227 Episoden
- "Hat man einmal vier Jahre gewartet, so kommt es auch auf einige Monate mehr oder weniger nicht an..." diese Zeilen dürften Sigmund Freud (1856-1939) im Juni 1886 die Sprache verschlagen haben. Gerade hatte er seine erste Praxis eröffnet und durfte sich nun von seiner Fast-Schwiegermutter anhören, dass eine baldige Hochzeit eben deswegen ein "unverantwortlicher Leichtsinn" sei. Die letzten vier Jahre hatten ihm und seiner Verlobten, Martha Bernays (1861-1951), alle Kräfte abverlangt - und doch hielten sie zueinander. Anhand der rund 1.500 erhalten gebliebenen "Brautbriefe" sprechen wir über die entstehende Beziehung zwischen beiden und lernen dabei einen ganz anderen Sigmund Freud kennen.
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🔔▶ BUCHTIPP Nr. 1: Die vollständige Ausgabe der "Brautbriefe", erschienen bei S. Fischer: https://www.fischerverlage.de/buch/reihe/sigmund-freud-brautbriefe
🔔▶ BUCHTIPP Nr. 2: Katja Behlings Biographie über die "Frau des Genies": https://link.amazon/B09CMp6TA
▶ ▶ VIDEO mit Zusatzinfos, Buchtipp und Diskussion auf https://www.youtube.com/@Lesedusche https://www.youtube.com/watch?v=3p8CtmoTkzk&list=PL1_Um4fvUj6oyEJl3J2WfeR9oPlGW4e2B - "Sie hat würcklich offt [...] ihre geschwohrene Feinde von ihrem schädlichen Vorsatz abgebracht und sich dieselben zu Freunden gemacht." notierte der ehemalige Sekretär Heinrich August Krippendorff zähneknirschend über Wilhelmine von Grävenitz (1686-1744). Obwohl er von ihrem Aufstieg als Mätresse des württembergischen Herzogs Eberhard Ludwig (1676-1733) erheblich profitierte, ließ er in seinen 1740 verfassten "Memoiren" kein gutes Haar an dieser ungewöhnlichen Frau. Vielmehr bestätigte er das offizielle Bild der hemmungslosen "Landverderberin", der es nur um Macht und Geld ging. Das kam uns verdächtig vor! Immerhin schaffte sie es, sich fast 25 Jahre an der Spitze des Herzogtums zu halten und dabei sogar aktiv in die Politik einzugreifen. Wie gelang ihr das? Was machte sie anders als etwa die Gräfin Cosel und die berühmten französischen Mätressen? Darüber sprechen wir in dieser Episode unter Verwendung interessanter Quellen wie eines Reiseberichts von Baron Pöllnitz.
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▶ ▶ VIDEO mit Zusatzinfos, Buchtipp und Diskussion auf https://www.youtube.com/@Lesedusche https://www.youtube.com/watch?v=BmiY1Aq8C8Y&list=PL1_Um4fvUj6rOzHxnzXtoJU83VtPF5ZC1 - "Fräulein Mozart, jetzt dreizehn Jahre alt und übrigens außerordentlich schön geworden, spielt vorzüglich und hinreißend Klavier." berichtete der gut vernetzte und musikvernarrte Melchior Grimm im Frühjahr 1766 in seiner "Literarischen Korrespondenz". Er hatte einen nicht geringen Anteil daran, dass Familie Mozart in Paris Fuß fassen konnte - und bemerkte, dass Maria Anna Mozart (1751-1829) hinsichtlich ihrer musikalischen Talente keinesfalls hinter ihrem jüngeren Bruder Wolfgang Amadeus (1756-1793) zurückstand. Dennoch wurde "Nannerl" im Schatten ihres Bruders fast vergessen oder sogar negativ dargestellt. Warum? Über die unterschiedlichen Lebenswege der beiden sprechen wir in dieser Episode. Was trieb Vater Leopold an? Wie verliefen die Reisen ab 1762 konkret? Und wie war die Arbeitsteilung innerhalb der Familie Mozart?
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▶ ▶ VIDEO mit Zusatzinfos, Buchtipp und Diskussion auf https://www.youtube.com/@Lesedusche https://www.youtube.com/watch?v=xGvTIm9Jz94&list=PL1_Um4fvUj6rOzHxnzXtoJU83VtPF5ZC1 - "Am Schluß [...] drückte er mir sehr warm die Hand und lud mich sehr freundlich ein, ihn zu besuchen," so beschrieb ein begeisterter Friedrich Nietzsche (1844-1900) Ende 1868 die erste Begegnung mit Richard Wagner (1813-1883). Ein halbes Jahr später kam er der Einladung nach und besuchte den verehrten Künstler und seine hochschwangere Lebenspartnerin Cosima von Bülow in der Villa Tribschen nahe Luzern. Das vielschichtige Beziehungsgeflecht, das sich zwischen diesen drei komplexen Charakteren entwickelte, nehmen wir in dieser Episode genauer unter die Lupe. Welche gemeinsamen Interessen verbanden sie, welche (divergierenden) Erwartungshaltungen gab es, warum kam es nach der Eröffnung der Bayreuther Festspiele (1876) zum totalen Bruch und welche Auswirkungen hatte das auf Nietzsches weiteres Schaffen?
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▶ ▶ VIDEO mit Zusatzinfos, Buchtipp und Diskussion auf https://www.youtube.com/@Lesedusche https://www.youtube.com/watch?v=zw6PKbiL360&list=PL1_Um4fvUj6oyEJl3J2WfeR9oPlGW4e2B - "Über jedes Ereignis zu lachen und zu spaßen, sei das sicherste Heilmittel für ein solches Übel." so beschreibt Giovanni Boccaccio (1313-1375) in der Einleitung zu seinem "Decamerone" eine der ganz unterschiedlichen Reaktionen in der Bevölkerung auf die apokalyptischen Zustände, die seit 1348 in seiner Heimatstadt Florenz durch die Pest erzeugt wurden. Angesichts der ungeheuren Sterblichkeitsraten gingen die bislang geltenden Moralvorstellungen im Zeitraffer verloren, Verzweiflung und Abstumpfung machten sich breit. War es Gottes Strafe für die vorherigen Jahre des lasterhaften Wohlstands? Müssen die Menschen wieder gläubiger werden? Boccaccio lässt die 10 jungen Leute, die nach Fiesole fliehen und sich dort 10 Tage lang insgesamt 100 Geschichten aus aller Welt erzählen werden, zu anderen Erkenntnissen gelangen. Welche das sind und was das mit dem Leben Boccaccios zu tun hat, darüber sprechen wir in dieser Episode.
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