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Sternstunde Philosophie

Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)
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  • Sternstunde Philosophie

    Warum braucht es Menschen auf dem Mond, Alexander Gerst?

    25.04.2026 | 1 Std.
    Zum ersten Mal seit 54 Jahren waren im April Menschen unterwegs zum Mond. Die Euphorie war riesig. Aber braucht die Menschheit im 21. Jahrhundert wirklich noch Astronauten – oder sind sie teure Symbolfiguren in einem politischen Wettlauf? Olivia Röllin spricht mit dem Astronauten Alexander Gerst.

    Alexander Gerst, Astronaut und Geophysiker, war zweimal auf der Internationalen Raumstation ISS und verbrachte so knapp ein Jahr im All. Nun ist der 50-jährige Deutsche auf der Shortlist für die Mission «Artemis IV», die ab 2028 Menschen zum Mond schicken möchte. Und diesmal sollen sie länger bleiben. Was genau will sein Arbeitgeber, die Europäische Raumfahrtagentur ESA, zu der auch die Schweiz gehört, auf dem Mond? Und warum will sie gar mit einer eigenen Mission, genannt «Argonaut», zusätzlich dorthin? Und was bedeutet es, wenn das All zunehmend militarisiert und von privaten Akteuren wie Elon Musks Space-X mitkontrolliert wird?

    Ein Gespräch unter der Leitung von Olivia Röllin über die Faszination für das Unfassbare, die Grenzen des Machbaren – und die Frage, ob wir uns bemannte Raumfahrt in Zeiten von Klimakrise, Kriegen und knappen Budgets noch leisten wollen.
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    Das Völkerrecht – ein zahnloser Tiger?

    18.04.2026 | 1 Std.
    Russland greift die Ukraine an, China droht Taiwan, die USA wollen Grönland besetzen und Donald Trump droht mit der vollkommenen Auslöschung des Iran. Experten sind sich einig: Die Verstösse gegen das Völkerrecht mehren sich. Was bedeutet das für die regelbasierte Ordnung?

    Weltweit mehrten sich zuletzt Verstösse gegen das Völkerrecht. Das Recht des Stärkeren scheint sich gegen das Regelwerk der internationalen Gemeinschaft immer mehr durchzusetzen. Internationale Gerichte werden nicht von allen Staaten anerkannt, und der UN-Sicherheitsrat ist häufig blockiert, was eine wirksame Ahndung von Völkerrechtsbrüchen erschwert.

    Warum hat das Völkerrecht so wenig Handhabe, Gewalt zu verhindern? Erwarten wir zu viel vom Recht, ja, wird es derzeit sogar zu sehr ausgedehnt, wenn es nun auch noch zu menschenrechtsbasierten Klimaklagen kommt?

    Barbara Bleisch fragt nach bei Helen Keller, Professorin für Völkerrecht, Europarecht und öffentliches Recht an der Universität Zürich und während neun Jahren Richterin am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg.
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    Lob der Verletzlichkeit?

    11.04.2026 | 58 Min.
    In einer Welt voller Krisen rückt die eigene Verletzlichkeit schmerzlich ins Bewusstsein – und wird zur Einladung, Stärke neu zu denken: als Fähigkeit, berührbar zu bleiben. Doch was ist sie überhaupt für eine Fähigkeit und welche Kraft liegt in der Verletzlichkeit?

    Jetzt, wo weltweit Kriege eskalieren und soziale Spannungen zunehmen, wird die menschliche Verletzlichkeit sichtbarer denn je. Was als ferne geopolitische Krise beginnt, reicht längst in unseren Alltag hinein: Unsicherheit, Kontrollverlust, das Gefühl, dass Stabilität keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Zugleich wächst das Bedürfnis nach Solidarität, nach verlässlichen Beziehungen und nach einem neuen Verständnis von Stärke, das nicht auf Unangreifbarkeit, sondern auf Berührbarkeit gründet.

