31 Episoden
Venture Capital fürs Ernährungssystem: Kakao aus Ackerbohnen, Ernterobotik & Regulatorik mit Felix Leonhardt
28.10.2026 | 47 Min.„Wir haben keine einzige Firma im Portfolio, die ein regulatorisches Risiko hat."
Lebensmittel und Getränke sind mit 1,5 Billionen Euro Umsatz die größte verarbeitende Industrie der EU, größer als Automobil, Chemie und Pharma. Trotzdem gelten Food-Investor:innen in der Venture-Capital-Welt als Nische.
Kann privates Kapital die Transformation unseres Ernährungssystems wirklich tragen?
Felix Leonhardt ist Partner bei Oyster Bay, einem der ersten spezialisierten Food-VCs Europas, und hat selbst zwei Unternehmen gegründet und verkauft.
Mit Christina spricht er darüber, was eine Innovation investierbar macht und warum Klimawandel und volatile Rohstoffpreise heute die stärksten Innovationstreiber sind. Du erfährst, wie Nukoko aus fermentierten Ackerbohnen ein Kakaopulver herstellt und nach 18 Monaten Skalierung an Döhler ging, warum Mycelium aus Nebenströmen sinnvoll, aber für einen Fonds nicht investierbar ist, und weshalb zwei bis drei Jahre Novel-Food-Zulassung Startups für Investor:innen unkalkulierbar machen. Am Ende geht es darum, warum der Transformation vor allem eine gute Geschichte fehlt.
LINKS
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Döhler übernimmt Nukoko (Pressemitteilung): https://www.doehler.com/en/news-media/details/doehler-acquires-nukoko-and-accelerates-cocoa-free-chocolate-alternative-innovation.html
Blaues-Brot-Folge mit Prof. Kai Purnhagen zu EU-Lebensmittelrecht & Biotech Act: Episode 6 von Blaues Brot
KAPITEL
00:00 - Warum die größte Industrie Europas für VCs eine Nische ist
05:11 - Vom Gründer zum Investor: Resilienz und Respekt vor Gründer:innen
09:08 - Der Investmentradar: Wie Oyster Bay die Probleme von morgen findet
19:33 - Ernteunsicherheit, Preisdruck und der Nukoko-Exit an Döhler
30:46 - Sinnvoll, aber nicht investierbar: Mycelium, Novel Food und Regulatorik
41:14 - Was Kapital für die Transformation leisten kann
ÜBER DIESE FOLGE
Im Blaues-Brot-Podcast über die Zukunft unseres Ernährungssystems erklärt Felix Leonhardt, Partner beim Food-Venture-Capital-Fonds Oyster Bay, warum der Fonds keine einzige Firma mit regulatorischem Risiko im Portfolio hat: Eine Novel-Food-Zulassung in der EU dauert in der Praxis zwei bis drei Jahre, sodass Investor:innen nicht kalkulieren können, wie viel Kapital ein Startup bis zum Markteintritt braucht. Laut Leonhardt treiben volatile Rohstoffpreise wie bei Kakao und Palmöl Innovation schneller voran als reine Nachhaltigkeitsziele, weil sie direkt die Profitabilität der Lebensmittelhersteller treffen; ein Beispiel ist Nukoko, das aus fermentierten Ackerbohnen eine Kakaoalternative herstellt und vom Zutatenhersteller Döhler übernommen wurde. Mycelium-Proteine aus Nebenströmen hält Leonhardt für inhaltlich sinnvoll, aber nicht für Venture-Capital-geeignet, weil am Ende eine Commodity mit geringer Marge entsteht. Als Lösung für Europa schlägt er feste Zulassungsfristen vor: Wird ein vollständiger Antrag bis dahin nicht abgelehnt, gilt er als genehmigt.Die Grenze zwischen den Ohren: Vom Bergbauernhof zum EU-Forschungsprojekt – mit Christine Bajohr
14.10.2026 | 38 Min.30 Rinder, 23 Hektar, ein Bergbauernhof im Allgäu - und daraus ist eine Forschungskooperation mit der TU München, eine gemeinnützige GmbH, ein KI-Tool und ein europäisches Forschungsprojekt mit 12 Millionen Euro Budget entstanden.
