87 Episoden
- Wolfram Weimer ist Kulturstaatsminister der Bundesregierung – und einer
der umstrittensten Amtsinhaber, die dieses Ressort bisher hatte. Er
arbeitete als Journalist, Verleger und Medienunternehmer, bevor ihn
Friedrich Merz 2025 ins Kabinett holte. Jetzt ist er zu Gast im
unendlichen Podcast.
Im Gespräch geht es um Weimers Rolle als Kulturstaatsminister, um die
heftige Kritik, die seine Berufung von Beginn an begleitet hat, und um
sein freundschaftliches Verhältnis zu Friedrich Merz. Wolfram Weimer
spricht über den Erfolg der AfD, über die Krise der CDU und über seine
eigenen Fehler im Amt. Er schwärmt vom Erfolg des grünen Politikers Cem
Özdemir in Baden-Württemberg und erklärt, wie er selbst zum Feindbild
der Rechten wurde.
Wenige Tage nach dem Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt kreist das
Gespräch auch um die politische Mitte in Deutschland, die nach Weimers
Eindruck zu lange zu still geblieben ist. Er spricht über einen Wandel
in der öffentlichen Debatte von Verteilungs- hin zu Identitätsfragen und
darüber, dass historische Orte und nationale Symbole nicht
Rechtsradikalen überlassen werden dürften.
Wolfram Weimer erinnert sich an sein Studium in Frankfurt, an seine
Rebellion gegen 68er-Lehrer und -Professoren und an den Kauf seiner
ersten Aktie als Student. Er spricht darüber, dass sich für ihn die Zeit
zwischen dem Fall der Mauer 1989 und dem 11. September 2001 so angefühlt
habe, als habe sich das Modell einer liberalen marktwirtschaftlichen
Gesellschaft durchgesetzt – und warum diese vermeintliche Gewissheit
gegenwärtig zu zerbrechen drohe.
Wolfram Weimer wurde 1964 in Gelnhausen geboren. Er wuchs in einem
Lehrerhaushalt auf und verbrachte einen Teil seiner Kindheit in
Portugal. Später studierte er Geschichte, Germanistik und
Politikwissenschaft und promovierte über die Bank of North America.
Seine journalistische Karriere begann er bei der »Frankfurter
Allgemeinen Zeitung«, später wurde er Chefredakteur der Tageszeitung
»Die Welt«. 2004 gründete er das politische Magazin »Cicero«, dessen
Redaktion er als Verleger und Chefredakteur führte. 2011 wurde er
kurzzeitig Chefredakteur des Magazins "Focus", 2012 gründete er
gemeinsam mit seiner Frau das Unternehmen Weimer Media Group.
Nach 4 Stunden und 25 Minuten beendet Wolfram Weimer das Gespräch. Denn
das kann bei »Alles gesagt?« nur der Gast.
Produktion: Pool Artists
Redaktion: Svenja Heinrichs, Sophie Hübner, Vincent Mank, Hannah
Schraven,
Gästemanagement: Paula Georgi, Anna Vahldick
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Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. - Caroline Wahl wurde mit ihrem Debütroman 22 Bahnen schlagartig zu einem
der bekanntesten Namen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Das
Buch stand monatelang auf der Bestsellerliste und verkaufte sich über
eine Million Mal. Jetzt ist der »Shootingstar der deutschen Literatur«,
wie der Spiegel schrieb, zu Gast im unendlichen Podcast.
Im Gespräch erzählt Caroline Wahl, wie sie aus Frust über ihre Arbeit in
einem Verlag in Zürich ihren ersten Roman schrieb – in nur drei Monaten,
abends und am Wochenende. Sie berichtet von der Resonanz auf die ersten
Seiten, von der Auktion um das Manuskript, von ihrem kometenhaften
Erfolg und von Lesereisen durch kleine Städte, von einsamen Hotelzimmern
und Stofftieren als Begleitern unterwegs. Es geht um das Schreiben als
Sprung in andere Lebensrealitäten, um die jungen Frauen in ihren
Romanen, die sich unter schwierigen Bedingungen behaupten müssen, und um
die Frage, warum gerade sie solche Figuren erzählt, obwohl sie selbst
aus einer behüteten Familie stammt.
