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  • Klassentreffen

    CSD-Anschlag, »fremde« Bedrohung und Homonationalismus. Mit Mine Pleasure Bouvar.

    30.08.2026 | 1 Std. 22 Min.
    Der Anschlag auf dem Berliner CSD hat queere Communities tief erschüttert. Noch bevor es überhaupt Klarheit zu Täter und Motiv gab, lief schon die nationalistische Instrumentalisierung queerer Menschen an, um die vermeintlich offene, bürgerliche Gesellschaft gegen ihren Hauptfeind einzupeitschen – die angeblich importierte Bedrohung, die fremdartig-gefährliche Kultur, das bösartig Andere: der muslimische Migrant, der Muslim mit Einwanderungsgeschichte.


    Die Autorin und Aktivistin Mine Pleasure Bouvar spricht in der ersten Folge nach der Sommerpause mit Julian Daum über den Anschlag, über die Redewendung »Angriff auf uns alle« als respektlos-anmaßende Waffe gegen queere Menschen und Migrant*innen, über prügelnde Polizisten auf dem Internationalist Queer Pride, Homonationalismus und den Platz, den queere Menschen in der bürgerlichen Gesellschaft zugeteilt bekommen.
  • Klassentreffen

    Das Psychische ist politisch. Mit Lukas Maher

    29.05.2026 | 55 Min.
    Seit 2020 klärt Psychotherapeut Lukas Maher mit seinem Account Systemische Gesundheit auf Instagram Menschen über ADHS oder Autismus auf und wirkt der Tendenz entgegen, beim Thema psychische Gesundheit allzu oft die politische und ökonomische Dimension auszuklammern. Denn diese prägt die Art und Weise, wie neurodivergente Menschen und jene mit psychischen Erkrankungen mit ihren Herausforderungen und Schwierigkeiten umgehen (können).


    Gerade in Zeiten von radikalen Kürzungen und Einschnitten im Gesundheitsbereich ist auch dort ein Klassenbewusstsein wichtig. Maher spricht also in dieser Folge mit Olivier David darüber, was psychische Gesundheit mit der Gesellschaft zu tun hat, in der wir leben, darüber, wie Politik oder Vorurteile auf uns einwirken und weshalb ADHS früher als »Asi-Diagnose« galt.
  • Klassentreffen

    Gesundheitsversorgung in der Krise. Mit Lukas Maher

    29.05.2026 | 55 Min.
    Seit 2020 klärt Psychotherapeut Lukas Maher mit seinem Account Systemische Gesundheit auf Instagram Menschen über ADHS oder Autismus auf und wirkt der Tendenz entgegen, beim Thema psychische Gesundheit allzu oft die politische und ökonomische Dimension auszuklammern. Denn diese prägt die Art und Weise, wie neurodivergente Menschen und jene mit psychischen Erkrankungen mit ihren Herausforderungen und Schwierigkeiten umgehen (können).


    Gerade in Zeiten von radikalen Kürzungen und Einschnitten im Gesundheitsbereich ist auch dort ein Klassenbewusstsein wichtig. Maher spricht also in dieser Folge mit Olivier David darüber, was psychische Gesundheit mit der Gesellschaft zu tun hat, in der wir leben, darüber, wie Politik oder Vorurteile auf uns einwirken und weshalb ADHS früher als »Asi-Diagnose« galt.
  • Klassentreffen

    Menschenrechtsunternehmer und Champagner-Journalisten. Mit Jonathan aka Jon Peaceman

    28.04.2026 | 59 Min.
    Jonathan legt sich in seinem »investigativen Aktivismus« mit den großen Namen der deutschen Öffentlichkeit an, die er regelmäßig faktencheckt und kritisiert - darunter Journalist*innen, NGOs und Menschen, die überall als Menschenrechtsaktivist*innen vorgestellt und herumgereicht werden. Er habe damit angefangen, weil es ja sonst niemand macht, beziehungsweise: viel zu wenige.


    Wir sprechen in diesem Podcast also darüber, was die Abwesenheit von Machtkritik im deutschen Journalismus mit Klasse zu tun hat, wie die bürgerliche Medienbranche funktioniert und wie die Kriege und der Genozid in Nahost all das hierzulande sichtbar machen.


