Um die mündliche Ergänzungsprüfung (MEP) inkl. Erklärung, Benotung, Inhalte und Vorbereitung geht es in der einhundertsiebenundneunzigsten Episode des IT-Berufe-Podcasts.
Die mündliche Ergänzungsprüfung (MEP) ist die letzte Möglichkeit, wenn du in einer schriftlichen Prüfung aus Teil 2 der Abschlussprüfung durchgefallen bist und dadurch das Bestehen noch retten kannst. Sie ist nur für einen einzigen schriftlichen Prüfungsbereich in AP2 möglich, dauert etwa 15 Minuten und wird im Verhältnis 2:1 mit dem bisherigen Ergebnis verrechnet, weshalb sie eine schlechte Note nur begrenzt ausgleichen kann. Wichtig ist vor allem: Kläre Ablauf, Antrag und Termin direkt mit deiner IHK und bereite dich inhaltlich wie auf die betroffene schriftliche Prüfung vor, aber mit Fokus auf mündliches Erklären.
Inhalt
Mündliche Ergänzungsprüfung in den IT-Berufen
Ich fasse hier die Regeln zur mündlichen Ergänzungsprüfung (MEP) nach der seit 2020 geltenden Berufsverordnung zusammen. Die MEP betrifft nur Prüflinge, die in einem schriftlichen Prüfungsbereich von Teil 2 der Abschlussprüfung durchgefallen sind und die Prüfung dadurch eventuell noch bestehen können.
Wofür die MEP gedacht ist
Die MEP ist dafür da, eine nicht bestandene schriftliche Prüfung in Teil 2 auszugleichen. Sie ist nicht dafür da, einfach eine Note zu verbessern.
Wichtig dabei:
AP1 kann nicht durch eine MEP ausgeglichen werden.
Auch das Projekt in AP2 kann nicht durch eine MEP ausgeglichen werden.
Die MEP ist nur für die drei schriftlichen Prüfungsbereiche von AP2 möglich:
die zwei berufsspezifischen schriftlichen Prüfungen
Wirtschafts- und Sozialkunde (WISO)
Wann die Abschlussprüfung bestanden ist
Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind (siehe Gewichtung der Prüfungsbereiche und Anforderungen für das Bestehen der Abschlussprüfung):
Gesamtergebnis von Teil 1 und Teil 2 mindestens ausreichend
Ergebnis von Teil 2 mindestens ausreichend
In mindestens drei Prüfungsbereichen von Teil 2 mindestens ausreichend
In keinem Prüfungsbereich von Teil 2 ungenügend
Für AP2 heißt das praktisch:
Du hast vier Prüfungsbereiche in AP2:
Projekt
schriftlicher Bereich 1
schriftlicher Bereich 2
WISO
In mindestens drei von diesen vier Bereichen musst du mindestens eine 4 haben.
Wenn das Projekt bestanden ist, darfst du in den drei schriftlichen Prüfungen höchstens einmal durchfallen.
Das bedeutet:
Eine 5 in einer schriftlichen Prüfung kann noch okay sein.
Zwei 5en in den schriftlichen Prüfungen reichen nicht mehr.
Eine 6 in einem Prüfungsbereich von Teil 2 ist ebenfalls nicht erlaubt.
Wann du in eine MEP musst
Eine MEP wird relevant, wenn du durch eine schriftliche Prüfung in AP2 das Bestehen verfehlst (siehe Mündliche Ergänzungsprüfung).
Typische Fälle:
zwei 5en in den schriftlichen Prüfungen → eine davon muss ausgeglichen werden
eine 6 → diese muss mindestens so verbessert werden, dass sie nicht als 6 stehen bleibt
Dabei gilt aber immer:
Du musst mit der MEP überhaupt noch rechnerisch bestehen können.
Wenn das nicht mehr möglich ist, gibt es keine MEP.
Wer die MEP beantragen muss
Rein rechtlich gilt:
Der Prüfling beantragt die MEP selbst.
In der Praxis kann es sein, dass die IHK das automatisch anstößt. Verlassen solltest du dich darauf aber nicht. Wenn deine Noten knapp oder kritisch sind, solltest du direkt bei deiner IHK nachfragen, wie das bei dir geregelt ist.
In welchen Prüfungsbereichen die MEP möglich ist
Die MEP ist nur in einem einzigen schriftlichen Prüfungsbereich möglich.
Voraussetzungen:
der Bereich muss zu den schriftlichen Prüfungen von AP2 gehören
du musst dort schlechter als ausreichend sein, also unter 50 Punkten
die MEP muss für das Bestehen der Abschlussprüfung überhaupt noch etwas ändern können
Nicht möglich ist:
MEP im Projekt
MEP in mehreren Prüfungsbereichen
MEP zur reinen Notenverbesserung
Wie die MEP bewertet wird
Die MEP dauert in der Regel 15 Minuten.
Das Ergebnis wird zusammen mit der bisherigen schriftlichen Note im Verhältnis 2:1 verrechnet:
schriftliches Ergebnis zählt zweifach
Ergebnis der MEP zählt einfach
Das neue Ergebnis im Prüfungsbereich wird also so berechnet:
(schriftlich × 2 + MEP) / 3
Was diese Gewichtung praktisch bedeutet
Die MEP hat nur begrenzte Hebelwirkung.
Beispiele:
Bei 40 Punkten in der schriftlichen Prüfung brauchst du 70 Punkte in der MEP, um auf 50 Punkte insgesamt zu kommen.
Bei 30 Punkten brauchst du 90 Punkte in der MEP, um noch auf 50 Punkte zu kommen.
Bei 25 Punkten brauchst du sogar 100 Punkte in der MEP, um auf 50 Punkte zu kommen.
Ab 24 Punkten oder weniger kannst du rechnerisch in diesem Prüfungsbereich nicht mehr auf 50 Punkte kommen.
