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Blanker Horror

Heinz Christian Frickenschmidt
Blanker Horror
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173 Episoden

  • Blanker Horror

    1589: Die grausamste Werwolf-Hinrichtung Europas – und ihr wahres Motiv

    07.08.2026 | 21 Min.
    Im Herbst 1589 wird bei Bedburg im Rheinland ein wohlhabender Bauer als Werwolf zu Tode gebrochen. Sein Name: Peter Stubbe. Sein Fall wurde in ganz Europa gedruckt und prägte unser Bild vom Werwolf bis heute. Doch je genauer man hinsieht, desto weniger geht die Geschichte auf – bis hin zu einem Gast am Schafott, der dort eigentlich nichts zu suchen hatte. Eine Spurensuche zwischen Aktenlage, Flugschrift und dem Krieg, der alles erklärt.

    📚 Quellen & weiterführende Literatur (Auswahl):
    • „The Damnable Life and Death of one Stubbe Peeter", London 1590 (Übers. George Bores) – die zentrale Primärquelle; deutscher Originaldruck verschollen.
    • Tagebuch des Hermann von Weinsberg, Kölner Ratsherr – unabhängige zeitgenössische Bezeugung.
    • Holzschnitt/Einblattdruck, zugeschr. Lukas Mayer (Nürnberg); Kupferstich Franz Hogenberg.
    • Montague Summers, „The Werewolf" (1933) – Wiederabdruck der Flugschrift von 1920.
    • Rolf Schulte, Untersuchung zu Männern in den Hexenprozessen (um 2000) – Werwolf als männliches Pendant zur Hexe.
    • Elmar Lorey (1945–2019), Forschungen zu Werwolfprozessen der Frühen Neuzeit – Werwolf als instrumentalisierbare Prozessvariante (elmar-lorey.de).
    • Zum politischen Kontext: Kölner/Truchsessischer Krieg 1583–1588.
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    Er trug glühendes Eisen, um seine Unschuld zu beweisen – Bingen 858. Der erste Poltergeist-Fall?

    31.07.2026 | 26 Min.
    Im Jahr 858 verzeichnen die Fuldaer Annalen – eine der wichtigsten Geschichtsquellen des ostfränkischen Reiches – einen Vorfall, der zwischen Wikingerüberfällen und Kometenerscheinungen völlig aus dem Rahmen fällt: In einem Gutshof bei Bingen am Rhein warf ein „böser Geist" drei Jahre lang Steine, hämmerte gegen Wände, verriet Diebstähle, deckte eine Affäre des Dorfpriesters auf, trieb einen unschuldigen Mann mit seiner Familie aufs offene Feld und brannte am Ende fast die gesamte Siedlung nieder. Der aus Mainz entsandte Exorzismus scheiterte.
    In dieser Folge gehen wir Schritt für Schritt durch die Quelle, schauen uns an, wer sie geschrieben hat und warum, klären den Rechtsvorgang des Gottesurteils mit glühendem Eisen, und stellen vier Lesarten nebeneinander – von der schlichten Menschenhand über serielle Brandstiftung bis zu der Frage, wie viel davon erst am Schreibpult in Fulda entstanden ist. Aufgelöst wird nichts. Aber alles, was wir wirklich wissen, liegt am Ende auf dem Tisch.
    QUELLEN & LESELISTE
    Primärquelle
    Annales Fuldenses (Fuldaer Annalen), Eintrag zum Jahr 858
    Lateinische Edition: Friedrich Kurze (Hrsg.), Annales Fuldenses sive Annales regni Francorum orientalis, Monumenta Germaniae Historica, Hannover 1891
    Englische Übersetzung mit Kommentar: Timothy Reuter, The Annals of Fulda (Ninth-Century Histories, Bd. 2), Manchester University Press

    Zum Autor und zum Kloster Fulda
    Rudolf von Fulda: Vita Leobae (836) und Miracula sanctorum in Fuldenses ecclesias translatorum (ca. 843–847), ediert von Georg Waitz, MGH SS 15/1, 1887
    Gangolf Schrimpf (Hrsg.), Kloster Fulda in der Welt der Karolinger und Ottonen (Fuldaer Studien 7), Frankfurt am Main 1996

    Region und Gesellschaft
    Matthew Innes, State and Society in the Early Middle Ages: The Middle Rhine Valley 400–1000, Cambridge University Press 2000
    Gottesurteil / Eisenprobe
    Robert Bartlett, Trial by Fire and Water: The Medieval Judicial Ordeal, Oxford 1986

    Gespenster- und Dämonenglaube im Mittelalter
    Claude Lecouteux, Geschichte der Gespenster und Wiedergänger im Mittelalter, Böhlau, Köln 1987
    Jean-Claude Schmitt, Die Wiederkehr der Toten. Geistergeschichten im Mittelalter (frz. Original 1994)

