123 Episoden
Click Happens: Fehlerkultur, Phishing und MFA – mit Ines Spilleken & Frederik Buck
24.09.2026 | 56 Min.In dieser Folge des Human Firewall Podcasts spricht Gundi mit Ines Spilleken und Frederik Buck über das Zusammenspiel von Digitalisierung, Change Management und IT-Sicherheit. Ines leitet bei EHS den Bereich Digitalisierung und begleitet Veränderungsprozesse im Unternehmen. Frederik arbeitet in der Systemadministration und verantwortet gemeinsam mit dem IT-Team die technische Sicherheit. Ihre zentrale Botschaft: Digitalisierung beginnt nicht mit einem Tool, sondern mit den Menschen, die damit arbeiten sollen.
Anhand der Einführung von Multi-Faktor-Authentifizierung erzählen die beiden, wie ein Phishing-Vorfall ihre Sicherheitsmaßnahmen beschleunigt hat. Ein übernommener Firmen-Account führte zu einem Krisenstab und machte deutlich, wie entscheidend schnelle Kommunikation, gute Zusammenarbeit und eine gesunde Fehlerkultur sind. Statt nach Schuldigen zu suchen, geht es darum, Vorfälle früh zu melden, daraus zu lernen und Mitarbeitende gezielt zu unterstützen.
Außerdem geht es um die Frage, wie Veränderung im Unternehmen gelingt: zuhören, Sorgen ernst nehmen, verständlich aufklären und Alternativen anbieten. Ines und Frederik erklären, warum Mitarbeitende bei Sicherheitsmaßnahmen wie MFA mitgenommen werden müssen und weshalb persönliche Bedürfnisse oft vor der sachlichen Diskussion geklärt werden sollten.
Zum Schluss sprechen sie über KI, Schatten-KI und Automatisierung. Welche KI-Tools dürfen im Unternehmen eingesetzt werden? Wo liegen die Daten und was passiert mit ihnen? Die beiden zeigen, warum klare Regeln allein nicht reichen: Unternehmen brauchen sichere, offizielle Alternativen, regelmäßige Kommunikation und Teams, die neue KI-Funktionen offen an die IT herantragen.
Themen dieser Folge: Ines Spilleken, Frederik Buck, EHS, Digitalisierung, Change Management, IT-Sicherheit, Cybersecurity, Human Firewall, Security Awareness, menschlicher Faktor, Sicherheitskultur, Fehlerkultur, Phishing, Phishing-Angriff, Incident Response, Krisenstab, Multi-Faktor-Authentifizierung, MFA, Authenticator-App, YubiKey, Passwortsicherheit, E-Learning, Phishing-Simulationen, Mitarbeiterschulung, Kommunikation, Unternehmenskultur, KI, künstliche Intelligenz, Schatten-KI, Datenschutz, Berechtigungen, Automatisierung, Prozessmanagement, Change-Kommunikation
Du möchtest mehr über SoSafe erfahren? Dann schau hier vorbei: https://linktr.ee/humanfirewallpodcast Du hast Ideen, Anregungen, Fragen oder möchtest selbst zu Gast im Human Firewall Podcast sein? Dann schreib uns unter podcast@sosafe.de- Werbung: Dieses Video entstand in Kooperation mit der Deutschen Telekom In dieser Folge des Human Firewall Podcasts spricht Christian mit Thomas Tschersich über Cybersicherheit in einer Zeit wachsender Komplexität. Thomas ist Chief Security Officer der Deutschen Telekom und CEO von Telekom Security. Mit mehr als 30 Jahren Erfahrung erklärt er, warum Ruhe, Vertrauen und eingespielte Teams in einer Cyberkrise oft wichtiger sind als Aktionismus. Sein Grundsatz: Aufregung löst kein Problem – entscheidend ist, schnell handlungsfähig zu werden.
