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Französische Lyrik, betörendes Mittelalter und Tränen aus Afrika & mehr Musik grenzenlos
03.10.2026 | 56 Min.Chansonnier Christophe Bourdoiseau interpretiert ein Gedicht von Jean Richepin von 1876, in dem sich dieser in derben Worten an die unteren sozialen Schichten wendet und behauptet: Euer König, der bin ich, der Dichter!
Noch weiter zurück - ins Mittelalter - gehen das Hilliard Ensemble und Saxophonist Jan Garbarek, und landeten mit dieser eigentlich verwegenen Kombination aus Vokalkunst und Jazzimprovisation in den 1990er Jahren einen Riesenerfolg. Zudem besingen "Mokoomba" aus Simbabwe gutgelaunt die "Tränen" - oder auch nicht? So ganz klar ist das nicht, und wenn uns die Hoffnung da täuschen sollte, spendet uns Pianist Paul Hankinson Trost, denn "Hope is the thing with the feathers" - die Hoffnung ist das Ding mit den Federn, und kann vielleicht sogar fliegen…
Das und vieles mehr in der heutigen Hörbar…- Über den Krimkrieg von 1853 bis 1856 - der vor allem von Russland ausging, in den auch Großbritannien verstrickt war - wurde seinerzeit eine große Zahl von Gedichten geschrieben und teils anonym an Verlage von Provinzzeitschriften geschickt und gedruckt. Ein spannendes CD-Projekt hat sich nun dieser Poeme angenommen und englische Folkmusiker und -musikerinnen von heute gebeten, diese Texte zu vertonen.
Da wird zwar zunächst noch der hoffnungsvolle Aufbruch besungen, alsbald aber nimmt - wie könnte es anders sein - der klagende und anklagende Ton Überhand. Und die traurige Parallele zur aktuellen Situation in der Ukraine drängt sich nicht nur auf, sondern wird auch musikalisch aufgegriffen.
Außerdem hören wir Afro-Pop von Fatoumata Diawara, die Dr. Macaroni Brass Band ist mit einem Klassiker von Herbie Hancock vertreten, Lila Downs beschäftigt sich der Mythologie der Mixteken, und Manfred Maurenbrecher findet es komisch, wie sich die Leute entwickeln.
Das und vieles mehr in der heutigen Hörbar… - Zum 30-jährigen Jubiläum beschenkt sich das Ensemble Mellow Melange um den kompositorischen Vordenker Ingo Höricht mit einer kleinen EP mit dem Titel "Mellow Cello Melange".
Und das "Cello" in der Mitte hat einen guten Grund: mit von der Partie ist der Cellist Christoph Otto Beyer. Gemeinsam interpretieren sie Shakespeare-Vertonungen von den letzten Mellow Melange-Alben in instrumentalen Versionen, wobei das Cello die Singstimme vertritt. Eingängige, gut gemachte Kammermusik - eben das, wofür die Fans die Formation lieben.
Außerdem beschäftigt sich Chico César bedeutungsvoll mit seinen Haaren, ein Kochlied aus dem hohen Norden gibt’s von Eplemøya Songlag, Dota fragt sich, wo sie suchen soll, und Ella Fitzgerald und Louis Armstrong kommen nicht zusammen in ihrer Romanze.
Das und noch viel mehr in der heutigen Hörbar… - Nach sechs Jahren gibt es endlich wieder ein neues Studioalbum - The Meaning of Flowers - der in Berlin lebenden dänischen Singer/Songwriterin Agnes Obel, und sie macht da weiter, wo sie aufgehört hat: eine ganz eigene, minimalistisch-verwunschene Ambient-Klangwelt, alles selbst gesungen, eingespielt und produziert, gelegentlich sind noch ein Streicher oder Bläser mit dabei.
Philosophisch-naturalistische Aspekte des Lebens, Werden und Vergehen sind diesmal stark in die poetisch-verklausulierten Texte eingeflossen, nicht zuletzt aufgrund der zwischenzeitlichen Geburt ihrer Tochter, der das Album gewidmet ist. Zum Eintauchen, Sich-Verlieren, und hoffentlich gestärkt zurückfinden in die Welt.
Außerdem fordert uns Cheikh Ibra Fam aus dem Senegal zu einem Tänzchen auf, David Orlowsky nimmt den Nachtzug nach Odessa, ein schottisch-gälisches Traditional mit Karen Matheson ruft uns zur Buße auf, und Babylon Circus sinnieren verpassten Gelegenheiten nach.
Das und vieles mehr in der heutigen Hörbar… - Das Label CPL-Music bietet auf seinem Sampler "Slovakia - Folk to Global" einen wunderbaren Querschnitt durch die slowakische Folkszene.
Eine sehr abwechslungsreiche Zusammenstellung, mal näher an den traditionellen Klängen, oft aber auch mit Rock- und Pop-Elementen oder mit etwas Swing-, Latin- oder Klezmer-Einschlag, und ein paar wuchtige Tanz-Beats sind auch mit dabei. Eine bunte, spannende Mischung, bei der es ganz viel zu entdecken gibt. Eine klare Empfehlung nicht nur für Osteuropa-Fans.
Außerdem hören wir Wüstenblues von Tamikrest, die "Paris Combo" lädt ein zum Walzer, Igor Strawinsky spielt zum Tango auf, und Gisbert zu Knyphausen lässt sich betören vom Licht dieser Welt.
Das und vieles mehr in der heutigen Hörbar…
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