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Sternstunde Philosophie

Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)
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  • Sternstunde Philosophie

    Ist Altern eine Krankheit? Über den Traum vom langen Leben

    25.07.2026 | 53 Min.
    Hundert gesunde Lebensjahre. Das soll bald normal sein. Dank «Longevity»: gesunder Lebensstil, Prävention, Therapien und Pillen. Aber wozu eigentlich? Wie lange dauert ein gutes Leben? Yves Bossart im Gespräch mit dem Unternehmer Tobias Reichmuth und dem Journalisten Thomas Schulz.

    Aufhalten lässt sich das Älterwerden heute noch nicht. Aber verlangsamen. Durch einen gesunden Lebensstil, durch ausgewogene Ernährung, viel Bewegung, wenig Stress, guten Schlaf und ein soziales Umfeld. Daneben gibt es immer mehr Angebote, die uns lange Gesundheit versprechen oder gar eine Heilung von der Krankheit «Altern»: von Nahrungsergänzungsmitteln über Sauerstofftherapien bis hin zu Eingriffen in unsere Gene. «Longevity» ist ein Lifestyle, ein Megatrend und ein Milliardenmarkt. Das Ziel: möglichst lange gesund sein, bald schon über 100 Jahre.

    Was ist davon zu halten? Wie viel Gesundheit gehört zu einem erfüllten Leben? Und wie sieht unsere Gesellschaft aus, wenn wir alle bald 120 Jahre alt werden? Darüber spricht Yves Bossart mit Tobias Reichmuth, einem der wichtigsten Vordenker und Investoren in der Schweiz, wenn es um Langlebigkeit geht, und mit Thomas Schulz, Journalist für das Magazin «Der Spiegel» und Autor des Buches «Projekt Lebensveränderung».

    Wiederholung vom 8. März 2026
  • Sternstunde Philosophie

    Hannah Arendt – Die Jahrhundertdenkerin

    18.07.2026 | 59 Min.
    Hannah Arendt gilt als eine der einflussreichsten politischen Denkerinnen des 20. Jahrhunderts – unkonventionell, ideologiekritisch, streitbar. Ihr Denken, entstanden aus den Erschütterungen von Flucht, Exil und Staatenlosigkeit, bleibt 50 Jahre nach ihrem Tod von erstaunlicher Gegenwartskraft.

    «Denken ohne Geländer» – diesem Anspruch widmete Arendt ihr ganzes Leben. Sie durchlebte die Katastrophen des 20. Jahrhunderts, floh vor den Nationalsozialisten, stellte sich in den USA neu auf und widmete ihr Leben der Suche nach Wahrheit und Freiheit. Sie beharrte auf intellektuelle Beweglichkeit statt Zugehörigkeit und war konsequent ideologiekritisch. Freundschaft wurde für sie zur politischen Tugend, Pluralität zum Grundprinzip menschlichen Zusammenlebens.

    Wie wirken die biografischen Brüche und Neuanfänge in ihr Werk hinein? Warum spielt Zwischenmenschlichkeit und Freundschaft eine so zentrale Rolle in ihrer politischen Theorie? Und weshalb gewinnen Arendts Ideen gerade heute so an Brisanz?

    Olivia Röllin im Gespräch mit Grit Strassenberger, Professorin für Politische Theorie und Autorin der neuen Biografie «Die Denkerin. Hannah Arendt und ihr Jahrhundert».

    Wiederholung vom 7. Dezember 2025
  • Sternstunde Philosophie

    Glaube ade? Die schwindende Bedeutung von Religion

    11.07.2026 | 59 Min.
    Was, wenn der Gottesglaube allmählich verdunstet? Wenn die Kirchen zu Eventlokalen mutieren? Der Religionssoziologe Detlef Pollack würde dies bedauern, obwohl er selbst nicht gläubig ist. Doch warum? Was verliert eine Gesellschaft, wenn sie den Glauben verliert?

    Auf Tiktok, Instagram und Youtube missionieren christliche und muslimische Influencerinnen und Influencer fleissig und sprechen vor allem ein junges Publikum an. Tech-Milliardär Peter Thiel hält in Rom Vorträge über den «Antichristen». Donald Trump betet im Oval Office. Und in der Schweiz scheinen Freikirchen wieder an Zulauf zu gewinnen. Dennoch ist Detlef Pollack überzeugt: Der Gottesglaube ist auf dem Weg, in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Der renommierte Religionssoziologe forscht am Centrum für Religion und Moderne der Universität Münster und hat für die Neuauflage seines Buches «Religion in der Moderne» weltweite Daten zu Religiosität und Glauben zusammengetragen.

