207 Episoden
- Schwarzwaldhof, Instagram, Storytelling und Bücher schreiben – all das verbindet Geraldine Schüle, die als Hofinfluencerin mehr als eine halbe Million Menschen auf Instagram mit dem ungeschönten Alltag auf einem 500 Jahre alten, denkmalgeschützten Hof im Schwarzwald begeistert. In dieser Folge von „BZ am Ohr" spricht BZ-Redakteurin Gina Kutkat mit der dreifachen Buchautorin live auf der Podcastbühne beim Words and Vibes Festival auf dem Augustinerplatz in Freiburg.
Geraldine Schüle hat eine außergewöhnliche Biografie: aufgewachsen in einer Schaustellerfamilie, Studium der Ethnologie und Geografie, Ausbildung zur Zirkustrainerin, ausgedehnte Reisen in entlegene Weltgegenden – und schließlich das Leben mit ihrer Familie im selbst umgebauten Zirkuswagen. Heute renoviert sie gemeinsam mit ihrem Partner Patrick und ihren zwei Kindern Schritt für Schritt den alten Schwarzwaldhof und erzählt davon in Reels, die Millionen Aufrufe erreichen. Wie sie dabei ihren ganz eigenen Stil des Geschichtenerzählens gefunden hat und warum sie überzeugt ist, dass nicht Perfektion, sondern Echtheit auf Social Media zählt, erklärt sie im Gespräch mit eindrücklichen Bildern und Vergleichen.
Welche Rolle spielt Wahrheit für jemanden, die einst Auslandskorrespondentin werden wollte und heute bewusst auf politische Aussagen verzichtet? Wie schreibt man ein Buch, wenn zwei Kleinkinder, eine laufende Renovierung und ein voller Content-Kalender den Alltag bestimmen? Und was steckt hinter dem neuen Projekt, das Geraldine Schüle im Podcast zum allerersten Mal öffentlich ankündigt? Antworten auf diese Fragen gibt es in dieser Folge von „BZ am Ohr". - Auf Kaffeebecher, Pommes-Schälchen und Nudelboxen wird in Freiburg Verpackungssteuer fällig. Diese Steuer war von Anfang an umstritten – und steht nun, wenige Monate nach ihrer Einführung, im Januar 2026, wieder auf der Kippe. Am 20. Oktober entscheidet der Freiburger Gemeinderat, ob die Steuer auf eine reine Bechersteuer reduziert wird. Ausgerechnet jetzt, wo Potsdam als erste Stadt außerhalb Baden-Württembergs eine Verpackungssteuer nach Freiburger Vorbild eingeführt hat. In dieser Folge von „BZ am Ohr" spricht Podcast-Redakteurin Dora Schöls mit Alexandra Röderer, stellvertretende Leiterin der Freiburger Lokalredaktion der Badischen Zeitung, über die bewegte Geschichte der Steuer.
Wie funktioniert die Verpackungssteuer eigentlich genau – und warum hat sie so viel Unmut ausgelöst? Alexandra Röderer erklärt, welche kuriosen Schlupflöcher die Regelung produziert hat: Wer seine Pizza selbst abholt, zahlt Steuer – wer sie sich liefern lässt, nicht. Wer das Fleischkäsweckle direkt auf die Hand nimmt, zahlt nichts – wer es einpacken lässt, schon. Dazu kamen hohe Lebenshaltungskosten, der OB-Wahlkampf und sogar die Fastnacht, die das Thema zusätzlich aufgeheizt haben. Welche Rolle spielte die Verpackungssteuer beim Sieg von Oberbürgermeister Martin Horn im ersten Wahlgang?
Mit der Steuer hat Freiburg aber auch einen städtischen Mehrwegverbund mit rund 25 bis 30 Standorten aufgebaut – und würde wohl etwa 2,2 Millionen Euro dank der Verpackungssteuer einnehmen. Geld, das die Stadt gut gebrauchen kann. Belastbare Daten zur Wirksamkeit der Steuer gibt es auch noch nicht – die Evaluation ist erst für Anfang 2027 vorgesehen. Warum will eine Ratsmehrheit trotzdem schon jetzt handeln? Und was bedeutet eine Rückabwicklung für den Ruf Freiburgs als Green City – und für die mehr als 150 Städte in Deutschland, die gespannt auf das Freiburger Modell geschaut haben? - ADHS, Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung, ist eine der häufigsten psychischen Diagnosen im Kinder- und Jugendbereich – und die Zahlen steigen weiter: Laut einem DRK-Report von 2024 nahmen die Diagnosen innerhalb eines Jahres um 16 Prozent zu, bei Mädchen sogar um 46 Prozent seit 2020. Doch was steckt hinter diesem Anstieg? Und wie viel davon ist Medizin – wie viel Gesellschaft? In dieser Folge von „BZ am Ohr" diskutiert BZ-Redakteurin Katharina Meyer mit Oberärztin Monica Biscaldi-Schäfer von der Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJP) Freiburg sowie zwei betroffenen Müttern beim Podiumsabend der Reihe „Kinderheilunde im Dialog".