Ein Schwerpunkt des Gesprächs ist der Umgang mit Krisen. Thomas beschreibt die typische Dynamik zwischen hektischem Aktionismus, strukturiertem Arbeiten und der oft zu früh gestellten Schuldfrage. Damit Teams nicht in den „Headless-Chicken-Mode“ geraten, müssen sie den Ernstfall realitätsnah trainieren. Was passiert, wenn ein zentraler Rechner ausfällt, die Kommunikation nicht funktioniert oder gewohnte Hilfsmittel plötzlich nicht verfügbar sind? Solche Übungen helfen dabei, auch unter Druck klare Entscheidungen zu treffen und sich aufeinander verlassen zu können.
Außerdem sprechen Christian und Thomas über Deepfakes, Voice Phishing und KI-Agenten. Wenn Stimmen, Bilder und Videos täuschend echt nachgebildet werden können, gewinnt die digitale Identität an Bedeutung: „Identity is the new perimeter.“ Gleichzeitig plädiert Thomas für einen konstruktiven Umgang mit KI. Statt neue Technologien grundsätzlich zu verbieten, sollten Unternehmen ihre Chancen nutzen, Risiken gezielt begrenzen und Sicherheitsprinzipien wie das Vier-Augen-Prinzip auch auf KI-Agenten übertragen. Die zentrale Haltung dabei: Lösungen suchen, nicht nur Probleme.
Themen dieser Folge: Thomas Tschersich, Deutsche Telekom, Telekom Security, Chief Security Officer, CISO, Cybersecurity, Cybersicherheit, Informationssicherheit, Human Firewall, Security Awareness, menschlicher Faktor, Sicherheitskultur, Cyberkrise, Krisenmanagement, Incident Response, Krisenstab, Notfallübungen, Cybersecurity-Übungen, realitätsnahe Übungen, Stress, Resilienz, Entscheidungsfindung, Vertrauen, Teamarbeit, Schuldzuweisung, Deepfakes, Voice Phishing, Vishing, KI, künstliche Intelligenz, KI-Agenten, digitale Identität, Identity is the new perimeter, Zero Trust, Authentifizierung, Open Source, Medienkompetenz, Innovation, Regulierung
Du möchtest mehr über SoSafe erfahren? Dann schau hier vorbei: https://linktr.ee/humanfirewallpodcast Du hast Ideen, Anregungen, Fragen oder möchtest selbst zu Gast im Human Firewall Podcast sein? Dann schreib uns unter podcast@sosafe.de - In dieser Folge des Human Firewall Podcasts sprechen Gundi und Christian über Cybersicherheit im Alter und darüber, warum Betrugsmaschen wie Schockanrufe, falsche Polizisten oder Anlagebetrug gerade ältere Menschen häufig treffen. Die Angreifer nutzen dabei keine technische Unwissenheit aus, sondern menschliche Eigenschaften: Hilfsbereitschaft, Vertrauen in Autoritäten, Sorge um Angehörige und den Wunsch, in einer Notlage schnell zu helfen. Mit Zeitdruck, Angst und emotionaler Manipulation bringen sie ihre Opfer dazu, Geld zu übergeben oder sensible Informationen preiszugeben.
Gundi und Christian erklären, warum diese Betrugsmaschen so wirkungsvoll sind. Schockanrufe setzen das Gehirn unter Stress und drängen das prüfende Denken in den Hintergrund. Gleichzeitig entwickeln sich die Angriffe weiter: KI-gestützte Stimmklone und Deepfake-Videos können vertraute Personen oder bekannte Persönlichkeiten scheinbar glaubwürdig imitieren. Dadurch werden etwa angebliche Notrufe von Familienmitgliedern oder betrügerische Anlageempfehlungen noch überzeugender. Wichtig ist: Wer auf einen Scam hereinfällt, ist nicht naiv oder unaufmerksam. Oft folgen auf den finanziellen Schaden Scham und Rückzug – genau das hilft den Betrügern, weil Betroffene keine Unterstützung suchen und andere nicht gewarnt werden.
