Mit ihrem neuen Album "Evergreen In Your Mind" lotet die Norwegerin Juni Habel leise Übergänge aus: zwischen Innenwelt und Außenklang, zwischen Stillstand und Bewegung.
Sie führt uns damit an einen "imaginären Ort, an dem das Verlangen nach Einheit mit Mitmenschen und der Welt, die uns umgibt, endlich Realität werden kann", wie sie sagt. Habels Songs sind sparsam erzählt, getragen von einer klaren, fragilen Stimme, die Raum lässt für Zwischentöne. Aufgenommen in vertrauten Alltagsorten - zu Hause, in einem Schulraum, in den sie zeitweise unterrichtet - mischen sich behutsam reale Geräusche ins Klangbild. Zusammen mit Co-Produzent Stian Skaaden entsteht so eine Musik, die nicht behauptet, sondern beobachtet.
Daneben öffnet die Hörbar wie immer musikalisch viele weitere Türen: zu kubanischen Klängen bei den Patriarcas de la Rumba, zu einem still leuchtenden Tango von Piazzolla, eigenwilligen Gegenwartsklängen aus Zypern mit Monsieur Doumani, irischer Harfenmelodik, einem ungewöhnlichen Blick auf Sting - bis hin zu einem Ausklang mit dem Nähmaschinenquartett (sic!).