Was treibt eine Landwirtin dazu, aus einer existenziellen Dürre heraus ein ganzes Ökosystem an Projekten aufzubauen?Christine Bajohr bewirtschaftet den Kugel-Südhang-Hof im Allgäu, Demeter-zertifiziert. Nach der Dürre 2003 begann sie, ihr System grundlegend zu überdenken: Rückzüchtung auf robuste Rassen, Kompostierung, Weidemanagement.
Für den Bayerischen Klimapreis ausgezeichnet, gründete sie die gemeinnützige Ära Land GmbH und den Landregen e.V., entwickelte mit der DHBW Lörrach das KI-Tool Lupi zur betriebseigenen Datenerfassung und leitet heute für Deutschland eines von fünf europäischen Living Labs im Horizon-Projekt GroundWork.
Wir sprechen über ihren Nordstern, über Resilienz als Fähigkeit, über die Grenze zwischen bio, regenerativ und konventionell — und darüber, warum die größte Blockade zwischen den Ohren sitzt.LINKSDanke an die Adalbert-Raps-Stiftung für Förderung & Sponsoring: https://www.raps-stiftung.de/Mehr Infos & alle Folgen: https://www.blauesbrot.de/Christina Rüter (Host) auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/christina-r%C3%BCter/Christine Bajohr (Gast) auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/christine-bajohr-1a45801b6/Kugel-Südhang-Hof: https://www.kugelsüdhanghof.de/Ära Land / Landregen e.V.: https://www.aera.land/KUHproKLIMA-Projekt: https://www.kuhproklima.de/KAPITEL00:00 - Die Dürre 2003: Wie alles begann00:04:00 - Vom Schock zum Klimapreis: Die Umstellung des Hofs00:08:00 - Vom Hof zur Struktur: Warum es Ära Land und den Landregen e.V. braucht00:20:00 - Lupi: Das KI-Tool für den eigenen Betrieb00:26:00 - Bio, regenerativ, konventionell: Warum Schwarz-Weiß-Denken nicht weiterhilft00:32:00 - Die größte Grenze sitzt zwischen den OhrenÜBER DIESE FOLGEIn dieser Folge von Blaues Brot spricht Christina Rüter mit Christine Bajohr, Landwirtin und Mitgründerin der Ära Land gGmbH, über Resilienz in der Landwirtschaft und den Umbau eines kleinen Betriebs zu einem Forschungsknotenpunkt.
Es geht um regenerative Landwirtschaft, Bodengesundheit, Living Labs und das KI-Tool Lupi zur betrieblichen Nachhaltigkeitsmessung.
Christine erklärt, warum Krisen wie die Dürre 2003 zum Ausgangspunkt für Innovation wurden und wie Landwirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam neue Wege für ein zukunftsfähiges Ernährungssystem finden. Eine Folge über Selbstwirksamkeit, Transformation und Mut außerhalb der Komfortzone.Novel Food, Biotech Act & Zuckersteuer: Warum Europa Veränderung stärker absichert als Stillstand mit Prof. Kai Purnhagen
30.09.2026 | 44 Min.Ein ganz normaler 500-Gramm-Joghurtbecher unterliegt sieben Rechtsgrundlagen, zwei Abgabesystemen und fünf Meldeverfahren.
Ob der Joghurt darin gesund ist, war für das Lebensmittelrecht dagegen lange nur eine Randfrage.
Wie passt das zusammen? Und ist unser Lebensmittelrecht überhaupt noch für die Herausforderungen gemacht, die vor uns liegen?Christina spricht mit Prof. Kai Purnhagen, Deutschlands erstem Professor für Lebensmittelrecht an der Universität Bayreuth. Er berät die EU-Kommission und das Europäische Parlament und begleitet die Gesetzgebung rund um den Biotech Act.
Du erfährst, warum eine Novel-Food-Zulassung auf dem Papier ein Jahr dauert, in der Praxis aber vier bis fünf, und warum ausgerechnet Novel Food aus den neuen regulatorischen Sandboxes ausgeschlossen wurde.
Kai erklärt, warum Bio und Biotech ähnliche Ziele verfolgen und sich trotzdem bekämpfen, wie Mini-Publics beide Seiten an einen Tisch bringen könnten und warum die Zuckersteuer 15 Jahre gebraucht hat.
