20 Episoden
- In der neuen Folge von „Der Denkwandler®“ geht es um ein Thema, das durch die Hitzewellen der vergangenen Wochen aktueller ist denn je:
Warum sprechen wir in Bezug auf Immobilien fast ausschließlich über das Heizen, obwohl das Kühlen von Gebäuden in Zukunft eine immer größere Rolle spielen wird?
Die jüngsten Hitzewellen haben gezeigt, dass viele Gebäude auf steigende Temperaturen nur unzureichend vorbereitet sind. Für mich ist deshalb klar: Neben der Reduzierung von CO₂-Emissionen brauchen wir genauso konsequente Anpassungsstrategien an ein wärmeres Klima. Denn Gebäude müssen künftig nicht nur energieeffizient sein, sondern auch bei langen Hitzeperioden ein angenehmes und gesundes Raumklima ermöglichen.
Ich spreche darüber, warum Klimaanlagen in Deutschland noch immer häufig kritisch gesehen werden, weshalb diese Debatte aus meiner Sicht zu kurz greift und warum Photovoltaik und Kühlung ideal zusammenpassen. Denn genau dann, wenn der Kühlbedarf am höchsten ist, liefert die Sonne auch die meiste Energie. Eine Kombination, die enormes Potenzial für eine wirtschaftliche und nachhaltige Gebäudekühlung bietet.
Außerdem geht es um die Frage, welche Rolle Gebäudehülle, Verschattung, Speichermasse und einfache Klimasplitgeräte künftig spielen werden und warum wir Gebäude nicht länger ausschließlich für den Winter planen sollten. Denn mit milderen Wintern und heißeren Sommern verschieben sich auch die Anforderungen an Architektur und Gebäudetechnik grundlegend.
Für mich wird dabei eines deutlich: Die Zukunft energieeffizienter Gebäude entscheidet sich nicht mehr allein daran, wie gut sie heizen können. Entscheidend wird sein, wie intelligent sie mit Hitze umgehen und wie sich Lebensqualität, Wirtschaftlichkeit und erneuerbare Energien sinnvoll miteinander verbinden lassen. - In der neuen Folge von „Der Denkwandler®“ geht es um eine Frage, die in der aktuellen Heizungsdebatte kaum gestellt wird:
Woran erkennt man eigentlich die echte Effizienz einer Heizung?
Viele Entscheidungen werden heute auf Basis von Datenblättern getroffen. Dort stehen beeindruckende Wirkungsgrade und Arbeitszahlen. Doch die entscheidende Frage ist nicht, welche Effizienz eine Anlage unter Laborbedingungen erreicht, sondern wie sie sich im Alltag verhält.
Ich spreche darüber, warum zwischen theoretischer und praktischer Effizienz oft erhebliche Unterschiede liegen und weshalb die tatsächliche Jahresarbeitszahl einer Heizung deutlich wichtiger ist als die Werte im Prospekt.
Außerdem geht es um die Frage, welche Rolle Investitionskosten, Wartungsaufwand, Lebensdauer und Systemkomplexität für die Wirtschaftlichkeit eines Gebäudes spielen. Denn gerade in modernen Neubauten mit sehr geringem Heizwärmebedarf entscheidet sollte nicht immer die maximale technische Effizienz über den Erfolg eines Systems entscheiden, sondern das Verhältnis von Aufwand und Nutzen.
Wir sprechen über die Unterschiede zwischen Wärmepumpen und Infrarotheizungen, über zentrale und dezentrale Warmwasserbereitung, über Behaglichkeit, Betriebskosten und die Auswirkungen immer besser gedämmter Gebäude auf die Heiztechnik der Zukunft.
Für mich wird dabei eines deutlich: Die Effizienz einer Heizung steht nicht im Datenblatt. Sie zeigt sich erst im realen Betrieb eines Gebäudes. Und dann ergeben sich ganz neue Erkenntnisse. - In der neuen Folge von „Der Denkwandler®“ geht es um eine Frage, die auf den ersten Blick provokant klingt: Warum bauen wir heute Gebäude, die als besonders nachhaltig gelten und schaffen damit gleichzeitig neue Abhängigkeiten für die nächsten Jahrzehnte?
Ich spreche darüber, warum moderne Mehrfamilienhäuser mit Staffelgeschoss, Gründach und einer kleinen Photovoltaikanlage oft genau das Gegenteil von dem erzeugen, was versprochen wird. Obwohl sie als besonders ökologisch vermarktet werden, erzeugen viele dieser Gebäude nur etwa 5 bis 8 % ihrer benötigten Energie selbst. Der Rest muss über Jahrzehnte teuer von außen eingekauft werden, inklusive aller Preisentwicklungen, Umlagen und politischen Einflüsse.
