126 Episoden
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In der aktuellen Folge – dem ersten live aufgenommenen Podcast von FiBL Focus – diskutieren Charlotte Aichholz von Sativa und Severin Hellmüller vom FiBL über funktionelle Biodiversität.
Im Gespräch mit Redaktor Adrian Krebs erläutern sie diese Spezialdisziplin der Biodiversitätsförderung. Über die reine Biodiversität hinaus liefern Blühstreifen und Einzelpflanzen in den Acker- und Spezialkulturen Ökosystemdienstleistungen, indem sie die Präsenz von Nützlingen fördern und Schädlingen damit indirekt den Garaus machen. Der Einsatz erfolgt sowohl im Freiland wie auch im geschützten Anbau, also in Gewächshäusern und Tunnels.
Severin Hellmüller von der Gruppe Gemüse- & Gartenbau des FiBL und Charlotte Aichholz, Züchterin bei der Saatguthändlerin und -produzentin Sativa erläutern unter anderem, was genau funktionelle Biodiversität ist und welche Konflikte es zwischen Einführung funktioneller Biodiversität und dem unbehinderten Ernten von homogenen Kulturen gibt.
Es ist der erste Podcast, den wir für unser Format FiBL Focus mit Publikum aufgenommen haben. Lassen Sie sich nicht irritieren von den gelegentlichen Hintergrundgeräuschen aus dem Publikumsraum und darüber hinaus. Den idealen Rahmen für die Aufnahme bot der Vielfaltsmarkt 1001 Gemüse in Rheinau im Kanton Zürich.
Bei Fragen, Anregungen oder Kritik meldet euch bei uns. Schreibt uns eine E-Mail oder schreibt uns Kommentare auf Youtube oder Instagram Bis zum nächsten Mal, wir freuen uns auf euch, euer FiBL-Focus-Team.
Folge 127 / Sprache deutsch / Dauer 42 Minuten 8 Sekunden
Links:
Dieser Podcast wurde aufgenommen in Zusammenarbeit mit dem Projet Benefits.Biobreeding biobreeding.org
Die wichtigsten Ziele des Projekts sind die folgenden:
Ein besseres Verständnis und eine effektive Vermittlung der Vorteile, die sich aus dem Management des agrobiodiversitären Erbes und der ökologischen Züchtung im Rahmen eines partizipativen Ansatzes ergeben.
Sensibilisierung für die Vorteile der ökologischen Züchtung in der ökologischen Wertschöpfungskette und in der breiten Öffentlichkeit.
Bereitstellung fundierter und leicht verständlicher Argumente sowie Instrumente zur Öffentlichkeitsarbeit für den ökologischen Sektor, um Unterstützung für die ökologische Züchtung und die Steigerung der Agrobiodiversität zu gewinnen.
Unterstützung lokaler Landwirte und Lebensmittelproduzenten durch aussagekräftige Narrative für die Vermarktung ökologischer Sorten und Lebensmittelprodukte aus diesen Sorten.
Links zur funktionellen Biodiversität:
Pilotversuche «Funktionelle Biodiversität im Rosenkohlanbau»
https://www.fibl.org/de/themen/projektdatenbank/projektitem/project/2726
Funktionelle Agrobiodiversität
https://www.fibl.org/de/standorte/schweiz/departemente/nutzpflanzenwissenschaften/pb-projekte/funktionelle-biodiversitaet
Gäste/FiBL-Forschungsteam:
Charlotte Aichholz, Sativa und Severin Hellmüller, FiBL
Moderation: Adrian Krebs, FiBL
An- und Abmoderation: Anke Beermann, FiBL
E-Mail
podcast@fibl.org
Instagram
@fibl_focus
Website
www.fibl.org
FiBL Focus ist der Podcastkanal des FiBL Schweiz, einem der weltweit grössten Forschungsinstitute für biologischen Landbau. - Schickt uns eine Nachricht
Es gab eine Zeit in Christoph Rothhaupts Leben, in der er morgens nicht wusste, wie er seine Tiere versorgen soll. In der Schweiz sind rund 12 Prozent der landwirtschaftlichen Bevölkerung von einem Burnout betroffen. Das sind doppelt so viele wie im Rest der Gesellschaft. Die täglichen Herausforderungen in der Landwirtschaft sind gross:harte Arbeit, viel Leidenschaft für den Beruf und einer tiefen Verbundenheit zur Umwelt und den Tieren. Doch sie bringt oft auch enorme Herausforderungen mit sich: Unwägbarkeiten des Wetters, wirtschaftlicher Druck, nicht beeinflussbare politische Rahmenbedingungen sowie eine grosse Verantwortung für Tiere und Familie, und manchmal auch soziale Isolation. Diese Belastungen können Spuren hinterlassen – nicht nur auf dem Acker, sondern auch in der Seele der Menschen, die ihn bewirtschaften.
