Südbadens Alt-Banker sind überzeugt: Banken wird es noch eine ganze Weile geben. Unregulierte Internet-Marktplätze, wo sich Kapitalgeber und Kapitalnehmer ohne Aufsicht virtuell im Netz treffen, werden nicht an die Stelle der etablierten Finanzdienstleister treten. So macht Marcel Thimm, langjähriger Chef der Sparkasse Freiburg Nördlicher-Breisgau, im Videopodcast "BZ am Ohr" deutlich, dass es Banken sind, die mit ihrem Wissen die unterschiedlichen Interessen von Sparern und Kreditnehmern in Einklang bringen.
Thomas Keller, Firmenkundenspezialist und bis 2022 unter anderem Managing Director der Deutschen Bank in Freiburg und Stuttgart, weist auf die positiven Folgen des regulierten deutschen Bankwesens für die Entwicklung der heimischen Wirtschaft seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges hin. Schwierigkeiten einzelner Finanzdienstleister hätten gut abgefangen werden können, das Risiko einer Ansteckung sei gering gewesen.
Uwe Barth, über viele Jahre hinweg Sprecher des Vorstands der Volksbank Freiburg und ebenfalls Firmenkundenspezialist, sagt, ein guter Bankberater vermöge, wie ein Kunde zu denken. Für ihn heißt das, sich in der betreffenden Branche hervorragend auszukennen und sich intensiv mit den Problemen des Unternehmens auseinanderzusetzen. Der Anspruch müsse sein, "auf Augenhöhe mit der Unternehmerin oder dem Unternehmer zu reden".
Das Gespräch führte Bernd Kramer, Redaktionsleiter Wirtschaft bei der Badischen Zeitung.