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  • Morgenimpuls

    Um was geht es wirklich?

    04.2.2026 | 4 Min.
    Bei uns in der direkten Nachbarschaft ist ein sehr altes Haus generalsaniert worden und ich konnte von meinem Zimmer aus die Fortschritte immer wieder beobachten. Aber ich konnte und kann die Bauarbeiten auch immer hören: die Anlieferung von Gerüsten und den Aufbau, die Betonmischer und Lastenheber, die Bauarbeiter und ihre Musik, die Kräne für die großen Betonteile. Jetzt ist das Haus fertig und die ersten Mieter sind schon eingezogen. Aber das ringsum, die Wege und Kanten müssen noch gemacht werden und das ist echt laut. Seit Tagen sind die Bauarbeiter mit Rüttelmaschinen beschäftigt, die den Boden verfestigen und so laut sind, dass ich die ersten Tage immer einen Hubschrauber vermutet und den Himmel danach abgesucht habe.Ich musste tatsächlich erst ums Haus herumlaufen um zu sehen, dass es tatsächlich nur eine solch kleine Maschine ist, die einen solchen Lärm veranstaltet. Das sind so Sachen, die wir aus dem normalen Miteinander im Alltag auch kennen: da gibt es eine Vermutung, einen Verdacht, einen Argwohn, und wenn man dem nicht wirklich nachgeht, um die wirkliche Ursache zu klären, bleibt ein dummes Gefühl im Raum und wird zu einem Gerücht, zu einer Mutmaßung, einer Unterstellung. Im Evangelium, das heute gelesen wird, wundert sich Jesus darüber, dass die Leute aus seiner Heimatstadt seiner Botschaft nicht glauben können. Sie sind so damit beschäftigt, sich über ihn und seine Familie und sein Umfeld aufzuregen, und ihm alles Mögliche zu unterstellen, dass sie die wirkliche Botschaft überhaupt nicht mehr wahrnehmen. Man kann sich über die Kirche, die Mitarbeitenden der Kirche, deren Fehler und Sünden und die Strukturen sosehr aufregen, dass man überhaupt nicht mehr mitbekommt, worum es eigentlich geht: um die Verkündigung der guten Nachrichten Gottes an seine Menschen.Es ist eine gute Idee, immer mal wieder den Dingen um mich herum auf den Grund zu gehen um mich nicht immer nur von den lauten Äußerlichkeiten beeindrucken zu lassen, sondern auf den wirklichen Kern der Botschaft zu kommen.
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    Kein katholischer Hokuspokus

    03.2.2026 | 3 Min.
    Jede und jeder kennt das: es gibt Zeiten und Phasen im Alltag, da wachsen uns Sorgen irgendwie über den Kopf. Wenn Krankheit, Schwierigkeiten im Beruf und in der Familie, finanzielle Probleme oder grundsätzliche Entscheidungen schlaflose Nächte machen.Dann haben wir manchmal das Gefühl, dass es uns die Kehle zuschnürt, dass wir kein Wort mehr herausbekommen oder sogar mühsam nach Luft schnappen.Und dann gibt es einen Segen, der viele Jahrhunderte alt ist und völlig aus der Zeit gefallen scheint: den Blasiussegen. Zwei gekreuzte, brennende Kerzen ganz nahe vor das Gesicht gehalten und ein Segensgebet gesprochen.  Das ist kein katholischer Hokuspokus, sondern ein Gebet das zusagt, dass Gott durch all diese Sorgen und Nöte mitgeht und Dich im Blick behält und Dich stärkt. Das ist die eine Seite dieses Segens. Es gibt noch eine andere Seite.Die katholische Gemeinde Sankt Blasien im Schwarzwald weist darauf hin, dass der Heilige Bischof Blasius, an den wir heute denken, eben auch als jener "Schutzpatron gegen die Gefahr des schnellen, unpassenden und vor allem verletzenden Wortes" empfohlen werde - um den Frieden zu wahren. Was schnelle, unpassende und verletzende Worte anrichten können, erleben wir jeden Tag in den Nachrichten und den Medien. Wir selber sind davon aber auch nicht immer frei, weil man manchmal raushaut, was im Inneren brodelt und es uns dann manchmal leidtut, wenn es ausgesprochen worden ist.Ich hoffe also auch für mich und uns, dass wir durch die Fürsprache und den Segen bewahrt werden vor Halskrankheiten und allem Bösen aber auch vor unpassenden und verletzenden Worten gegenüber anderen aus unserem eigenen Mund.Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken zu Gott und die Welt. Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen darüber, wie sie Glauben und Alltag miteinander verbinden. Im Radio um viertel nach 6 Uhr und als Podcast.
  • Morgenimpuls

