118 Episoden
Brandbeschleuniger KI: So kommen Fabriken ins KI-Zeitalter – mit Andreas Tobisch
20.09.2026 | 57 Min.Französisch, Latein, Englisch – und dann Maschinenbau: Andreas Tobisch hat den unwahrscheinlichen Weg genommen. Von 130 Studienanfängern in Deggendorf kamen rund 40 durch, der Neusprachler war einer davon. Danach zwölf Jahre Schaltbau, Lean Management von der Pike auf eingeführt, bei Bode in Kassel bis in die Bereichsleitung mit Verantwortung von Polen bis Nordamerika – und heute gehört er zur Führung der DE Software & Control, die seit rund 30 Jahren Software für den Shopfloor baut. Also für den Ort, an dem die richtige Information zur richtigen Zeit beim richtigen Mitarbeiter ankommen muss.
Mit Theo spricht er darüber, wo die Industrie beim Thema KI wirklich steht – inklusive einer Kongress-Anekdote, bei der jeder Datenschützer einmal tief durchatmen muss: eigene ChatGPT-Accounts als Sicherheitskonzept. Warum profitiert ein Softwarehaus mit drei Jahrzehnten Geschichte von einem Startup wie Erium – und umgekehrt? Und wieso ist Geschwindigkeit am Ende weniger eine Frage der Technik als eine Kopfsache?
Außerdem: die erste schriftliche Homeoffice-Regelung in 30 Jahren Firmengeschichte – und was dieser Pulsbeschleuniger mit den Teams macht. Die Frage, wo die Seniors von morgen herkommen, wenn die KI heute schon besser codet als mancher Junior. Und die neue Projektrealität, in der Kunden keine Zwei-Jahres-Aufträge mehr vergeben, sondern sagen: In drei Monaten soll die Kuh fliegen – wartet man Software dann überhaupt noch, oder baut man sie einfach neu?
Zum Schluss wagt Andreas den Zehn-Jahres-Blick: Wenn Roboter schrauben und Agenten coden – welche menschliche Eigenschaft brauchen wir dann am dringendsten?- Endlich kann die KI mit allen Systemen sprechen – also am besten gleich alles anbinden? Genau an dieser Frage trennt sich Strategie von Reflex. Zum ersten Mal sitzt Viktoria mit am Mikro: Sie steuert bei Erium zentral alle Projekte und bringt die Fragen mit, die dort immer wieder auf den Tisch kommen. Theo antwortet – und seine erste Antwort dürfte Technikern kurz wehtun.
Es geht darum, wann im Projekt der richtige Moment für Schnittstellen ist und was du mit Software machst, die noch nie eine API gesehen hat: nachrüsten, drumherum bauen oder gleich neu? Warum rücken manche Anbieter ihre Schnittstellen partout nicht raus – und wieso ist das für sie ein riskantes Spiel? Dazu das Muster mit dem schönsten Namen der Softwaregeschichte: die Würgefeige.
Außerdem geht's ums Geld – genauer um die Rechnung, die nach der Token-Rechnung kommt: Was passiert eigentlich, wenn du bei deiner schnell gebauten Web-App auf Publish klickst? Warum traut sich in vielen Firmen niemand mehr, alte Agenten und Mini-Apps abzuschalten? Und die Frage mit doppeltem Boden: Wenn dein Agent eine E-Mail verschickt – wessen Name steht drunter, und was macht das mit dem, der sie liest?
Zum Schluss klären wir, warum trotz aller Chatbots das gute alte Dashboard nicht ausstirbt – und woran du erkennst, wann du welches von beiden brauchst. - Streng genommen kann eine KI genau eine Sache: Text schreiben. Trotzdem sucht sie für dich im Internet, verschickt E-Mails und bedient komplette Programme. In dieser Folge steigen wir in den Maschinenraum der KI-Agenten und schauen uns an, wie dieser Trick funktioniert.
Maksim erklärt, was hinter Tool Calling steckt: versteckte Botschaften, die das Modell in seinen Text einbaut und die erst die Infrastruktur drumherum zum Leben erweckt. Wir fragen uns, was eine KI mit vollem Computerzugriff eigentlich davon abhält, deine Festplatte zu löschen, was schiefgehen kann, wenn ein Agent direkt in deine Datenbank schreibt – und warum Agenten, die sich durch den Browser klicken, meistens den umständlichsten Weg nehmen. Meistens.
