20 Episoden
- Durch die Corona-Pandemie ist vieles möglich geworden, was zuvor gerne
mit "Geht nicht" abgetan wurde. Statt präsent im Büro sein zu müssen,
können Menschen von zu Hause aus arbeiten. Statt unnötig langer Reisen
zu unnötig langen Meetings zoomt man sich kurz zusammen. Selbst
Vorlesungen an Unis laufen seit dem Sommersemester digital ab, und bei
allen Problemen ist es manchen Schulen gelungen, Kinder wenigstens
teilweise und eine Zeit lang größtenteils mit digitalen Mitteln zu
unterrichten. Ist das jetzt also die Digitalisierung, über die wir schon
so lange reden?
Um diese Frage zu klären, gibt es keinen geeigneteren Gesprächspartner
als Sascha Lobo, der Netzvordenker erklärt Deutschland schließlich seit
Jahren das Internet. In der letzten Folge des Digitalpodcasts Wird das
was? sagt er: "Im Grunde ist Digitalisierung immer ein Zustand, den man
so gerade eben noch nicht erreicht hat." Durch die Corona-Krise seien
wir in Sachen Digitalisierung einen sehr großen Schritt nach vorne
gegangen. Nicht, weil es plötzlich digitale Dienste wie Zoom gibt (die
existierten auch vorher schon), sondern weil die Menschen sie nun auch
nutzen. Denke man über Fortschritt nach, käme der in den seltensten
Fällen durch eine neue Software oder Hardware, sagt Lobo, sondern
dadurch, dass Menschen ihr Verhalten änderten.
Allein durch den Zwang, das während der Pandemie tatsächlich tun zu
müssen, habe man ausgeweitet, was in Zukunft auch geht und gehen müsse,
so Lobo. Ein Vorgesetzter zum Beispiel werde nach der Pandemie nicht
mehr sagen können: Während Corona ging das Arbeiten von zu Hause – aber
jetzt, da dein Kind krank ist, geht es plötzlich nicht mehr.
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an deutschen 5G-Netzen mitbauen zu lassen – oder vollkommen
verantwortungslos, weil es die IT-Sicherheit unserer Mobilfunknetze
gefährdet?
Über diese Frage wurde 2019 in Deutschland viel gestritten – und noch
immer ringt die Regierungskoalition um eine gemeinsame Position. Weil es
eben nicht nur darum geht, wer besonders schnell und günstig die
Hardware für den neuen Mobilfunkstandard zur Verfügung stellen kann –
sondern auch um deutsche Handelsbeziehungen zu China und inwiefern man
die USA verärgern möchte, die sich in dieser Frage aktiv in europäische
Entscheidungen einzumischen versucht.
"Huawei ist ein besonderer Akteur in diesem Markt", sagt Janka Oertel in
einer neuen Folge des ZEIT-ONLINE-Digitalpodcasts "Wird das was?". Sie
ist Sinologin und Direktorin für das Asien-Programm am European Council
on Foreign Relations. Sie sieht Belege dafür, dass im Zusammenhang mit
dem chinesischen Hardwarehersteller staatliches Handeln nicht immer von
Unternehmenshandeln zu trennen ist und sagt, es sei "eine Illusion",
dass auf private Unternehmen in China kein staatlicher Einfluss ausgeübt
werde."
Die Folge mit Janka Oertel haben wir vor Weihnachten aufgezeichnet.
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tun es trotzdem. Das ist rational, verdrängt aber das Problem, sagt der
Philosoph Ludger Heidbrink.
Flugscham ist spätestens seit diesem Jahr ein fester Begriff bei allen,
die peinlich berührt zugeben müssen, dass sie trotz der Klimakrise schon
wieder in den Flieger steigen. Viele Menschen plagt aber auch
Digitalscham: dieses zerknirschte Gefühl, die Weihnachtsgeschenke doch
schon wieder bei Amazon bestellt zu haben, obwohl man doch um die
Berichte über die Arbeitsbedingungen in den Logistikzentren weiß.
Oder aber, weil man erneut Essen, Taxi oder andere Dienstleistungen im
Internet geordert hat – obwohl die damit verbundenen Probleme von
Arbeitnehmerrechten bis zur Nachhaltigkeit auch hier auf der Hand
liegen. Warum aber tun wir es trotzdem? Wie berechtigt sind die
Schamgefühle – und was bringen sie überhaupt?
Wir sind "Virtuosen der Verantwortungsabwehr", sagt Ludger Heidbrink,
Professor für praktische Philosophie an der Universität Kiel. Im
Gespräch mit ZEIT ONLINE seziert er, warum es durchaus rational sein
kann, online einzukaufen, mit welchen Tricks und Verrenkungen wir unser
moralisches Gewissen trotzdem beruhigen und was besser wäre als ein
Boykott digitaler Anbieter.