Deshalb ist das Ziel bei einer sehr schlechten 6 oft nicht mehr, diesen Bereich noch auf eine 4 zu bringen, sondern die 6 wenigstens auf eine 5 zu heben, damit die Prüfung insgesamt vielleicht noch bestanden werden kann.
Wie der Ablauf organisiert ist
Dazu gibt es keine einheitliche Vorgabe in der Berufsverordnung. Deshalb ist der Ablauf von IHK zu IHK unterschiedlich.
Möglich ist zum Beispiel:
MEP direkt am Tag der mündlichen Prüfung
separater zusätzlicher Termin
rein mündliches Fachgespräch
kurze Vorbereitung auf Aufgaben
Aufgaben an Tafel oder Papier mit anschließendem Gespräch
Entscheidend ist:
Es muss eine mündliche Prüfung sein.
Sie soll etwa 15 Minuten dauern.
Alles Weitere kann je nach IHK und sogar je nach Prüfungsausschuss unterschiedlich sein.
Deshalb ist der wichtigste praktische Hinweis:
Frag direkt bei deiner IHK nach.
Verlass dich nicht auf Berichte aus dem Internet oder auf Erfahrungen von anderen Prüflingen.
Welche Inhalte in der MEP drankommen können
Die Fragen müssen zu dem Prüfungsbereich passen, in dem du durchgefallen bist.
Beispiele:
bei WISO etwa Themen wie Arbeitsrecht, Tarifverhandlungen oder Jugendarbeitsschutz
bei einer fachlichen Prüfung etwa SQL, Pseudocode, UML oder andere Inhalte des jeweiligen Prüfungsbereichs
Früher konnte der Themenbereich enger eingegrenzt werden. Das ist heute nicht mehr so. Maßgeblich ist jetzt der gesamte Prüfungsbereich, in dem du durchgefallen bist.
Das bedeutet:
Du musst dich breit auf alle Themen dieses Bereichs vorbereiten.
Du kannst nicht davon ausgehen, dass nur ein einzelnes Lieblingsthema gefragt wird.
Wie du dich vorbereiten kannst
Die inhaltliche Vorbereitung ist im Grunde dieselbe wie für die schriftliche Prüfung, in der du durchgefallen bist.
Sinnvoll ist dabei:
alte Prüfungen durcharbeiten
typische Themen des Prüfungsbereichs sammeln
Antworten mündlich formulieren und erklären üben
mit einer anderen Person üben, zum Beispiel mit dein:e Ausbilder:in, Lehrkraft oder einer erfahrenen Person
Wichtig ist der Unterschied zur schriftlichen Prüfung:
In der MEP musst du die Inhalte mündlich verständlich erklären können.
Du solltest also nicht nur Aufgaben lösen, sondern auch üben, wie du Begriffe, Abläufe und Zusammenhänge in Worten erklärst.
Einschätzung zur MEP
Die MEP ist keine einfache Notenrettung, weil die 2:1-Gewichtung rechnerisch viel verlangt. Trotzdem kann sie eine echte Chance sein, wenn das Bestehen noch möglich ist.
Dabei gilt:
Die Prüfenden wollen in der Regel nicht, dass du scheiterst.
In einer mündlichen Prüfung gibt es oft mehr Möglichkeiten, durch Nachfragen und Umschreibungen noch zu zeigen, was du kannst.
Trotzdem bleibt die MEP deine letzte Chance, deshalb solltest du dich gezielt vorbereiten.
Wichtigstes Fazit
Die MEP betrifft nur schriftliche Prüfungsbereiche von AP2.
Sie ist nur möglich, wenn du in einem Bereich unter 50 Punkten liegst und damit das Bestehen noch retten kannst.
Sie dauert etwa 15 Minuten.
Die Bewertung erfolgt im Verhältnis 2:1 zugunsten der bisherigen schriftlichen Note.
Der genaue Ablauf ist nicht einheitlich geregelt und hängt von deiner IHK ab.
Wenn deine Noten kritisch sind, solltest du sofort selbst bei deiner IHK nachfragen, wie es weitergeht und ob du etwas beantragen musst.
Für die Vorbereitung solltest du die Themen der betroffenen schriftlichen Prüfung wiederholen und vor allem das mündliche Erklären trainieren.
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[0:21] Hallo und herzlich willkommen zur 197. Episode des IT-Brufe-Podcasts. Mein Name ist Stefan Macke und heute geht es um ein Thema, das ich vor langer, langer, langer Zeit schon mal im Podcast besprochen habe. Allerdings noch auf Basis der alten Berufsverordnung. Und die wurde ja 2020 komplett über den Haufen geworfen. Deswegen ist es dringend Zeit, das mal zu aktualisieren. Und zwar geht es heute um die mündliche Ergänzungsprüfung, die MEP. Was ist das? Warum braucht man das? Wann muss ich da rein? Wie wird die bewertet? Wie breite ich mich vor? Das soll heute das Thema sein. Die mündliche Ergänzungsprüfung betrifft vor allem die Prüflinge oder nicht nur vor allem, also nur die Prüflinge, die durch einen Teil, nee, nein, sorry, durch einen Bereich von Teil 2 der Prüfung durchgefallen sind. So, wir müssen aber genau auf die Begriffe hier achten.
[1:10] Die Abschlussprüfung besteht ja aus zwei Teilen, der AP1 und der AP2. Und diese Teile haben jeweils Prüfungsbereiche. Die AP1 hat nur einen Bereich, nämlich die schriftliche Prüfung, aber die AP2 hat mehrere Bereiche. Und zwar einmal das Projekt, das Abschlussprojekt, was man machen muss, was natürlich auch den größten Anteil an der Note hat. Und dann gibt es aber noch drei weitere Prüfungsteile in AP2. Und zwar die zwei berufsspezifischen Prüfungen. Für Armungsentwickler ist das zum Beispiel Entwickeln und Analysieren und Entwickeln von Algorithmen, heißt das, glaube ich. Und das andere Plan eines Softwareprodukts. Und für die anderen IT-Berufe heißen die halt irgendwie anders. Die weiß ich jetzt leider nicht alle auswendig. Und da gibt es auch den dritten Teil und das ist Wieso. Wirtschaft und Soziales, der ist ja für alle Berufe, nicht nur für IT-Berufe, sondern sogar für alle Berufe identisch. Und diese drei Prüfungsbereiche plus das Projekt, das sind die vier Prüfungsbereiche in AP2.