Caroline Wahl spricht über Erfolg und die Angst, ihn wieder zu
verlieren, über Öffentlichkeit und die Zuschreibungen, die mit ihr
einhergehen, über ihre Liebe zur Mathematik und über ihren neuen Roman:
die Geschichte einer jungen Hochstaplerin, die mit wechselnden
Identitäten durch soziale Welten driftet.
Caroline Wahl wurde 1995 in Mainz geboren, wuchs in Schriesheim bei
Heidelberg auf und lebt heute in Kiel. Ihre Mutter war
Grundschullehrerin, ihr Vater Chirurg. Früh fand sie über das Lesen zur
Literatur; später arbeitete sie in Verlagen. Ihr neuer Roman 1999 Meter
über dem Meer erscheint am 26. August 2026 bei Rowohlt.
Nach 2 Stunden und 58 Minuten beendet Caroline Wahl das Gespräch, denn
das darf bei Alles gesagt? nur die Gästin.
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ihrer Wahlheimat Großbritannien als Deutschlanderklärerin. Sie wird
immer dann besonders aufmerksam gelesen, wenn es um die Frage geht, wie
Demokratien ins Wanken geraten. 2026 hat sie ein Buch zur Weimarer
Republik veröffentlicht, in dem sie von der jungen Demokratie und deren
Fall in den Nationalsozialismus erzählt. Jetzt ist Katja Hoyer zu Gast
im unendlichen Podcast.
Im Gespräch erklärt sie, welche Lehren wir heute aus der Weimarer
Republik ziehen können – und welche nicht. Sie erzählt, wie politische
Radikalisierung nicht im Abstrakten, sondern im Alltag beginnt, und
fragt, warum Menschen, die vorher eher unpolitisch waren, sich
autoritären Bewegungen zuwenden. Ihr Buch »Weimar: Glanz und Grauen der
deutschen Geschichte« berichtet auch anhand der Tagebücher des Weimarer
Bürgers Carl Weirich von diesen Prozessen.
Katja Hoyer spricht auch über das Thema, mit dem sie international
bekannt wurde: ihre Forschung zur DDR. Sie selbst ist 1985 in der
ehemaligen Wilhelm-Pieck-Stadt Guben in der DDR geboren. Ihr Vater war
Offizier in den Luftstreitkräften der NVA und Elektroingenieur, ihre
Mutter Lehrerin. Sie berichtet von ihrer Schulzeit in Brandenburg, von
ihrem »Dickschädel«, der ihr schon als Schülerin Ärger einbrachte, und
davon, wie sie sich mit Harry Potter und BBC-Hörspielen selbst Englisch
beibrachte. Heute lebt und schreibt sie in Großbritannien. Und berät
König Charles in britisch-deutschen Fragen.
Katja Hoyers Buch »Beyond the Wall«, in Deutschland 2023 unter dem Titel
»Diesseits der Mauer« erschienen, wurde in ihrer Wahlheimat viel gelesen
und in Deutschland kontrovers diskutiert. Im Podcast spricht sie über
ihre Methode, Geschichte nicht als Abfolge politischer Ereignisse,
sondern über die Lebenswirklichkeiten einzelner Menschen zu erzählen –
und warum das mitunter Diskussionen auslöst.
Nach 5 Stunden und 31 Minuten beendet Katja Hoyer das Gespräch, denn das
darf bei »Alles gesagt?« nur die Gästin.
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Einem Millionenpublikum wurde sie durch die TV-Serie »Oh Gott, Herr
Pfarrer« bekannt, später war sie die Hauptdarstellerin in den nach ihr
benannten Comedyserien »Nachtschwester Kroymann« und »Kroymann«. Und
jetzt ist Maren Kroymann zu Gast im unendlichen Podcast.