Außerdem: Was ist eine API, was steckt hinter MCP und wer ist eigentlich dieser JSON?!? KI in der Wirtschaftsprüfung: Was tun, wenn nichts schiefgehen darf? - Mit Dr. Camilla Fiallo
30.08.2026 | 58 Min.„Es gibt nur noch ganz wenig, was bei mir ohne KI läuft." Das sagt keine Startup-Gründerin, sondern eine Frau aus der Branche, in der Fehler keine Option sind: Camilla ist KI-Managerin in einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Angefangen hat sie dort zu einer Zeit, als noch kistenweise Leitz-Ordner zu den Mandanten getragen wurden – heute sorgt sie dafür, dass KI nicht in Konzepten steckenbleibt, sondern wirklich bei den Kolleginnen und Kollegen ankommt.
Und das ist kniffliger, als es klingt, denn in der Branche existieren zwei Welten: Die einen trauen sich keinen einzigen Prompt, die anderen bauen zuhause längst eigene KI-Workflows und würden sie am liebsten mit ins Büro bringen – Stichwort Schatten-KI. Wie nimmt man beide Gruppen mit? Wie viel Freiheit verträgt ein Beruf, der von Verlässlichkeit lebt? Und was macht es mit dem eigenen Arbeitstag, wenn man der KI plötzlich ganze Aufgabenpakete überlassen kann?
Dazu wird es persönlich: Camilla erzählt, wie sie ihre Promotion neben der Busy Season durchgezogen hat, warum ihre Tochter schon mal mit im Business-Meeting sitzt – und welches Problem, das sie seit ihren ersten Tagen in Deutschland begleitet, die KI ganz nebenbei gelöst hat.
Zum Schluss blickt Camilla in die Glaskugel: Wie sieht die Wirtschaftsprüfung aus, wenn KI so selbstverständlich ist wie Strom aus der Steckdose?- Eine Nutzerin bittet ihren KI-Agenten, eine Info in ihrem Projektmanagement-Tool zu aktualisieren. Der Agent hat keine Zugangsdaten – findet aber das Recovery-Dokument ihres Passwortmanagers, loggt sich ein, besorgt sich das Passwort und erledigt die Aufgabe. Diese Agenten versuchen wirklich alles, um ans Ziel zu kommen. Umso wichtiger die Frage: Wie viel Freiheit gibst du ihnen?
Wir sortieren die KI-Welt in drei Freiheitsstufen – vom Chatbot über den Subagenten mit fester Arbeitsanweisung bis zum vollautonomen Agenten. Aber woran erkennst du, welche Stufe zu welcher Aufgabe passt? Warum darf ein Agent bei uns jeden Code anfassen, aber keine E-Mail an Kunden schicken? Und welche Frage solltest du dir stellen, bevor du einem Agenten freie Hand gibst?
Außerdem: KI als Universalkleber zwischen Systemen, die eigentlich nicht zusammenpassen – und wann dieser Kleber zu teuer wird. Ist die KI für dich eher Exoskelett oder Kollege? Und entwickelt sich das Verhältnis wie bei einem menschlichen Mitarbeiter, dem du immer mehr anvertraust – oder genau andersherum?
Zum Schluss wird's konkret: Wie formulierst du Ziele so, dass ein Agent selbstständig durchläuft, ohne falsch abzubiegen? Theo verrät, welche halbe Stunde vor dem Start darüber entscheidet, ob du am Ende guten Gewissens für das Ergebnis geradestehen kannst – oder vor dem Kunden sagen musst: „Das hat die KI so entschieden."
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Über Beyond AI
Jeden Tag passiert etwas in der Welt der KI, von dem die meisten Menschen nie erfahren.
Nicht weil es geheim ist sondern weil es fast niemand so erklärt, dass es wirklich hängen bleibt.
Beyond AI ändert das. Dr. Theo Steininger arbeitet seit fast zehn Jahren täglich mit KI nicht nur auf Konferenzbühnen, sondern mit echten Unternehmen, echten Daten und echten Problemen. In diesem Podcast nimmt er uns mit in diese Welt: Was die Modelle heute wirklich können, wo sie noch kläglich scheitern und was das für die Art bedeutet, wie ganze Branchen arbeiten und entscheiden. Gemeinsam mit Gästen aus Forschung, Industrie und der Praxis jeder mit seinem eigenen Blickwinkel darauf, was KI in ihrer Welt gerade wirklich verändert. Immer nah an der Realität. Immer ehrlich. Nie abstrakt.
Für alle, die wissen wollen, was wirklich passiert nicht nur, was gerade im Trend liegt.
Podcast-WebsiteHöre Beyond AI, Tommy Unlocks und viele andere Podcasts aus aller Welt mit der radio.de-App

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