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eMobility Insights - der Podcast von electrive

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eMobility Insights - der Podcast von electrive
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  • eMobility Insights - der Podcast von electrive

    Wie wollen zwei Rebellen aus der Autoindustrie das Aus vom Verbrenner-Aus stoppen?

    08.2.2026 | 27 Min.
    Das geplante Aus für den Verbrennungsmotor ab 2035 erhitzt weiter die Gemüter. In Brüssel könnte die Aufweichung der CO₂-Flottengrenzwerte deutlich schneller durch die EU-Gesetzgebung getrieben werden als gedacht. Doch ausgerechnet aus der deutschen Automobilindustrie selbst kommt nun Widerspruch – laut, organisiert und überraschend klar pro Elektromobilität.

    In dieser Folge von eMobility Insights spricht electrive-Chefredakteur Peter Schwierz mit Christian Eder und Gregor Schmitt. Beide sind seit Jahrzehnten in der Zuliefererindustrie tätig, beide haben an Schlüsseltechnologien der Elektrifizierung gearbeitet – und beide haben eine Petition gestartet, die sich explizit gegen eine deutsche Abkehr vom EU-weiten Verbrenner-Aus 2035 richtet. Mehr als 27.000 Menschen haben bereits unterschrieben – vor allem aus der Autobranche.

    Warum setzen sich erfahrene Brancheninsider gegen politische Verwässerungen ein, während Teile der Industrie öffentlich auf Plug-in-Hybride und synthetische Kraftstoffe setzen? Eder und Schmitt sprechen offen über Investitionen, die auf dem Spiel stehen, über verlorene Planungssicherheit – und über Elektromobilitäts-Arbeitsplätze, die ausgerechnet jetzt unter Druck geraten.

    „Diese Transformation ist seit Jahren beschlossen – sie jetzt aufzuweichen, bringt genau die Unsicherheit, die wir nicht brauchen“, sagt Christian Eder mit Blick auf den politischen Kurswechsel. Gregor Schmitt wird noch deutlicher: „Wir reden hier von Elektromobilitäts-Arbeitsplätzen, die abgebaut werden, weil der politische Rahmen nicht klar ist.“

    Das Gespräch geht weit über die Petition hinaus. Es geht um die Realität in Zulieferer-Clustern wie der Region Nürnberg, um gescheiterte Skalierung, um chinesische Wettbewerber – und um die Frage, warum Plug-in-Hybride aus Sicht der Ingenieure eher ein Feigenblatt als eine Zukunftstechnologie sind. „Wenn man Elektromobilität wirklich voranbringen will, bringt der Ausbau der Ladeinfrastruktur mehr als jede Plug-in-Förderung“, so Schmitt.

    Am Ende steht ein Appell, der selten so aus der Branche selbst zu hören ist: Elektromobilität braucht kein weiteres Zögern, sondern klare Entscheidungen. Oder, wie Eder es formuliert: „Planungssicherheit ist kein ideologischer Wunsch – sie ist die Grundlage dafür, dass Industrie funktioniert.“

    Eine Episode über politischen Mut, industrielle Verantwortung und die Frage, ob Deutschland aus früheren Technologiebrüchen gelernt hat. Viel Spaß beim Hören! Und wenn Sie die Petition der beiden Profis unterstützen wollen, bitte hier entlang.
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    Gebrauchte Elektroautos: Warum ticken die Käufer anders?

    25.1.2026 | 26 Min.
    Gebrauchte Elektroautos bleiben bei der neuen Bundesförderung außen vor. Überhaupt kommt der Markt langsamer in Schwung als vielfach erwartet. Doch woran liegt das wirklich? In dieser Ausgabe von eMobility Insights spricht Chefredakteur Peter Schwierz mit Dr. Axel Sprenger, Geschäftsführer von UScale, über die Ergebnisse der großen EV-Gebrauchtwagenstudie. Es ist die vielleicht detaillierteste Untersuchung zum Kaufverhalten von gebrauchten E-Autos überhaupt. Ein zentrales Ergebnis: Gebrauchtwagenkäufer ticken deutlich anders als Neuwagenkäufer!

    Der wichtigste Unterschied: Während sich Neuwagenkunden häufig für Mittel- und Oberklassemodelle interessieren, suchen Gebrauchtkäufer vor allem Klein- und Kompaktwagen. Genau diese Segmente sind jedoch bislang kaum in relevanten Stückzahlen als gebrauchte E-Autos verfügbar. „Wenn die Fahrzeuge, die gesucht werden, schlicht noch nicht da sind, hilft auch keine Förderung“, bringt Sprenger das Kernproblem auf den Punkt.

    Hinzu kommt eine neue Käufergruppe mit deutlich geringerem Vorwissen zur Elektromobilität. Viele Gebrauchtwagenkäufer entscheiden sich spontan – und treffen dabei oft auf Verkäufer, die selbst noch nicht ausreichend geschult sind. „Da haben wir eine ungünstige Melange aus wenig informierten Kunden und nicht ausreichend vorbereiteten Verkäufern“, so Sprenger.