Seine Bilanz: Europa bewegt sich, aber es reicht noch nicht.LINKSDanke an die Adalbert-Raps-Stiftung für Förderung & Sponsoring: https://www.raps-stiftung.de/Mehr Infos & alle Folgen: https://www.blauesbrot.de/Christina Rüter (Host) auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/christina-r%C3%BCter/Prof. Kai Purnhagen (Gast) auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/kai-p-purnhagen-326b5180/Lehrstuhl für Lebensmittelrecht, Universität Bayreuth: https://foodlaw.uni-bayreuth.de/en/team/Kai_P_Purnhagen1/index.phpBuch „Überregulierung im Lebensmittelrecht?“ (Möstl/Purnhagen, 2025): https://eref.uni-bayreuth.de/id/eprint/95320/European Biotech Act (EU-Kommission): https://transition-pathways.europa.eu/agri-food/policies/european-biotech-actBVE-Analyse zum Joghurtbecher: https://www.kin.de/wp-content/uploads/2026/06/BVE-Der-regulierteste-Yoghurtbecher-der-Welt-260428.pdfKAPITEL00:00 - Sieben Gesetze für einen Joghurtbecher02:57 - Überregulierung oder falsche Regulierung? Recht als Versicherung07:42 - Novel Food: Warum aus einem Jahr Zulassung fünf werden16:14 - Biotech Act, Bio gegen Biotech und die Idee der Mini-Publics27:20 - Krisenrecht, Zucker und 15 Jahre bis zur Zuckersteuer37:50 - Kurze Wahlzyklen, lange Probleme: Was Kai morgen ändern würde
ÜBER DIESE FOLGEIm Blaues-Brot-Podcast über die Zukunft unseres Ernährungssystems erklärt Prof. Kai Purnhagen, Lebensmittelrechtler an der Universität Bayreuth, warum eine Novel-Food-Zulassung in der EU gesetzlich etwa ein Jahr dauern soll, in der Praxis aber vier bis fünf Jahre braucht: Unternehmen können vorab kaum mit der Behörde klären, welche Daten die EFSA erwartet. Der European Biotech Act soll Zulassungen für Gentechnik, Präzisionsfermentation und Pestizide modernisieren, schließt Novel Food aber von regulatorischen Sandboxes aus. Laut Purnhagen ist das EU-Lebensmittelrecht vor allem als Reaktion auf Krisen wie BSE entstanden und deshalb wenig kohärent. Gesundheit war dabei lange kein Regulierungsziel, weshalb Maßnahmen wie eine Zuckersteuer in Deutschland rund 15 Jahre gebraucht haben.Wenn Zukunft Kapital braucht: mit Nikola Steinbock - Vorstandssprecherin der Rentenbank
16.09.2026 | 44 Min.Von einem Euro, den du für dein Brot bezahlst, bleiben der Landwirtschaft heute gerade mal 4 Cent. In den 1970er-Jahren waren es noch fast die Hälfte des Produktpreises.
Wer soll unter diesen Bedingungen eigentlich in die Zukunft investieren? Und wer finanziert den Wandel unseres Ernährungssystems überhaupt?Nikola Steinbock ist Vorstandssprecherin der Landwirtschaftlichen Rentenbank, einer Förderbank, die Kapitalmarkt und Landwirtschaft verbindet.
Wir sprechen darüber, wie die Bank über drei Wege fördert: Refinanzierung von Hausbanken, eigene Zuschüsse und Innovationsfinanzierung mit inzwischen fast 200 Millionen Euro in Venture-Capital-Fonds. Nikola erklärt, warum Deutschland ein Skalierungsgap hat, das Foodtech-Startups nach Amerika oder Asien treibt, warum Green Bonds allein noch keine Transformation finanzieren und wieso am Ende die größte Blockade nicht im System, sondern in unseren eigenen Köpfen liegt.LINKSDanke an die Adalbert-Raps-Stiftung für Förderung & Sponsoring: https://www.raps-stiftung.de/Mehr Infos & alle Folgen: https://www.blauesbrot.de/Christina Rüter (Host) auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/christina-r%C3%BCter/Nikola Steinbock (Gast) auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/nikola-steinbock-6a092311/Landwirtschaftliche Rentenbank: https://www.rentenbank.de/KAPITEL00:00 - Was für eine Bankerin ist Nikola Steinbock?00:05:00 - Die drei Wege der Rentenbank-Förderung00:11:00 - Wer finanziert den Umbau der Landwirtschaft?00:20:00 - Das Skalierungsgap für Foodtech-Startups00:24:00 - Das Finanzierungsparadox: Warum Green Bonds nicht reichen00:38:00 - Die größte Hürde liegt in unseren KöpfenÜBER DIESE FOLGEIn dieser Folge von Blaues Brot spricht Christina Rüter mit Nikola Steinbock, Vorstandssprecherin der Landwirtschaftlichen Rentenbank, über Finanzierung als Schlüssel für ein zukunftsfähiges Ernährungssystem.
