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Leben ist mehr

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  • Leben ist mehr

    Man kann Gott nichts vormachen

    07.05.2026 | 4 Min.
    Als die Alliierten am Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 Orte wie Auschwitz, Bergen-Belsen oder Buchenwald befreiten, stießen sie auf eine Hölle, die viele nie für möglich gehalten hatten. Soldaten, Kriegsberichterstatter und Mediziner, die als Erste die Lager betraten, sahen die schlimmsten Abgründe der Menschheit: fast verhungerte Überlebende, Leichenberge, die unfassbare Grausamkeit offenbarten.
    Besonders bekannt ist die Reaktion von Dwight D. Eisenhower, der nach der Befreiung von Ohrdruf zutiefst erschüttert war. Er befahl, die Gräuel zu dokumentieren, und zwang deutsche Zivilisten und Offiziere, die Lager zu besichtigen, um ihnen die grausame Realität ihres Regimes unmissverständlich vor Augen zu führen.
    So eine Situation erlebte auch der Prophet Hesekiel, als Gott ihm in einer Vision die tiefste Verderbnis seines Volkes offenbarte (Hesekiel 8) – einen Götzendienst, durchtränkt von ritueller Perversion, moralischem Verfall und schamloser Rebellion gegen den heiligen Gott. So ist es auch heute: Nach außen wird ein Stück weit der Schein gewahrt, aber im tiefsten Inneren des Herzens geschieht auf übelste Weise Abgötterei – mit schlimmen Folgen.
    Wie ermutigend ist es zu wissen, dass Jesus diese Abgründe bereits kennt, dass es nichts in unserem Leben gibt, das ihn abschrecken würde. Er kennt unsere dunkelsten Gedanken, unsere vernarbten Vergangenheiten, unsere geheimen Kammern des Götzendienstes, die niemand sieht. Jesus blickt täglich durch das Schlüsselloch unserer Seele und erschrickt nicht. Im Gegenteil, er bietet uns Vergebung und einen Neuanfang an. Timothy Keller sagte: »Das Evangelium lautet: Wir sind sündiger und fehlerhafter, als wir zu glauben wagten, und doch in Christus mehr geliebt und angenommen, als wir es je hofften.«
    Simon Pauls

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  • Leben ist mehr

    Der Schaukelstuhl

    06.05.2026 | 3 Min.
    Corrie ten Boom, eine Christin, sagte den Satz: »Sorgen sind wie ein Schaukelstuhl: Sie halten uns in Bewegung, bringen uns aber kein Stück vorwärts.« Wie viel Wahrheit steckt doch in diesem Satz, oder? Ich persönlich muss mir genau in diesem Moment eingestehen, dass ich gerade in einem solchen Schaukelstuhl sitze. Da ist die Sache mit dem Hausumbau, die fehlende Zeit für die Kinder, die Probleme mit dem Auto, die Sorge um das Geld und diese vielen Termine. Wie soll das alles nur werden, wie kann ich jedem gerecht werden, und wie kann ich das alles nur schaffen?
    Häufig versuche ich, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, und nutze nicht das Angebot Gottes, das im Tagesvers steht. Wäre da nur nicht mein Stolz, der mir ab und an im Weg steht. Nun lege ich den Laptop zur Seite und bete. Das ist ein großes Privileg, dass ich Gott meine Sorgen bringen darf.
    Und was ist mit Ihnen? Vielleicht haben Sie Gott gar nicht in Ihr Leben einbezogen. Vielleicht sind Sie es gewohnt, mit allem selbst fertigwerden zu müssen. Das mag auch meistens gelingen. Aber auf keinen Fall dann, wenn es um Krankheit oder Tod geht. Dem sind wir hoffnungslos ausgeliefert. Spätestens dann wissen wir, dass wir jemanden brauchen, dass wir Gott brauchen. Die meisten Menschen neigen dazu, Gott nur in Nöten und schweren Phasen anzurufen, und in guten Zeiten vergessen sie ihn dann. Sie verpassen die Chance, ihn in guten Lebensphasen als Wegbegleiter und Helfer zu erleben. Gott ist unfassbar geduldig und gnädig mit uns Menschen, weil er immer bereit ist, uns anzunehmen – wenn wir im Gebet zu ihm kommen. Denn er ist interessiert an unserem Leben. Wenn Sorgen in Ihnen hochkommen, dürfen Sie diese auf ihn werfen – auch die Sorge vor Krankheit, Sterben und Tod.
    Gabriel Herbert

