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Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen

Florian Bayer und Johannes Franke
Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen
Neueste Episode

269 Episoden

  • Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen

    Episode 268: Das Dschungelbuch - Walt Disney probierts mal mit Gemütlichkeit

    18.2.2026 | 1 Std. 43 Min.
    Das Dschungelbuch ist eigentlich eine Sammlung von vielen kurzen Geschichten über einen Menschen-Jungen der im Dschungel aufwächst. Als Walt Disney (Der Mann, nicht nur die Firma) in den 60ern den Stoff in der Entwicklung an Larry Clemmons, sollte er sich nicht an die Vorlage aus dem Jahr 1894 halten, sondern die Charaktere ausarbeiten und Spaß mit ihnen haben. So ist es nicht verwunderlich, dass sich die inhaltliche Beschreibung des Films "Das Dschungelbuch" in der Kurzfassung des Autoren sehr einfach und schnell liest:

    Ein Junge muss vom Dschungel ins Menschendorf gebracht werden, weil ein Tiger hinter ihm her ist. Auf dem Weg dorthin versuchen verschiedene Tiere, ihn entweder zu unterstützen oder aufzuhalten. Zitat Ende.

    Die erwähnten Tiere sind mal lustig, mal gefährlich, mal gefährlich, obwohl die das richtige wollen, und mal lustig obwohl sie gefährlich sein wollen. Eine bunte Truppe auf einem Road Trip der in einem Kampf mit dem Endgegner endet.
    Shir Khan wird besiegt. Den Kampf mit dem Endgegner "Hormone" verliert Mogli allerdings und so müssen der Bär und der Panther allein zu zweit zurück in den Dschungel.

    Plor hast du die Geschichten von Kipling gelesen? Oder ist das hier die einzige gültige und dir bekannte Version davon?
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    Episode 267: Titanic

    11.2.2026
    Praktisch jeder kennt die Geschichte: Das größte Passagierschiff der Welt bricht 1912 zu seiner Jungfernfahrt auf, kollidiert auf dem Atlantik mit einem Eisberg und geht unter. Über 1500 Menschen sterben, weil es zu wenig Rettungsboote auf dem vermeintlich unsinkbaren Schiff gibt.

    James Camerons Titanic aus dem Jahr 1997 erzählt die Geschichte des wahrscheinlich berühmtesten Schiffsunglücks aus der Perspektive von Rose DeWitt Bukateer, einer jungen Frau aus besseren Kreisen, die 1912 mit ihrem Verlobten Cal auf dem Luxusliner von Southampton nach Amerika übersetzt. Rose empfindet ihre nahende Ehe mit dem arroganten, herrischen Cal als lebenslange Gefangenschaft und will sich in ihrer Verzweiflung während der Überfahrt von Bord stürzen. Zur Rettung eilt der Herumtreiber Jack, der als Passagier der dritten Klasse sein Schiffsticket einer glücklichen Hand beim Poker verdankt. Rose und Jack verlieben sich, und aller Widerstände zum Trotz beschließen sie ihr Leben in Zukunft miteinander zu verbringen… und dann geschieht das Unglück.

    “Romeo und Julia an Bord der Titanic” waren Idee und Pitch von James Cameron bevor er alles eskalierte: Mit unglaublicher Akribie, geradezu größenwahnsinnigen Set Pieces und damaliger State of the Art Computertechnik inszeniert er ein gewaltiges Epos, das sich zwischen Monumentalfilm, Liebesfilm und Disaster Movie bewegt: Groß und unerhört. Der damals teuerste Film aller Zeiten… und allen Erwartungen zum trotz auch der erfolgreichste. Ein Riesenhit bei vor allem weiblichen Teenagern, die Geburt Leonardo DiCaprios als großer Leinwandstar und ein Beweis dafür, dass desaströse Budget-Eskalationen von wahnsinnigen Filmemachern nicht immer floppen müssen.

    Johannes, wir waren damals Teenager… na dann, leg mal los mit deiner persönlichen Anekdote.
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    Episode 266: The Shining (Die Kubrick-Version natürlich)

    04.2.2026 | 2 Std. 25 Min.
    Die Familie Torrance hat einen neuen Wohnort. Nachdem Jack seine Lehrerstelle verloren hat, nimmt er ein etwas ungewöhnliches Jobangebot an. Er soll in einem Hotel über den Winter nach dem Rechten sehen und die notwendige Pflege übernehmen, während das Hotel off-season leer steht.

    Mit seiner Frau und seinem Kind zieht er für fünf kalte Monate in das riesige einsame Labyrinth eines Hotels und will an seinem Buch schreiben, während seine Frau alle eigentlichen Aufgaben, für die er bezahlt wird, übernimmt.
    Die Einsamkeit und offenbar auch das Hotel als geisterhafte Entität kriechen langsam in sein Hirn, das eh schon nicht das gesündeste zu sein scheint, wenn man Jack Nicholsons Augenbrauen zuschaut.

    Nach und nach verliert er den Zugang zur Realität und Vernunft und gibt sich den Wahnvorstellungen, die ihm das Hotel vorgaukelt hin. Bis er beschließt, seine Frau und sein Kind mit der Axt zu erziehen.

