Gehirn gehört - Prof. Dr. Volker Busch
Prof. Dr. Volker Busch

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Noch ganz normal? Warum nicht jede Auffälligkeit eine psychische Störung ist
31.10.2026 | 1 Std. 9 Min.Der Zugang zu einer psychischen Störung ist heute recht niederschwellig: Wer unkonzentriert ist, gerät in Verdacht ADHS zu haben. Wer sich danebenbenimmt, wird zum toxischen Narzissten erklärt. Und wem das Auftreten in einer Gruppe oder in der Öffentlichkeit peinlich ist und sich lieber zurückzieht, wird eine soziale Phobie unterstellt.
Viele Auffälligkeiten werden in unserer heutigen Zeit mit (zum Teil) völlig absurden Krankheitsnarrativen etikettiert, die die Statistiken belasten – und das Gesundheitssystem gleich mit.
Es gehört zu einer der größten Enttäuschungen in unserem Land, dass es trotz eines größer gewordenen Bewusstseins für die Psyche und verbesserter Behandlungsmöglichkeiten bislang nicht zu einer Abnahme psychischer Erkrankungen kam. Die unbequeme Frage lautet: Könnte die Inflation an Diagnosen, Aufklärungskampagnen, Social Media Beiträgen und einer kaum noch überschaubaren Zahl an Ratgeber- und Therapieangeboten vielleicht das Gegenteil bewirkt haben?
In der aktuellen Folge von GEHIRN GEHÖRT hinterfrage ich den Boom psychischer Diagnosen: Werden wir wirklich kränker – oder reden wir uns krank? Kann man sich in der heutigen Welt, in der wir so viel über Symptome, Beschwerden und Krankheiten reden, überhaupt noch rundum gesund fühlen? Ab wann gilt man eigentlich als psychisch krank und wo holt man sich am besten Hilfe, wenn man sich nicht sicher ist?
In dieser besonderen Folge reisen wir miteinander in die Antike, und wir werden eine Kommode aus Holz bauen mit vielen Schubladen und Fächern. Ich erzähle Ihnen von einer bizarren Epidemie nach einem YouTube Video. Wir sprechen über die angebliche Sad Girl Depression auf Instagram und Aufklärungsprogramme, die Jugendliche kränker machen statt gesünder. Ich nehme Sie mit auf eine skurrile Weiterbildung, die total aus dem Ruder lief, und ich beichte Ihnen eine ziemlich peinliche Geschichte von mir.
Der Podcast will psychisches Leid nicht verharmlosen, sondern den Versuch wagen, zwischen echtem Leid und dem ganz normalen Leben zu unterscheiden.
Ich spreche über dieses Thema, weil mir die Sorgen und Nöte meiner lieben Patienten und Klienten sehr am Herzen liegen.
Ihrem Schutz gilt diese Folge.Die Welt zwischen den Zeilen - Wie Lesen das Gehirn verändert und den Geist formt
30.09.2026 | 56 Min.Wann haben Sie sich das letzte Mal Zeit genommen, ein gutes Buch gelesen?
Wir wischen, scrollen, streamen und lassen uns heute die Dinge eher zusammenfassen. Aber ausgerechnet eine unserer ältesten Kulturtechniken könnte heute in Zeiten von K.I. für den Fortbestand unserer Spezies wichtiger sein denn je: Das Lesen.
In der neuen Folge von "Gehirn Gehört" geht es darum, was in unserem Kopf passiert, wenn aus schwarzen Zeichen plötzlich Bilder, Gedanken und fantasievolle Welten entstehen. Ich verrate Ihnen, warum Lesen ein erstaunliches Multifunktionstraining für unser Gehirn ist. Und Sie erfahren, weshalb gute Lesekompetenz sogar mit besseren Chancen im Leben zusammenhängt, und warum Bücher uns bis ins hohe Alter geistig fit halten.
Wir reisen von den ersten Schriften Mesopotamiens über die „Lesesucht“ des 18. Jahrhunderts bis nach Auschwitz, wo Gefangene selbst zu lebenden Büchern wurden. Wir treffen einen 84-jährigen Erstklässler in Kenia, Zigarrenroller auf Kuba, denen bei der Arbeit Romane vorgelesen werden, und wir treffen einen jungen Alberto Manguel, der dem fast erblindeten Jorge Luis Borges seine Augen und seine Stimme leiht. Außerdem erfahren Sie, warum Vorlesen in einer Beziehung ziemlich romantisch sein kann und weshalb ich glaube, dass wir unseren Kindern wieder mehr Appetit auf Bücher machen sollten.
Und am Ende verrate ich Ihnen, welches Buch mich selbst geprägt hat. Welches ist Ihres?
Kommen Sie mit mir in die magische Welt zwischen den Zeilen.
Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Hören (auch wenn Sie diese Folge nicht lesen können).- Heutzutage müssen wir uns permanent entscheiden. Das reicht von banalen Dingen des Alltags bis zur Wahl des richtigen Lebensmodells. Kaum etwas bleibt davon verschont, sei es die beste Ernährung, renditestärkste Anlage oder der preiswerteste Stromtarif. In einer multioptionalen Gesellschaft verkommt gefühlt alles zum Reflexionsgegenstand.
