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Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen

Florian Bayer und Johannes Franke
Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen
Neueste Episode

302 Episoden

  • Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen

    Episode 301: The Lighthouse - Halloween und Seemannsgarn

    07.10.2026 | 1 Std. 51 Min.
    Ephraim Winslows Traum ist es, genug Geld zu verdienen, um sich eine kleine Hütte mit ein bisschen Land leisten zu können, und sich dort in Ruhe zurückzuziehen. In den 1890ern bedeutet das für einen einfachen Arbeiter, von einem potenziell gefährlichen Knochenjob zum nächsten zu ziehen.

    Bei seiner Arbeit im Leuchtturm wird er von einer erbarmungslosen Natur und seinem hartgesottenen Kollegen Thomas schikaniert, aber er zieht es stoisch durch, soll es doch nach nur vier Wochen schon zu Ende sein. Doch ein Jahrhundertsturm verhindert seine schwer ersehnte Abfahrt und so beginnt ein Abstieg in die dunkelsten Ecken der Psyche beider Männer.

    Als herauskommt dass Ephraims Vorgänger dem Wahnsinn verfallen gestorben ist, ahnen wir warum: Die Einsamkeit, die harte Arbeit, der unweigerliche Streit und der Aberglaube an übermächtige mystische Kreaturen macht den Männern zu schaffen. Eine Meerjungfrau liegt wie eine Sirene verführerisch auf den Klippen, Möwen scheinen reinkarnierte Seemänner zu sein und das Licht des Leuchtturms einen Sog zu haben der die beiden in erbitterten und tödlichen Konkurrenzkampf stürzt.

    Ein Film, der von Seemannsgarn, von Mythen und Legenden lebt und toxische Männlichkeit als Vorhölle erzählt. Frei nach Sartre “Die Hölle sind die Anderen”.

    Plor, was glaubst du welches Schicksal würden wir erleiden, 4 Wochen in einem Leuchtturm ohne Internet gefangen?
  • Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen

    Episode 300

    30.09.2026 | 1 Std. 42 Min.
    Wir feiern Jubiläum und widmen uns in dieser Episode allen möglichen Fragen, Kritikpunkten, Nörgeleien von euch, die sich über die letzten Jahre angesammelt haben.
  • Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen

    Episode 299: The Room and the Disaster Artist (Tommy Wiseau Double Feature)

    23.09.2026 | 2 Std. 40 Min.
    Tommy Wiseau ist ein Phänomen: Ein hagerer muskulöser Kerl, irgendwo zwischen Pirat und Vampir, mit langen schwarzen Haaren, die er sich regelmäßig färbt, einem nicht zu überhörenden osteuropäischen Akzent und einem ebenso exaltierten wie exzentrischen Auftreten. Der Nachwuchsschauspieler Greg Sestero lernt diesen schrägen Vogel Ende der 90er in einem Schauspielseminar kennen und es entwickelt sich eine ungewöhnliche und auch leicht toxische Freundschaft. Wiseau macht ein Geheimnis aus seinem Privatleben: Seinem Alter, seiner Herkunft, und vor allem daraus, wie er zu seinem unfassbaren Vermögen gekommen ist. Er ist besitzergreifend, egomanisch, hat kein Gespür für soziale Normen und die Grenzen anderer. Aber er kann auch großzügig, motivierend und charismatisch sein. Er vermietet Greg seine Wohnung in L.A. zu einem Spottpreis, pusht ihn in seinem Vorhaben, in Hollywood Fuß zu fassen, unterstützt ihn sowohl mental als auch finanziell.

    Und schließlich engagiert Tommy Greg für seinen Debütfilm: Ein großes Projekt mit einem Budget von mehreren Millionen Dollar. Wiseau ist Drehbuchautor, Regisseur, Produzent und Hauptdarsteller… und keine dieser Rollen beherrscht er auch nur Ansatzweise. Die Dreharbeiten werden zum puren Chaos, der Film der 2003 daraus entsteht - The Room - erarbeitet sich über die Jahre den Ruf, der schlechteste Film aller Zeiten zu sein.

    In The Room geht es um den erfolgreichen Bankier Johnny - gespielt von Wiseau -, der in eine Krise gerät, als seine Verlobte Lisa ihn mit seinem besten Freund Mark - gespielt von Sestero - betrügt. In Sideplots sehen wir einen 15jähriger Waisenknaben (gespielt von einem fast 30jährigen Schauspieler), ein Footballspiel in schicken Anzügen, einen aggressiven Drogendealer, viele Rosen, noch mehr Stockfotos von Löffeln, Chicken Tscheep Tscheep Tscheep.. Und das alles umschreibt nicht mal ansatzweise, was so phänomenal an diesem Machwerk ist.

    Zehn Jahre später wird Greg Sestero seine Freundschaft zu To,,my Wiseau und seine Erlebnisse bei den Dreharbeiten in dem Roman “The Disaster Artist- My Life Inside The Room, the Greatest Bad Movie Ever Made” verarbeiten. Und die Gang um Seth Rogen wird eben jenen Roman 2017 als The Disaster Artist verfilmen.

    Zwei Filme besprechen wir also heute: Einen der mutmaßlich schlechtesten Filme aller Zeiten: The Room aus dem Jahr 2003, eine krude Mischung aus Erotikdrama, Thriller und What the Fuck. Und den Buddy Movie The Disaster Artist aus dem Jahr 2017, eine warmherzige Komödie über die Entstehung von The Room und die Beziehung seiner beiden wichtigsten Akteure.