    Wortgeschichte
    Jacob und Wilhelm Grimm, Deutsches Wörterbuch, Eintrag „Poltergeist"
    Erasmus Alberus, Novum dictionarii genus, 1540
    Rationalistische Einordnung und moderne Fälle
    Herbert Schäfer, Poltergeister und Professoren. Über den Zustand der Parapsychologie, Bremen 1994
    F. Karger / G. Zicha, „Physikalische Untersuchung des Spukfalls in Rosenheim 1967", in: Zeitschrift für Parapsychologie und Grenzgebiete der Psychologie 11 (1968), S. 113–131

    Zur Ergotismus-Debatte
    Alessandra Foscati, Saint Anthony's Fire from Antiquity to the Eighteenth Century, Amsterdam University Press 2020
    Annales Xantenses (Annalen von Xanten), Eintrag zum Jahr 857

    ----Kanalmitglied werden und unterstützen:https://www.youtube.com/channel/UCVOHv0EU1d-B5szK53LumEA/join-----Musik: ArtlistAuthor: Cris FrickenschmidtMehr zu "Blanker Horror": www.blankerhorror.de
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    Warum Vorarlberg jedes Jahr eine Hexe sprengt (und was das mit Rom zu tun hat) - Funkenbrennen

    24.07.2026 | 20 Min.
    Jedes Jahr am ersten Wochenende nach Aschermittwoch werden in Vorarlberg dreißig Meter hohe Holztürme errichtet — und mitsamt einer sprengstoffgefüllten Hexenpuppe angezündet. Der Brauch heißt „Funken", gehört zum UNESCO-Kulturerbe, und die gängige Erklärung lautet: uraltes Heidentum, Vertreibung der Winterdämonen. Aber stimmt das?
    In dieser Folge gehe ich einem Zuschauervorschlag nach und entdecke eine Geschichte, die viel überraschender ist als jeder Mythos. Das Feuer reicht möglicherweise bis in die römische Antike zurück — zu den Vestalinnen und dem heiligen Feuer, das am 1. März, dem alten römischen Neujahr, neu entzündet wurde. Die Hexe hingegen ist kaum 200 Jahre alt: eine Erfindung des 19. Jahrhunderts, inspiriert von den Brüdern Grimm, um einem sterbenden Brauch neues Leben einzuhauchen. Und sie steht in scharfem Kontrast zu den echten Hexenverfolgungen in Vorarlberg, bei denen über 120 Menschen — neunzig Prozent davon Frauen — hingerichtet wurden.
    Eine Folge über Feuer, Mythen, politische Identität und die Frage, wer eigentlich das Recht hat, eine Geschichte zu erzählen.

    Quellen & weiterführende Literatur:
    — Manfred Tschaikner: „Damit das Böse ausgerottet werde." Hexenverfolgungen in Vorarlberg im 16. und 17. Jahrhundert. Bregenz, 1992.
    — Manfred Tschaikner: „Die Lust, Hexen zu verbrennen. Bemerkungen zur Brauchtumspflege." In: Der Bludenzer, 1996.
    — Manfred Tschaikner: „Wohin mit den Funkenhexen? Ansichten zu einem umstrittenen Brauchtum." In: Vorarlberger Nachrichten, 3./4. Februar 2024.
    — Manfred Tschaikner: „Von der Fasnachtsschlacht zur Hexenverbrennung." Vortrag, Vorarlberg Museum.
    — Reinhard Johler: Die Formierung eines Brauches. Der Funken- und Holepfannsonntag. Studien aus Vorarlberg, Liechtenstein, Tirol, Südtirol und dem Trentino. Wien, 2000.
    — Matthias Zender: Die Termine der Jahresfeuer in Europa. Erläuterungen zur Verbreitungskarte. Göttingen, 1980.
    — Franz Josef Fischer: Der Funken- und Küachlesonntag in Vorarlberg und Liechtenstein. Verlag der Heimat, 1921.
    — Hermann Bausinger: Zur Kritik der Folklorismuskritik, 1969.
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    Die Bruxa – Das Monster, das tausend Namen hat (The Witcher: 4 Monster und ihr Ursprung Teil 4/4)

