59 Episoden
- In dieser Folge lernen wir Kevin kennen, Sohn einer Gastwirtsfamilie in dritter Tradition in einem kleinen fränkischen Weindorf. Kevin hat lange gebraucht, bis er den Mut hatte, über seine Geschichte offen zu sprechen. Das ist auch kein Wunder: Wir erfahren von einem generationalen Problem, bei dem Großvater und auch Vater Alkoholiker waren, von Kevins eigenem Trinken, um irgendwie entspannen zu können, um schlafen zu können. Wir hören von einer schwierigen Kindheit inmitten einer kaputten Ehe voller Streß, Streits und Trinkexzessen des Vaters, von der Scham, die Kevin für seinen offen vor Gästen betrunkenen Vater empfand und wie er trotzdem immer das Gefühl hatte: "Ich kann ihn retten!" Wie es Kevin nach der Übernahme des Wirtshauses mit dem pegeltrinkenden Vater in der Küche erging, warum er nach weiteren Tiefschlägen dicht machen musste und wie er nach Österreich flüchtete, während sein eigener Konsum immer weiter anstieg, ist ebenso Teil der Geschichte wie die Tatsache, dass die Corona-Krise alle Probleme verstärkte und wieso der erste Entzugsversuch scheiterte. Welche Rolle ein spät gestellte ADHS-Diagnose spielte und warum Kevin heute anderen Menschen Mut machen will, unbedingt den ersten Schritt in die Nüchternheit zu wagen, hört ihr in dieser besonderen Folge!
Hier findet ihr weitere Infos zur Fachklinik Weibersbrunn:
https://www.hephata.de/fachklinik-weibersbrunn
Hier ist der Link zur Homepage der Suchtberatungsstelle der Caritas in Bad Kissingen, die Kevin auf seinem Weg begleitet hat:
https://caritas-kissingen.de/beratung-hilfe/suchtberatung/ - In dieser Folge geht es um die Erlebnisse - ja, man kann fast sagen: die Aventüren - von Bruno, der erst vor kurzem nüchtern geworden ist nach einen überreichen Leben voller Exzesse, Höhenflüge und tiefster Tiefen. Wo andere die Hoffnung aufgegeben haben, weit hinten im Leben noch etwas verändern zu können, sagt Bruno mit 73 Jahren voller Überzeugung: Es ist nie zu spät! Wir erfahren, wie Bruno in schwierigsten Verhältnissen, als Kind einer italienischstämmigen Mutter und eines Schweizer Vaters aufwuchs, in einem Haushalt, der buchstäblich von Sprachlosigkeit, Vereinsamung und auch von brutaler Gewalt bestimmt war. Wir hören, wie er in seiner Einsamkeit den Exzess suchte und den "verlässlichsten Freund seines Lebens" fand, den Alkohol, auf den er immer wieder zurückfiel und der im Triumph wie im Elend immer "helfen konnte". Wir hören vom Ausbruch aus der Dorfenge, von einem ungeahnten Leben in gehobensten Kreisen, innerlich aber immer als Außenseiter, wir sind Zeuge von von irrwitzigen Glücksfällen, von der Fähigkeit, selbst Katastrophen noch in Erfolge zu wenden. Und: nie die Hoffnung zu verlieren. Das gilt besonders für den letzten, schwierigsten Kampf: Gegen die Abhängigkeit vom "falschen Freund Alkohol" und für die Rettung seiner großen Liebe. Eine Folge, die ihr nicht verpassen dürft.
- Triggerwarnung: Suizid (ca. Minute 11 - Minute 31). In dieser Folge - die mit einer ziemlich heftigen Geschichte in der Befindlichkeitsrunde anfängt - führen wir das "ABC der Abhängigkeit" mit dem Buchstaben "H" weiter. Der steht für "Heimlichkeit", und was das bedeutet, erklären wir ausführlich. Heimlichkeit wird unweigerlich nötig, weil der oder die Konsumierende eine Normalität vorgaukeln muss, die es längst nicht mehr gibt. Es wird heimlich getrunken, um die Symptome von Kater zu verstecken oder um die körperlichen Probleme von zu geringem Pegel im Körper auszugleichen. Es wird heimlich getrunken, weil man längst weiß, dass das Umfeld den eigenen Konsum kritisch beobachtet. Alles wird überbaut mit komplizierten Lügen- und Rechtfertigungsgebilden, mit "Showflaschen", mit angeblicher "Me-Time", alles, um bloß weiter trinken zu können. Wir sprechen über eingeladene Gäste, die beim Trinken stören und über verbrannte Menüs. Über "Preßhalbe" bei kleinen Besorgungsgängen, um auf Pegel zu kommen. Über den Schleier der Heimlichkeit, der heftiges Trinken ohne Beobachtung oder Verurteilung erst möglich macht und über das innere Kommando "Let's get lost". Und wir reden glasklar über das, was Heimlichkeit beim Trinken immer bedeutet - nämlich Lügen, Lügen und immer wieder Lügen. Eine intime, in jedem Bereich intensive Folge.
