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Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen

Florian Bayer und Johannes Franke
Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen
Neueste Episode

280 Episoden

  • Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen

    Episode 279: Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart und Ingmar Bergman (Trollflöjten)

    06.05.2026 | 1 Std. 52 Min.
    Prinz Tamino ist auf der Flucht vor einem schrecklichen Ungeheuer. Gott sei Dank wird er von drei mysteriösen Kriegerinnen und ihrer Anführerin, der Königin der Nacht, gerettet. Und diese hat auch gleich einen Auftrag für ihn: Er soll ihre Tochter Pamina aus den Händen des tyrannischen Herrschers Sarastro befreien. Unterstützung erhält er durch eine magische Flöte und den fröhlichen Vogelfänger Papageno, der sich nichts sehnlicher wünscht, als seine Papagena zu finden. Mit der Hilfe von drei Knaben gelangen sie in das Reich von Sarastro: Doch Oh Plottwist, oh Wunder: Dieser entpuppt sich als Vater von Pamina und weiser König eines aufgeklärten Geheimbundes. Er hält Pamina nur bei sich, um zu verhindern, dass die Königin der Nacht die ganze Welt vernichten kann. Tamino, der sich mittlerweile natürlich unsterblich in Pamina verliebt hat, soll beweisen, dass er würdig ist, diese zu heiraten und mit ihr zusammen die Nachfolge Sarastro anzutreten. Drei Prüfungen warten auf ihn und seinen Gefährten Papageno. Aber die Königin der Nacht ruht nicht in ihrem Groll und bedroht mit der Unterstützung des verräterischen Dieners Monastros das junge Glück und das Schicksal der Welt.

    Die Zauberflöte, Libretto Emanuel Schikaneder, Musik Wolfgang Amadeus Mozart, einer der großen Klassiker der Operngeschichte aus dem Jahr 1791, hier inszeniert von Ingmar Bergman 1975 auf schwedisch und mit ein paar kleinen - aber feinen - Eigenheiten. Auch wenn er sich inhaltlich sehr nah am Original orientiert, öffnet Bergman das Singspiel auf gleich mehrfache Weise: Richtung Theaterpublikum, dessen Reaktionen wir als Zuschauer beiwohnen dürfen, Richtung Film, indem er mit einer ausgeklügelten Kameraarbeit und so manchen cineastischen Special Effects arbeitet. Und nicht zuletzt Richtung Backstage, indem er die Mechanismen des Theaters transparent macht und die Besetzung in ihrer Pause beobachtet. Und so entsteht eine irgendwie traditionelle, irgendwie auch sehr moderne Inszenierung und einer meiner liebsten Filme von der schwedischen Regielegende, obwohl er als TV-Produktion und Mozart-Exegese aus seinem sonstigen Werk heraussticht.

    Johannes, ich weiß, du bist kein großer Bergman-Fan. Wolfgang Amadè kannst du aber durchaus was abgewinnen. Und dass du die Zauberflöte magst, hast du letzte Woche ja auch schon durchblicken lassen. Also dann… hinein ins Vergnügen mit der Frage: Was zur Hölle ist das für ein absurdes, inkonsistentes, von offenen Fragen durchlöchertes Libretto?
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    Episode 278: Amadeus - Oder: Die Ermordung des Wolfgang Mozart durch den Bösewicht Antonio Salieri

    29.04.2026 | 2 Std. 24 Min.
    Bei einem Film der Amadeus heißt, würde man davon ausgehen, dass man sich einen dreistündigen Wikipedia-Artikel zum Leben von Wolfgang Amadeus Mozart anschauen muss. Dass es sich aber viel mehr um eine von Fakten unbeirrte psychologische Betrachtung von Mozarts Kontrahenten Antonio Salieri handelt, überrascht und ist der eigentlich Geniestreich. Salieri schließt als Jugendlicher einen Pakt mit Gott, dass er sein Talent diesem in den Dienst stellt, so lange er ihn zum großen Musiker macht. Dieser Pakt endet, als Salieri dem Wunderkind Wolfgang Amadeus begegnet und feststellen muss, dass diesem alles zufällt, was er sich so schwer erarbeiten musste.

