Am Hochfest der Geburt Johannes' des Täufers richtet Domvikar Jörg Stockem vom Kölner Dom den Blick auf eine der markantesten Gestalten der Bibel. Der Domzeremoniar erzählt, warum ihm die oft übersehenen Hochfeste besonders am Herzen liegen und weshalb er solche Tage bewusst feierlich gestaltet. Noch wichtiger aber ist ihm die Botschaft des Täufers: "Wir brauchen wieder mehr Charakterköpfe, die auch sagen, was sie denken."Im Evangelium steht die Geburt und Namensgebung des Johannes im Mittelpunkt. Jörg Stockem erklärt, warum schon sein ungewöhnlicher Name ein Zeichen dafür ist, dass mit ihm etwas völlig Neues beginnt. Johannes, dessen Name "Gott ist gnädig" bedeutet, wird zum Wegbereiter Christi. Besonders beeindruckt den Domvikar seine Entschiedenheit: Johannes habe gewusst, "wer er ist, was er will und was seine Aufgabe ist". Dafür habe er sogar sein Leben riskiert.Ein Gespräch über Berufung, Mut und die Frage, warum die Kirche auch heute Menschen braucht, die klar Haltung zeigen und auf Christus hinweisen. Jetzt reinhören!Aus dem Lukasevangelium:Für Elisabet erfüllte sich die Zeit, dass sie gebären sollte, und sie brachte einen Sohn zur Welt. Ihre Nachbarn und Verwandten hörten, welch großes Erbarmen der Herr ihr erwiesen hatte, und freuten sich mit ihr. Und es geschah: Am achten Tag kamen sie zur Beschneidung des Kindes und sie wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharias geben. Seine Mutter aber widersprach und sagte: Nein, sondern er soll Johannes heißen. Sie antworteten ihr: Es gibt doch niemanden in deiner Verwandtschaft, der so heißt.Da fragten sie seinen Vater durch Zeichen, welchen Namen das Kind haben solle. Er verlangte ein Schreibtäfelchen und schrieb darauf: Johannes ist sein Name. Und alle staunten. Im gleichen Augenblick konnte er Mund und Zunge wieder gebrauchen und er redete und pries Gott. Und alle ihre Nachbarn gerieten in Furcht und man sprach von all diesen Dingen im ganzen Bergland von Judäa. Alle, die davon hörten, nahmen es sich zu Herzen und sagten: Was wird wohl aus diesem Kind werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm.Das Kind wuchs heran und wurde stark im Geist. Und es lebte in der Wüste bis zu dem Tag, an dem es seinen Auftrag für Israel erhielt. (Lk 1,57-66.80)(© Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)