Medikamente - ja oder nein?
Wie läuft eine ADHS-Diagnose ab, und wohin sollten Eltern sich wenden? Welche Rolle spielen Sport, Ernährung und Therapie – und was hat es mit der sogenannten Oligoantigenen Diät auf sich, die gerade an der KJP Freiburg in einer Studie untersucht wird? Und dann ist da noch die große Frage, die alle Eltern umtreibt: Medikamente – ja oder nein?
Ein zentrales Thema des Abends ist die Schule: Wie viel können Lehrkräfte leisten – und was passiert, wenn das System nicht passt? Und was sind eigentlich die besonderen Stärken von Kindern mit ADHS? Auch das kommt in dieser Folge nicht zu kurz. - ADHS bei Frauen und Mädchen ist ein Thema, das lange übersehen wurde – und das hat Folgen: Viele Betroffene erhalten ihre Diagnose erst im Erwachsenenalter, manche erst mit Ende 40. In dieser Folge von „BZ am Ohr" spricht BZ-Redakteurin Nina Witwicki mit Jana aus Freiburg, die erst mit 49 Jahren erfahren hat, dass sie ADHS hat – und das nur durch Zufall, nämlich durch die Diagnose ihrer Tochter. Außerdem erklärt Swantje Matthies, Oberärztin am Zentrum für psychische Erkrankungen der Freiburger Uniklinik und Forscherin zu ADHS bei Erwachsenen, warum Mädchen und Frauen so viel seltener und später diagnostiziert werden als Jungen und Männer.
Denn ADHS bei Frauen sieht oft anders aus als das bekannte Bild des Zappelphilips: Betroffene sind häufig verträumt, still und in sich gekehrt – ihr Leiden ist für andere kaum sichtbar. Jana beschreibt, wie sie sich ihr Leben lang wie ein Alien gefühlt hat, ständig einen inneren „Zirkus im Kopf" erlebt hat und sich kontinuierlich selbst abgewertet hat. Wie hängen ADHS, Depressionen und Angststörungen zusammen? Und warum haben Menschen mit ADHS ein deutlich erhöhtes Risiko für Suchterkrankungen?
Jana erzählt auch, wie die Diagnose und die Medikamente ihr Leben verändert haben – und was es bedeutet, erst so spät zu verstehen, warum man sich immer anders gefühlt hat. Welche Tipps gibt sie Mädchen und Frauen, die glauben, betroffen zu sein? Und wie lange muss man heute auf einen Diagnosetermin warten? Antworten auf diese Fragen gibt es in dieser Folge von „BZ am Ohr". - Alkoholsucht, Abstinenz, Gastronomie – diese drei Begriffe klingen auf den ersten Blick wie ein Widerspruch. Nicht für Tanja Hornsteiner aus Schopfheim: Die Gastronomin ist seit 20 Jahren trocken und steht trotzdem täglich am Zapfhahn. In dieser Folge von „BZ am Ohr" spricht sie mit BZ-Redakteurin Sina Elbers offen über ihren langen Weg von der Abhängigkeit in die Abstinenz – und darüber, wie tückisch die Alkoholsucht ist: Rund zwei Millionen Menschen in Deutschland sind alkoholabhängig, viele davon merken es lange nicht.
Hornsteiner erzählt, wie der Alkohol in der Gastronomie für sie zunächst ganz selbstverständlich zum Alltag gehörte – und wie schleichend aus dem geselligen Feierabendbier eine Abhängigkeit wurde. Warum haben Frauen es dabei besonders schwer? Welche Rolle spielte es, dass Alkohol für sie als Gastronomin jederzeit verfügbar war? Und was war der Moment, der sie dazu brachte, sich Hilfe zu holen?
Heute leitet Hornsteiner im Kreis Lörrach selbst Selbsthilfegruppen für Menschen mit Suchtproblemen. Im Podcast erklärt sie, warum der Unterschied zwischen „ich darf nicht" und „ich will nicht" über Rückfall oder Abstinenz entscheiden kann – und was sie Menschen rät, die merken, dass Alkohol zu viel Raum in ihrem Leben einnimmt. Außerdem ordnet Stefan Festring, Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Uniklinik Freiburg, ein, warum Alkoholabhängigkeit so lange unerkannt bleibt und welche Faktoren die Chancen erhöhen, dauerhaft trocken zu bleiben.
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Über BZ am Ohr
Eine Woche, ein Thema, das Südbaden bewegt – das ist "BZ am Ohr". In diesem Podcast sprechen BZ-Redakteure und Redakteurinnen mit Menschen aus der Region – immer über ein Thema, über das man in Südbaden gerade spricht. Das kann Aktuelles sein, ein Kriminalfall oder spannende Hintergründe einer BZ-Geschichte. Auch andere Redakteurinnen und Redakteure der Badischen Zeitung kommen als Gesprächspartner ans Mikrofon: Sie berichten von ihren Recherchen oder teilen ihre Expertise. Neue Folgen gibt's immer donnerstags - hören Sie rein!
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