Oft wird über diese inneren Kämpfe zu wenig oder gar nicht gesprochen, teils aus Scham, teils aus dem Gefühl, allein zu sein. Doch es ist Zeit, hinzuschauen und zuzuhören, denn eine nachhaltige Landwirtschaft braucht auch gesunde Menschen, die sie betreiben.
In dieser Folge von FiBL Focus widmen wir uns der mentalen Gesundheit in der Landwirtschaft. Wir wollen darüber sprechen, wie wir Anzeichen von Überforderung erkennen, welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt, und welche Rolle wir als Gemeinschaft dazu beitragen können. Dazu haben wir den Landwirt Christoph Rothhaupt und unsere FiBL-Kollegin Anna Schmitz eingeladen, die beide auch eine Ausbildung zur systemischen Beratung haben und uns von ihren Erfahrungen berichten.
Wer sich in einer akuten Krise befindet, Suizidgedanken hat oder sich akut um eine nahestehende Person sorgt, sollte umgehend den Notruf unter 144 (Schweiz, Österreich) oder 112 (Deutschland, Österreich) wählen, eine Arztpraxis aufsuchen oder eines der unten gelisteten Hilfsangebote nutzen.
Hilfsangebote in der Schweiz:
Die Dargebotene Hand
Telefon 143
Rund um die Uhr (24/7) erreichbar, komplett kostenlos und anonym für alle Krisen
Bäuerliches Sorgentelefon
MO 8.15–12, DI 13–17, DO 18–22
+41 820 02 15 (Festnetztarif)
baeuerliches-sorgentelefon.ch
info@baeuerliches-sorgentelefon.ch
Überlastung und Burnout-Prävention - Landfrauen SBLV
«Wie geht's dir?» - Über alles reden, auch über psychische Gesundheit | Wie geht's dir?
Hilfsangebot Deutschland:
Notruf 112
TelefonSeelsorge 0800 1110111 oder 0800 1110222 (kostenlos, rund um die Uhr)
SVLFG Krisenhotline 0049 561 785 10101 (rund um die Uhr)
Hilfsangebote:
SVLFG | Gleichgewicht
www.landwirtschaftliche-familienberatung.de
Hilfsangebot Österreich:
Notruf 144 oder 112
TelefonSeelsorge 142 (rund um die Uhr, kostenlos)
Bäuerliches Sorgentelefon 0810/676 810 (Mo bis Fr, 8:30 bis 12:30 Uhr)
Hilfsangebote:
www.lebensqualitaet-bauernhof.at
Bei Fragen, Anregungen oder Kritik meldet euch bei uns. Schreibt uns eine E-Mail oder schreibt uns Kommentare auf Youtube oder Instagram Bis zum nächsten Mal, wir freuen uns auf euch, euer FiBL-Focus-Team.
Folge 126/Deutsch/Länge 63min40s.
Gäste/FiBL-Forschungsteam: Christoph Rothhaupt und Anna Schmitz (FiBL)
Moderation Gespräch: Vanessa Gabel
Redaktion: Vanessa Gabel, FiBL
An- und Abmoderation: Anke Beermann, FiBL
Weiterführende Informationen: Depression und Burnout in der Landwirtschaft – Warum sind Bauern besonders betroffen? - Impact Reportage - Play SRF
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Viele Konsument*innen verbinden mit dem Kauf von Bioprodukten automatisch ein besseres Leben für die Tiere. Doch ist dieser Zusammenhang wirklich so eindeutig? In dieser zweiten Folge zum Thema Tierwohl sprechen wir mit Silvia Ivemeyer vom Thünen-Institut und knüpfen an unsere Episode 117 an, in der sie uns bereits erste Einblicke in das Thema Tierwohl gegeben hat.
Hier sprechen wir nun über die Unterschiede von Tierwohl in der Bio bzw der konventionellen Tierhaltung. Wir vergleichen die Kontrollsysteme in der Schweiz und in Deutschland und diskutieren, warum es nicht nur auf die Häufigkeit, sondern vor allem auf die Art der Kontrolle ankommt. Ein Thema ist dabei die Weiterentwicklung hin zu stärker tierbezogenen Indikatoren, die direkt am Tier ansetzen, statt sich allein auf Ressourcen- und Managementvorgaben zu verlassen.