    Johannes, wir wissen beide: “So bad, it’s good!” ist ne Sache, die existiert. Und deswegen finde ich diese Einstiegsfrage durchaus berechtigt: Bei welchem von den beiden Filmen hast du dich besser unterhalten gefühlt?
  • Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen

    Episode 298: Project Hail Mary - Buddy Comedy in Space

    16.09.2026 | 1 Std. 51 Min.
    Was macht man wenn man als Wissenschaftler eine wilde Theorie zu den Bausteinen des Lebens hat, die von der allgemeinen Wissenschaftswelt für unhaltbar gehalten wird? Ganz klar - man wird Grundschullehrer. Und Ryland Grace ist gerne Grundschullehrer, bis ihn ein Spezialkommando abholt, um ihn zu seiner unhaltbaren Theorie zu befragen. Er soll helfen, die Welt zu retten, die von sogenannten Astrophagen bedroht wird. Einem Organismus, der nach und nach die Sonne abdunkelt, weil er sich von ihrer Energie ernährt. Zumindest grob gesagt.

    Als er in einem Raumschiff aufwacht, weiß er davon erst einmal nichts. Sein Kopf muss sich erstmal vom Bullshit-Coma erholen und erinnert sich erst nach und nach daran, wie er dort gelandet ist. Zu allem Überfluss sind seine Raumschiff-Buddys gestorben und er irrt alleine im Weltall umher. Weit weg von zu Hause. Bis er von einem Alien, das auch weit weg von zu Hause ist, eine Botschaft erhält, der Start einer interspezifischen Freundschaft.

    Überraschend wissenschaftlich nachvollziehbar lernen sie die Sprachen des anderen zu verstehen und machen sich gemeinsam auf eine Mission. Die Erde und den Heimatplaneten von Rocky zu retten.

    Ein Buddy-Movie-Science-Fiction Streifen mit Betonung auf Science - aber echter Science?

    Plor, du als Astronomie-Profi.. wie würdest hier du die Fakten von Fiktion trennen?

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  • Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen

    Episode 297: Lola rennt - Mit 140 BPM durchs Berlin der 90er Jahre

    09.09.2026 | 1 Std. 25 Min.
    Lola rennt. Warum? Weil sie es eilig hat. Warum hat sie es eilig? Weil ihr Freund Manni Mist gebaut hat. Der Kleinkriminelle sollte für seinen Boss, den Hehler Ronnie, 100.000 Mark nach Berlin bringen und hat sie ausversehen in der U-Bahn liegen gelassen. Und jetzt ist die Kacke am Dampfen. Wenn er nicht irgendeine Möglichkeit findet, Ronnie in den nächsten 20 Minuten das Geld zu beschaffen, ist er dran. Sein Plan, einen Supermarkt um die Ecke überfallen. Lola sagt: “Warte, mir fällt schon was ein. Mir fällt immer was ein.” Und sie rennt los. Quer durch Berlin, um das Geld aufzutreiben und rechtzeitig bei Mann zu sein, bevor er was anstellt. Ihr Plan: Bei ihrem Vater, der Filialleiter in einer Bank ist, um das Geld zu bitten. Der hat jedoch andere Sorgen. Seine Affäre hat ihm gerade gesagt, dass sie schwanger ist. Und so versagt er Lola nicht nur die Hilfe, sondern lässt sie auch gleich rauswerfen. Lola hat die 100.000 Mark nicht, kommt zu spät, und muss mit ansehen, wie Manni den Supermarkt überfällt. Auf der gemeinsamen Flucht vor der Polizei wird Lola von einer Kugel getroffen, fällt und stirbt.

    Und nun? Rewind, wie die Battle Rapper sagen würden. Zurück auf Anfang, den Beat von vorne abgespielt und erneut losgerannt. Lola erhält vom Schicksal eine zweite Chance, einen zweiten Lauf. Und ganz nach dem klassichen Butterfly Effect führen geringe Veränderungen in der Handlung zu weitreichenden Folgen.

    Lola rennt von Tom Tykwer aus dem Jahr 1998, ein schneller, wilder, auf 90er Jahre Beats abgestimmter Trip. Dreimal 20 Minuten, drei Läufe, drei unterschiedliche Schicksalswege. Inszeniert in 35mm, und digital Video, und Polaroids, und Zeichentrickanimation: Wild ungezügelt, Videoclipästhetik trifft Arthaus trifft Actionkino und lässt sein Publikum atemlos zurück.

    Johannes, du kennst auch das Berlin der späten 90er und frühen 2000er. Was glaubst du, wie war Strecke du hier zu Fuß zurückgelegt hast? Und vor allem, hast du deine Fußwege hier ähnlich wahrgenommen wie Lola in ihrem Marathonlauf?

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Über Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen
Wir lieben Filme und wir lieben es, über Filme zu diskutieren. Die Sache ist nur, wir haben einen sehr unterschiedlichen Filmgeschmack. Daher drückt jeder von uns dem jeweils anderen für die aktuelle Episode einen neuen Film aufs Auge mit dem Ziel, dessen Horizont zu erweitern und ordentlich über den Film zu streiten. Jeden Mittwoch gibt es eine neue Episode mit einem Film, viel Diskussion, viel Streit und auch der ein oder anderen Topliste.
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