    Selbst im Iran und in den USA verlöre die Religion an Rückhalt. Wer nun meine, die Menschen kehrten der Religion den Rücken, fänden aber Zuflucht in alternativen Formen der Spiritualität wie Meditation, Yoga oder Schamanismus, liege ebenso falsch, sagt Pollack. Auch Spiritualität nehme weltweit ab. Beunruhigend oder eher befreiend?

    Barbara Bleisch fragt nach, ob etwas – und falls ja, was – fehlen würde, wenn die Menschheit ganz vom Glauben abfiele.

    Wiederholung vom 5. April 2026
  • Sternstunde Philosophie

    Alena Buyx über lebenswertes Leben und selbstbestimmtes Sterben

    04.07.2026 | 59 Min.
    Am Ende sanft einschlafen, das wünschen sich alle. Doch die wenigsten Menschen sterben so. Deshalb plädiert die deutsche Ärztin und Philosophin Alena Buyx dafür, sich eingehend mit dem eigenen Tod zu befassen. Ein Gespräch über ethische Fragen rund um Leben und Sterben.

    Die meisten Menschen sterben im Spital oder im Alters- und Pflegeheim, einige davon werden gar künstlich beatmet. Das wünscht sich wohl niemand. Deshalb sollte sich jede und jeder dringend mit dem eigenen Sterben auseinandersetzen, egal in welchem Alter, findet Alena Buyx. Die Medizinethikerin war Präsidentin des deutschen Ethikrats und befasst sich seit vielen Jahren mit den grossen Fragen rund um Geburt, Krankheit, Leben und Tod.

    Yves Bossart spricht mit ihr über ethische Entscheidungen in der Medizin, über Sterbehilfe und Frühgeburten – und fragt: Was ist ein lebenswertes Leben? Ein Gespräch über Selbstbestimmung, Fürsorge und Gerechtigkeit im medizinischen Alltag sowie über Work-Life-Balance und die Frage, warum die antike griechische Philosophie für sie ein Rettungsanker ist.

    Wiederholung vom 26.10.2025
  • Sternstunde Philosophie

    Wie sieht die Zukunft des Sterbens aus?

    27.06.2026 | 59 Min.
    Ihre Arbeit veränderte den Umgang mit dem Tod grundlegend: Die Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross. Diese Tage hätte sie ihren 100. Geburtstag gefeiert. Und heute, in einer zunehmend alternden Gesellschaft, stellt sich dringlicher denn je die Frage: Wie werden wir in Zukunft sterben?

    Mit «Interviews mit Sterbenden» leistete die schweizerisch-US-amerikanische Psychiaterin und Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross 1969 Epochemachendes: Sie brach das Schweigen über den Tod und verschob ihn aus der Tabuzone in den gesellschaftlichen Diskurs. Ihre kulturelle Leistung liegt darin, das Sterben als Teil des Lebens sichtbar gemacht zu haben – eine Voraussetzung für die moderne Palliativmedizin.

    Gleichzeitig stellt die demografische Entwicklung diese Errungenschaften infrage. Immer mehr Menschen erreichen ein hohes Alter – häufig verbunden mit langen Phasen von Krankheit und Demenz. Der Palliativmediziner Gian Domenico Borasio spricht von einem «Tsunami von hochaltrigen Sterbenden», der auf uns zukomme und grundlegende Fragen nach Würde, Autonomie und Fürsorge neu aufwirft. Ein auf Effizienz getrimmtes Gesundheitssystem gelangt damit an seine Grenzen.

    Braucht es neue Formen der Solidarität, «Caring Communities», und eine stärkere Vergesellschaftung von Sorgearbeit? Welche Rolle kann Palliative Care als Modell für ein menschlicheres System spielen – und was heisst das für uns alle?

    Olivia Röllin fragt nach bei Gian Domenico Borasio, eine der prägenden Stimmen in der Debatte um ein würdiges Lebensende.
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Vertiefende Gespräche mit herausragenden Persönlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft und Politik. Die Sternstunde Philosophie vermittelt lebensnahe Denkanstösse zu zentralen Fragen unserer Zeit.
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