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    Intellektuell souverän? Lehre an Hochschulen und generative KI

    22.09.2026 | 46 Min.
    Mehr als andere Sphären des öffentlichen Lebens wird derzeit der Bildungsbereich durch die leichte Zugänglichkeit sogenannter „General Purpose AI“ verändert. So steht auch die Hochschullehre nach dem sogenannten „Chat-GPT-Moment“ vor grundsätzlichen und schwierigen Fragen. Wieviel Assistenz sollte erlaubt sein? Was lernt man durch KI-Nutzung gar nicht mehr? Und wo beginnt in Prüfungen die Schwelle zum Betrug?
    Studierende haben sehr schnell begonnen, Sprachmodelle zu ihrer Entlastung einzusetzen – und Regeln für gute Lehre trotz oder mit KI sind nicht einfach zu finden. Dieser Realität müssen sich Lehrende stellen, und sie tun das zurzeit noch mit ganz unterschiedlichen Strategien, denn einheitliche Leitfäden gibt es nicht – und sollte es angesichts der Unterschiedlichkeit der Fächer wohl auch niemals geben. Denn jenseits von Fairness im Prüfungsalltag und von der Vorbereitung auf eine von KI geprägte Arbeitswelt muss die Frage, wo und wie KI zum Einsatz kommen soll, auch und vor allem vor dem Hintergrund des fachlichen Kerns einer jeden wissenschaftlichen Disziplin beantwortet werden. Ebenso gilt weiterhin: Bildung muss kritisches, selbständiges Denken fördern. Sie muss die Freude am Lernen erhalten und diese auch fördern – gerade in Zeiten von generativer KI.

    Folkmar Bornemann ist Professor für numerische Mathematik und wissenschaftliches Rechnen an der Technischen Universität München und Mitglied der wissenschaftlichen Kommission des Wissenschaftsrats. Im Digitalgespräch schildert der Experte, angesichts welcher Ereignisse der Wissenschaftsrat die Arbeit an seinem Positionspapier zu Hochschulbildung in Zeiten generativer KI aufgenommen hat und welche Überlegungen den Empfehlungen zugrunde liegen, die das Papier Entscheidungsträgern an die Hand gibt. Er zeigt grundlegende Spannungsfelder auf, in denen Hochschulen sich dabei bewegen, und macht deutlich, wie Interessen von Wirtschaft und Politik dabei hineinspielen. Mit den Gastgeberinnen Marlene Görger und Petra Gehring – Gehring war ebenfalls an der Entstehung des besprochenen Papiers beteiligt – diskutiert Bornemann, welche Bedeutung unterschiedliche Fachlichkeiten für die Beschreibung der neuen Realitäten und die Entwicklung von KI-Strategien spielen, wo die Hochschulen öffentliche Unterstützung brauchen, um gute Angebote machen zu können, und wie zentral die existenzielle Bedeutung der Lust am Lernen und Denken gerade heute ist.

    Link zum Originalbeitrag: https://zevedi.de/digitalgespraech-083-folkmar-bornemann

    Link zur Kurzfassung der Publikation „Intellektuelle Souveränität: Empfehlungen für die Hochschulbildung in Zeiten von generativer KI“ des Wissenschaftsrats: https://doi.org/10.57674/7ekd-bk23

    Link zur Langfassung der Publikation „Intellektuelle Souveränität: Empfehlungen für die Hochschulbildung in Zeiten von generativer KI“ des Wissenschaftsrats: https://doi.org/10.57674/1evx-t906
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    Digitales Bezahlen

    04.08.2026 | 44 Min.
    Wir geben alltäglich Geld aus. Die Forschung hat gute Einblicke, welche Bevölkerungsgruppen dafür welche Bezahlmöglichkeiten nutzen – Bargeld ist nur eine davon, aber mitnichten überholt! Dass es für viele Menschen gute Gründe gibt, nicht digital zu bezahlen, hat nicht nur, aber auch mit den Geschäftsmodellen von Banken und Bezahldienstleistern zu tun: Ihre Produkte nutzen vor allem gut ausgebildeten Menschen mit hohen Einkommen, Zinsen oder Gebühren treffen andere mitunter hart – sofern sie überhaupt Zugang haben zu digitalen Bezahlmethoden, denn auch das ist eine soziale Frage. Schaut man genau hin, wie digitales Bezahlen funktioniert, stellen sich Gerechtigkeitsfragen, werden unterschiedlichste Interessen offenbar, und tritt ein weiterer guter Grund zutage, mit Nachdruck an europäischen Bezahlsystemen zu arbeiten. Freilich merkt man der Debatte um beispielsweise den digitalen Euro an: für die meisten Befürworter steht die digitale Souveränität Europas im Fokus. Die vernachlässigten Themen der Sozialverträglichkeit und Inklusion beim Zahlungsvorgang selbst könnten aber mit der Einführung einer europäischen Lösung fürs digitale Bezahlen mit adressiert werden – sofern bei der konkreten Ausgestaltung die Interessen aller berücksichtigt werden.