    Er schwört Gott ab und beschließt diese liederliche Kreatur - wie er den großen Komponisten nennt - zur Strecke zu bringen. Wir sehen also Mozarts Leben durch die Brille des neidischen und rachsüchtigen Antonio... der nicht so ganz dem historischen Komponisten Antonio Salieri entspricht, dafür aber einer der größten Schurken der Filmgeschichte ist.
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    Episode 277: The Life of Chuck - Stephen King minus Horror plus Gefühl

    22.04.2026 | 1 Std. 33 Min.
    Am Anfang des Films steht Kapitel 3: Die Welt geht unter. Und zwar so richtig: Das Internet fällt aus, Kalifornien wird vom Meer verschluckt, in Deutschland gibt es Vulkanausbrüche und irgendwann beginnt auch der Himmel sich nach und nach aufzulösen. Und dann sind da plötzlich über all diese Werbeanzeigen für den Buchhalter und seine Verabschiedung in den Ruhestand: “Charles Krantz - 39 großartige Jahre, Danke Chuck”. Sie tauchen auf Billboards auf, im Radio und im Fernsehen. In diesen schrägen Zeiten beschließt der High School Lehrer Marty seine Ex-Frau Felicia zu besuchen, um zum Ende der Welt bei ihr zu sein.

    Kapitel 2: Chuck tanzt. Und zwar so richtig. Ohne zu wissen wieso, bleibt der Buchhalter auf einer Strandpromenade stehen, wo die Straßenmusikerin Taylor Drums spielt. Und er beginnt zu tanzen, zuerst allein, schließlich mit der jungen Janice, die gerade von ihrem Freund verlassen wurde. Kapitel 1: Chuck ist ein Kind und das Schicksal schlägt hart zu. Und zwar so richtig: Seine Eltern sterben beide bei einem Verkehrsunfall, und Chuck muss fortan bei seinen Großeltern leben. Aber er kommt gut klar mit den beiden alten Leuten: Von seinem Großvater lernt er alles über Mathematik und Buchhaltung. Und von seiner Großmutter erhält er erstklassige Lektionen im Tanzen und wird zum besten Tänzer seiner Schule. Aber es gibt ein Mysterium in dem Haus, in dem sie zusammen leben: Das Dachgeschoss in der viktorianischen Copula: Irgendetwas gibt es dort, was er auf keinen Fall sehen soll.

    The Life of Chuck aus dem Jahr 2024: Drei Episoden, die sich um die Frage drehen: Wer ist dieser Chuck? In der ersten Episode ist er ein Mysterium, ein Rätsel. In der zweiten eine wundervolle Skurrilität. Und in der Dritten endlich ein Mensch. Ein komischer Film, vor allem weil er so simpel ist: Das vermeintlich große Mysterium am Anfang wird schon im ersten Drittel aufgelöst. Unbeholfen wird gegen Ende noch ein zweites Mysterium eingeführt. Aber daneben haben wir hier vor allem Feel Good Kino vor uns, und dann auch noch ausgerechnet auf einer Kurzgeschichte von Stephen King basierend.

    Ich weiß doch auch nicht warum, aber irgendwie hat mich dieser Film berührt: Trotz seiner Naivität, seiner Sentimentalität, seinem kompletten Verzicht auf Zynismus. Vielleicht auch gerade deswegen… und doch schwanke ich. Ist das vielleicht zu viel… Kitsch?

    Johannes, hilf mir!
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    Episode 276: The Big Lebowski - Talkin' about the Dude

    15.04.2026 | 1 Std. 48 Min.
    "Der Dude" Lebowski hat keine Lust mehr auf die Proteste seiner Jugend in den 60ern und all den Shit. Er will einfach nur baden und bowlen. Ganz in Ruhe. Dass ihm da zwei Kleinkriminelle auf den Teppich pissen, ist zwar scheiße, aber auch davon hätte er sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Wenn nicht Walter, sein Bowling Kumpel, ihn rein gequatscht hätte, der Sache auf den Grund zu gehen.