[2:03] Und wenn man durch diese schriftlichen Prüfungen, beziehungsweise eine davon oder auch zwei oder noch mehr, durchfällt, dann muss man eventuell in eine mündliche Ergänzungsprüfung, um diese schlechte Note auszugleichen. Darum geht es im Prinzip. Und was da jetzt genau die Voraussetzungen sind und wie so eine Prüfung abläuft, wenn man sich vorbereitet, das soll heute einmal das Thema sein. Es geht also darum, wenn ich eine schlechte Note habe, wenn ich irgendwo durchgefallen bin in einem der Prüfungsbereiche von AP Teil 2, wie läuft das denn ab und was mache ich da? Kurz schon mal vorweg, die AP 1, da kann man nicht durchfallen. Die AP 1, wenn du da eine schlechte Note hast, ja, dann hast du leider Pech gehabt, die kannst du nicht wiederholen. Das heißt, egal ob du eine 6 sogar hast, vielleicht auch in AP 1, du kannst trotzdem deine Prüfung insgesamt bestehen und du hast auch keine Chance, die Note wieder auszugleichen. Wenn du eine 6 hast, dann steht die da. Und auch wenn du am Ende bestanden hast, steht die 6 trotzdem auf dem Säugnis. Deswegen kann ich hier nochmal dafür ganz wichtig plädieren. Bereite dich gut auf die AP1 vor. Diese Note kriegst du nie wieder ausgeglichen, wenn die schlecht ist. Außer du wiederholst die komplette Prüfung nochmal, also deine ganze Ausbildung. Und das willst du sicherlich nicht.
[3:12] Also AP1, da sind wir komplett raus. Egal wie schlecht die Note, da kannst und musst und darfst du nichts wiederholen. Wir reden hier nur über die schriftliche Prüfung von Teil 2. Das Projekt, wenn du da durchfällst, hast du auch ein Problem. Da muss man nochmal in einer gesonderten Episode vielleicht drüber reden. Da gibt es auch keine Ergänzungsprüfung, sondern es geht hier nur um die drei Prüfungsbereiche, die schriftlichen Prüfungen von Teil 2, also die beiden berufsspezifischen und Wieso.
[3:38] So, dann würde ich sagen, werfen wir doch mal einen Blick in unsere Berufsverordnung und schauen einfach mal, wann man überhaupt die Prüfung besteht und was dafür nötig ist und kommen dann irgendwie darüber zur mündlichen Ergänzungsprüfung. Da schauen wir einfach mal in die FI aus PF, also die Verordnung über die Berufsausbildung zum Fachinformatiker und zur Fachinformatikerin, die FI aus PF. Die gleichen Sachen, die ich jetzt erzähle, gelten für alle IT-Berufe. Also wenn ich jetzt für die Fachinformatiker das sage, gibt es natürlich genauso eine Berufsverordnung für die anderen IT-Berufe, die Kaufmännischen und den Systemelektroniker und so weiter, sind exakt identisch aufgebaut, wörtlich eins zu eins identisch, bis auf eine Kleinigkeit. Und das ist auch der Grund, warum es tatsächlich für alle vier Fachinformatiker.
[4:23] Jeweils einzelne Paragrafen für das Bestehen der Prüfung und die Münchner Gänzungsprüfung gibt. Denn der einzige Unterschied ist, dass diese Prüfungsdienstechnik Bereiche ja etwas anders heißen. Ich habe es ja gerade schon gesagt, für Amix und Mikla, Bereich 1 und 2 der schriftlichen Prüfung ist halt Algorithmik und Plan eines Softwareprodukts und für die anderen IT-Berufe heißen die halt anders. Und deswegen muss man diese Paragrafen, die ich jetzt vorlese, siebenmal doppelt und dreifach definieren, weil ja diese kleine Geschichte sich ändert, also einfach der Name der Prüfung.
[4:52] Und des Prüfungsbereichs. Und für IT-Systemelektroniker kommt noch dazu, dass es ein Sperrfach gibt, aber das ist eine andere Geschichte, das gibt es für die anderen Archieberufe nicht. Worum es jetzt heute hier geht ist, wann bestehe ich die Prüfung und wann muss ich in der MEP. Und die Idee ist für alle IT-Berufe identisch, auch wenn sie in unterschiedlichen Paragrafen definiert sind. Ich fange einfach mal an mit dem Anwendungsentwickler, weil der steht einfach ganz vorne, das sind die ersten Paragrafen. Das heißt, wenn du in die VIE aus Pf in Paragraf 16 schaust, dann gibt es da die Gewichtung der Prüfungsbereiche und Anforderungen für das Bestehen der Abschlussprüfung. Und für die anderen drei Fachrichtungen gibt es die auch, bloß halt ein paar Paragrafen später und du wirst sehen, die sehen eins zu eins identisch aus. Und wenn du einen ganz anderen IT-Beruf machst, dann guckst du halt in deine Ausbildungsverordnung und wirst das sicherlich auch finden, ob es jetzt Paragraf 16 ist oder 17 oder 23. Das wirst du wohl herausfinden, ja. Also es gibt einen Paragrafen, der sagt, wie sind die Prüfungsbereiche zu gewichten und wann besteht man die. Und für die Anwendungsentwicklung ist das halt in Paragraf 16 definiert. Und hier wird auch nochmal einmal darauf hingewiesen, dass es diese zwei Prüfungsteile gibt mit jeweils unterschiedlichen Bereichen. Und jetzt gucken wir uns den Absatz 2 an. Und da steht drin, die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn die Prüfungsleistungen, Achtung, auch unter Berücksichtigung einer mündlichen Ergänzungsprüfung nach § 17, da werden wir dann ja gleich darauf eingehen, wie folgt bewertet worden sind. Also alles, was jetzt kommt, musst du immer so verstehen, dass du eventuell auch noch eine MEP einschiebst, um eine deiner Noten zum Beispiel höher zu ziehen, auszugleichen, wie auch immer. Aber grundsätzlich bestehst du die Prüfung, wenn.