    Barbara Brandl ist Professorin für Wirtschaftssoziologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und arbeitet unter anderem zu sozialen Ungleichheiten in digitalen Bezahlpraktiken. Im Digitalgespräch erklärt die Expertin, wie digitales Bezahlen in unserer Gesellschaft organisiert ist, welche Möglichkeiten der Verbraucher dabei hat und wie sie sich unterscheiden, und warum Bargeld auch weiterhin große Bedeutung behält. Sie schildert, was Hürden bei der Einführung eines digitalen Euros sind, und was Europa aus Erfahrungen lernen kann, die andere Weltregionen mit digitalem Bezahlen bereits gemacht haben. Mit den Gastgeberinnen Marlene Görger und Petra Gehring diskutiert Brandl, an welche Grenzen der Verweis auf individuelle Verantwortung stößt, wenn es darum geht, sich unfairen Geschäftsmodellen zu entziehen, wem es nutzt, dass das Bezahlen zunehmend subtil mit der Aufnahme eines Konsumkredits verknüpft wird, und warum oft ausgerechnet die Personengruppen, die besonders von einem digitalen Euro profitieren könnten, angesichts seiner Ankündigung besonders skeptisch sind.

    Link zum Originalbeitrag: https://zevedi.de/digitalgespraech-082-barbara-brandl

    Link zur ZEVEDI-Projektgruppe "Die normativen Dimensionen des digitalen Euro" (DINO): https://zevedi.de/themen/dino/

    Link zum Podcast "Digitalgelddickicht", der sich detailliert dem Thema des digitalen Bezahlens widmet: https://zevedi.de/podcast-digitalgelddickicht/

    Link zum ZEVEDI-Diskurs-Projekt "Demokratiefragen des digitalisierten Finanzsektors – eFin & Demokratie": https://zevedi.de/themen/efin-und-demokratie/

    Link zum Weizenbaum Discussion Paper „Von der Kreditkarte zu Buy-Now-Pay-Later. Soziale Ungleichheiten in der Nutzung von digitalen Bezahldiensten und Konsumkrediten“: https://www.weizenbaum-library.de/server/api/core/bitstreams/dd2a68d8-d12e-4a48-ae49-f5bfc92c5272/content
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    Kunstwerke als Mittel forschenden Nachdenkens über KI

    14.07.2026 | 45 Min.
    Die öffentliche Diskussion um KI und künstlerische Arbeit dreht sich – zu Recht – um die existenziellen Nöte der Kreativbranche, die unter der Kopierfreude generativer KI leidet. Es gibt daneben aber auch Möglichkeiten, die KI schon seit Jahrzehnten als Thema und Gegenstand für die Kunst eröffnet – zumindest der Idee nach dann abseits der wirtschaftlichen Herausforderungen. Kunstwerke, die sich mit KI befassen, können konzeptionelle Fragen entwickeln, Grenzen ausloten und unser Verhältnis zu KI-Systemen und uns selbst als Menschen ergründen und herausfordern. Dabei kann Schönes und Verstörendes, Langweiliges und Interessantes entstehen. Nicht zuletzt kann Kunst aber auch Wege finden, die vermeintlich unergründliche Blackbox „KI-System“ eben doch fassbar zu machen. Sie kann Aspekte der Technologie zutage zu befördern, die bei ganz „normaler“ Nutzung nicht erfahrbar werden.