    Bei den Kaufmotiven ähneln sich Neu- und Gebrauchtkäufer zunächst: Technologieinteresse, geringere Betriebskosten und Fahrkomfort spielen eine Rolle. Bei Gebrauchten rückt jedoch der Preis klar in den Vordergrund. Variable Kosten wie für Ladestrom oder Wartung werden in der konkreten Kaufentscheidung deutlich weniger berücksichtigt. Gleichzeitig sehen viele Käufer eine Besonderheit von Elektroautos als Vorteil: „Der große Wertverlust ist beim Gebrauchten schon weg.“

    Zu den größten Hemmnissen zählen weniger die Reichweite als vielmehr die Ladeleistung älterer Modelle. Den Kunden sei bewusst, dass die Reichweiten gebrauchter Elektroautos nicht so groß sind wie bei Neuwagen mit der aktuellsten Batterietechnik. Daraus folgt eine Ableitung: „Wenn ich häufiger laden muss, wird entscheidend, wie lange das dauert.“ Weitere Unsicherheiten betreffen Batteriealterung, Reparaturfähigkeit, Garantien und die langfristige Ersatzteilversorgung – insbesondere bei Elektroautos, die nur kurz auf dem Markt waren.

    Ein weiterer entscheidender Unterschied zeigt sich auch beim Laden: Gebrauchtwagenkäufer wohnen häufiger in Städten und können deutlich seltener zu Hause oder am Arbeitsplatz laden. Sie sind stärker auf öffentliche Infrastruktur angewiesen – und genau dort sieht Axel Sprenger den größten Handlungsbedarf. „Das Sorgenkind sind die Städte. Besser als Autos zu fördern, sollte die Politik die Rahmenbedingungen für Ladeinfrastruktur verbessern.“

    Förderprogramme für gebrauchte E-Autos bewertet Sprenger daher skeptisch: Sie könnten zwar helfen, seien aber nicht der entscheidende Hebel. Wichtiger seien passende Fahrzeuge, mehr Transparenz zu Batteriezustand und -haltbarkeit, gezielte Schulungen im Handel und Vertrauen durch belastbare Daten. Dass die Bundesregierung also beim neuen Förderprogramm die Gebrauchten ignoriert, ist verkraftbar.

    Axel Sprenger findet: Der Hochlauf des Elektro-Gebrauchtwagenmarkts braucht Geduld – aber auch konkretes Handeln. „Es gibt viel mehr zu tun, als einfach nur zu warten.“ Schulungen für Händler sowie Aufklärung und Transparenz für die Kunden zum Beispiel.
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    Bremst das Aus vom Verbrenner-Aus das Elektroauto aus?

    11.1.2026
    In dieser Episode von eMobility Insights spricht electrive-Chefredakteur Peter Schwierz mit Sebastian Bock, Geschäftsführer von Transport & Environment (T&E) Deutschland, über das neue "Auto-Paket" der EU-Kommission und seine Folgen für Elektromobilität, Industrie und Klima.

    Bock ordnet den kurz vor Weihnachten vorgestellten Vorschlag ein und kommt zu einem kritischen Fazit: Die geplante Flexibilisierung der CO₂-Regulierung schafft vor allem neue Unsicherheit – für Autohersteller, aber auch für das gesamte Ökosystem der Elektromobilität, von Ladeinfrastruktur über Batteriezellfertigung bis hin zum Netzausbau. Investitionssicherheit gehe verloren, während Mobilität für Kunden eher teurer werde. Zudem warnt Bock vor einer realen Klimaschutzlücke, da Einsparungen teilweise doppelt angerechnet würden.

    Zentral ist die geplante „10-Prozent-Flexibilität“ ab 2035: Statt eines klaren Null-Emissionsziels dürfen Hersteller einen Emissions-„Rucksack“ füllen – etwa mit Plug-in-Hybriden, Range Extendern oder sogar klassischen Verbrennern. Problematisch ist dabei der große Unterschied zwischen Prüfstands- und Realemissionen, insbesondere bei Plug-in-Hybriden, die auf der Straße bis zu fünfmal mehr CO₂ ausstoßen als offiziell angegeben. Entscheidend wird daher die Weiterentwicklung des sogenannten Utility Factors, der reale Fahrdaten stärker berücksichtigen soll – und politisch heftig umkämpft ist.

    Anhand konkreter Szenarien diskutieren Bock und Schwierz ganz konkret, wie Hersteller von BMW bis Volkswagen die neuen Regeln strategisch nutzen könnten. Bock warnt aber davor, den elektrischen Hochlauf zu verlangsamen. Denn global – insbesondere in China – sei Elektromobilität längst industriepolitische Realität. Ohne klare Regulierung drohe Europa weiter zurückzufallen.