Für mich liegt das Problem dabei weniger in einzelnen Technologien als in der Art, wie wir Gebäude heute grundsätzlich denken. Wenn Energie künftig einer der größten Kostenfaktoren für Mieter und Eigentümer wird, dann muss sich Architektur daran orientieren. Statt Dachflächen für Prestige und Luxus zu verschenken, sollten Gebäude möglichst viel Energie selbst erzeugen, auf dem Dach, an Fassaden und als Teil eines ganzheitlichen Konzepts.
Ich spreche außerdem darüber, warum wir in unseren Projekten immer Heizung, Warmwasser, Haushaltsstrom und Mobilität gemeinsam betrachten und warum daraus Modelle wie Energieflatrates entstehen, die für Mieter einfacher und für Vermieter wirtschaftlich stabiler werden können.
Wirklich nachhaltiges Bauen entsteht nicht durch immer mehr Technik oder Zertifikate, sondern durch einfache Systeme, die langfristig funktionieren und Menschen unabhängiger machen. - In der neuen Folge von „Der Denkwandler®“ erzähle ich meine eigene Geschichte und warum sie viel darüber aussagt, wie wir heute über Nachhaltigkeit, Energie und Unternehmertum denken.
Ich bin in einer Försterei in Sachsen aufgewachsen und habe dort früh gelernt, was nachhaltiges Handeln wirklich bedeutet: Wir haben nie darüber gesprochen, sondern es einfach getan. Im Wald war klar, dass jede Entscheidung langfristige Folgen hat, oft über Generationen hinweg. Genau dieses Denken in Zusammenhängen fehlt heute aus meiner Sicht in vielen Bereichen, besonders in der Energiepolitik.
In der Folge nehme ich Sie mit durch meinen Weg: von einer ersten Erfindung zur Wassereinsparung im Wohnheim über den Aufbau eines Solarunternehmens bis hin zur Insolvenz. Eine Erfahrung, die mir deutlich gezeigt hat, wie stark Geschäftsmodelle von politischen Rahmenbedingungen abhängig sein können, selbst dann, wenn Technik und Nachfrage stimmen.
Heute arbeite ich bewusst anders: ohne Förderabhängigkeit, mit kleinen, stabilen Strukturen und einem klaren Fokus auf hochgradiger Energieautarkie. Daraus sind neue Ansätze entstanden, wie Energieberatung und Mietmodelle mit Energieflatrate, die wirtschaftlich funktionieren und gleichzeitig mehr Planungssicherheit schaffen.
Für mich zeigt diese Folge vor allem eines: Nachhaltigkeit ist kein reines Technikthema. Es geht darum, Zusammenhänge zu verstehen und Systeme so zu denken, dass sie langfristig funktionieren. #016 Das hochgradig energieautarke Hochhaus – Wie Bayreuth zeigt, wie wir morgen wohnen
25.03.2026 | 35 Min.In der neuen Folge von „Der Denkwandler®“ spreche ich über ein Projekt, das zeigt, wie die Zukunft des Wohnens aussehen kann: das erste hochgradig energieautarke Hochhaus Deutschlands, aktuell in Planung und Sanierung in Bayreuth.
Gemeinsam mit der GEWOG Bayreuth, einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft, entsteht dort ein Gebäude mit einem neuen Ansatz: hochgradige Energieautarkie, bewusst reduzierte Technik und ein Mietmodell mit Energieflatrate. Für mich ist dieses Projekt besonders spannend, weil es zeigt, dass solche Konzepte auch in Hochhäusern funktionieren können.
Der Schlüssel liegt hier in der richtigen Balance: 100% Autarkie wäre bei den meisten Gebäuden technisch möglich, aber wirtschaftlich unsinnig. Deshalb planen wir Gebäude meist mit 50–60% echter Energieautarkie – genau dort liegt der optimale Punkt zwischen Aufwand und Nutzen.
Im Bayreuther Projekt nutzen wir dafür konsequent alle verfügbaren Flächen: Photovoltaik auf dem Dach, an den Fassaden und auf zusätzlichen Carport-Dächern rund um das Gebäude. So entsteht ein kleines Solarkraftwerk mit großen Batteriespeichern.
Das Ergebnis: Restenergiekosten von unter einem Euro pro Quadratmeter und Monat für Heizung, Warmwasser und Haushaltsstrom. Damit wird eine Pauschalmiete mit Energieflatrate möglich, für Mieter transparent und für Vermieter wirtschaftlich stabil.
Ich bin überzeugt: Die wirtschaftlichsten Immobilien der Zukunft werden die sein, die Energie selbst erzeugen, wenig Technik brauchen und einfache, klare Mietmodelle ermöglichen.
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Über Der Denkwandler®
Herzlich willkommen zu „Der Denkwandler®“ - von und mit Prof. Dipl-Ing. Timo Leukefeld! Dieser Podcast ist ein Ort für visionäre Denkanstöße, spannende Geschichten und praktische Lösungen rund um Energie, Nachhaltigkeit und die großen Fragen einer selbstbestimmten Zukunft. Lehnen Sie sich zurück und denken Sie neu!
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