

Episode #140 // 2025 - Ein Jahr zwischen Hype und Handwerk
30.12.2025 | 1 Std. 32 Min.
Schickt uns euer Feedback zur EpisodeEin Jahr zwischen Hype und Handwerk: Wir schauen auf 2025 und sortieren, wo KI wirklich trägt, wo Verwaltung hängt und warum Innovation in Deutschland friert. Wir erzählen, wie wir KI nicht als Chat-Spielzeug, sondern als ernstes Werkzeug für Qualität nutzen: mit Ontologien, Reasonern, klaren Workflows und sauberen Wissenspools, die Halluzinationen eindämmen und Entscheidungen stützen. Das klingt nerdig, ist aber der Unterschied zwischen Output-Müll und echter Produktivität – besonders in Beratung, Wissensarbeit und Verwaltung.Dann der Blick auf den öffentlichen Sektor: Die Verwaltung ist überlastet, nicht überreguliert. Prozesse, Verantwortungen und Kapazitäten sind der Engpass, nicht Paragrafen an sich. Digitalisierung ohne Prozessdesign bleibt Kosmetik. Wir sprechen über demografischen Druck, verlorenes Wissen und warum „Bürokratieabbau“ oft nur ein Strohmann ist. KI kann helfen – wenn sie begrenzt, domänenspezifisch und gegenprüfbar eingesetzt wird.In der Wirtschaft sehen wir eine Innovationseiszeit: alte Anreize, kurze Horizonte, große Worte statt echter Transformation. Wir diskutieren Pseudo-Veränderungen, das Bayer-Beispiel und warum Kostensenken keine Vision ersetzt. Parallel: Leistung und Resilienz. Wir nennen das Kind beim Namen – Überlastung ist strukturell, nicht individuell. Wenn Babyboomer gehen und Diversity-Programme wanken, wird Mental Health vom Buzzword zur Systemfrage. Und ja: PowerPoint wackelt. Wenn KI Visualisierungen aus semantisch sauberem Inhalt generiert, rückt Substanz vor Form.Lust auf Klartext statt Kitsch? Hör rein, teile die Folge und sag uns, wo du 2026 echte Hebel siehst. Abonniere den Podcast, bewerte uns und schick die Episode an Menschen, die Strukturen verändern wollen – nicht nur Folien.

Episode #139 // Social Entrepreneurship Ohne Illusionen // mit Agnesa Kolica
16.12.2025 | 1 Std. 10 Min.
Schickt uns euer Feedback zur EpisodeWie verändert man eine Stadt, ohne eine Fabrik zu bauen? Indem man Begegnungen baut. Gemeinsam mit Agnesa Kolica von Grow Together Germany tauchen wir tief in die Welt des Social Entrepreneurship ein: Integration als Standortvorteil, Zugehörigkeit als harte Währung und Wirkung als Maßstab, der über Rendite hinausgeht. Wir sprechen über Projekte, die Ankommen konkret machen – von Vielfaltsfreundinnen bis Welcome Buddy – und zeigen, wie solche Programme Fachkräftesicherung, Spracherwerb und mentale Gesundheit spürbar stärken.Der rote Faden: Sozialunternehmen schließen Lücken, die Staat und Märkte offenlassen. Doch die Realität ist widersprüchlich: Projektförderung statt Strukturaufbau, kurze Laufzeiten statt Planungssicherheit, hohe Berichtspflichten bei geringem Overhead. Agnesa erklärt, wie hybride Finanzierung funktioniert, warum Gemeinnützigkeit juristisch anspruchsvoll ist und wie Wirkungsmessung jenseits von „Baumzählerei“ gelingt. Wir ordnen ein, was sich in Krisenzeiten verändert: Rückzüge bei Diversity-Budgets, wachsende Unsicherheit, aber auch neue Allianzen und Beratungsmodelle, die Unternehmen helfen, Integration wirksam und skalierbar zu gestalten.Hör rein, teile die Folge mit deinem Netzwerk und sag uns: Welches Strukturinstrument würdest du sofort einführen, um Social Entrepreneurship zu stärken? Abonniere, bewerte mit fünf Sternen und hinterlasse einen kurzen Kommentar – deine Unterstützung hilft, Wirkung hörbar zu machen.

Episode #138 // High Performer, Störenfriede & die Ambivalenzen der Leistung // mit Dr. Sven Kette
02.12.2025 | 1 Std. 36 Min.
Schickt uns euer Feedback zur EpisodeWie viel Engagement ist genug – und wer entscheidet, was “gut” ist? Wir nehmen dich mit in die Grauzonen organisationaler Leistung, in denen High Performer Routinen stabilisieren, Störenfriede Wandel anstoßen und Führungskräfte als Gatekeeper zwischen Risiko und Verantwortung balancieren. Statt “mehr Einsatz” zu predigen, schauen wir darauf, wie Engagement tatsächlich beobachtet und bewertet wird: entlang unscharfer Ziele, lokaler Normen und sozialer Vergleiche.Gemeinsam mit dem Soziologen Dr. Sven Kette entfalten wir ein klares Raster: Intensität (unter, im, über Erwartung) und Richtung (kohärent oder abweichend zu Zweck/Rolle). Daraus entstehen vier Typen mit ambivalenten Effekten: High Performer liefern Output und konservieren zugleich bestehende Muster. Mitläufer sichern als Reservisten Belastungsspitzen ab. Störenfriede agieren “out of role”, nerven, aber eröffnen Lernchancen und Innovation. Gleichgültige können zu Latenzakteuren werden, sobald sich Ziele real ändern. Dieses Denken hilft, Mythen über High-Performance-Kulturen zu entzaubern und die verborgenen Funktionen vermeintlich “schwacher” Profile wertzuschätzen.Wir zeigen, warum Leitbilder und Führungskompass keine Automatiken sind, sondern ein Argumentationsreservoir für Entscheidungen – besonders dann, wenn Exploration und Exploitation kollidieren. Führung entscheidet hier real: Wer bekommt Ressourcen, wer wird gebremst, was gilt als Rollenkohärenz? Und warum scheitert Initiative, sobald sie zu stark formalisiert wird? Unser Fazit: Organisationen brauchen Varianz, echte Delegation und Schutzräume für Abweichung – sonst erstickt die Suche nach Neuem an den eigenen Kriterien.