    Positive Impulse sieht Bock bei den geplanten Super Credits für kleine, in Europa produzierte Elektroautos sowie bei verbindlichen E-Auto-Quoten für große Unternehmensflotten ab 2030. Gerade der Dienstwagenmarkt könne ein starker Hebel für Nachfrage, Gebrauchtwagenmarkt und heimische Produktion sein.

    Sein Fazit: Elektromobilität wird sich langfristig durchsetzen – die entscheidenden Fragen sind wie schnell und wer davon profitiert. Die aktuelle Debatte um Technologieoffenheit bremst vor allem den Fortschritt und kommt zur Unzeit. Während Europa zögert, setzt China längst konsequent auf die Technologie der Zukunft.
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    Wie lädt man E-Fahrzeuge im Fuhrpark 30% günstiger?

    14.12.2025 | 31 Min.
    Die E-Mobilität ist im Fuhrpark längst angekommen – bei Pkw, Bussen und zunehmend auch bei Lkw. Doch wie können Flottenbetreiber den Strom für dutzende oder hunderte E-Fahrzeuge klug und vor allem günstig beziehen? Das erläutern Sebastian Karrer und Jan Wenke von The Mobility House in diesem Podcast. Die Experten zeigen anhand konkreter Fuhrpark-Beispiele erklären, wie dynamische Tarife und intelligentes Energiemanagement heute tatsächlich bis zu 30 Prozent Kostenersparnis beim Laden ermöglichen.
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    Technologieoffenheit oder Transformation: Wird Stuttgart das neue Detroit?

    23.11.2025 | 42 Min.
    Zulieferer wie ZF und Mahle unter Druck, Mercedes und Porsche nicht mehr auf Elektro-Kurs: Im Vorfeld des nächsten Top-Level-Meetings des Strategiedialogs Automobilwirtschaft Baden-Württemberg spricht electrive-Chefredakteur Peter Schwierz mit Franz Loogen über die vielleicht entscheidendste Phase der deutschen Automobilindustrie. Ein Reality-Check des Geschäftsführers der e-mobil BW nach 8,5 Jahren SDA – mit klaren Worten, nüchternen Zahlen und einem Blick auf das, was wirklich zählt: die Zukunftsfähigkeit im Ländle!

    2017 gestartet, sollte der Strategiedialog Automobilwirtschaft Baden-Württemberg die Branche sicher durch die Transformation führen – hin zu Elektromobilität, Digitalisierung und neuer Wertschöpfung. Es galt, eine Strukturkrise wie in der verfallenen Autometropole Detroit zu vermeiden. Achteinhalb Jahre später steht der SDA vor einem harten Realitätsabgleich – und der ist so kompex wie spannend!

    Franz Loogen ordnet im Gespräch die Lage ein: globale Überkapazitäten in der Autoindustrie, Local-for-Local-Produktion, geopolitische Verschiebungen, Preis- und Energiefragen, aber auch echte Erfolge aus Baden-Württemberg – von E-Motorenfertigung über Batterierecycling bis hin zu landesweiter Ladeinfrastruktur. Der Experte erklärt, warum die Diskussion um den Verbrenner aus deutscher Perspektive oft verzerrt ist („Physik kann man anmeckern, aber sie geht nicht weg.“), weshalb die Ökologie-Ökonomie-Balance alternativlos bleibt und wieso der Markt trotz aller Debatten klar Richtung Elektroauto fährt.

    Im zweiten Teil geht es auch um Produktperspektiven: neue E-Modelle aus Deutschland und den realen Fortschritt in der Kundennachfrage etwa. Loogen meint: „Die Leute kaufen kein E-Auto oder Verbrenner – sie kaufen ein Auto. Das Produkt muss überzeugen!“

    Außerdem geht es um die Frage, ob die Zulieferer entlang des Neckars wirklich bereit sind – oder ob der Strukturwandel härter zuschlägt als gedacht. Franz Loogen ist jedenfalls überzeugt: „Weinen über die Vergangenheit hat noch nie geholfen.“ Dementsprechend erwartet er auch vom Top-Level-Meeting des SDA am Mittwoch (26.11.2025) frische Visionen für die Zukunft der Mobilität statt Debatten über das Verbrenner-Aus auf EU-Ebene ab 2035.

    Ein Gespräch über Chancen, Grenzen und die Zukunftsfähigkeit einer Schlüsselindustrie – ohne Schönfärben, aber mit Blick nach vorn.

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Über eMobility Insights - der Podcast von electrive

Hier hören Sie, was hinter den Kulissen der Elektromobilität passiert: Spannende Interviews mit ExpertInnen und EndscheiderInnen, Hintergrundinfos zu aktuellen Debatten und die großen Trends der Elektromobilität.
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Generated: 2/11/2026 - 7:57:53 AM