Es geht um Förderbanken, Venture Capital für AgTech und FoodTech, das Skalierungsgap zwischen Idee und Marktreife sowie um Green Bonds und echte Nachhaltigkeitsfinanzierung. Eine Folge über Landwirtschaft, Innovation und die Frage, wie Kapital Transformation im Lebensmittelsystem wirklich ermöglichen kann.Vom B2C-Traum zum B2B-Pivot: FORMOs radikaler Strategiewandel – mit Roman Plewka
02.09.2026 | 41 Min.300.000 verkaufte Einheiten, 125.000 erreichte Konsument:innen – und trotzdem nimmt Formo seine eigene Käsemarke Frischhain nach einem Jahr wieder aus den Regalen von Rewe und Billa.
Was bringt ein Foodtech-Unternehmen dazu, einen Weg zu verlassen, in den es Jahre, Millionen und ganz viel Excitement investiert hat?Roman Plewka ist Co-Founder und MD von Formo, einem der bekanntesten europäischen Foodtech-Unternehmen. Formo stellt Milchproteine ohne Kuh her, per Präzisionsfermentation.
Im Gespräch erklärt Roman die vier Gründe für die Neuausrichtung: von der Marke zurück zur Kerntechnologie, vom europäischen B2C-Markt zum globalen B2B-Geschäft mit Casein. Wir sprechen über die geografische Wende Richtung USA, über GLP-1-Medikamente als überraschenden Treiber der Proteinnachfrage, über Europas Regulierungstempo im Vergleich zu USA und Israel – und darüber, warum die deutsche Angst vorm Scheitern Innovation ausbremst.LINKSDanke an die Adalbert-Raps-Stiftung für Förderung & Sponsoring: https://www.raps-stiftung.de/Mehr Infos & alle Folgen: https://www.blauesbrot.de/Christina Rüter (Host) auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/christina-r%C3%BCter/Roman Plewka (Gast) auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/roman-plewka-bb139a63/Formo: https://formo.bio/Food Fermentation Europe: https://foodfermentation.eu/
KAPITEL00:00 - Vom Finanzmann zum Foodtech-Gründer00:04:00 - Präzisionsfermentation einfach erklärt00:10:00 - Frischhain im Regal: Was der Markttest gelehrt hat00:17:00 - Die vier Gründe für die Neuausrichtung00:26:00 - GLP-1 als überraschender Wachstumstreiber00:35:00 - Der Rat an Gründer:innen: Keine Angst vorm ScheiternÜBER DIESE FOLGEIn dieser Folge von Blaues Brot spricht Christina Rüter mit Roman Plewka, Co-Founder und MD von Formo, über Strategiewandel im Ernährungssystem.
Es geht um Präzisionsfermentation, Milchproteine ohne Kuh und den Weg von einer Consumer-Marke zu einer B2B-Tech-Plattform für Casein. Roman erklärt, warum Formo den europäischen Markt für die USA priorisiert, welche Rolle GLP-1-Medikamente für die Proteinnachfrage spielen und warum Regulierung in Europa zum Wettbewerbsnachteil für FoodTech-Startups wird. Eine Folge über Nachhaltigkeit, Innovationsmut und Zukunftsfähigkeit in der Lebensmittelbranche.
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Der Podcast über die Zukunft unseres Ernährungssystems mit Christina Rüter, auf Apple Podcasts, Spotify & Co. Dich erwarten drei Staffeln vom Acker bis zum Teller und neue Episoden gibt es alle zwei Wochen am Mittwoch . Blaues Brot ist eine Initiative der Adalbert-Raps-Stiftung und moderiert von Christina Rüter.
Podcast-WebsiteHöre Blaues Brot - Unser Lebensmittelsystem, Make Economy Great Again und viele andere Podcasts aus aller Welt mit der radio.de-App

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