Digital konsumieren, blöd fühlen und dann trotzdem weitershoppen – dazu
komme es auch, wenn Konsumentinnen und Konsumenten eben nur das Gefühl
der Scham hätten, aber ihre Schuld an den Zuständen und Auswirkungen,
die ihnen da so unangenehm sind, nicht anerkennen würden. Anlass zur
Resignation ist das aber nicht: Heidbrink betont, dass die
Konsumentinnen und Konsumenten gerade im Digitalen stärker Einfluss auf
die Geschäftspraktiken der Unternehmen nehmen können. Eine solche Rolle
als demokratische Konsumentinnen und Konsumenten müsse allerdings noch
gelernt werden.
Sie erreichen uns per Mail unter wirddaswas@zeit.de. Die nächste Folge
erscheint am 16. Januar.
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Publizistikprofessor Martin Emmer im Digitalpodcast. Dennoch könnte sie
die Gesellschaft spalten.
Spätestens seit dem amerikanischen Wahlkampf 2016 stehen Fake-News im
Verdacht, Bürgerinnen und Bürger, Meinungen und politische Diskurse zu
beeinflussen. Aber ist das so? Können uns falsche Informationen
manipulieren? Und wo zieht man die Grenze zwischen einer Fake-News und
einer überspitzten Meldung, die aber noch einen wahren Kern enthält?
Welche Rolle spielen Messenger wie WhatsApp oder Signal bei der
Verbreitung von Desinformation? Wie können wir Nutzerinnen und Nutzer
der Fake-News-Falle entkommen? Kann man von jeder und jedem verlangen,
ständig Fakten zu checken?
Martin Emmer ist Professor für Publizistik- und
Kommunikationswissenschaften an der Freien Universität in Berlin und
Gründungsdirektor des vom Bundesforschungsministerium geförderten
Weizenbaum-Instituts für die vernetzte Gesellschaft. Er forscht unter
anderem zu Hass im Netz und zu Propaganda in den sozialen Medien.
Menschen läsen etwas und glaubten es dann einfach – das sei die
klassische Vorstellung von Medienwirkung, sagt Emmer im
ZEIT-ONLINE-Digitalpodcast Wird das was?. Die öffentliche Debatte sei in
dieser Hinsicht sehr hysterisch. Tatsächlich lehnen wir Botschaften
häufig ab, die nicht unserer Meinung entsprechen. Im Digitalpodcast
erklärt Emmer, warum falsche Informationen in Messengern wie WhatsApp
oder Signal ein Problem darstellen, wieso Plattformen nicht das Problem
sind, man ihnen aber trotzdem nicht die Verantwortung überlassen sollte
– und warum er nicht immer zu einem Faktencheck raten würde.
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Menschen kennenlernen können, drastisch verändert. Wandelt sich durch
solche Datingportale aber auch die Art und Weise, wie wir intime
Beziehungen angehen? Wandeln sich gar die Beziehungen selbst? Vermischen
sich gesellschaftliche Schichten stärker? Wird die Liebe durch die
Portale endgültig ökonomisiert – oder war sie das schon immer?
Diese Fragen beantwortet Thorsten Peetz in einer neuen Folge des
Digitalpodcasts. Er ist Soziologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter im
Arbeitsbereich Soziologische Theorie der Universität Bremen. Eines der
Projekte, das er dort leitet, heißt “Intime Bewertungen. Liebe im
Zeitalter von Tinder”. Im Digitalpodcast erklärt Peetz, warum
Onlinedating nicht oberflächlicher als das analoge Kennenlernen ist,
weshalb der Zufall durch die Portale transformiert wird, welches
emanzipatorische Potenzial hinter den Plattformen steckt, wieso die
Ökonomisierung der Liebe kein neues Phänomen ist – und was es mit der
Gründungsgeschichte einer Beziehung macht, wenn man den Lebenspartner
auf dem Klo gewischt hat.
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Über Wird das was?
Der Digitalpodcast von ZEIT ONLINE. “Wird das was?“ – diese Frage stellen wir sterblichen Nutzerinnen und Nutzer uns oft bei Digitalprojekten. Braucht irgendwer wirklich Blockchain? Wird sich das „Smart Home“ nach all den Jahren doch noch durchsetzen? Und wie intelligent ist eigentlich die so genannte künstliche Intelligenz, von der jetzt alle reden? Über solche Fragen sprechen Redakteurinnen und Redakteure von ZEIT ONLINE mit führenden Expertinnen und Experten.
Der Podcast wird produziert von Pool Artists.
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