31 Episoden
Ep. 30, Dr. Marc-Alexander Burmeister – Vom Notarzt an die Spitze von Europas Labormedizin (Part 1)
22.08.2026 | 1 Std. 19 Min.Ich habe selten einen Gast erlebt, bei dem ich so oft gedacht habe: Moment, das muss ich nochmal hören.
Marc-Alexander Burmeister ist Anästhesist. Einer, der Menschen die Hand gehalten hat, bevor die Narkose kam. Er war Notarzt in Hamburg, über tausend Einsätze, und hat dabei gelernt, was Triage wirklich bedeutet: entscheiden, wem man zuerst hilft, und ertragen, wem gerade nicht. Genau diese Denkweise hat er später mitgenommen, als er mit Mitte dreißig in die Wirtschaft ging. Achtzehn Jahre beim Familienkonzern B. Braun, zuletzt als Chef in Frankreich und Deutschland. Heute führt er die amedes Gruppe, eines der größten Labornetzwerke Europas mit viereinhalbtausend Mitarbeitern. Darüber sprechen wir ausführlich in Teil zwei.
In diesem ersten Teil erzählt er mir, warum man so aufwacht, wie man einschläft. Warum Patienten nur einen Bruchteil dessen behalten, was Ärzte ihnen sagen. Was die Medizin von der Luftfahrt gelernt hat und warum ein Satz wie „Herr Professor, Ihr Handschuh ist kaputt" Leben rettet. Er erzählt von seiner Schwester, die schwer verunglückte, als er zwölf war, und warum seine Berufswahl deshalb vielleicht kein Zufall war. Warum er als Führungskraft dreißig Prozent aller Projekte komplett streicht. Und dann kommt die Geschichte, die ich immer noch nicht ganz glauben kann: wie in der ersten Corona-Welle in Frankreich das Narkosemittel ausging und wie Macron, Le Maire und Merkel persönlich halfen, es über die Grenzen zu bringen.
Teil zwei kommt nächsten Samstag um 17 Uhr. Dann geht es um dich: was mit deiner Blutprobe wirklich passiert, warum das große Blutbild oft nichts bringt und was Marc in der Pandemie mit 30.000 Pflegebedürftigen erlebt hat.
Abonniere den Kanal, wenn du das nicht verpassen willst:- Ich dachte, ich weiß, wer David Döbele ist. Der Karriere-Typ von YouTube, immer optimiert, immer auf Erfolg. Und dann sitzt er bei mir im Studio und erzählt, dass seine Firma zwei schlechte Monate von der Pleite entfernt war. Dass er sein Team halbiert hat und heute glücklicher ist als je zuvor. Und dass ihm privat 5.000 Euro im Monat reichen, obwohl im OMR Podcast mal von einem 100 Millionen Exit die Rede war.
Wir reden über seinen Weg von Gerlingen nach Frankfurt, über das eine YouTube-Video, das alles verändert hat, und über die abgesagte Master-Zusage in St. Gallen. David rechnet ab mit den Career Services der Unis, erklärt, warum gerade 90 Bewerbungen auf eine Stelle kommen, und sagt einen Satz über Handwerker und BWL, den ich von ihm nie erwartet hätte. Gegen Ende wird es persönlich, auch für mich. Es geht um Herkunft, ums Erben und um die Frage, wann genug wirklich genug ist.
Eine der ehrlichsten Folgen, die wir bisher aufgenommen haben. Viel Spaß damit. - Michael Käfer hat sein Familienunternehmen nicht geerbt. Er hat es gekauft.
Anfang der Neunziger wollten sein Vater und sein Onkel verkaufen. An einen Investor. Michael hat einen Kredit aufgenommen und ihnen den Feinkosthandel, den Party-Service und die Wiesn-Schänke abgekauft. Wie von Fremden, sagt er selbst. Die letzte Rate hat er 2012 gezahlt, fast zwanzig Jahre später.
Und das Erste, was er als Eigentümer getan hat, war nicht aufbauen. Es war abreißen. Die Schreinerwerkstatt weg. Die eigene Automechanik weg. Die Zeltflotte weg. Alles Dinge, die sein Vater über Jahrzehnte zusammengetragen hatte.
Sein Satz dazu, ohne Beschönigung: Im Nachhinein war alles richtig. Aber für jemanden, der da sein Herzblut drin hat, war es nicht einfach.
Wir sitzen im Stammhaus in der Prinzregentenstraße, und irgendwann ist es kein Interview mehr. Es sind zwei Söhne starker Väter, die sich gegenseitig erzählen, wie das ist. Wenn der Vater nicht loslassen kann. Wenn man Entscheidungen trifft, die den eigenen Vater verletzen. Und wenn man irgendwann merkt, dass man selbst inzwischen auf der anderen Seite sitzt.
Michael erzählt außerdem von der Nacht, in der er als 15-Jähriger im Wald 30 Weißwürste platzen ließ. Von einem Feuerlöscher, der in einem Lastwagen aufging und ein komplettes Buffet zerstörte, drei Stunden vor der Kommunion. Von Bill Clinton, der ihm auf der Wiesn zwei Minuten lang das Gefühl gab, die wichtigste Person im Raum zu sein. Von Jeff Koons, der jeden Abend im P1 saß und dem er nie ein Bild abgekauft hat.
Und von etwas, das er den geliehenen Freund nennt. Bei einer Hochzeit ist er wochenlang Teil der Familie. Er kennt den Budgetstreit, die Brautmutter, die Konfliktherde. Und wenn das Fest vorbei ist, ist es vorbei. Von beiden Seiten.