    Mariya Dzhimova ist Soziologin, forscht und lehrt zum Schwerpunkt digitale Innovation in Kunst- und Kultur an der Hochschule München sowie der Hochschule für Musik und Theater München, und sie leitet das Digitalisierungskolleg AICA – "Artificial Intelligence in Cultures and Arts". Im "Digitalgespräch" beschreibt die Expertin spannende Werke mit und zu KI-Systemen, beschreibt, was Künstler:innen an KI fasziniert, und wie sich dabei Expertisen und Kompetenzen verändern. Sie schildert die KI-Szene der Kunstwelt vor und nach dem weltweiten „ChatGPT-Moment“ im November 2022, und zeigt die Vielfältigkeit der Zugänge und Fragestellungen auf, die heute, angesichts generativer Systeme faszinieren. Mit den Gastgeberinnen Marlene Görger und Petra Gehring diskutiert Dzhimova, welche Erwartungen heute an „KI-Kunst“ gestellt werden, was das Publikum wissen muss, um KI-Kunst verstehen zu können – und ob sich nicht am Ende doch Bezüge ergeben zwischen der wirtschaftlich gebeutelten Kreativbranche und der vermeintlich frei experimentierenden Kunstwelt.

    Link zum Originalbeitrag: https://zevedi.de/digitalgespraech-081-mariya-dzhimova

    Link zum Digitalisierungskolleg AICA an der Hochschule für Musik und Theater München sowie der Hochschule München: https://www.wavelab.io/en/aica/

    Links zum OMSK Social Club und dem Werk "Our Br00d": https://www.hausderkunst.de/eintauchen/omsk-social-club-our-br00d und https://mucdai.hm.edu/forschung_entwicklung/our_br00d/our_br00d.de.html

    Link zum im Interview besprochenen Werk "Ghosts" des Künstlers Terence Broad: https://terencebroad.com/works/ghosts

    Link zur im Interview besprochenen Ausstellung "Art Gallery" auf der Konferenz CVPR 2026: https://thecvf-art.com/archive.php?year=2026
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    Moderne Robotik: Leistungssprünge durch KI

    23.06.2026 | 46 Min.
    Die Robotik erlebt derzeit einen Paradigmenwechsel: Statt wie in der Vergangenheit Roboter zu bauen, die aufwendig für spezielle Aufgaben programmiert werden müssen, setzt die Entwicklung heute auf flexible Lösungen und maschinelle Lernverfahren. Expertinnen und Experten sprechen von einer Revolution und erwarten nahezu beliebige Einsatzmöglichkeiten, insbesondere von humanoiden Robotern, deren Design und Bewegungsablauf am menschlichen Leistungsspektrum und Körperbau orientiert ist. Das kommt dem variablen Einsatz solcher KI-Roboter in auf Menschen zugeschnittenen Umgebungen – unserem Alltag also – entgegen. Worauf stützt sich die neue Euphorie hinsichtlich KI-basierter Robotik? Und wie bewerten Forscher die Zukunftsperspektiven, in die sich auch ein großer Druck mischt, international mithalten zu können?

    Jan Peters ist Professor für Informatik, und Leiter des Fachgebiets "Intelligente Autonome Systeme an der Technischen Universität Darmstadt" sowie der Forschungsabteilung "Systems AI for Robot Learning" am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI). Der führende Robotik-Forscher erklärt im Digitalgespräch, was die Robotik früherer Jahrzehnte ausgezeichnet und limitiert hat, und worin die große Neuerung besteht, die nun zu einem regelrechten Robotik-Boom führt. Er macht anschaulich, wie moderne Roboter funktionieren, warum das Interesse an Humanoiden so groß ist, und für welche Aufgaben sie sich besonders gut eignen. Mit den Gastgeberinnen Marlene Görger und Petra Gehring diskutiert Peters, wie sich diese Entwicklung auf die Gestaltung von Arbeitsumgebungen auswirken kann, welche Branchen besonders stark von Robotik vorangebracht werden, und welche Gefahrenpotentiale und Ängste angesichts dieser erstaunlichen Leistungen und tiefgreifenden Transformationen bestehen.