Die grenzenlose Vielfalt, aber auch die Angst, etwas zu verpassen sowie der Wunsch, bei allem möglichst “perfekt“ zu sein, macht es heute vielen Menschen schwer, endgültige Urteile zu fällen und zu ihnen zu stehen. Sie schieben ihre Entscheidung lieber auf – oder entscheiden gar nicht.
Zugegeben, ständiges Entscheiden kann auch sehr anstrengend sein. Permanent aus verschiedenen Optionen auswählen zu müssen, ermüdet nämlich nicht nur, sondern kann auch melancholisch stimmen, weil andauernd die Frage mitschwingt: Bist du sicher?
Mitunter fühlt man sich hin- und hergerissen zwischen verschiedenen Alternativen und findet trotz aller Bemühungen keine Lösung für seinen Entscheidungskonflikt. In solchen Fällen spricht man von einer Ambivalenz, und die ist auf die Dauer für die meisten kaum auszuhalten.
In dieser Episode möchte ich Ihnen helfen, solche Blockaden zu lockern und in ein leichteres Entscheiden zu kommen.
Wir werden unsere launige Folge ganz gemütlich in einer Kaffeebar starten. Danach gehen wir Joghurt kaufen, werden wir einer Bundestagsdebatte lauschen, wir werden einem Wettkampf im Tauziehen beiwohnen, ein paar Anagramme lösen, eine äußerst merkwürdige Heiratsliste kennen lernen, und wir schauen was passiert, wenn Probanden die Fortsetzung Ihrer Partnerschaft mit einem Münzwurf entschieden... Pessimismus überwinden? Warum uns mitunter gerade negative Erwartungen voranbringen
31.05.2026 | 46 Min.Pessimismus ist eine Art der Wahrnehmung, bei der man das Schlimmste von der Zukunft erwartet. Ein solcher Denkstil ist heutzutage nicht nur unbeliebt, er gilt gesellschaftlich auch als Verhalten, der wichtige und dringend nötige Entwicklungen aufhält. Und dennoch ist das wissenschaftlich alles nicht so ganz eindeutig. Es existieren viele Halbwahrheiten über das Schwarzsehen, die wir heute einmal kritisch betrachten wollen: Was passiert im Kopf und im Körper, wenn wir wenig zuversichtlich nach vorne blicken? Gibt es so etwas wie selbsterfüllenden Prophezeiungen? Hat negatives Denken auch etwas positives? Und ist es wirklich so, dass Pessimisten immer den Fortschritt aufhalten, oder machen sie ihn manchmal vielleicht überhaupt erst möglich?
In dieser Folge werden wir den Pessimisten einmal in den Kopf schauen und ihnen dabei ein paar Erkältungsviren ins Gesicht blasen. Danach reisen wir gemeinsam mit dem Philosophen Schopenhauer ins Jammertal, wir werden wir im alten Troja vorbeischauen, und mit einem berühmten Forschungsschiff zu einer Expedition in die Antarktis aufbrechen, die in die Geschichte einging. Zurück in der nahen Gegenwart machen eine erfreuliche Entdeckung in der Stratosphäre unseres Planeten.
Sie brauchen in dieser Episode nicht mit dem Schlimmsten rechnen Es wird eine Folge mit fast nur guten Gedanken. Seien Sie herzlich willkommen.Optimistischer denken? Über die Chancen und Gefahren eines beliebten Hochgefühls
04.05.2026 | 50 Min.Optimismus gilt als lebensbejahende Einstellung, bei der man gute Dinge für die Zukunft erwartet, und selbst in schwierigen Zeiten immer Möglichkeiten sieht, entschlossen handeln zu können. Ein leichter Optimismus treibt uns auf eine gute Weise an. Er macht handlungsbereiter, gesundheitsbewusster, und sogar attraktiver beim online-Dating. Zu viel davon taucht das Leben jedoch schnell in rosaroten Nebel, der einem die klare Sicht raubt. Naiver Optimismus verzerrt unsere Wahrnehmung, fördert die Selbstüberschätzung und macht blind für Warnsignale.
Doch wie genau gelingt es uns nun, auf eine gesunde Weise optimistisch zu denken, ohne dabei gleich zu übertreiben?
Sie werden gleich erfahren, was der Optimismus mit einem Erdbeben in Lissabon zu tun hat. Danach werden wir gemeinsam Lotto spielen und Sie erfahren, wie man eine Hochzeitsgesellschaft spalten kann. Anschließend werden an Bord des Kreuzfahrtschiffs Costa Concordia gehen. Außerdem lade ich Sie ein, an einem berühmten Münzwurf-Experiment teilzunehmen und in einer Stadt ein paar Elefanten zu vertreiben. Am Schluss stelle ich Ihnen die vielleicht krasseste Gesellschaftssatire vor, die derzeit im Fernsehen läuft. Danach werden Sie vermutlich ganz anders auf die Welt schauen.
Falls Sie ausreichend optimistisch sind, diese Folge zu durchstehen, seien Sie mein herzlich willkommener Gast.
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Prof. Dr. Volker Busch - Wissenschaftler, Neurologe, Psychiater, Psychotherapeut, Bestseller-Autor und mehrfach ausgezeichneter Keynote Speaker - nimmt Sie mit in die Welt von Geist und Gehirn – humorvoll, spannend, persönlich.
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