- Das ist unsere erste Folge mit einem waschechten Grimme-Preis-Träger! Marti, besser bekannt als "Marti Fischer", ist mehrfach preisgekrönter Musiker, Moderator, Schauspieler, Comedian und war als ein Teil des Duos "Ragazzki" mit dem Song "Ciao Ragazzki" dieses Jahr im ESC-Vorentscheid dabei. Außerdem ist er trockener Alkoholiker mit ADHS-Diagnose. Marti spricht ernst wie nie über seine scheinbare Erfolgsgeschichte, über die Scham wegen dauerndem Lügen und Verstellen und über die regelmäßige Rückkehr zu etwas, das den "Stummschalte-Knopf im Kopf" zuverlässig betätigen konnte. Wir hören über Trauer und Krisen, die hinter permanenter Fröhlichkeit versteckt wurden, über wichtige Gespräche mit Torsten Sträter, über Helfersyndrom und Überlastung und darüber, wie er bis zuletzt den Rausch, den er so liebte, schützen wollte. Bei uns sagt er, dass er nicht mehr betrunken sein will, warum ihm Selbstakzeptanz heute leichter fällt und warum man nach dem Aufhören vom Leben etwas zurückbekommt - und nichts verliert. Eine großartige, sehr intime Folge!
- In dieser außergewöhnlichen Folge sprechen wir mit Christoph, den viele "Deutschlands erfolgreichsten Brenner" nennen. Christoph ist der Mann hinter den Ultrapremiumbränden der "Stählemühle" und dem Welterfolgs-Gin "Monkey 47". Er bezeichnet sich selbst als "komplett abstinent bis auf kleine Ausnahmen" und mag Alkohol sehr gerne - allerdings nicht zum Trinken. Ein Brenner, den der Aspekt des Rauschs beim Alkohol immer abgestoßen hat, der mit Kontrollverlust überhaupt nichts anfangen kann und der sagt: "Die Plörre, die ich gemacht habe, muss ich nicht noch selber trinken." All das vertreten mit großer Klarheit, auch mit Streitbarkeit und verbunden mit einem Plädoyer zur Bescheidenheit. Warum Christoph denkt, dass in seiner aktiven Zeit nur 1% seiner Kunden verstanden haben, was er machte, wieso ihm "Statuskunden" ein Graus waren, warum er den Rausch trotz allem für ein bewahrenswertes Kulturgut hält und wieso er neuartige alkoholfreie Alternativen komplett ablehnt, hört ihr in dieser kontroversen Folge!
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Über Aufsturz
Ein Leben ohne Alkohol, wie geht das überhaupt? Holger Schwarz und Lasse Nolte, beide inzwischen nüchtern, versuchen, diese schwierige, einfache Frage zu beantworten. Dabei muss man natürlich auch intensiv in die Zeit vor die Entscheidung gegen den Alkohol blicken. In das Leben mit Alkohol - in das Leben mit einer Abhängigkeit. Nüchtern werden, nüchtern bleiben, die Hintergründe und Wege in eine Abhängigkeit, die Wege hinaus, das neue Leben nach dem Alkohol: der ehemalige Weinhändler und der Drehbuchautor verstecken nichts und erzählen alles, mal alleine, mal mit Gästen. Ein Podcast für jeden, der ohne Alkohol leben möchte, der gerade den Sprung gewagt hat oder der noch zweifelt. Neue Folgen alle 14 Tage am Samstag. Gastwunsch, Mitmachen, Anregungen, Lob, Kritik bitte an support@aufsturz.org .Musik von L’Orchestra Cinematique, basierend auf ”BoJack Horseman Theme” von Patrick und Ralph Carney. Intro gesprochen von Solveig Duda.Support (PayPal)- Danke, dass Ihr uns hört! Für einen einmaligen oder wiederkehrenden Beitrag an unseren Kosten sind wir sehr dankbar 🙏www.aufsturz.org/support
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