RFID, Bluetooth Low Energy oder Ultra-Wideband – schnell stellt sich die Frage: Welche Technologie passt eigentlich zu meinem Unternehmen? Wir geben einen praxisnahen Entscheidungsleitfaden, mit dem ihr die richtige Ortungstechnologie findet!
📌 Darum geht es in dieser Folge:
Viele produzierende Unternehmen kennen das Problem: Fertigungsaufträge verschwinden zwischen den Arbeitsstationen, Werkzeuge sind nicht auffindbar, Behälter stehen am falschen Platz. Die Folge sind Suchzeiten, Nachproduktionen und im schlimmsten Fall verpasste Liefertermine. Ortungstechnologien versprechen hier Abhilfe – aber welche ist die richtige? Und braucht es überhaupt immer gleich eine Ortungslösung, oder reicht manchmal schon ein sauberer digitaler Lagerprozess?
🔍 Drei Technologien im Vergleich:
Nadine Winter (Sales Manager, L-mobile) erklärt die drei gängigsten Ortungstechnologien im Industriekontext und ordnet sie praxisnah ein. RFID arbeitet mit Tags und Antennen bzw. Gates – ideal für den Warenausgang, wo viele Packstücke gleichzeitig per Pulkerfassung in Sekunden erfasst werden können. Ein Praxisbeispiel zeigt: Ein Kunde hat seinen Warenausgangsprozess von 35 Minuten auf 2 Minuten reduziert. Bluetooth Low Energy (BLE) nutzt Location Beacons an Maschinen, Regalen oder Arbeitsplätzen und erkennt, in welcher Zone sich ein Werkstück oder Werkzeug befindet – flexibel, ohne Verkabelung und batteriebetrieben. Ultra-Wideband (UWB) liefert zentimetergenaue Ortung über ein Ankernetzwerk, ist aber auch infrastrukturell aufwendiger – sinnvoll vor allem bei dicht gebauten Produktionsumgebungen, wo BLE zu ungenau wird.
💡 Wichtige Erkenntnis aus der Praxis:
Genauer heißt nicht automatisch teurer. Nadine zeigt an einem konkreten Fall mit 18 Hallen, dass BLE mit Location Beacons günstiger sein kann als RFID mit vielen Gates – und gleichzeitig mehr Flexibilität bietet. Die richtige Wahl hängt nicht von der Technologie ab, sondern vom Prozess und vom Zielbild.
🧭 So findet ihr die richtige Lösung – ein Leitfaden:
1️⃣ Schmerzpunkte sammeln: Was sucht ihr, was findet ihr nicht? Wie oft passiert das und was kostet es euch konkret?
2️⃣ Zielbild formulieren: Geht es nur ums Finden – oder auch um Automatisierung, Fehlerreduktion und schnellere Durchlaufzeiten?
3️⃣ Unvoreingenommen bleiben: Nicht mit einer Technologie im Kopf starten, sondern den Use Case entscheiden lassen.
4️⃣ Technische Machbarkeit prüfen: Hallenlayout, Deckenhöhe und Platzverhältnisse bestimmen, was technisch funktioniert.
5️⃣ Ausbaustufen planen: Erst orten und Transparenz schaffen, dann automatisieren – Schritt für Schritt.
🔗 E-Label + Ortung – die smarte Kombination:
Zum Abschluss zeigt Nadine, wie Ortungstechnologien und E-Labels gemeinsam eingesetzt werden können: Die Ortung übernimmt die automatische Rückmeldung im Hintergrund, das E-Label visualisiert Auftragsdaten, Prozessschritte und Zielinformationen direkt am Werkstück. So entsteht ein durchgängig digitaler Fertigungsprozess ohne manuelle Buchungen.