[6:20] Du im Gesamtergebnis von Teil 1 und 2 mindestens ausreichend hast. Das heißt, du nimmst das Gesamtergebnis von Teil 1 und von Teil 2, rechnest das zusammen und guckst, dass du da über 50% kommst. Bist du mal so größer gleich 50, ne? Ab 50% hast du bestanden. Gesamtergebnis von beiden 50%. Dann Punkt Nummer 2, im Ergebnis von Teil 2 mit mindestens ausreichend. Das heißt, hier wird nochmal explizit gesagt, in Teil 2 musst du eine 4 haben, 50%. Teil 1 irrelevant. Du kannst in Teil 1 eine 6, eine 5 haben, völlig egal, solange du im Gesamtergebnis über 50% kommst, alles gut. Aber in Teil 2 musst du insgesamt alleine auf ausreichend kommen, auf 50%. Da kannst du nicht einzeln durchfallen und dann trotzdem die Prüfung bestehen, das geht nicht.
[7:06] Also Gesamtergebnis Teil 1 und 2 zusammen 4, Teil 2 alleine auch mindestens 4. Und jetzt kommt der wichtige Punkt für die MEP, in mindestens drei Prüfungsbereichen von Teil 2 mit mindestens ausreichend. Das heißt, wir gucken nochmal, welche Prüfungsbereiche gibt es. Wir haben deine beiden fachspezifischen schriftlichen Prüfungen, die Wieso-Prüfung als dritte schriftliche Prüfung und wir haben das Projekt. Das Projekt ist auch Bereich von Teil 2. Das heißt, du musst in all diesen vier Prüfungsbereichen in mindestens dreien davon eine 4 haben, also 50%. Und diese Ergänzungsprüfung kann man aber jetzt ja nur für die schriftlichen Prüfungen machen und nicht fürs Projekt. Deswegen gucken wir uns im weiteren Fall jetzt einfach mal nur diese drei Bereiche an. Und weil ja drei von vier bestanden sein müssen und wenn wir das Projekt jetzt ausklammern, musst du in mindestens zwei der drei schriftlichen Prüfungen durch sein. Ausreichend haben, 50%. Geh mal davon aus, dass du das Projekt auf jeden Fall bestehen musst und wenn du dann noch drei schriftliche Prüfungen hast, musst du in zwei davon mindestens eine vier haben. Anders formuliert heißt das, du kannst in einer schriftlichen Prüfung durchfallen, aber das war’s. Also zwei Fünfen, du bist raus.
[8:20] Und jetzt kommt Punkt Nummer 4 hier noch. In keinem Prüfungsbereich von Teil 2 darfst du ungenügend haben. Das wäre die 6. Also wir drehen das jetzt mal um und machen das ganz konkret. Wenn du in den drei schriftlichen Abschlussprüfungen von Teil 2 eine 6 hast oder zwei 5, dann bist du raus. Dann bestehst du deine Prüfung nicht und musst wiederholen.
[8:42] Andersherum heißt das, wenn du eine 5 hast, kannst du noch bestehen. Das ist völlig in Ordnung, solange die anderen Sachen eingehalten sind. Also wenn du eine 5 hast, mit den gesamten anderen Noten aus Teil 2, aber insgesamt auf 50% kommst, auf eine 4, ist das völlig okay. Und das ist ja relativ einfach, sagen wir einfach mal. Wenn wir mal gucken, die zählen ungefähr, ne, die zählen ungefähr alle gleich, die drei schriftlichen Prüfungen zählen alle 10% der Note. Das heißt, machen wir es mal ganz konkret. Du hast in Wieso 60 Prozent und in deiner ersten schriftlichen Prüfung, die berufsspezifisch ist, 50 Prozent. Und in deiner zweiten hast du leider nur 40 Prozent. Dann hast du trotzdem bestanden, weil 40 plus 60 plus 50 sind 150. Geteilt durch drei sind 50 Prozent. Das heißt, du hast insgesamt in Teil zwei eine Vier, ein Ausreichend, hast damit bestanden. Auch wenn du eine Fünf hast, diese 40 Prozent, die kannst du quasi ausgleichen durch die 60 Prozent in der anderen Prüfung. aufaddiert, geteilt durch 3. Wenn du dann auf 50% kommst, dann hast du bestanden. So, das ist jetzt auf der Audiospur schwer zu erklären mit der ganzen Rechnerei und das ist schwer zu folgen. Deswegen guck dir einfach die Online-Rechner an. Da gibt es einen Haufen von verschiedenen Websites, die solche Online-Prüfungsrechner für die IT-Berufe haben. Es gibt übrigens auch in Anführungszeichen offizielle Rechner von der IHK. Von einer der IHK, besser gesagt.
[9:58] Verlinke ich auch in den Shownotes zu dieser Episode. Das ist einfach eine Excel-Datei. Kannst du dir runterladen und da ist dann quasi die offizielle Berechnung, kannst dir auch angucken, wie das gerundet wird und so weiter. Manchmal kommt es ja wirklich auf die Nachkommastelle an, auf ein halbes Prozent, ob das dann auf- oder abgerundet wird, um die Prüfung zu bestehen. Von daher zieh dir einfach die Excel-Datei, trag dir mal deine Daten ein und dann weißt du, ob du bestehst oder nicht. Damit rechnet auch deine IHK.
