Heute geht es um das neue Schisma, das die katholische Welt erschüttert. Die erzkonservative Piusbruderschaft, die weltweit eine halbe Million Anhänger hat und zu der fast 1.000 Priester und Seminaristen und annähernd 500 Mönche und Nonnen gehören, hält sich für „die wahre Hüterin des katholischen Glaubens.“ Jetzt haben die Ultrafrommen sich gegen Papst Leo XIV. gestellt, der diese Kirchenteilung vermeiden wollte. Trotz des expliziten Verbotes des Papstes hat die Bruderschaft am 1. Juli in der Schweiz eine öffentliche, pompös angelegte Bischofsweihe zelebriert, an der vor Ort 15.000 Menschen teilnahmen. Jedermann durfte die Zeremonie weltweit live mitverfolgen. Die vier neuen Bischöfe sind jetzt automatisch exkommuniziert, ebenso wie die beiden Bischöfe, die den Ritus ohne den Segen des Papstes vollzogen haben. Andreas und Heike diskutieren darüber, warum ausgerechnet die von Marcel Lefebvre gegründete ultratraditionalistische Glaubensgemeinschaft, die wesentliche Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils ablehnt, unter jungen Katholiken so viel Zulauf hat. Andreas ordnet das Ereignis historisch ein und erzählt auf seine unterhaltsame Weise von anderen Schismen in der Kirchengeschichte und auch von seinen Erlebnissen mit dem afrikanischen Erzbischof Milingo, einem weiteren Abtrünnigen der katholischen Kirche, der ihn als erstes fragte: „Soll ich dir auch den Teufel austreiben?“