Zum Abschluss geht es um finanzielle Anreizsysteme wie BTS und RAUS in der Schweiz, die zeigen, wie wirksam Förderprogramme sein können, sowie um die Frage, was Bio- und konventionelle Landwirtschaft voneinander lernen können. Silvia Ivemeyer plädiert für einen offenen, differenzierten Umgang mit dem Begriff Tierwohl, der sowohl Stärken als auch Entwicklungsfelder ehrlich benennt.
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Arzneipflanzen werden seit Jahrhunderten eingesetzt, um Krankheiten bei Mensch und Tier vorzubeugen und zu behandeln. Auch heute setzen viele Landwirt*innen sie auf ihren Betrieben ein. In dieser Podcastfolge zeigen Michael Walkenhorst und Michelle Krügel, wie traditionelles Wissen und moderne Forschung zusammenwirken und welche Bedeutung Arzneipflanzen für die Tiergesundheit haben können.
Arzneipflanzen enthalten nicht nur einen einzelnen Wirkstoff, sondern eine Vielzahl verschiedener Inhaltsstoffe. Diese können an unterschiedlichen Stellen im Körper wirken und sich gegenseitig ergänzen. Genau darin sehen Forschende einen wichtigen Vorteil gegenüber isolierten Wirkstoffen. Michael Walkenhorst erklärt, dass etwa bei Magen-Darm-Erkrankungen meist mehrere Beschwerden gleichzeitig auftreten. Deshalb sei es von Vorteil, wenn eine Arzneipflanze wie die Kamille nicht nur Krämpfe lindere, sondern zugleich entzündungshemmend wirke. Gleichzeitig machen diese komplexen Wirkstoffgemische die wissenschaftliche Untersuchung anspruchsvoll. Moderne Analysen tragen jedoch dazu bei, die Wirkmechanismen traditionell genutzter Arzneipflanzen immer besser zu verstehen.
Bewährte Pflanzen für die landwirtschaftliche Praxis
Studien des FiBL zeigen, dass auf Schweizer Tierhaltungsbetrieben vor allem bekannte Arzneipflanzen wie Kamille, Ringelblume, Johanniskraut oder Brennnessel verwendet werden. Viele Anwendungen werden innerhalb der Familie weitergegeben, andere stammen aus Fachbüchern oder Kursen. Gleichzeitig zeigen die Erhebungen, wie unterschiedlich Dosierungen und Anwendungen in der Praxis ausfallen können.
Praktische Tipps für den Einstieg
Michelle Krügel empfiehlt für den Einstieg insbesondere Thymian, Brennnessel und Bitterstoffpflanzen wie Löwenzahn. Letzteren bezeichnet sie im Podcast als «Omo der Körperzellen», weil er den Stoffwechsel unterstütze und den Körper beim «Putzen und Reinigen» helfe. Zudem erklärt sie, wie diese Pflanzen beispielsweise als Tee, Heu oder Inhalation eingesetzt werden können und worauf bei der Anwendung geachtet werden sollte. Sie gibt ausserdem Hinweise zur richtigen Lagerung von getrockneten Arzneipflanzen, damit ihre Qualität möglichst lange erhalten bleibt.
Grenzen nicht vergessen
So vielfältig Arzneipflanzen eingesetzt werden können - sie ersetzen nicht in jeder Situation konventionelle Arzneimittel. Bei schweren Erkrankungen oder Notfällen bleibt die Schulmedizin unverzichtbar. Arzneipflanzen können jedoch dazu beitragen, Krankheiten vorzubeugen, Tiere bei der Genesung zu unterstützen und den Einsatz bestimmter Medikamente sinnvoll zu ergänzen.