Die beiden zeigen, wie Familien ältere Angehörige schützen können, ohne sie zu bevormunden. Ein vereinbartes Familien-Codewort kann helfen, vermeintliche Notrufe zu überprüfen. Bei Druck, Geldforderungen oder ungewöhnlichen Anrufen gilt: auflegen und über eine bekannte, verlässliche Nummer zurückrufen. Auch ein fester Panikkontakt, ein Vier-Augen-Prinzip bei Überweisungen, Limits im Onlinebanking, Zwei-Faktor-Authentifizierung und ein gut sichtbarer Notfallzettel am Telefon können Sicherheit schaffen. Entscheidend ist ein offenes Gespräch in der Familie: Cybersicherheit im Alter ist kein einmaliges Technikproblem, sondern eine gemeinsame Vereinbarung, die Selbstbestimmung schützt und Scham durch Vertrauen ersetzt.
Themen dieser Folge: Cybersicherheit im Alter, Cybersecurity für ältere Menschen, Senioren, Schutz vor Betrug, Schockanrufe, Enkeltrick, falsche Polizisten, Vishing, Social Engineering, Telefonbetrug, Anlagebetrug, Investment Scams, Pig Butchering, KI-Betrug, künstliche Intelligenz, Deepfakes, Voice Cloning, Stimmklone, Deepfake-Videos, digitale Selbstverteidigung, Awareness, Schutz von Eltern und Großeltern, Familien-Codewort, Codewort, Notfallkontakt, Vier-Augen-Prinzip, Auflegen und zurückrufen, Onlinebanking, Überweisungslimits, Zwei-Faktor-Authentifizierung, MFA, digitale Privatsphäre, sozialer Druck, Autorität, Dringlichkeit, Angst, Scham, Vertrauen, Selbstbestimmung und Human Firewall
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Ein Schwerpunkt der Folge ist der Emotet-Angriff auf das Berliner Kammergericht im Jahr 2019, den Olaf aus unmittelbarer Nähe erlebt und über einen längeren Zeitraum begleitet hat. Nachdem ein Rechner versucht hatte, Kontakt zu einem Command-and-Control-Server aufzunehmen, entschied er, die Internetverbindung des Gerichts zu trennen. Obwohl zunächst viele davon ausgingen, dass es sich nicht um einen ernsthaften Vorfall handelte, bestätigten forensische Untersuchungen später die Manipulation des Systems. Die Angreifer waren zu diesem Zeitpunkt vermutlich bereits seit rund einem Monat im Netzwerk. Das Kammergericht blieb schließlich etwa ein Jahr vom Netz, während Infrastruktur, Prozesse und Sicherheitsarchitektur neu aufgebaut wurden.
Olaf schildert, wie es ist, unter großem Druck und auf Grundlage unvollständiger Informationen Entscheidungen mit weitreichenden Folgen zu treffen. Er erzählt von Widerständen innerhalb der Organisation, intensiver Krisenkommunikation und Mitarbeitenden, die in der Ausnahmesituation sehr unterschiedlich reagierten. Für ihn liegt darin eines der wichtigsten Learnings aus dem Angriff: Notfallpläne allein reichen nicht aus. Menschen müssen möglichst realitätsnah auf den Ernstfall vorbereitet werden, damit sie auch unter Stress handlungsfähig bleiben. Übungen sollten deshalb nicht nur bekannte Abläufe abfragen, sondern die Beteiligten bewusst mit unerwarteten Situationen konfrontieren.
Darüber hinaus sprechen Christian und Olaf über Passwortmythen, Passwortmanager und die Frage, warum sich Technik stärker am Menschen orientieren sollte. Außerdem geht es um die Entwicklung von breit gestreuten Emotet-Kampagnen hin zu gezielten und technisch hoch entwickelten Angriffen sowie um die Zukunft der Informationssicherheit in Berlin. Technische Vorhaben wie Zero Trust, IPv6 und Post-Quantum-Sicherheit sind für Olaf wichtig. Entscheidend ist für ihn jedoch eine Sicherheitskultur, in der Beschäftigte das Thema verstehen, Verantwortung übernehmen und Informationssicherheit selbstverständlich in ihren Arbeitsalltag integrieren.
