Armut, psychische Gesundheit und Klassenkampf – darüber spricht Miriam Davoudvandi in dieser Folge von „BZ am Ohr". Die 33-jährige Journalistin und Podcasterin ist in Bad Säckingen am Hochrhein aufgewachsen. In einer Sozialwohnung, umgeben von Wohlstand, den sie selbst nie hatte. In ihrem aktuellen Buch „Das können wir uns nicht leisten – Was es bedeutet, in Deutschland arm zu sein" (btb) beschreibt sie, wie Armut von der Geburt bis zum Tod alles beeinflusst: Bildungschancen, Gesundheit, Partnerwahl und vor allem die Psyche.
Miriam erzählt, warum sie trotz Bestnoten auf die Hauptschule sollte, wie Hip-Hop und der Rapper Haftbefehl ihr halfen, sich gesehen zu fühlen, und warum sie ihre ADHS erst mit 30 diagnostiziert bekam. Sie erklärt den Zusammenhang zwischen Armut und Depression und warum sie heute mit ihrem Podcast „Danke, gut" über mentale Gesundheit spricht. Wie geht es Menschen, die jeden Cent umdrehen müssen? Was bedeutet sozialer Aufstieg wirklich? Und warum reichen Achtsamkeitskurse nicht aus, um eine gute Psyche für alle zu schaffen?
Im Gespräch mit BZ-Redakteurin Dora Schöls wird deutlich: Armut ist nicht nur eine Frage des Geldes, sondern auch ein Gefühl, das Menschen ein Leben lang prägt. Miriam fordert ein Umdenken in der Debatte über Sozialleistungen und erklärt, was sie tun würde, wenn sie Bundeskanzlerin wäre – und warum sie diesen Traum längst aufgegeben hat.