[10:21] Gut, also wir fassen nochmal zusammen. Hast du eine 5, kannst du bestehen. Hast du zwei Fünfen oder eine 6 in den schriftlichen Prüfungen, dann bist du auf jeden Fall raus. So und jetzt kommen wir nochmal zurück zum Einleitungssatz von Absatz 2 in der Vorrufsordnung. Auch unter Berücksichtigung einer mündlichen Ergänzungsprüfung. Das heißt, wenn du jetzt zwei Fünfen hast oder eine 6, dann kannst du trotzdem noch bestehen, indem du diese Note durch die Ergänzungsprüfung ausgleichst. Darum geht es. Das heißt, bei zwei Fünfen müsstest du mit der Ergänzungsprüfung eine Fünf loswerden, also die auf eine Vier heben. Bei einer Sechs müsstest du mit einer MEP mindestens die Sechs auf die Fünf heben, damit du bestehst. Weil mit einer Fünf ist ja okay, kannst du bestehen, aber die Sechs darf halt nicht stehen bleiben. Das heißt, wann musst du in eine Ergänzungsprüfung? Ganz einfache Kiste. Hast du zwei Fünfen, musst du eine davon ausgleichen. Hast du eine Sechs, musst du die auf jeden Fall ausgleichen. Ja, und wenn du natürlich noch eine Sechs und eine Fünf hast, Ist ja gut, dann wird es irgendwann schwierig. Also du musst diese anderen Vorgaben einhalten. Insgesamt 50 Prozent in allen Prüfungsbereichen von Teil 2. Und wenn du das hinkriegst, dann hast du die Prüfung bestanden. Und ich sage mal schon so, eine 6 auszugleichen auf eine 4, auf 50 Prozent ist schon extrem schwierig. Wir machen mal ein kurzes Brechenbeispiel. Das werde ich gleich dann auch mal an ein, zwei Beispielen wiederholen.
[11:40] Wir haben nämlich noch gar nicht den Paragrafen uns angeschaut zur Münchner Ergänzungsprüfung, wie das berechnet wird. Aber ich spoiler schon mal so ein bisschen, wenn du eine 6 hast, also zum Beispiel 30 Prozent in einem Prüfungsteil, dann musst du tatsächlich 90 Prozent in der Ergänzungsprüfung holen, um diese 6 auf eine 4 hochzuziehen. Das ist also schon heftig. Ich meine, wenn du eine 6 hast, das ist ja, wie soll ich das sagen, da hast du echt nicht viel gewusst. Und es ist jetzt relativ unrealistisch, dann in der Ergänzungsprüfung zum gleichen Thema auf einmal 90%, also eine sehr gute 2 zu holen, um dann insgesamt auf eine 4 zu kommen. Also das ist schon unrealistisch. Deswegen geht es wahrscheinlich bei einer 6 eher darum, dass du die 6 auf eine 5 hebst, um dann halt damit deine Prüfung zu bestehen. Das ist zwar kein guter Abschluss, in Anführungszeichen, aber das Ding auf eine 4 zu heben ist in den meisten Fällen utopisch. Und das mit den 90% funktioniert ja nur, wenn du exakt 30% hast, wenn du weniger hast. Und ja, ich nehme das jetzt hier Anfang 2026 auf. Wir haben gerade die schriftlichen Prüfungen korrigiert letzte Woche. Da waren einige Sechsen leider dabei in einem schriftlichen Teil. Und das sind dann manchmal 15 Punkte, 16 Punkte. Da ist es dann rein rechnerisch schon gar nicht mehr möglich, auf eine 4 zu kommen überhaupt.
[12:54] Das heißt, das funktioniert bis, ja, müsste ich jetzt mal im Kopf rechnen, ich glaube bis 25 Punkten. Wenn du 25 Punkte hast, also eine dicke 6, und dann 100% in die Ergänzungsprüfung holst, dann kommst du auf die 50%, aber das ist ja unrealistisch, schon 25 auf 100, ganz ehrlich. Also von daher, da geht es dann meistens darum, auf eine 5 zu kommen, um gerade so mit einem Auge durch die Prüfung zu kommen quasi. Und wenn du zwei 5 hast, dann musst du aber wirklich eine davon auf eine 4 heben, weil du darfst das halt nur eine 5 haben. So, das ist jetzt mal zur Einleitung mit ein bisschen Beispielen und Rechnerei und jetzt gucken wir uns mal die Paragraphen zur Ergänzungsprüfung an, was da so drin steht.
[13:34] So, in der Vieh-Ausbüffe ist direkt der nächste Paragraf, der Paragraf 17 der zur mündlichen Ergänzungsprüfung. Und der geht los mit dem ersten Absatz. Der Prüfling kann in einem Prüfungsbereich eine mündliche Ergänzungsprüfung beantragen. Das heißt, erster Punkt, der Prüfling ist selbst dafür verantwortlich, diese MEP zu beantragen. Man kriegt die nicht automatisch. So steht es im Gesetz. Wie es in der Realität läuft, ist natürlich eine andere Frage. Die meisten IHK werden automatisch, wenn man ein schlechtes Ergebnis hat, eine MEP ansetzen, weil die Leute wollen ja durch die Prüfung kommen und wenn das jetzt jeder einzeln beantragen müsste und die Leute vergessen das, dann sind sie durchgefallen, müssen ein halbes Jahr. Also die meisten IHK werden das wahrscheinlich von sich aus regeln, aber rein rechtlich müsstest du selbst diese Ergänzungsprüfung beantragen. Jetzt kommt Nummer zwei.
