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BZ am Ohr

Badische Zeitung
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206 Episoden

  • BZ am Ohr

    Verpackungssteuer in Freiburg: Rudert die Green City jetzt zurück?

    19.10.2026 | 37 Min.
    Auf Kaffeebecher, Pommes-Schälchen und Nudelboxen wird in Freiburg Verpackungssteuer fällig. Diese Steuer war von Anfang an umstritten – und steht nun, wenige Monate nach ihrer Einführung, im Januar 2026, wieder auf der Kippe. Am 20. Oktober entscheidet der Freiburger Gemeinderat, ob die Steuer auf eine reine Bechersteuer reduziert wird. Ausgerechnet jetzt, wo Potsdam als erste Stadt außerhalb Baden-Württembergs eine Verpackungssteuer nach Freiburger Vorbild eingeführt hat. In dieser Folge von „BZ am Ohr" spricht Podcast-Redakteurin Dora Schöls mit Alexandra Röderer, stellvertretende Leiterin der Freiburger Lokalredaktion der Badischen Zeitung, über die bewegte Geschichte der Steuer.

    Wie funktioniert die Verpackungssteuer eigentlich genau – und warum hat sie so viel Unmut ausgelöst? Alexandra Röderer erklärt, welche kuriosen Schlupflöcher die Regelung produziert hat: Wer seine Pizza selbst abholt, zahlt Steuer – wer sie sich liefern lässt, nicht. Wer das Fleischkäsweckle direkt auf die Hand nimmt, zahlt nichts – wer es einpacken lässt, schon. Dazu kamen hohe Lebenshaltungskosten, der OB-Wahlkampf und sogar die Fastnacht, die das Thema zusätzlich aufgeheizt haben. Welche Rolle spielte die Verpackungssteuer beim Sieg von Oberbürgermeister Martin Horn im ersten Wahlgang?

    Mit der Steuer hat Freiburg aber auch einen städtischen Mehrwegverbund mit rund 25 bis 30 Standorten aufgebaut – und würde wohl etwa 2,2 Millionen Euro dank der Verpackungssteuer einnehmen. Geld, das die Stadt gut gebrauchen kann. Belastbare Daten zur Wirksamkeit der Steuer gibt es auch noch nicht – die Evaluation ist erst für Anfang 2027 vorgesehen. Warum will eine Ratsmehrheit trotzdem schon jetzt handeln? Und was bedeutet eine Rückabwicklung für den Ruf Freiburgs als Green City – und für die mehr als 150 Städte in Deutschland, die gespannt auf das Freiburger Modell geschaut haben?
  • BZ am Ohr

    Mein Kind hat ADHS – Schule, Medikamente und konkrete Tipps

    15.10.2026 | 54 Min.
    ADHS, Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung, ist eine der häufigsten psychischen Diagnosen im Kinder- und Jugendbereich – und die Zahlen steigen weiter: Laut einem DRK-Report von 2024 nahmen die Diagnosen innerhalb eines Jahres um 16 Prozent zu, bei Mädchen sogar um 46 Prozent seit 2020. Doch was steckt hinter diesem Anstieg? Und wie viel davon ist Medizin – wie viel Gesellschaft? In dieser Folge von „BZ am Ohr" diskutiert BZ-Redakteurin Katharina Meyer mit Oberärztin Monica Biscaldi-Schäfer von der Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJP) Freiburg sowie zwei betroffenen Müttern beim Podiumsabend der Reihe „Kinderheilunde im Dialog".

    Medikamente - ja oder nein?

    Wie läuft eine ADHS-Diagnose ab, und wohin sollten Eltern sich wenden? Welche Rolle spielen Sport, Ernährung und Therapie – und was hat es mit der sogenannten Oligoantigenen Diät auf sich, die gerade an der KJP Freiburg in einer Studie untersucht wird? Und dann ist da noch die große Frage, die alle Eltern umtreibt: Medikamente – ja oder nein?