    21.07.2026 | 20 Min.
    Das große Finale unserer vierteiligen Reihe über die echten Mythen hinter den Monstern aus „The Witcher" führt uns weg von den slawischen Wäldern – in den Süden, nach Portugal, Spanien und Galicien. Dort wartet die Bruxa: im Spiel eine wunderschöne, tödliche Vampirin, im echten Volksglauben eine kindsmordende Nachthexe, die sich in einen Vogel verwandelt und durch jede Ritze kommt.Wir folgen ihrer Spur zurück bis ins alte Rom – zur strix bei Ovid – und schließen damit den Kreis zur Striga aus Teil 2: Denn Bruxa und Strzyga sind in Wahrheit dasselbe uralte Wesen. Wir besuchen die baskischen Hexenprozesse von Zugarramurdi, treffen den Inquisitor Salazar Frías, der die spanischen Hexenverbrennungen beendete – und fragen ein letztes Mal: Wer erzählt eine Geschichte, und warum?
    📖 Weiterführende Quellen & Literatur:
    • Andrzej Sapkowski: „Ein Körnchen Wahrheit" (Ziarno prawdy, 1989; in „Der letzte Wunsch")
    • Oswald Crawfurd: Portugal, Old and New (1880) – Bruxa-Folklore Nordportugals
    • José Leite de Vasconcelos: Tradições Populares de Portugal (1882 ff.)
    • Ovid: Fasti, Buch 6 (um 8 n. Chr.) – die strix
    • Daniel Ogden: The Strix-Witch (Cambridge University Press, 2021)
    • Carmelo Lisón Tolosana: Brujería, estructura social y simbolismo en Galicia (1979)
    • Julio Caro Baroja: Las brujas y su mundo (1961)
    • Gustav Henningsen: The Witches' Advocate – Basque Witchcraft and the Spanish Inquisition (1980)
    • Carlo Ginzburg: Die Benandanti (1966) & Hexensabbat / Ecstasies (1989)
    • José Miguel de Barandiarán: Diccionario de mitología vasca
    • Aurelio de Llano: Del folklore asturiano (1922) – die guaxa
    #Bruxa #TheWitcher #Witcher3 #BloodAndWine #Vampir #Hexe #IberischeMythologie #Folklore #Zugarramurdi #strix #BlankerHorrorHinweis:
    Diese Folge berührt historische Hexenverfolgung, Kindstod und Gewalt an Frauen.
    Passt gut auf euch auf.
    ----Kanalmitglied bei Youtube werden:https://www.youtube.com/channel/UCVOHv0EU1d-B5szK53LumEA/join-----Musik: Yotam Agam - Creativity Theta, Master Minded - Breath DeepAuthor: Cris FrickenschmidtMehr zu "Blanker Horror": www.blankerhorror.de
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    Leszy: Der Herr des Waldes fordert Respekt! (The Witcher: 4 Monster und ihr Ursprung Teil 3/4)

    10.07.2026 | 20 Min.
    Er ist eine der ikonischsten Kreaturen aus „The Witcher 3": der Leshen, ein gewaltiger Waldschrecken mit Hirschschädel und Geweih. Doch in Teil 3 unserer vierteiligen Reihe über die echten Mythen hinter den Monstern aus „The Witcher" decken wir auf: Dieses Gesicht ist zum großen Teil frei erfunden – eine moderne „invented tradition". Wir graben den echten Leszy aus: den Herrn und Hirten des Waldes, weder gut noch böse, der Wanderer in die Irre führt, mit Hirten und Jägern Pakte schließt und die Gier bestraft. Wir folgen dem berühmten „Verleiten"-Motiv bis zu einer echten wissenschaftlichen Studie über das Im-Kreis-Gehen (Souman et al., Current Biology, 2009), erleben, wie das Christentum aus dem Hüter einen gehörnten Teufel machte – und fragen am Ende, warum wir uns dieses Waldmonster heute zurückholen.📖
    Weiterführende Quellen & Literatur: • Tomasz Z. Majkowski, Magdalena Kozyra & Aleksandra Prokopek: „The Invention of Leshy", in: Games and Culture (2025) • Alexander Afanasjew: Poetische Anschauungen der Slawen über die Natur (1865–1869) • Sergei Maksimow: Nečistaja, nevedomaja i krestnaja sila (1903) • Dmitri Zelenin: Očerki russkoj mifologii (1916) • Kazimierz Moszyński: Kultura ludowa Słowian, Bd. II (1929–1939) • Aleksander Gieysztor: Mitologia Słowian (1982) • Linda J. Ivanits: Russian Folk Belief (1989) • W. F. Ryan: The Bathhouse at Midnight (1999) • Jan L. Souman et al.: „Walking Straight into Circles", in: Current Biology 19 (2009) • Vic Tandy & Tony Lawrence: „The Ghost in the Machine", in: Journal of the SPR (1998) – Infraschall
    ----Kanalmitglied bei Youtube werden und den Kanal unterstützen:https://www.youtube.com/channel/UCVOHv0EU1d-B5szK53LumEA/join-----Author: Cris FrickenschmidtMehr zu "Blanker Horror": www.blankerhorror.de
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Generated: 8/10/2026 - 2:17:35 PM