[14:20] Dem Antrag ist stattzugeben, wenn er für einen der folgenden Prüfungsbereiche gestellt worden ist. A. Und jetzt kommen die fachspezifischen Namen der Prüfung. Ich bin jetzt hier im Bereich Anwendungsentwicklung, also Planen eines Softwareprodukts. B. Entwicklung und Umsetzung von Algorithmen. Oder C. Wirtschaft und Sozialkunde. So, und hier würden jetzt halt in den anderen Paragraphen die Namen deiner jeweiligen Prüfungsteile stehen, wenn du nicht Anwendungsentwicklung wärst. Und hier siehst du schon, es muss also in einem der schriftlichen Prüfungen sein. Du kannst nicht das Projekt ausgleichen. Das ist nicht möglich. Projekt durch, dann bist du leider durch. Das ist so. Also da gibt es keine MEP. Nur in einer der drei schriftlichen Prüfungen kannst du eine MEP machen. Jetzt kommt Satz 2. Wenn der benannte Prüfungsbereich schlechter als mit ausreichend bewertet worden ist. Das heißt, auf Deutsch gesagt, du musst durchgefallen sein. Du musst unter 50 Prozent haben.
[15:12] Du kannst also mit einer MEP nicht deine Note aufbessern. Angenommen, du hast jetzt, weiß ich nicht, eine 4 oder eine 3 und willst aber eine 1. Das geht leider nicht. Also die MEP ist nur dafür da, deine Prüfung zu bestehen, wenn du eigentlich durchgefallen wärst. Du kannst sie nicht noch einfach mal munter beantragen, um deine Note hochzuziehen oder so, weil du Lust hast. Das funktioniert nicht. Es geht hier nur ums Bestehen oder nicht. Und Nummer drei, das ist auch nochmal wichtig, wenn die mündliche Ergänzungsprüfung für das Bestehen der Abschlussprüfung den Ausschlag geben kann. Auf Deutsch gesagt, du darfst nur eine MEP machen, wenn du danach auch die Prüfung bestehen kannst. Wenn du zum Beispiel schon drei Fünfen hast oder eine Fünf und eine Sechs oder so und es ist rein rechnerisch gar nicht mehr möglich, die Prüfung zu bestehen, dann wird dich auch keiner eine mündliche Ergänzungsprüfung machen lassen. Das ist ja vergebene Liebesmüh für dich und auch für den Prüfungsausschuss. Die prüfen dann irgendwas und am Ende bist du trotzdem durchgefallen. Also das wird nicht passieren. Das heißt, du darfst nur in einer der schriftlichen drei Prüfungen eine MEP beantragen, auch nur, wenn du da durchgefallen bist, also unter 50 Prozent hast, und auch nur, wenn du dann im Endergebnis noch bestehen kannst. Und wenn das nicht mehr möglich ist, gibt es auch keine MEP. Ganz einfach.
[16:19] So, jetzt kommt der nächste Punkt. Die mündliche Ergänzungsprüfung darf nur in einem einzigen Prüfungsbereich durchgeführt werden. Das heißt, wenn du durch drei Prüfungen durchfällst, kannst du nicht drei MEPs machen und bist dann trotzdem durch. Dann ist durchgefallen wirklich durchgefallen. Sondern du kannst eine einzige Ergänzungsprüfung machen, um eine 6 oder eine 5 hochzuziehen oder auszugleichen. Wenn du mehrere Probleme hast, dann kannst du dich schon auf einstellen, in einem halben Jahr nochmal die Prüfung zu machen. Da hast du keine Chance. Du kannst jetzt nicht nochmal drei MEPs machen, weil du alle 5 hast. Das funktioniert leider nicht. Eine einzige MEP ist möglich. Dann kommt Absatz 3, die mündliche Ergänzungsprüfung soll 15 Minuten dauern. Also quasi wie das Fachgespräch. Präsentation, Fachgespräch, MEP dauern alle 15 Minuten. Hier steht, soll 15 Minuten dauern.
[17:06] Kann auch mal 16 dauern oder 14, je nachdem, aber 15 ist das Richtmaß. Und dann kommt 4, bei der Ermittlung des Ergebnisses für den Prüfungsbereich sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 zu 1 zu gewichten. Was bedeutet das? Da sehen wir jetzt, dass so eine MEP gar nicht so viel Hebelwirkung hat, denn dein bisheriges Ergebnis wird mal 2 genommen und das Ergebnis der MEP wird mal 1 genommen und das wird dann geteilt durch 3 dein neues Ergebnis. Beispiel von eben, wenn du 40% geschrieben hast, also eine 5, dann wird das mal 2 genommen, also 80 und dann kommt deine Ergänzungsprüfung dazu, angenommen du hast da 50% geholt, dann wird gerechnet 80 plus die 50, das sind 130 und jetzt müssen wir aber nochmal durch 3 teilen, um auf eine Note zu kommen und 130 durch 3 sind leider weniger als 50, das heißt du bist im Endergebnis trotzdem durchgefallen. Wie können wir jetzt ausrechnen, was du haben musst, damit du bestehst? Bleiben wir bei den 40%. Die 40%, die du geschrieben hast, wird verdoppelt, also 80. Und jetzt kann man ja ein bisschen mathematisch überlegen. Wenn am Ende das Ding geteilt durch 3 gerechnet wird und du dann auf 50% kommen musst, dann wäre ja das Minimum, was du erreichen musst, durch zweimal altes Ergebnis plus einmal neues, 150. Weil 150 geteilt durch 3 ist 50%, dann hättest du bestanden.
[18:32] Jetzt können wir das also einfach ein bisschen umstellen und ein bisschen rechnen. Wenn du 40 Prozent hast, nimmst du das Ding mal 2, sind die 80. Und jetzt musst du eigentlich nur noch die Differenz bis 150 erreichen. Das wäre 150 minus 80 sind 70. Das heißt, wenn du 40 geschrieben hast, musst du 70 Prozent in der MEP holen, damit du insgesamt auf 50 Prozent und damit auf das Bestehen kommst. Und du siehst schon, das ist ganz schön viel. 40 ist, naja, eine mittlere 5, ziemlich genau die Mitte der 5. Und jetzt musst du aber 70 Prozent, also eine, naja, schlechte 3 in der MEP holen, um das auszugleichen. Und von 5 auf 3, ich meine, das sind zwei Noten dazwischen. Das ist jetzt also nicht so einfach. Man kann jetzt also nicht sagen, ja, ich mache mal eben eine MEP und dann rette ich mir den Arsch. Auf Deutsch gesagt, du musst da ganz schön viele Punkte holen aufgrund dieses Verhältnisses, aufgrund der Gewichtung. Und deswegen mein Beispiel von vorhin, wenn du eine 6 hast, 30 Prozent, 30 mal 2 sind 60, 150 minus 60. Sind 90%. Das heißt, du musst eine gute 2 holen, um eine 6 ausgleichen zu können.
