims und mit Büchern über U 96, „Das Boot“, gemacht.
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    In deutscher Kriegsgefangenschaft: Sowjetische Soldatinnen

    27.03.2026 | 44 Min.
    Direkt nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion 1941 meldeten sich Frauen freiwillig bei der Roten Armee, um zu kämpfen. Sie waren in gemischten Einheiten eingesetzt und wurden auch von der Wehrmacht gefangen genommen. Hauptmann Luisa Eckert und Obergefreiter der Reserve Philipp Janssen vom ZMSBw sprechen über die sowjetischen Soldatinnen in deutscher Kriegsgefangenschaft.
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    Männlichkeit und Militär im Zeitalter der Weltkriege

    26.02.2026 | 47 Min.
    Prof. Dr. Thomas Kühne und Carolin Kaiser forschen zu Männlichkeit und Militär.

    Militär und Männlichkeit waren in der deutschen Kaiserzeit bis 1918 und lange darüber hinaus eng miteinander verbunden, was sich in der oft gestellten Frage „Haben Sie gedient?“ niederschlug. Das Militär formte nach Ansicht der Zeitgenossen erst einen Mann zum echten Mann, der dadurch in die Lage versetzt wurde, sein Land und seine Familie zu verteidigen und für sie zu sorgen. Und so klar den Männern dieser Zusammenhang war, umso verwunderlicher ist es, dass die Erforschung dieser Verbindung lange ein Desiderat der Geschichtswissenschaft blieb.
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    Schutz wovor? Die kaiserliche Schutztruppe und die Realität kolonialer Gewalt

    22.01.2026 | 48 Min.
    Kaiserliche Schutztruppe – dieser Begriff klingt defensiv und vermittelt ein Gefühl der Sicherheit. Tatsächlich stand er aber für militärische Gewalt als zentralem Instrument kolonialer Herrschaft. Wessen Schutz war also gemeint – und vor wem sollte geschützt werden?

    In dieser Podcastfolge, moderiert von Dr. Christian Stachelbeck, Leiter des Forschungsprojekts Deutsches Militär im kolonialen Einsatz 1880–1918. Ein Kontinuum der Gewalt, sprechen Dr. Pierre Köckert, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften, und Christian Senne, Dozent für Militärgeschichte an der Marineunteroffizierschule, über Entstehung, Auftrag und Praxis der kaiserlichen Schutztruppe. Aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten die Gesprächspartner die Schutztruppe als militärischen, polizeilichen und administrativen Gewaltakteur.
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    Peter Tauber: Wie sicher ist Deutschland?

    19.12.2025
    Dr. Peter Tauber befasst sich mit der Frage, wie es um die Sicherheit Deutschlands steht und welche politischen, militärischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen dafür notwendig sind. Diese „Zugehört“-Folge wurde bei der 64. Internationalen Tagung für Militärgeschichte (ITMG) im November 2025 im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden aufgezeichnet.

    Begriffe wie Kriegstüchtigkeit und Wehrhaftigkeit waren lange Zeit nicht im öffentlichen Diskurs Deutschlands präsent, heute stehen sie in dessen Fokus. Ausgehend von der Beobachtung, dass die Geschichte der Bundesrepublik als eine fortwährende Suche nach Sicherheit verstanden werden kann, ordnet der Parlamentarische Staatssekretär a.D. und promovierte Historiker Peter Tauber die aktuellen sicherheitspolitischen Debatten ein.

    Unsere Sicherheit als gemeinsame Aufgabe
    Taubers Vortrag beleuchtet drei zentrale Ebenen: die Rolle der Politik, den Zustand der Bundeswehr und die Verantwortung der Gesellschaft. Besonders ausführlich geht Tauber auf die gesellschaftliche Dimension von Sicherheit ein. Er verweist auf aktuelle Studien des ZMSBw, die zeigen, dass sich das Bedrohungsbewusstsein in der deutschen Bevölkerung seit 2022 deutlich verändert hat. Sicherheit dürfe nach Tauber nicht allein als Frage von Zuständigkeiten verstanden werden, sondern als gemeinsame Verantwortung. Die zentrale Frage laute daher nicht nur, wie sicher Deutschland ist, sondern was heute getan werden muss, um auch künftig in Frieden und Freiheit leben zu können.

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Über Zugehört! Der Podcast des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr

Interviews des ZMSBw zu Militärgeschichte, Militärsoziologie und Sicherheitspolitik: für Wissenschaft, Bundeswehr und Gesellschaft
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