    Da liegt nämlich eine Verwechslung vor. Die Teppich-Pisser waren eigentlich hinter einem anderen Lebowski hinter her. Einem Millionär. Der wiederum weigert sich den Teppich zu ersetzen, hat aber einen Auftrag für den Dude:
    Er soll das Lösegeld einer Erpresserbande übergeben, um seine Frau nach einem Kidnapping wieder zu bekommen. Also die Frau vom Big Lebowski, nicht die vom Dude Lebowski.

    Nach und nach erhärtet sich der Verdacht, dass sie Frau nichts von der Entführung weiß. Und auch nichts von einem abgeschnitten Zeh, der die Skrupellosigkeit der Entführer unterstreichen soll. Wie sich herausstellt, ist der Millionär pleite und will das Geld für sich. Seine Frau chillt einfach nur mit Freunden in Palm Springs.

    Die tatsächlich existierenden Erpresser sind nur auf den Zug aufgesprungen, um Geld aus der Sache zu schlagen.
    Ein Krimi ohne Krimi zu sein, ein Ermittler, der keiner sein will, ein Lehrstück ohne Lehre. Oder Plor?
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    Episode 275: Der Würgeengel - ein surrealer Publikumswunsch

    09.04.2026 | 1 Std. 20 Min.
    Nachdem die feine Gesellschaft in der Oper war, werden sie vom Ehepaar Nobile noch zu einem gemütlichen Beisammensein eingeladen. Auch dass die Bediensteten nach und nach das Anwesen der Nobiles verlassen, kann die Feierlaune nicht trüben: Man unterhält sich, man speist und trinkt, man lauscht einem Klavierstück der hoffnungsvollen Nachwuchspianistin. Und dann wäre es eigentlich Zeit aufzubrechen… Nur das mag niemandem so recht gelingen. Die Festgesellschaft bleibt einfach im Salon, verbringt dort sogar - gegen alle gesellschaftlichen Konventionen - die Nacht. Und dann dämmert es den Leuten so langsam: Sie sind eingeschlossen, können den Salon nicht verlassen. Warum weiß keiner. Aber der Weg sowohl zur Außenwelt als auch den anderen Räumen des Hauses ist wie durch eine magische Barriere verschlossen.

    Man diskutiert darüber, woran es liegen könnte, versucht sich einzurichten, schmiedet Fluchtpläne… Schließlich macht sich Verzweiflung breit, Misstrauen, die tierischen Instinkte kommen hervor, während die Aussicht auf Rettung immer weiter schwindet.

    Luis Buñuel, zusammen mit Salvador Dali und dem andalusischen Hund 1929 der Vater des surrealistischen Kinos. Er sollte noch Filme drehen, lange nachdem die Bewegung erloschen war: In Spanien, Frankreich und nach dem zweiten Weltkrieg vor allem in Mexiko. In seinem letzten mexikanischen Film “Der Würgeengel” entwirft er die klaustrophobische Parabel eines Bürgertums, das auf sich selbst zurückgeworfen wird: Mit schrägen Repetionen, surrealen Einwürfen und viel Symbolismus.

    Johannes, sind die Hölle die Anderen?

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Über Der mussmansehen Podcast - Filmbesprechungen

Wir lieben Filme und wir lieben es, über Filme zu diskutieren. Die Sache ist nur, wir haben einen sehr unterschiedlichen Filmgeschmack. Daher drückt jeder von uns dem jeweils anderen für die aktuelle Episode einen neuen Film aufs Auge mit dem Ziel, dessen Horizont zu erweitern und ordentlich über den Film zu streiten. Jeden Mittwoch gibt es eine neue Episode mit einem Film, viel Diskussion, viel Streit und auch der ein oder anderen Topliste.
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