    Link zum Originalbeitrag: https://zevedi.de/digitalgespraech-080-jan-peters

    Link zur Webseite des Fachgebiets "Intelligente Autonome Systeme" (IAS) an der TU Darmstadt: https://www.ias.informatik.tu-darmstadt.de/Main/LandingPage?from=Main.HomePage

    Link zur Webseite der Forschungsabteilung "Systems AI for Robot Learning" am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI): https://www.dfki.de/en/web/research/research-departments/systems-ai-for-robot-learning
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    Der „Blaue Engel“ für Software

    02.06.2026 | 34 Min.
    Der Blaue Engel, das Umweltzeichen der Bundesregierung, kennzeichnet Produkte, deren Herstellung und Anwendung vergleichsweise wenig schädliche Folgen für Ökosysteme und Ressourcen haben. Und im Bereich IT macht der Blaue Engel seit kurzem sichtbar: nicht nur Hardware, sondern auch die darauf laufende Software kann für sich allein betrachtet mehr oder weniger umweltfreundlich sein. Tatsächlich kann man sich leicht klar machen, dass Energieverbrauch bei Rechenoperationen und Datentransport von der konkreten Softwaregestaltung abhängen. Und die Nutzbarkeit und Langlebigkeit von Hardware hängen massiv davon ab, dass gute Software zur Verfügung steht, mit der Geräte dauerhaft und nutzerfreundlich funktionieren. Das Umweltbundesamt hat dieses Problem im Blick und zeichnet mit dem Blauen Engel nicht nur erste umweltfreundliche Vorbilder aus, sondern setzt auch Standards und entwickelt Kriterien für umweltfreundliche Softwareprodukte. Was genau steckt hinter diesem Gedanken, und wie präsent ist er in Diskussionen um den Ausbau von Digitalität und der Entwicklung neuer Technologien – Stichwort KI-Boom?

    Anna Zagorski ist Umweltinformatikerin und arbeitet am Umweltbundesamt zu den Themen Green IT, Green Coding und softwarebedingte Obsoleszenz. Im Digitalgespräch erklärt die Expertin, welche Idee hinter dem Blauen Engel für Software steht, nach welchen Kriterien er vergeben wird, und wie Verbraucher:innen ein Gefühl für die Energie- und Ressourceneffizienz von Software entwickeln können. Sie erklärt, wie sich die Fachkultur in der Informatik angesichts energiehungriger Technologien und spürbarer Ressourcengrenzen ändern muss, und wo neue Ausbildungsinhalte ansetzen könnten. Mit den Gastgeberinnen Marlene Görger und Petra Gehring diskutiert Zagorski, welche Rolle Open Source-Produkte für die Umweltverträglichkeit von Software spielen, welche Spielräume für die ressourcenbewusste Gestaltung von Software vorhanden sind, und wie gut sich Zielsetzungen für digitale Souveränität und umweltfreundliche Softwareentscheidungen kombinieren lassen.

    Link zum Originalbeitrag: https://zevedi.de/digitalgespraech-079-anna-zagorski

    Link zur Produktseite „Blauer Engel für ressourcen- und energieeffiziente
    Softwareprodukte“: https://www.blauer-engel.de/de/produktwelt/software

    Link zum Forschungsbericht "Analyse der softwarebasierten Einflussnahme auf
    eine verkürzte Nutzungsdauer von Produkten":
    https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/analyse-der-softwarebasierten-einflussnahme-auf

    Link zur Übersicht „Vernetzung mit Folgen: 13 Schritte gegen Software-Obsoleszenz“:
    https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/vernetzung-folgen-13-schritte-gegen-software

    Link zum Vortrag von Gabriel Yoran auf der Digitalmesse re:publica26: "Die Entkrempelung der Welt: Warum die Dinge des Alltags schlechter werden":
    https://www.youtube.com/watch?v=poaUjtVM3pQ
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Das Digitalgespräch ist ein Podcast von ZEVEDI, dem Zentrum verantwortungsbewusste Digitalisierung. Er wendet sich an Menschen, die aus erster Hand wissen wollen, was sich im Feld der Digitalität konkret tut und vor welchen Herausforderungen Wissenschaft und Politik dabei stehen. Im Digitalgespräch kommen Expert:innen zu Wort, die ihr Wissen zu aktuellen Arbeitsgebieten, Projekten und Forschungsperspektiven mit den Gastgeberinnen – Marlene Görger und Petra Gehring – teilen. Der Scheinwerfer fällt dabei auf komplexe Handlungsfelder und sorgt so dafür, dass sich der Nebel großer Schlagworte lichtet. Teils geht es um Themen, die unter Fachleuten gerade heiß diskutiert werden, teils ist von Dingen zu hören, die womöglich erst in Zukunft in das Sichtfeld der breiteren Öffentlichkeit gelangen. Impressum: https://zevedi.de/impressum/
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Generated: 10/4/2026 - 7:20:44 AM