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  • Leben ist mehr

    Loslassen ist so schwer

    05.05.2026 | 4 Min.
    Nach Feierabend wollte ich noch eine gute Flasche Wein für einen gemütlichen Abend kaufen. Also ging ich in den Rotweinkeller um die Ecke. – Da stand er: mein Kollege aus der Produktion. Mit einem vollen Glas schweren Rotweins in der Hand sah er aus wie das heulende Elend. Eigentlich wollte ich ja nach Hause, aber ich musste ihn einfach fragen, was ihn so beschwerte. Als er bemerkte, dass ich mich wirklich für ihn interessierte, brach er fast zusammen. Ich wusste, dass seine Frau eine Krebsdiagnose erhalten hatte. Er hatte mir erzählt, dass jeder Tag ihr letzter sein konnte, aber dass er nicht in der Lage war, sie gehen zu lassen.
    Aus verschiedenen Gesprächen in den vergangenen Jahren wusste ich auch, dass er und seine Frau gläubige Christen waren. Um unser Gespräch nicht in der Öffentlichkeit fortzusetzen, setzten wir uns erst einmal in mein Auto. Hier kam der ganze Schmerz aus ihm heraus, und er weinte bitterlich. Dann sprachen wir über das Erlösungswerk Jesu, über die Wohnungen, die er für uns im Himmel bereitet, und über das ewige Leben, das er uns schenkt. Danach beteten wir lange und sagten dem Herrn Jesus alles, was so bedrückend und schwer war. Nun war mein Kollege bereit, die ganze Situation in Gottes Hände zu legen. Als wir geendet hatten, waren seine Tränen getrocknet, und er ging zuversichtlich zu seiner Frau ins Krankenhaus.
    Am nächsten Tages traf ich ihn im Hof und fragte, wie es ihm heute gehe. Mit einem traurigen und doch gefassten Gesichtsausdruck erklärte er mir: »Ich habe ihr gesagt, dass ich Frieden habe, sie loszulassen. Heute Morgen um 4 Uhr ist sie dann gegangen.«
    Der Glaube an Jesus und ein Leben nach dem Tod verhindert nicht Schmerz und Traurigkeit. Aber er öffnet den Blick für die Ewigkeit.
    Bernd Grünewald

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    Ein Hoch auf das Leben

    04.05.2026 | 4 Min.
    Auch nach fast 22 Jahren ist mir noch das Gefühl präsent, wie ich zum ersten Mal unseren kleinen Sohn gesehen habe. Plötzlich verschaffte sich ein eigenständiges Geschöpf Gehör. In der Theorie hätte ich das zwar schon vorher beschreiben können, aber es zu erleben, veränderte meine Sicht auf den unendlichen Wert des Lebens.
    Der kleine Körper des Menschen ist gemessen am Universum nur ein winziges Stäubchen. Einerseits leicht zerbrechlich, sind wir andererseits etwas Großartiges. Blaise Pascal, ein führender Denker im 17. Jahrhundert, formulierte in seinen Pensées (= Gedanken) viele Erkenntnisse zum Menschsein, mit denen er seinen persönlichen Glauben an Jesus Christus begründete. Im vierten Artikel (Allgemeine Erkenntnis des Menschen) argumentiert er:
    Der Mensch ist nur ein sehr schwaches Schilfrohr der Natur, aber es ist ein denkendes Schilfrohr. Das ganze Universum braucht sich nicht zu waffnen, ihn zu zermalmen. Etwas Dampf, ein Tropfen Wasser genügt, ihn zu töten. Aber wenn das Universum ihn zermalmt, ist der Mensch doch viel edler als das, was ihn tötet, denn er weiß, dass er stirbt. Welchen Vorzug das Universum auch vor ihm hat, es weiß nichts davon.
    Leben ist also nicht nur auf unsere biologische Existenz beschränkt. Wir sind nach dem Bild Gott geschaffen und besitzen deshalb auch ein geistiges Leben. Wir haben Selbstbewusstsein und sind mit einem moralischen Kompass ausgestattet. Wir können über das Leben, unsere Herkunft und unsere Ziele nachdenken. Außerdem existiert Leben nur in Beziehung und Gesellschaft, in Bewegung und im Wechselspiel. Diese große Würde gibt Gott, der Schöpfer, seinen »kleinen Rohrstäben«! Wir sind kein Unfall oder Zufall, sondern eine große Kostbarkeit, die einen Beschützer, Leiter und Helfer braucht.
    Winfried Elter