Gäst*innen
Michelle Krügel, Drogistin EFZ, Geschäftsinhaberin üsi drogerie in Münsingen, Tierheilpraktikerin, Spagyrikerin, Aromatherapeutin SfA, Hormonberaterin
Michael Walkenhorst, Tierarzt und Co-Leiter Departement Nutztierwissenschaften, FiBL, Experte in Ethnoveterinärmedizin und Phytotherapie
Infos zum Thema
Die Grüne Dossier: Heilkräuter für Kuh und Kalb
FiBL-Faktenblatt: Kälber und Ferkel mit Arzneipflanzen stärken
FiBL-Merkblatt: Erfolgreiches Absetzen der Bioferkel»
Podcast Folge FiBL Focus: Knoblauch – nicht für den Schweinebraten sondern in den Schweinebauch
Buch: Kräuter für Nutz- und Heimtiere: Ratgeber für die Anwendung ausgewählter Heil- und Gewürzpflanzen
Aktuelles europäisches Forschungsprojekt: COST Action CA22109 «MedPlants4Vet»
Kursankündigungen in der FiBL-Agenda: Phytotherapie in der Stallapotheke | Arzneipflanzen und -kräuter im Stall einsetzen
Workshops, Abendveranstaltungen und Kräuterspaziergänge, üsi drogerie
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In dieser Folge des FiBL Focus Podcasts tauchen wir in die Ergebnisse der internationalen IAHA-Konferenz ein, die Ende April am FiBL stattfand. Fachleute aus aller Welt präsentierten dort ihre neuesten Arbeiten zur biologischen Tierhaltung. Bioaktuell.ch hat vier spannende Beiträge ausgewählt, die uns wertvolle Einblicke in innovative Ansätze und Herausforderungen in Europa, Afrika und Asien geben.
Wir beginnen in Ungarn, wo das Forschungsinstitut ÖMKi die Weidehaltung revolutioniert. Hier kommen laut Petra Balogh, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Team Tierhaltung am ÖMKi digitale Technologien zum Einsatz. Die Tiere werden mit Sensoren am Hals ausgestattet, welche wichtige Daten wie Wiederkauzeit, Fressverhalten und Aktivität erfassen.
Anschliessend blicken wir nach Dänemark, wo Morten Hansen von der Universität Aarhus ein grundlegendes Dilemma der Biozucht beleuchtet. Obwohl der Biolandbau robuste, standortangepasste Tiere benötigt, werden in der Praxis oft Hochleistungsrassen aus konventionellen Zuchtprogrammen eingesetzt. Die an der Konferenz gegründete «International Exchange Platform for Organic Animal Breeding» soll diesen wichtigen Entwicklungen neuen Schwung verleihen.
Beauty Jiji vom Verband für Freilandgeflügel in Simbabwe (ZFRPA) erklärt, wie Hühner, Enten und Perlhühner weit mehr als nur eine Nahrungsquelle sind. Sie sind ein Eckpfeiler der Existenzsicherung, selbst unter schwierigen klimatischen Bedingungen. Die ZFRPA setzt sich seit 2015 dafür ein, die Kommerzialisierung und den Marktzugang für diese Produkte zu verbessern.
Zum Abschluss begeben wir uns nach Indien, wo Mahesh Chander vom Indian Veterinary Research Institute die Kreislaufwirtschaft in gemischten Ackerbau-Tierhaltungssystemen untersucht. Diese Kleinbetriebe nutzen ihre Ressourcen weitgehend intern und verbessern die Bodenfruchtbarkeit, die Wasserspeicherung und die Biodiversität.
Diese vier Beiträge von der IAHA-Konferenz bieten uns einen umfassenden Überblick über die weltweiten Bestrebungen und Herausforderungen, eine nachhaltige und tierfreundliche Landwirtschaft zu gestalten.
Bioaktuell.ch Artikel:
Weidehaltung in Ungarn: Sensoren statt Bauchgefühl
Hochleistung versus Robustheit in Dänemark: Biozucht neu denken
Freilandgeflügel in Simbabwe: Kleines Tier mit grosser Wirkung
Kreislaufwirtschaft in Indien: Kein Selbstläufer
Zusammengefasst und gelesen von: Anke Beermann, FiBL
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Über FiBL Focus
Bei «FiBL Focus», dem Podcast des Forschungsinstituts für biologischen Landbau FiBL, dreht sich alles um die neusten Erkenntnisse aus der Wissenschaft und Praxis. Praktiker*innen und FiBL-Expert*innen diskutieren aktuelle Themen rund um Landwirtschaft, Umwelt- und Tierschutz. Bäuerinnen und Bauern teilen ihre Probleme und ihre Lösungen aus der Praxis und für die Praxis. FiBL-Studien und -Publikationen werden so zusammengefasst, dass sie auch von Nicht-Wissenschaftler*innen verstanden werden. Rückmeldungen oder Themenvorschläge nehmen wir gerne über podcast@fibl.org entgegen. Homepage: https://www.fibl.org/de/infothek/podcast; Impressum: https://www.fibl.org/de/kontakt-impressum, © 2021 FiBL
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