Maren Kroymann wurde 1949 im niedersächsischen Walsrode geboren und ist
in Tübingen aufgewachsen. Ihr Vater war Professor für Klassische
Philologie, ihre Mutter Romanistin. In den 1970er-Jahren zog sie nach
West-Berlin und studierte auf Lehramt; 1977 bestand sie das Erste
Staatsexamen. Mit ihrem Bühnenprogramm »Auf du und du mit dem
Stöckelschuh« wurde Maren Kroymann 1982 dem Kabarettpublikum bekannt,
von 1985 an trat sie regelmäßig in der legendären TV-Kabarettsendung
»Scheibenwischer« auf. Sie wurde mehrfach mit dem Grimme-Preis und mit
dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Ihr wurden das
Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland und der
Verdienstorden des Landes Berlin verliehen.
Mit Christoph Amend und Jochen Wegner spricht Maren Kroymann über ihren
Weg auf die Bühne und die Rollen ihres Lebens, über Humor und Feminismus
– und über die Leihmutterschaftsdebatte, die der Politiker Jens Spahn
ausgelöst hat. Sie erinnert sich an ihre schwäbische Heimat, an prägende
Aufenthalte in Paris und in den USA – und an ihr Coming-out in den
1990er-Jahren. Außerdem erzählt sie, wie sie während ihres Studiums in
den 1970er-Jahren wegen ihrer politischen Haltung von konservativen
Professoren auf eine »schwarze Liste« gesetzt wurde.
Nach 5 Stunden und 37 Minuten beendet Maren Kroymann das Gespräch, denn
das darf bei »Alles gesagt?« nur die Gästin.
Produktion: Pool Artists
Redaktion: Sophie Hübner, Hannah Schraven, Vincent Mank, Sophia Hubel
(Freie Mitarbeit)
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Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. - Sie gehört zu den profiliertesten Gravitationsforscherinnen ihrer
Generation und befasst sich mit den größten Fragen der Physik: Wie
funktioniert das Universum – und reicht Einsteins Relativitätstheorie
wirklich aus, um es zu beschreiben? Jetzt ist die Physikerin Lavinia
Heisenberg zu Gast im unendlichen Podcast. Sie spricht über ihre
Forschung zur Schwerkraft, neue Perspektiven auf Einstein und darüber,
ob Gravitonen womöglich eine Masse haben.
Im Gespräch erzählt Heisenberg, wie früh ihre Faszination für den Kosmos
begann. Als Kind sei der Mond für sie eine Konstante gewesen, er habe
sie durch verschiedene Lebensphasen und die vielen Umzüge begleitet, die
sie damals erlebte. Früh stand für sie fest, dass sie Astronautin werden
wollte. Beinahe wäre der Traum in Erfüllung gegangen: Sie bewarb sich
für das ESA-Astronautenprogramm und kam unter die letzten 30.
Außerdem geht es um Heisenbergs Wissenschaft – um Gravitation, um die
Grenzen bestehender Theorien und um ihre Lust, diese neu zu denken.
Lavinia Heisenberg studierte Physik in Heidelberg, nachdem sie zuvor
auch Medizin und Psychologie in Betracht gezogen hatte. Sie hat in
vielen verschiedenen Ländern geforscht, spricht sechs Sprachen fließend
und sagt selbst, dass man in jeder Sprache die Welt mit anderen Augen
sieht.
Heisenberg spricht auch über ihren Weg durch eine Wissenschaft, in der
Frauen bis heute unterrepräsentiert sind. Weil an ihrer Schule kein
Physik-Leistungskurs zustande kam, musste sie sich zu Beginn des
Studiums vieles selbst erarbeiten. Sie erzählt von Professoren, die ihr
vom Fach abrieten. Aufhalten ließ sie sich davon nicht: Sie beendete ihr
Studium als eine der Besten ihres Jahrgangs. Für schlechte Tage greift
sie noch immer zu ihrer »Mondtherapie«, wie sie die Methode selbst
lachend im Podcast nennt. Nach fünf Stunden und 43 Minuten beendet sie
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Wir befragen außergewöhnliche Menschen – so lange, bis sie selbst erklären, dass jetzt “alles gesagt” sei. Ein Gespräch kann also zwölf Minuten oder drei Stunden dauern.
Die Interviewer, Christoph Amend, Editorial Director der ZEIT und Jochen Wegner, Chefredakteur der ZEIT, sind auf alles vorbereitet – und haben hunderte Fragen und meistens auch ein paar Spiele für ihren Gast dabei.
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