649 Episoden
- Die Wochenendausgabe der Hörbar reist durch musikalische Welten: von Lucibelas Kapverden über Jazz, Folk und Global Pop bis zu Richard Thompson.
Mit vertrauten Namen, überraschenden Begegnungen und Musik, die sich um Genregrenzen herzlich wenig kümmert.
Traditionelle Musik trifft auf Jazz, Pop und überraschend moderne Arrangements. Folk zeigt sich dabei mal archaisch, mal urban, mal experimentierfreudig. So verbindet Leléka osteuropäische Wurzeln mit Jazz und einer eindringlichen Stimme.
Auch die dunklere Seite bekommt ihren Raum: Chamber - L’Orchestre de Chambre Noir verbindet Folk und Rock mit kammermusikalischer Dramatik. Dazwischen öffnen sich Türen zu feinem, weltoffenem Songwriter-Pop, wie bei Piers Faccini. Mit Richard Thompson ist einer der großen britischen Folkrock-Erzähler dabei. Und Quadro Nuevo zeigen, wie sich selbst ein Welthit in ganz neue Klangfarben übersetzen lässt.
Melancholie und Leichtigkeit, Fernweh und Groove - das ist die Hörbar am Wochenende. - Die L.A. Times nennt ihn den "besten Rocksongschreiber nach Dylan und den besten E-Gitarristen nach Hendrix". Auch auf seinem neuen Album mischt Richard Thompson sein tiefes Verständnis von Folk mit dem launigen Gestus des Rockrebellen und Storytellers.
Thompson hat den britischen Folkrock entscheidend mitgeprägt. Mit Fairport Convention setzte er den Folk Ende der 1960er unter Strom. Heute, mit 77 Jahren, zählt er zu den großen Songwritern und Gitarristen seiner Generation.
Sein neues Album "Hippies, Thugs and Heroes" ist bereits sein 20. als Solokünstler. Darauf blickt Thompson zurück, ohne sich in Nostalgie zu verlieren. Alte Freunde und falsche Gurus tauchen auf, geliebte Weggefährten und frühere Ichs. Manche Figuren sind real, andere erfunden. Und Thompson klingt zugleich vertraut und überraschend gegenwärtig.
Weitere Highlights an der Hörbar sind heute u.a. das Frankfurter Ensemble Bändi mit finnischem Tango-Crossover, das Cuareim Quartet mit Wurzeln in Uruguay und Griot Baye Magatte aus dem Senegal. - Ein Kind der Gen Z mit einem Faible fürs Great American Songbook: Das ist Aron! Der 23jährige verbindet Jazz, Indie-Pop und große Gefühle. Angefangen hat er auf TikTok, sein Debüt "Too Close For Running" ist nun beim Jazz-Traditionslabel Verve erschienen.
Aron! (das Ausrufezeichen gehört dazu) liebt Songs, die deutlich älter sind als er selbst. Seine Vorbilder heißen Cole Porter, Burt Bacharach, Brian Wilson oder Randy Newman. Entdeckt wurde der Sänger, Songschreiber und Gitarrist allerdings ganz zeitgemäß über Social Media.
Dort überzeugte er mit kurzen Musikvideos ohne Gimmicks, dafür mit musikalischer Substanz. Während der Corona-Pandemie stürzte er sich obsessiv ins Klavierspiel; Bach, Chopin und Ravel inklusive. Später studierte er Jazzgesang und Filmmusik in Miami. Auf seinem Albumdebüt "Too Close For Running" trifft nun federleichter Indie-Pop auf Jazz, Orchester und das Great American Songbook.
Weitere Highlights an der heutigen Hörbar sind Johanna Juhola aus Finnland, das Trio des schwedischen Pianisten Jacob Karlzon, die estnische Ausnahmesängerin Kardi Voorand, der flinke Gitarrist Adax Dörsam aus dem Odenwald - und andere mehr. - Zart, melancholisch und verspielt: Die Singer-Songwriterin Billie Bird aus Lausanne singt von Herkunft, Gemeinschaft und Widerstandskraft. An der Hörbar entdecken wir ihr neues Album "La lumière sans fins des étés" - poetische Herbstmusik voller Wärme.
Hinter Billie Bird steckt Élodie Romain, eine Sängerin und Gitarristin aus Lausanne mit französischen und spanischen Wurzeln. Ihre musikalische Welt liegt zwischen verspieltem Folk, geheimnisvollem Pop und französischem Chanson.
In ihren Songs geht es entwaffnend offen zu. Billie Bird thematisiert Gefühle, Schmerz und Zweifel, singt von Zugehörigkeit und der queeren Community. Dabei bewahrt ihre Musik eine Art liebender Innigkeit, die auch in dunkleren Momenten spürbar bleibt: Musik, wie mit Fingern auf ein beschlagenes Fenster getupft.
Außerdem heute an der Hörbar zu Gast: die finnische Folkband Frigg, Omar Pène aus dem Senegal, The Police-Sänger Sting solo, der kubanische Pianist Roberto Fonseca - und viele andere mehr. - Beim Loblied auf Pergolesis "Stabat Mater" kann man offensichtlich den Mund kaum zu voll nehmen: Es sei "das europaweit berühmteste Kirchenwerk des 18. Jahrhunderts" - was zählen daneben schon Händel oder Bach?
Letzterer hat sogar noch 1747 höchstselbst eine Adaption angefertigt - und so wurde aus der katholischen Marienklage kurzerhand eine protestantische Kirchenkantate.
Warum wurde dieses "Stabat Mater" des allzu früh - mit 26 Jahren - verstorbenen neapolitanischen Komponisten das meistgedruckte Musikwerk des 18. Jahrhunderts? Was unterscheidet es von denen der Vorgänger, etwa Alessandro Scarlattis? Paul Bartholomäi stellt das Hauptwerk dieses Komponisten und seiner Epoche vor, wirft einen Seitenblick auf Pergolesis zweites berühmtes Werk, das Bühnenstück "La serva padrona", und gibt auch der kritischen Stimme eines Zeitgenossen Raum.
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