    Anmerkungen und Ergänzungen:
  • Klassentreffen

    Polizeigewalt als Mittel gesellschaftlicher Disziplinierung. Mit Gonca Sağlam von KOP

    16.03.2026 | 55 Min.
    Racial Profiling, unbegründete Passkontrollen, diskriminierende Beschimpfungen und körperliche Aggressionen, bis hin zur Tötung – rassistische Realität, von der viele Menschen in Deutschland betroffen sind. Sprache oder Hautfarbe, aber auch bestimmte Verhaltensweisen, zugeschriebene politische Einstellungen und Klasse setzen fest, wie die Polizei mit Menschen umgeht. Das »Love-Triangle« zwischen Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht verhindert dann allzu oft, dass Betroffene rassistischer Polizeigewalt zumindest im Nachgang Recht erfahren.




    Im Gespräch erklärt Gonca Sağlam von der Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt (KOP), dass die Polizei vor allem ein Instrument ist, um Menschen in ihre sozialen Rollen hineinzudisziplinieren. Vermeintlich abweichendes Verhalten wird zum Sicherheitsrisiko erklärt, das bekämpft und eingedämmt werden muss. Dafür werden polizeiliche Befugnisse immer mehr ausgeweitet. Die Behörde greift immer mehr in pädagogische und psychiatrische Bereiche ein, was »Gift für eine Gesellschaft« sei, so Sağlam. Fragen der gesellschaftlichen Konfliktregelung würden komplett an die dafür überhaupt nicht ausgebildete Polizei abgegeben. Eine gefährliche Entwicklung für jede freie Gesellschaft.




    Dies ist die Premierenfolge unseres neuen Klassentreffen-Hosts Julian Daum. Olivier und Julian werden von nun an im Wechsel Gäst*innen zum Gespräch begrüßen.




    Anmerkungen und Ergänzungen:




    Zum Begriff der Kriminalisierung, über den Gonca Sağlam und Julian im Podcast mehrfach im erweiterten Sinn sprechen: Demnach bedeutet Kriminalisierung nicht unbedingt, dass etwas tatsächlich verboten und strafbar sein muss. Der Begriff beschreibt eher, wie Staat und Gesellschaft mit einem Verhalten umgehen. So sind bestimmte Protestformen vielleicht nicht grundsätzlich verboten, werden aber durch Polizeipraxis oder öffentliche Debatten faktisch kriminalisiert. Auch Menschen ohne Aufenthaltsstatus werden oft kriminalisiert, obwohl ihr bloßer Aufenthalt nicht immer eine klassische »Straftat« im moralischen Sinn ist, sondern eine verwaltungsrechtliche Frage.




    23:48 und 25:34: Bei dem angesprochenen Artikel handelt es sich um einen Instagram-Beitrag für @punktnews, eine neue, von Julian mitgegründete, unabhängige Medienplatform.




    38:35: Als »koloniales Projekt« im engeren Sinne lässt sich die Polizei vor allem in den USA beschreiben, wo diese teilweise direkt aus den früheren Sklavenpatrouillen hervorgegangen ist. In Deutschland hat die Polizei eine etwas andere Geschichte, wurde aber teilweise stark von kolonialen Praktiken und Denkweisen geprägt, was Gonca Sağlam korrekt, etwa mit dem Beispiel der Kessel-Methode beschreibt.




    39:20: Die »Letzte« Generation ist in Deutschland nicht verboten. Es laufen jedoch aktuell mehrere Verfahren gegen die Bewegung wegen des Verdachts der Gründung einer kriminellen Organisation. Zum Begriff der Kriminalisierung siehe oben.

    39:40: Auch »BDS« ist in Deutschland nicht direkt verboten, dieser Punkt gilt nur für Israel. Die Boykott-Bewegung ist in Deutschland aber politischer Repression ausgesetzt. Zum Begriff der Kriminalisierung siehe auch hier oben.




    Weiterlesen:




    Zu ASOG: Berliner Asog-Reform: »Go« für den übergriffigen Staat und Asog-Reform: Gegen den »autoritären Überwachungsstaat«
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Der Podcast über Klasse, Krise und Kultur mit Olivier David und Julian Daum. Jeden Monat neu auf dasnd.de/klasse
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