Themen dieser Folge: Dr. Olaf Kroll-Peters, Landesbevollmächtigter für Informationssicherheit, Land Berlin, Berliner Verwaltung, Kammergericht Berlin, Berliner Justiz, Cybersicherheit, Cybersecurity, Informationssicherheit, IT-Sicherheit, Emotet, Cyberangriff, Cyber-GAU, Cyberkrise, Cyber-Ernstfall, Command-and-Control-Server, C&C-Server, Schadsoftware, Malware, Forensik, Incident Response, Krisenmanagement, Krisenkommunikation, Notfallplan, Notfallübungen, Cybersecurity-Übungen, Entscheidungsfindung, Stress, Psychologie, menschlicher Faktor, Human Firewall, Sicherheitskultur, Security Awareness, zielorientiertes Handeln, Resilienz, Cyberresilienz, Passwortsicherheit, Passwortmanager, Passwortmythen, Passphrasen, öffentliche Verwaltung, Behörden, Geheimdienste, gezielte Cyberangriffe, Zero Trust, IPv6, Post-Quantum-Sicherheit
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Gundi und Christian erläutern die psychologischen Mechanismen hinter dieser Alarmmüdigkeit. Bei der Habituation blendet das Gehirn wiederkehrende Reize aus, wenn diese über längere Zeit keine erkennbaren Konsequenzen haben. Gleichzeitig führt Decision Fatigue dazu, dass die Qualität von Entscheidungen sinkt, wenn Menschen immer wieder ähnliche Abwägungen treffen müssen. Hinzu kommt der sogenannte Cry-Wolf-Effekt: Produziert ein System zu viele Fehlalarme, verliert es an Glaubwürdigkeit und auch echte Bedrohungen werden nicht mehr ernst genommen. Das betrifft sowohl Beschäftigte im Arbeitsalltag als auch Security Operations Center, in denen täglich große Mengen an Alerts geprüft werden müssen. Alert Fatigue ist deshalb kein Zeichen unaufmerksamer Mitarbeitender, sondern häufig ein Konstruktionsproblem der eingesetzten Systeme.
Die beiden erklären, wie Unternehmen Alert Fatigue reduzieren können. Warnungen sollten kontextbezogen, klar priorisiert und nur dann eingesetzt werden, wenn tatsächlich eine Handlung erforderlich ist. Variierende, sogenannte polymorphe Warnungen können verhindern, dass sich das Gehirn zu schnell an ihr Erscheinungsbild gewöhnt. Number Matching unterbricht automatische Bestätigungen bei MFA-Anfragen, indem eine angezeigte Zahl aktiv mit der Authenticator-App abgeglichen werden muss. Zusätzlichen Schutz bieten phishingresistente Verfahren wie FIDO2, Sicherheitsschlüssel und Passkeys. Auch Phishing-Simulationen können dazu beitragen, abstrakte Warnungen mit konkreten Erfahrungen zu verbinden. Entscheidend ist, Sicherheitssysteme so zu gestalten, dass sie mit der menschlichen Aufmerksamkeit arbeiten – und nicht gegen sie.
Themen dieser Folge: Alert Fatigue, Alarmmüdigkeit, Warnmüdigkeit, Sicherheitswarnungen, Cybersecurity, IT-Sicherheit, Faktor Mensch, Human Firewall, Habituation, Gewöhnungseffekt, Decision Fatigue, Entscheidungsmüdigkeit, Cry-Wolf-Effekt, Fehlalarme, False Positives, Hintergrundrauschen, Sicherheitsentscheidungen, Security Operations Center, Alerts, Incidents, Multi-Faktor-Authentifizierung, MFA, MFA Fatigue, Push Bombing, Prompt Bombing, Uber-Hack, Lapsus$, ShinyHunters, Voice Phishing, Vishing, Social Engineering, künstliche Intelligenz, KI-Agenten, IT-Support-Betrug, polymorphe Warnungen, kontextbezogene Warnungen, Friction Design, Number Matching, Authenticator-App, FIDO2, Sicherheitsschlüssel, Passkeys und Phishing-Simulationen
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