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    Vorgesorgt

    03.05.2026 | 4 Min.
    Das Leben nimmt oft andere Wege als geplant. Gerade als Selbstständige merke ich das oft. Vor zwei Jahren musste eine größere Reparatur an meinem Auto vorgenommen werden, die nicht ganz billig war. Wenn man selbstständig arbeitet, ist das monatliche Einkommen nicht immer voraussehbar. Ich machte mir also meine Gedanken.
    Völlig unvorhergesehen erreichte mich in diesem Moment die verspätete Zahlung eines Kunden für einen Auftrag von ein paar Monaten zuvor – ein Problem, das mich ebenfalls schon länger beschäftigt hatte. Es war in dem Sinne nicht »mehr« Geld, doch offensichtlich konnte ich den Betrag in der aktuellen Situation besser gebrauchen, als das vorher der Fall gewesen war. Zusammen mit einem unerwartet hohen Einkommen aus einer späteren Zusammenarbeit deckte diese Summe fast bis auf den Cent genau die Rechnung für die Auto-Reparatur ab. Während ich mir noch Sorgen machte, weil sich die Dinge nicht nach meinem eigenen Plan entwickelten, hatte Gott schon lange vorgesorgt.
    In solchen Situationen bekommt der oben stehende Vers für mich immer eine ganz neue Bedeutung. Wer sich von Gott leiten lässt, muss sich keine Sorgen machen. Auch dann nicht, wenn die Probleme des Alltags überhandnehmen und die Dinge anders verlaufen als geplant. Ich habe es schon oft erlebt: Der Herr versorgt mich mit allem, was ich brauche – auch wenn ich selbst noch nicht weiß, was genau das ist. Die Wege, die ich gehe, sind sicher, solange er mich führt. »Dafür bürgt er mit seinem Namen«, versichert er uns in unserem Tagesvers. Wer sein Leben Jesus anvertraut hat, darf sich dieses Versprechens sicher sein. Haben Sie Ihr Leben schon in Gottes Hände gelegt?
    Klara Herhaus

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Über Leben ist mehr

»LEBEN IST MEHR« ist ein Lesebuch, das Impulse und Gedankenanstöße gibt. Es lädt ein zum Nachdenken – über Gott und die Welt, das Woher, Wohin und Wozu – und nicht zuletzt über uns selbst, und das an jedem Tag des Jahres. »LEBEN IST MEHR« hat ein individuelles Konzept und nimmt Stellung zu wichtigen Lebensbereichen wie Ehe, Familie, Gott, Christsein, Krisen, Beruf, Wirtschaft, Wissenschaft, Zukunft, u.v.a. »LEBEN IST MEHR« möchte Mut machen, ein echtes und erfülltes Leben zu entdecken. »LEBEN IST MEHR« gibt es schon seit 1999, sämtliche Beiträge aller Jahrgänge sind online verfügbar.
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Generated: 5/8/2026 - 6:00:17 AM