    Dass uns ein Licht aufgeht

    02.2.2026 | 4 Min.
    Immer Anfang des Jahres bekommen wir eine Liste mit den Jubilarinnen unserer Ordensgemeinschaft in den verschiedenen Ländern. Und in diesem Jahr gibt es sage und schreibe eine Schwester, die 80 Jahre im Kloster ist und einige mit 75 oder 70 Jahren. Sie haben sich also in ganz jungen Jahren dazu entschieden und sind diesen Weg ein Leben lang in Geduld gegangen und haben auch ihre Pflichten treu getan.Auch Maria und Josef tun ihre religiöse Pflicht. Sie bringen ihren Erstgeborenen in den Tempel, um ihn Gott zu weihen und geben die vorgeschriebene Opfergabe ab. Aber dann passiert, dass der sehr alte Simeon dieses eine Kind, unter den vielen Neugeborenen, die im Tempel Gott geweiht werden, dieses eine Kind als das erkennt, das bedeutsam für sein Volk und sein eigenes Leben werden soll. Der alte Simeon wartet im Tempel auf die Erfüllung einer Offenbarung. Ihm war gesagt worden, dass er nicht eher sterben werde, bis er den Messias, den Retter aller Menschen, gesehen hat. Als Maria ihm schließlich das Jesuskind in die Arme legt, stimmt Simeon ein Loblied an: "Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, dass du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel."Und auch Hannah, eine uralte Prophetin, die seit Jahrzehnten im Tempel lebt, erkennt dieses Kind und spricht darüber zu allen, die im Tempel sind. Simeon und Hannah haben ihr ganzes Leben darauf gewartet und gehofft, dass sie es sein werden, die diesen Messias noch erleben werden, der seit hunderten von Jahren verheißen und vom Volk erwartet wird. Und ihre Hoffnung wird erfüllt. Sie konnten aber nicht ahnen, dass es ein Säugling sein würde, den sie begrüßen und sehen würden. Viele haben einen Fürsten, einen König, einen Revolutionär, einen Kämpfer, einen Machthaber erwartet, der das Volk von innerer und äußerer Fremdherrschaft erlöst und befreit. Aber es ist ein Kind. Und sie erkennen ihn, weil sie sich auf Gott und nicht auf ihre eigenen Vorstellungen verlassen. Ihnen ist in diesem Kind sozusagen ein Licht aufgegangen.Beten wir heute für uns alle in unserer Kirche, genau um das: dass uns ein Licht aufgeht und wir ein bisschen mehr erkennen, wie dieser Gott liebt und lebt und wie deshalb Christsein heute gehen kann. Und dass er uns Geduld gebe zu diesem Warten auf ihn und für all den Alltagskram, der im Moment von jedem von uns die je eigene Geduld fordert.
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    Gott kennt seine Kinder