[19:38] Wenn wir das jetzt mal umdrehen und ein bisschen rechnen, wenn wir mal 2 nehmen und wir fangen mit 25% an, weil du eine gute 6 hast mit 25%, die geht da bis 0, dann hast du 25 mal 2 sind 50 und 150 minus 50 sind 100. Das heißt, das wäre das Maximum, wenn du in einer MEP 100% holst, also perfekt die MEP machst, dann kannst du maximal 25 Punkte in einer Prüfung ausgleichen. Anders formuliert, ab 24 Punkten ist vorbei. Wenn du 24 Punkte oder schlechter in einem dieser drei schriftlichen Prüfungen hast, dann kannst du nicht mehr auf 50% in dieser Prüfung kommen. Es ist nicht mehr möglich. Rein rechnerisch geht das nicht.
[20:21] Und wie gesagt, ich habe jetzt gerade schon erzählt, wir haben ein paar mehr Prüfungen dieses Jahr, die unter 24 Punkten waren, auf jeden Fall. Und da kann es dann wirklich nur noch darum gehen, aus der 6 eine 5 zu machen. Alles andere ist nicht realistisch. Und dann kann man nur die Daumen drücken, dass nicht in dem anderen Prüfungsteil noch irgendwo eine 5 da steht, weil sonst ist es halt vorbei. Das heißt, wenn man eine 6 hat und in den anderen Teilen eine 4 oder besser, dann kriegt man es noch hin, indem man die auf eine 5 hebt. Aber ansonsten ist man mit einer 6 leider raus, weil du es rechnerisch einfach nicht ausgleichen kannst. Funktioniert nicht.
[20:52] Also, es ist nicht immer das Ziel, in einer mündlichen Ergänzungsprüfung für diesen Prüfungsbereich auf 50 Prozent zu kommen, also auf eine 4, sondern es geht meistens darum, wenn man wirklich schlechte Prüfungen hat, dass man insgesamt noch auf diese 50 Prozent für alle Prüfungsbereiche kommt und nur eine 5 da stehen hat. Das ist eigentlich das Ziel, was viele Prüflinge haben werden. Es geht hier also nicht darum, oh, ich mache nochmal eben die MEB und am Ende habe ich doch noch eine 1. Na, nee. Allein durch diesen letzten Satz, die Nummer 4 in dem Paragrafen hier, das Verhältnis 2 zu 1, ist es rechnerisch unmöglich, auf eine wirklich gute Note noch zu kommen mit der MEP. Es funktioniert einfach nicht. Also, wir fassen nochmal zusammen. Du musst die MEP selbst beantragen. In der Realität wird deine IHK das aber sehr wahrscheinlich automatisch für dich machen. Es darf nur in einem der schriftlichen Prüfungsteile passieren. Diese Prüfung muss schlechter als 4 sein, also ab 49 abwärts. Und du darfst auch nur die MEP machen, wenn du insgesamt noch bestehen kannst. Und wir haben ja gerade schon ein paar Beispiele gesehen, dass das teilweise recht schwierig ist. Also in dem Fall kannst du dich eigentlich davon verabschieden, wenn du zwei Fünfen hast und nicht mehr ausgleichen kannst oder so eine schlechte Sechs. Dann musst du leider die Prüfung wiederholen in einem halben Jahr. Das geht nicht anders. Die mögliche Ergänzungsprüfung dauert 15 Minuten und Gewichtung ist 2 zu 1. So ein paar Berechnungsbeispiele hatten wir jetzt. Dürfte die formale Geschichte, sag ich mal, klar sein. Und jetzt kommen wir zum nächsten Teil.
[22:15] Und zwar stellen sich natürlich viele Prüflinge, die in eine MEP müssen, die Frage, oh Gott, wie läuft das denn ab? Gibt es einen separaten Termin? Wird das einfach nach der Prüfung gemacht? Etc. Und da kann ich leider nur die Antwort geben. Kommt drauf an. Und worauf kommt es an? Naja, auf eine der 79 IHK, bei der du geprüft wirst, weil das ist nicht geregelt. Ich habe jetzt alles aus dem Gesetz, aus der Berufsverordnung vorgelesen zur MEP. Hier steht also nirgends mehr drin, es ist am Tag der möglichen Prüfung durchzuführen oder Sonstiges. Es gibt keine weiteren Vorgaben. Das heißt, es liegt jetzt einfach an deiner IHK, wann und wo und wie du geprüft wirst.