Seine Söhne sind 15 und 16. Er sagt, er wird ihnen die Chance geben. Und er sagt genauso deutlich, dass ein anderer Weg vollkommen in Ordnung wäre.
Eine Folge über Verantwortung, über Loslassen, und über den Preis, den man zahlt, wenn man den eigenen Namen weiterträgt. Ep. 27, Beatrice Handte − Nur 2 % der Influencer verdienen wirklich Geld" - we love pr
02.08.2026 | 1 Std. 51 Min.Es gibt einen Satz aus diesem Gespräch, den ich seit der Aufnahme nicht mehr loswerde: „Hätte mir vorher jemand gesagt, wie anstrengend Personal ist, wäre ich vielleicht nicht so groß geworden.“ Das sagt Beatrice Handte, nachdem sie genau das getan hat. 18 Jahre lang hat sie ihre Agentur we love pr aufgebaut, ohne Investor, nur mit neuen Kunden, bis auf heute rund 70 Mitarbeitende in München und Hamburg. Auf ihrer Kundenliste stehen Marken wie Deichmann, Pandora, Skechers, Bonprix und Honest Beauty.
Ich habe selten jemanden getroffen, der so ehrlich über das Unternehmerleben spricht. Beatrice erzählt nicht die polierte Gründergeschichte, die man sonst überall hört. Sie erzählt von den Jahren, in denen sie sich selbst kein Gehalt ausgezahlt hat. Von der Phase zwischen 20 und 30 Mitarbeitern, die sie die anstrengendste ihres Lebens nennt, weil du zu klein für ein Mittelmanagement bist und trotzdem 20 Menschen führst, die alle direkt mit dir arbeiten wollen. Und von der berühmten Freiheit der Selbstständigkeit, über die sie ganz trocken sagt: „Diese Freiheit habe ich nicht so oft gespürt.“
Ihr Weg dahin klingt fast ausgedacht. Gastarbeiterkind, der Vater kam Ende der 50er aus Spanien. Das Sportstudium hat sie sich selbst finanziert, eigentlich wollte sie Sportmoderatorin werden, aber für Frauen war da damals kein Platz. Stattdessen kam sie als Personal Trainerin des CEOs zu Puma und landete später bei Red Bull, als die deutsche Organisation gerade mal rund 15 Leute hatte und Sebastian Vettel als Nachwuchsathlet noch keinen Führerschein besaß.
Was mich am meisten beeindruckt hat: Sie sitzt mir mit über 50 gegenüber, ist nach all den Jahren nicht ausgebrannt und macht ihre Kaltakquise immer noch selbst. Gleichzeitig gibt es bei ihr im Unternehmen keine Überstunden. Sie sagt, sie hatte in ihrem Leben so viele davon, dass sie manchmal nicht mehr wusste, welcher Tag ist. Genau das will sie ihrem Team ersparen.
Und weil ihre Agentur jeden Tag mit Influencern arbeitet, räumt sie nebenbei mit ein paar Illusionen auf. Höchstens zwei Prozent der Influencer in Deutschland verdienen aus ihrer Sicht wirklich Geld, während sich bei ihr täglich rund 50 bewerben. Sie hat mit Pamela Reif schon eine Deichmann-Kollektion gemacht, als die 70.000 Follower hatte, und erzählt, wie ein einziger Post an einem Tag einen hohen sechsstelligen Umsatz gebracht hat. Ihre Botschaft dahinter ist dieselbe wie beim Agenturaufbau: Erst kommt die Arbeit, dann das Geld.Ep. 26, Florian Haller – Alle haben Angst vor KI. Der Chef von Europas größter inhabergeführter Agentur nicht.
25.07.2026 | 1 Std. 7 Min.1970, ein Hinterzimmer in einem Münchner Modehaus, ein einziger Kunde. Daraus baut ein Mann eine Agentur, und übergibt sie irgendwann an seinen Sohn. Florian Haller hätte einfach nur verwalten können. Stattdessen hat er daraus die größte inhabergeführte Agenturgruppe Europas gemacht, 6.500 Mitarbeitende, 27 Länder, fast 800 Millionen Umsatz, und sich dabei nie an einen der großen Börsenkonzerne verkauft.
In dieser Folge erzählt er mir, warum er nie das Gefühl haben wollte, seit seinem fünften Lebensjahr für diesen einen Job großgezogen worden zu sein, warum er seine Leute zu echten Partnern statt zu Angestellten macht, und warum er seinen drei Töchtern null Druck macht, das Unternehmen mal zu übernehmen. Wir reden über die Nächte, in denen er wegen eines riesigen neuen Bürogebäudes mitten in Corona nicht schlafen konnte, warum er Marketing in der Krise zu kürzen für den teuersten Fehler überhaupt hält, und warum er in KI keine Bedrohung sieht, sondern die größte Chance seiner Branche seit Jahren.
Kein PR-Manager im Nacken, kein abgesprochenes Statement, keine Antworten, die schon zehnmal so gefallen sind. Genau deswegen heißt der Podcast Unfiltered, weil hier nicht poliert, sondern geredet wird. Diese Folge ist einer der ehrlichsten Beweise dafür.
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In diesem Business-Podcast geht es um ungefilterte Gespräche von erfolgreichen Persönlichkeiten.
Gespräche, die inspirieren, bewegen und der jungen Generation Mut machen.
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