    30.1.2026 | 2 Min.
    Auf Facebook und anderen mehr oder weniger sozialen Medien nutzt man ja die Möglichkeit Leute zu entdecken, sie anzufragen, ob man befreundet sein will und wird in die Freundesliste aufgenommen. Oder ich werde selbst angefragt. Dieser Tage kommt also eine Anfrage von einer jungen Frau und ich habe mir die Fotos und Informationen angeschaut und dann zugesagt. Fast augenblicklich haben wir dann mit einem Chat begonnen mit der Frage dieser jungen Frau: Kennen Sie mich noch?Oje, ich musste gestehen, ich hatte keine Ahnung, woher ich sie kennen sollte, und habe etwas ausweichend geantwortet. Aber für sie war es eine ausreichende Zusage und es sprudelte nur so aus ihr heraus: Ich war doch im Mutter-Kind-Haus in Olpe und Sie haben sich immer mit mir unterhalten. Es war eine tolle Zeit für mich und mein Kind und habe so viel gelernt und bin so froh, mich damals so entschieden zu haben usw. und so fort.Ich war ganz angerührt und habe nach einer ziemlich langen Zeit gefragt, wie es denn heute geht. Sie hat mir erzählt, dass sie schon drei Jahre in einer neuen festen Partnerschaft lebt und ihr Sohn nicht mehr bei ihr lebt, sie ihn aber besucht und er schon groß und schon sieben Jahre alt ist. Und dass es ihr gut geht. Und da waren dann mehr als zwei Seelen in meiner Brust: Ich war sehr froh, dass sie die Zeit in Olpe als gute Zeit erlebt und reflektiert hat. Ich war traurig, dass ihr Sohn nicht mehr bei ihr lebt und habe Mitgefühl mit dem Kind, und ich bin froh, dass sie eine für sie schon so lange bestehende Beziehung hat, die ihr gut tut und sie gut damit leben kann.Nach dem Chat bin ich in die Kapelle gegangen und habe für sie gebetet und für Ihren Sohn und für Ihre Beziehung und für die Zukunft. Bei Gott bin ich mir sicher, dass sie nicht fragen muss: Kennst Du mich noch? Gott kennt seine Kinder und begleitet sie durch ihr Leben auf all ihren für uns oft so scheinbar verworrenen Wegen. Und das tröstet mich sehr.
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    Schlagzeilen

    29.1.2026 | 2 Min.
    Wenn ich morgens die Zeitung in die Hand nehme, sehe ich nur die dickste Überschrift, also die Hauptschlagzeile. Die Zeitung selber lese ich meistens mittags oder abends. Die Hauptschlagzeilen der letzten 4 Tage waren: "Auf der Piste mit der Bergwacht", dann "Fast wie im Bürgerkrieg", als nächstes "Traut euch" und dann "24 Asse serviert".Und bei allen vier Schlagzeilen wusste ich sofort, worum es gehen würde: um den Rettungsdienst in Skigebieten, um die unglaublichen Zustände in den USA, um die Ankündigung einer Messe für Hochzeitstrends und um ein glänzendes Tennismatch von Alexander Zverev. Ich kann das wissen, weil ich mich dauerhaft informiere und vielfältige Infoquellen nutze.So geht es auch mit den Schlagzeilen der Bibel, des Alten und Neuen Testamentes und vieler Kirchentexte. Oft kann ich sie nur verstehen und davon wissen, wenn ich mich immer weiter informiere, immer wieder die täglichen Lesungen anschaue, Hintergründe erforsche und neuere Kommentare zur Bibel lese.In der heutigen Lesung aus dem 1. Petrusbrief heißt es: "Dient einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat!" Zunächst klingt das in unseren heutigen Ohren, als sei das ein Verwaltungsakt, der zu erledigen sei. Und damals waren Verwalter die bekannten Leute, die für die Gutsbesitzer die gesamte Arbeit organisiert haben. Aber dieses 4. Kapitel im 1. Petrusbrief will über das richtige Verhalten als Christ in der Welt informieren. Und damit sind alle gemeint, die von Gott so vielfältige Gaben und Talente bekommen haben. Und die sollen sie nutzen für die Mitmenschen und das Zusammenleben. Denn dafür hat man sie bekommen.Die Hauptschlagzeile über dem heutigen Tag könnte also lauten: "Behaltet eure Talente und Fähigkeiten nicht für euch selbst, sondern setzt sie ein für die Gemeinde, die Gesellschaft, die Kirche, das Land." Und ich denke, dass kann jede und jeder von uns verstehen.

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Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen. Im Radio um 6.15 Uhr und als Podcast.
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