    Die Moderne erzählt gerne die Geschichte der radikal autonomen Person, die niemanden braucht und ihre Abhängigkeiten hinter sich lässt. Verletzlichkeit erscheint dabei als Makel, als Bedrohung der eigenen Souveränität. Die Philosophin und Autorin Barbara Schmitz und der Philosoph und Mediziner Giovanni Maio widersprechen dieser Erzählung entschieden. Für sie gehört Verletzlichkeit zu den grundlegenden Bedingungen des Menschseins: Sie mache Beziehung überhaupt erst möglich, sei Voraussetzung von Empathie und könne eine Quelle von Sinn und Solidarität sein.

    Olivia Röllin fragt nach, wie wir Verletzlichkeit neu denken können, wie sich der Blick auf uns selbst, auf andere und auf die demokratische Gemeinschaft verändert, wenn wir Abhängigkeit nicht länger stigmatisieren, sondern als ureigene menschliche Kraft begreifen, und worin diese Kraft eigentlich besteht.
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    Glaube ade? Die schwindende Bedeutung von Religion

    04.04.2026 | 59 Min.
    Was, wenn der Gottesglaube allmählich verdunstet? Wenn die Kirchen zu Eventlokalen mutieren? Der Religionssoziologe Detlef Pollack würde dies bedauern, obwohl er selbst nicht gläubig ist. Doch warum? Was verliert eine Gesellschaft, wenn sie den Glauben verliert?

    Auf Tiktok, Instagram und Youtube missionieren christliche und muslimische Influencer fleissig und sprechen vor allem ein junges Publikum an. Tech-Milliardär Peter Thiel hält in Rom Vorträge über den «Antichristen». Donald Trump betet im Oval Office. Und in der Schweiz scheinen Freikirchen wieder an Zulauf zu gewinnen. Dennoch ist Detlef Pollack überzeugt: Der Gottesglaube ist auf dem Weg, in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Der renommierte Religionssoziologe forscht am Centrum für Religion und Moderne der Universität Münster und hat für die Neuauflage seines Buches «Religion in der Moderne» weltweite Daten zu Religiosität und Glauben zusammengetragen.

    Selbst im Iran und in den USA verlöre die Religion an Rückhalt. Wer nun meine, die Menschen kehrten der Religion den Rücken, fänden aber Zuflucht in alternativen Formen der Spiritualität wie Meditation, Yoga oder Schamanismus, liege ebenso falsch, sagt Pollack. Auch Spiritualität nehme weltweit ab. Beunruhigend oder eher befreiend?

    Barbara Bleisch fragt nach, ob etwas – und falls ja, was – fehlen würde, wenn die Menschheit ganz vom Glauben abfiele.
  • Sternstunde Philosophie

    Vom Urknall bis heute: Die Geschichte des Universums in Farben

    02.04.2026 | 1 Std.
    Das Universum ist weit mehr als ein schwarzer Nachthimmel. Der Astronom und Wissenschaftsvermittler Florian Freistetter zeigt, wie die Farben des Universums seine Geschichte erzählen – von violetten Planeten bis zum Licht, das den Urknall verständlich macht.

    Welche Farbe hat das Universum? Das fragt sich niemand, der schon einmal in den Nachthimmel geschaut hat. Die Antwort scheint klar: Schwarz.
    Doch die Astronomie weiss es besser: Der Kosmos ist viel bunter, als unser Auge wahrnehmen kann. Und nur dank dieser Buntheit können wir überhaupt etwas über das All in Erfahrung bringen. Was es zum Beispiel mit der Expansion des Alls und der damit zusammenhängenden Theorie eines Urknalls auf sich hat.

    In seinem neusten Buch zeichnet Florian Freistetter anhand der Farben des Universums dessen Geschichte nach. Einmal den ganzen Regenbogen durch. Was violette Planeten über den Ursprung des Lebens verraten, warum die Sonne eigentlich grün ist, was vor dem Urknall war und warum am Anfang wirklich das Licht war, das klärt Olivia Röllin mit ihm im Sternstunden-Gespräch.

    Eine philosophisch-wissenschaftliche Expedition durch 13,8 Milliarden Jahre kosmischer Farben – und ein Blick darauf, wie sehr unsere Vorstellung vom All von unseren menschlichen Wahrnehmungsgrenzen geprägt ist.

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Vertiefende Gespräche mit herausragenden Persönlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft und Politik. Die Sternstunde Philosophie vermittelt lebensnahe Denkanstösse zu zentralen Fragen unserer Zeit.
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