Episode #137 // Der Fehler ist nicht der Fehler - Über Paradoxien und Organisationen
18.11.2025 | 1 Std. 20 Min.
Schickt uns euer Feedback zur EpisodeEntscheidungen ohne Sicherheit, Ziele mit Zielkonflikten, Fortschritt trotz Widerspruch: Wir nehmen dich mit in die echte Arbeitsrealität, in der Effizienz und Innovation einander brauchen und doch ständig reiben. Statt Paradoxien „wegzumoderieren“, zeigen wir, wie Organisationen aus Spannung Energie gewinnen – mit Systemtheorie als Navigationshilfe, klaren Beispielen aus der Praxis und einer Prise Humor gegen den Perfektionismus.Wir starten mit einem Denk-Rätsel und landen bei der Kernidee: Systeme erzeugen Sinn durch Unterscheidungen, jede Entscheidung ist kontingent. Das klingt abstrakt, wird aber sehr handfest, sobald Flexibilität gegen Koordination steht, SAP-Rollouts lokale Optimierungen beißen oder Sales und Marketing unterschiedliche Erfolgscodes verfolgen. Wir unterscheiden sauber zwischen Paradoxien (unauflösbar) und Dilemmata (operativ lösbar) und zeigen, wie man bewusste Trade-offs trifft, ohne in Scheinlogiken wie 100% Alignment, Dauer-Agilität oder the one best way zu verfallen.Dabei räumen wir mit drei verbreiteten Rezepten auf: reine Auslagerung von Innovation, Meta-Versöhnung via Purpose und das simple „Spannung aushalten“-Mantra. Stattdessen plädieren wir für minimale, klare Formalstruktur, explizite Entscheidungsprämissen, definierte Aushandlungsforen und den erwachsenen Umgang mit Nicht-Entscheidungen. Mikropolitik wird neu bewertet: nicht als Gift per se, sondern als notwendiges Schmiermittel, das dort Brücken schlägt, wo Formalität an Grenzen stößt. Und ja, wir entzaubern den „Extra Meile“-Mythos – Leistung braucht Differenz, nicht Gleichschaltung.Wenn du echte Werkzeuge für Entscheidungen unter Unsicherheit suchst und bereit bist, Widerspruch als Arbeitsmaterial zu sehen, bist du hier richtig. Abonniere den Podcast, teile die Folge mit deinem Team und sag uns: Welches Spannungsfeld treibt dich gerade am meisten um? Deine Perspektive macht die nächste Folge besser.

Episode 136 // Klima, Wirtschaft, Wirklichkeit // mit Jens Brodersen
22.10.2025 | 1 Std. 23 Min.
Schickt uns euer Feedback zur EpisodeDie Klimakrise ist kein fernes Szenario, sie ist eine betriebswirtschaftliche Realität. Gemeinsam mit Nachhaltigkeitsexperte Jens Brodersen schauen wir ohne Schönfärberei auf Kippunkte, Kosten und die politischen Kräfte, die den Wandel bremsen – und zeigen, wie Unternehmen jetzt trotzdem Kurs halten. Statt Parolen liefern wir belastbare Zusammenhänge: Warum planetare Grenzen und Lieferkettenrisiken die Bilanz treffen, wie Banken Klimarisiken unterschätzen, weshalb Flip-Flop-Politik Investitionen zerstört und wieso „Klimaschutz kostet zu viel“ längst von echten Schadenskosten überholt ist.Wir sprechen über Verantwortung und Wettbewerbsfähigkeit in einer Welt, die sich schneller ändert als jede Strategieplanung: von der Wärmewende über Verkehr und Strommix bis zu Industriepfaden, die mit CO2-Preisen, Subventionen und Datenpflichten stehen oder fallen. Jens erklärt, wie sinnvolle Risikobewertung funktioniert, welche Szenarien realistisch sind und welche Tools physische Gefahren auf Standort- und Lieferkettenebene sichtbar machen. Wir vergleichen internationale Entwicklungen – Norwegens E-Quote, Chinas Ausbau erneuerbarer Energien, Dänemarks Wärmekompetenz – und ordnen ein, wie Deutschland mit Planungssicherheit, Effizienz und Kreislaufwirtschaft verlorenen Boden gutmachen kann.Trotz fossilem Backlash sehen wir starke Hebel: bessere Batterien, Elektrolyse aus Meerwasser, additive Fertigung, Nanotechnologie für Böden. Dazu kommen weiche, aber wirksame Faktoren wie Diversität und Stakeholderarbeit, die nachweislich Produktivität und Entscheidungsqualität heben. Und wir reden über den Alltag: Hitze im Büro, sinkende Leistung, notwendige Anpassungen beim Arbeitsschutz. Unser Tenor: Wer jetzt echte Transitionspläne schreibt, Energiekosten senkt, Risiken offenlegt und an Lösungen baut, gewinnt Resilienz, Talente und Kapitalzugang.Hör rein, teile die Folge mit deinem Team und sag uns: Welche Maßnahme setzt du als Nächstes um? Abonniere den Podcast, bewerte uns mit 5 Sternen und hilf uns, die wichtige Debatte wieder ins Zentrum zu rücken.



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