    Ein zentrales Thema des Abends ist die Schule: Wie viel können Lehrkräfte leisten – und was passiert, wenn das System nicht passt? Und was sind eigentlich die besonderen Stärken von Kindern mit ADHS? Auch das kommt in dieser Folge nicht zu kurz.
  • BZ am Ohr

    ADHS bei Frauen: "Mein Leben lang habe ich mich falsch gefühlt, wie ein Alien"

    08.10.2026 | 42 Min.
    ADHS bei Frauen und Mädchen ist ein Thema, das lange übersehen wurde – und das hat Folgen: Viele Betroffene erhalten ihre Diagnose erst im Erwachsenenalter, manche erst mit Ende 40. In dieser Folge von „BZ am Ohr" spricht BZ-Redakteurin Nina Witwicki mit Jana aus Freiburg, die erst mit 49 Jahren erfahren hat, dass sie ADHS hat – und das nur durch Zufall, nämlich durch die Diagnose ihrer Tochter. Außerdem erklärt Swantje Matthies, Oberärztin am Zentrum für psychische Erkrankungen der Freiburger Uniklinik und Forscherin zu ADHS bei Erwachsenen, warum Mädchen und Frauen so viel seltener und später diagnostiziert werden als Jungen und Männer.

    Denn ADHS bei Frauen sieht oft anders aus als das bekannte Bild des Zappelphilips: Betroffene sind häufig verträumt, still und in sich gekehrt – ihr Leiden ist für andere kaum sichtbar. Jana beschreibt, wie sie sich ihr Leben lang wie ein Alien gefühlt hat, ständig einen inneren „Zirkus im Kopf" erlebt hat und sich kontinuierlich selbst abgewertet hat. Wie hängen ADHS, Depressionen und Angststörungen zusammen? Und warum haben Menschen mit ADHS ein deutlich erhöhtes Risiko für Suchterkrankungen?

    Jana erzählt auch, wie die Diagnose und die Medikamente ihr Leben verändert haben – und was es bedeutet, erst so spät zu verstehen, warum man sich immer anders gefühlt hat. Welche Tipps gibt sie Mädchen und Frauen, die glauben, betroffen zu sein? Und wie lange muss man heute auf einen Diagnosetermin warten? Antworten auf diese Fragen gibt es in dieser Folge von „BZ am Ohr".
  • BZ am Ohr

    Trocken hinter der Theke: Wie eine Wirtin ihre Alkoholsucht besiegte

    01.10.2026 | 33 Min.
    Alkoholsucht, Abstinenz, Gastronomie – diese drei Begriffe klingen auf den ersten Blick wie ein Widerspruch. Nicht für Tanja Hornsteiner aus Schopfheim: Die Gastronomin ist seit 20 Jahren trocken und steht trotzdem täglich am Zapfhahn. In dieser Folge von „BZ am Ohr" spricht sie mit BZ-Redakteurin Sina Elbers offen über ihren langen Weg von der Abhängigkeit in die Abstinenz – und darüber, wie tückisch die Alkoholsucht ist: Rund zwei Millionen Menschen in Deutschland sind alkoholabhängig, viele davon merken es lange nicht.

    Hornsteiner erzählt, wie der Alkohol in der Gastronomie für sie zunächst ganz selbstverständlich zum Alltag gehörte – und wie schleichend aus dem geselligen Feierabendbier eine Abhängigkeit wurde. Warum haben Frauen es dabei besonders schwer? Welche Rolle spielte es, dass Alkohol für sie als Gastronomin jederzeit verfügbar war? Und was war der Moment, der sie dazu brachte, sich Hilfe zu holen?

    Heute leitet Hornsteiner im Kreis Lörrach selbst Selbsthilfegruppen für Menschen mit Suchtproblemen. Im Podcast erklärt sie, warum der Unterschied zwischen „ich darf nicht" und „ich will nicht" über Rückfall oder Abstinenz entscheiden kann – und was sie Menschen rät, die merken, dass Alkohol zu viel Raum in ihrem Leben einnimmt. Außerdem ordnet Stefan Festring, Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Uniklinik Freiburg, ein, warum Alkoholabhängigkeit so lange unerkannt bleibt und welche Faktoren die Chancen erhöhen, dauerhaft trocken zu bleiben.
  • BZ am Ohr

    Wird Psychotherapie zum Luxusgut? Wie schlimm die Kürzungen wirklich sind

    24.09.2026 | 50 Min.
    Ein Drittel aller Menschen braucht irgendwann im Leben mal psychotherapeutische Hilfe. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen ist die Lage dramatisch. Etwa jedes fünfte Kind lebt mit einer psychischen Störung. Und trotzdem wird im Bereich der Psychotherapie gerade massiv gekürzt – und zwar an mehreren Stellen. Wird Psychotherapie also zum Luxusgut, das sich bald nur noch Reiche und Privatversicherte leisten können?