    Wer uns öfter zuhört, weiß, dass ich mit Horrorfilmen nicht so viel anfangen kann. The Shining allerdings schafft es die Horrortropes, die mir nicht zusagen, auf ein Minimum zu reduzieren oder gut darauf hin zu arbeiten.

    Der Film legt ein einigermaßen langsames Tempo an den Tag. Er verzichtet weitestgehend auf billige Jump Scares und Blut als Schauwert. Naja, mal vom Fahrstuhl abgesehen. Und er ist verdammt psychologisch und seltsam kopflastig und geht damit weit über das Horror Genre hinaus. Das kenne ich eigentlich nicht so aus den 80ern, sondern eher aus den 2010ern. Aber so gut kenn ich mich halt nicht im Horrorgenre aus, dafür ist Plor hier!

    Plor, wenn The Shining heute rauskommen würde, würde man ihn als Post-Horror einsortieren?
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    Episode 265: Cinema Paradiso - Nostalgie und Kino

    28.1.2026 | 1 Std. 23 Min.
    Durch einen Anruf seiner Mutter erfährt der Regisseur Salvatore, dass sein Freund der alte Filmvorführer Alfredo gestorben ist. In Rückblenden erzählt der Film aus der Kindheit und Jugend Salvatores, Toto genannt.

    Toto wächst in einem einfachen sizilianischen Fischerdorf auf. Dessen großer Anziehungspunkt ist das Kino Cinema Paradiso, in dem sich Toto als Kind mit dem Filmvorführer Alfredo anfreundet und sehr zum Leidwesen seiner Mutter jede freie Minute verbringt. Er sammelt die Filmrollenteile mit Küssen und Nacktszenen, die Alfredo auf Zuruf des Dorfpfarrers aus den öffentlich gezeigten Filmen herausschneiden muss. Er lernt bei Alfredo das Handwerk der Filmvorführung und übernimmt schließlich dessen Job, nachdem dieser bei einem Kinobrand sein Augenlicht verloren hat.

    Wir sehen, wie das Kino die Menschen in dem kleinen Dorf bewegt, wie es sie zusammenbringt und ihnen ein Stück Welt vermittelt. Toto wird vom Kind zum Jugendlichen, er verliebt sich, sein Herz wird gebrochen, er wird erwachsen. Und schließlich muss er sich die Frage stellen, ob er mehr will, als Filmvorführer in seiner Heimat zu bleiben.

    Cinema Paradiso aus dem Jahr 1988: Eine Liebeserklärung an das Medium Film und den magischen Ort Kino. Aber auch eine Auseinandersetzung mit dem, worum es im Leben geht, und welchen Platz Nostalgie darin einnimmt. Ein Film, der mich auch heute noch zum, Lachen, Schwelgen und auch Weinen bringt.

    Johannes, hast du geweint?
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    Episode 264: Marie Antoinette - Barock als Pop, Geschichte als Vibe

    21.1.2026 | 1 Std. 32 Min.
    “Sie haben kein Brot? Sollen sie doch Kuchen essen!”

    Dieses Zitat verfolgt Marie Antoinette seit sie in Paris beim Volk und am Hofe in Ungnade gefallen ist. Ist dieses Zitat doch die beste Illustration für Prunksucht, Realitätsfremde und demonstratives Desinteresse. Der Film von Sofia Coppola aus dem Jahr 2006 will all das untersuchen: Die Prunksucht zeigen, die Realitätsverschiebung und das angebliche Desinteresse an allem, was nicht mit ihr zu tun hat. Aber spannenderweise nicht indem Wert auf biografische Daten gelegt wird - die natürlich auch abgearbeitet werden - sondern vor allem als Vibe. Alles was wir sehen, von der Ankunft mit 14 als verkaufte Braut in Versailles bis zum missglückenden Ehevollzug, wird uns als Vibe inszeniert und wir können mit dieser jungen Frau mitviben. Und das nicht nur weil wir das gefühlte Leben am Hof einatmen, sondern weil wir in 90er Jahre New Wave und Post-Punk baden, während die Königin wie jede andere jugendliche versucht ihr Leben zu genießen und angemessen viel scheiße zu bauen. Wir erkennen die universelle Jugend in ihr und die Einsamkeit und Depression einer Frau in einer Zeit in der an allgemein anerkannten Feminismus noch nicht zu denken war.

    Und alles andere? Die Politik? Die Armut der Menschen? Die wirtschaftlichen Probleme? Werden für uns zu großen Teilen ausgeblendet. Wie Marie Antoinette es eben vielleicht auch gern getan hätte.

    Tja. Hätte… Plor. Hätte Marie Antoinette denn wirklich alles ausblenden wollen? Hat sie es geschafft? Wieviel mitfühlende Fiktion sehen wir hier oder wie nah kommen wir ihr wirklich? Was meinst du?

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Über Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen

Wir lieben Filme und wir lieben es, über Filme zu diskutieren. Die Sache ist nur, wir haben einen sehr unterschiedlichen Filmgeschmack. Daher drückt jeder von uns dem jeweils anderen für die aktuelle Episode einen neuen Film aufs Auge mit dem Ziel, dessen Horizont zu erweitern und ordentlich über den Film zu streiten. Jeden Mittwoch gibt es eine neue Episode mit einem Film, viel Diskussion, viel Streit und auch der ein oder anderen Topliste.
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