    Im Podcast BZ am Ohr sprechen darüber mit BZ-Redakteurin Dora Schöls zwei Freiburger Psychotherapeuten mit langjähriger Berufserfahrung. Martin Klett ist Psychotherapeut für Kinder und Jugendliche mit Praxis in Freiburg, außerdem Vizepräsident der Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg und im Landesvorstand des Berufsverbands bvvp. Anne Dormann ist Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie mit eigener Praxis in Freiburg. Darüber hinaus ist sie Delegierte der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg und Bezirksvertreterin des Berufsverbands bvvp.

    Die Honorarkürzung um 4,5 Prozent machte im Frühjahr Schlagzeilen - diese hat mittlerweile ein Gericht vorläufig ausgesetzt. Doch seitdem kamen weitere erhebliche Kürzungen dazu: Mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungs-Gesetz fallen psychotherapeutische Leistungen wieder unter einen Budgetdeckel. Therapeutinnen und Therapeuten bekommen also nur eine begrenzte Zahl an Therapiestunden bezahlt. Fallen damit überall Therapieplätze weg? Oder ist es nicht eigentlich fair, dass in allen Bereichen gekürzt wird?

    Und was bedeutet das alles für Kinder und Jugendliche, deren psychische Gesundheit seit der Corona-Pandemie in einer Dauerkrise steckt? Kürzen Politik und Krankenkassen hier nicht an der völlig falschen Stelle? Und das in einer Zeit, in der die Ausbildung von Psychotherapeuten völlig umgebaut wird - die Finanzierung des neuen Systems aber noch gar nicht sicher ist. Antworten gibt es in dieser Folge von BZ am Ohr.

    Wo finde ich Hilfe?
    Die erste Anlaufstelle kann und sollte immer der Hausarzt oder die Hausärztin sein. Für eine psychotherapeutische Sprechstunde, in der abgeklärt wird, ob eine Psychotherapie indiziert ist, ist es sinnvoll, direkt mehrere psychotherapeutische Praxen zu kontaktieren. Alternativ kann man sich an die Termin-Servicestelle unter der Telefonnummer 116 117 wenden. Für schwere Notlagen bieten auch Psychiater freie Sprechstunden an, für die man keinen Termin braucht. Man sollte bei der Suche nach einem Therapieplatz ausdauernd dranbleiben - Anne Dormann empfiehlt hier zum Beispiel die Tamly-App für Kassenpatienten.
    Bei akuten Notfällen und unmittelbarer Suizidgefahr sollte man den Notruf unter 112 wählen oder direkt in die Notaufnahme des nächsten Krankenhauses fahren.
    Darüber hinaus gibt es rund um die Uhr die Telefonseelsorge unter der Nummer 0800 111 01 11 oder auch per Chat, alle Infos dazu unter www.telefonseelsorge.de. Einen Überblick über Selbsthilfegruppen in der Region gibt es unter www.selbsthilfe-freiburg.de und unter www.selbsthilfegruppen-freiburg.de.
    Infos gibt es auch hier: www.deutsche-depressionshilfe.de/akut
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Über BZ am Ohr
Eine Woche, ein Thema, das Südbaden bewegt – das ist "BZ am Ohr". In diesem Podcast sprechen BZ-Redakteure und Redakteurinnen mit Menschen aus der Region – immer über ein Thema, über das man in Südbaden gerade spricht. Das kann Aktuelles sein, ein Kriminalfall oder spannende Hintergründe einer BZ-Geschichte. Auch andere Redakteurinnen und Redakteure der Badischen Zeitung kommen als Gesprächspartner ans Mikrofon: Sie berichten von ihren Recherchen oder teilen ihre Expertise. Neue Folgen gibt's immer donnerstags - hören Sie rein!
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