[22:52] Es soll eine mündliche Prüfung sein von 15 Minuten. Das ist der einzige Teil, der vorgegeben ist. In unserem Fall, ich kann es von mir berichten, von IHK Hollenburg, wir machen es so, dass wir die MEPen, das ist ja eingeschränkt auf eine einzige, man kann ja nur eine einzige MEP machen, wie gerade vorgelesen. Und deswegen machen wir die immer direkt am Prüfungstag, wo der Prüfling auch vor Ort ist. In unserem Fall, wir haben ein großes Einzugsgebiet, da fahren die Leute teilweise eine Stunde, teilweise anderthalb Stunden bis zur Prüfung. Und wenn man da jetzt noch einen zweiten Termin macht, wo man nur für 15 Minuten herfahren muss. Das ist sowohl für den Prüfling, allerdings auch für den Prüfungsausschuss extrem nervig, weil wir kommen auch nicht alle aus Oldenburg selber und fahren teilweise ich selber zum Beispiel auch über eine Stunde zur Prüfung. Und das ist ja alles Ehrenamt und Freizeit, beziehungsweise geht bei den meisten Leuten von der Arbeitszeit ab und die Arbeitgeber stellen frei. Das heißt, da wollen wir nicht nochmal für 15 Minuten für eine Person irgendwo hinfahren. Das ist einfach viel zu aufwendig. Deswegen machen wir das einfach am gleichen Tag. Ich weiß aber, dass es bei anderen IHKern durchaus einen separaten Termin nur für Ergänzungsprüfung gibt. Also kurz gesagt wieder mal, es kommt drauf an. Frag bei deiner IHK, wie es da geregelt ist. Einige IHKern schicken dann sogar Einladungen raus, wo drin steht, hier und da und dort ist die Ergänzungsprüfung.
[24:04] Das ist wirklich ganz, ganz unterschiedlich. Und bitte verlass dich da weder auf meine Aussagen noch auf irgendwas anderes im Internet oder bei Reddit oder sonst wo. Frag bei deiner IHK nach. Das ist das einzige Verlässliche für deine Prüfung. Niemand anderes aus dem Internet kann dir da weiterhelfen. Und selbst wenn du einen Prüfling hast, der bei deiner IHK geprüft wurde, vielleicht ist das inzwischen verändert worden. Vielleicht macht der eine Ausschuss das so und der andere Ausschuss das so. Wir haben zum Beispiel in Oldenburg drei verschiedene Ausschüsse, die arbeiten weder am gleichen Standort noch nach exakt den gleichen Vorgaben im gleichen Raum etc. Das heißt, es kann von Ausschuss zu Ausschuss sogar noch unterschiedlich sein. Also bitte, bitte, bitte, frag bei deiner IHK nach und verlass dich nicht auf irgendwas anderes, was du sonst wo gelesen hast. Außer auf der offiziellen Seite deiner IHK. Wenn du da was liest, kannst du davon ausgehen, dass das stimmt.
[24:50] Okay, also kurz gesagt, wann und wo die stattfindet, kommt darauf an. In unserem Fall ist es so, dass wir es einfach nach den restlichen Prüfungen am Tag der mündlichen Prüfung machen, also nach Präsentation im Fachgespräch. Dann geht in unserem Fall der Prüfung nochmal einmal raus. Wir überlegen uns Fragen für die mündliche Ergänzungsprüfung und dann kommt der Prüfung wieder rein und dann geht er bloß. Die letzte MEP, die ich hatte, war tatsächlich im Bereich WISO. Da haben wir uns einige alte WISO-Prüfungen geschnappt, haben ein paar Themenbereiche rausgesucht und haben darüber halt ein zweites Fachgespräch geführt, wenn man so will. Und das war dann unsere MEP. Auch das kann von IHK zu IHK und von Ausschuss zu Ausschuss komplett unterschiedlich sein. Ich habe schon gehört von Ausschüssen, die erstmal schriftliche Aufgaben dem Prüfling geben, die er in Ruhe vorbereiten kann und dann wird darüber ein Fachgespräch geführt. Ich habe schon gehört von Aufgaben, die man an einer Tafel lösen musste. Sowas wie formulieren Sie ein SQL-Statement oder machen Sie dies und das im Pseudocode und dann an der Tafel. Also es gibt da ganz, ganz unterschiedliche Ausprägungen. Auch das kann ich dir nicht verbindlich für deine IHK und deinen Ausschuss sagen. Wenn die IHK dir das erzählt, wie das geht, dann ruf da an und frag nach. Aber im Zweifel wissen die das noch nicht mal, weil die Ausschüsse das unterschiedlich machen. Du musst immer daran denken, die IHK ist das Verwaltungsorgan, kümmert sich um die Termine und Einladungen und alles. Aber der Prüfungsausschuss, der bestimmt deine Note, der prüft dich. Und der hat im Prinzip die Freiheit, diese Prüfung zu gestalten, wie er möchte. Denn, wie wir gerade gesehen haben, im Gesetz ist da nichts vorgegeben, außer 15 Minuten unmündlich.
[26:15] Okay, also auch hier, da kannst du dich dann vielleicht an Erfahrungsberichten von anderen Prüflingen orientieren, vielleicht im Internet irgendwo mal gucken, im Forum, bei Reddit etc., ob irgendwer von deiner IHK schon mal eine MEP hatte. Und dann kannst du da fragen, wie es abgelaufen ist. Aber auch hier, bevor du im Internet einen Thread aufmachst, ruf doch mal bei der IHK an oder schick eine E-Mail hin. Denn die wissen wohl mit einer MEP, dass man da vielleicht ein bisschen nervös wird und tausend Fragen hat. Und da sollten die dann darauf reagieren und antworten. Dann als, weiß ich nicht, Ausbildungsberaterinnen gibt es dann, glaube ich, bei der IHK, die helfen dir dann.
[26:47] Die sind dafür zuständig. Das heißt, wenn du verlässliche Informationen zu deiner MEP haben willst, bitte, ich wiederhole es nochmal, weil ich sehe so viele Beiträge im Internet, wo du dann fragen, wie ist das dann bei der IHK XY, wie werde ich denn da geprüft? Ja, weiß ich nicht, keine Ahnung. Frag doch bitte bei der IHK nach. Wie gesagt, 79 verschiedene, alle machen es unterschiedlich. Also einmal anrufen, Hörer in der Hand nehmen oder Handy in der Hand nehmen, Hörer gibt es ja gar nicht mehr und ruf da mal an und frag mal nach. Also, in unserem Fall ist es dann so, Prüfling kommt rein, es wird rein mündlich gemacht, wir bereiten nichts vor, wir lassen die Leute auch nichts an der Tafel schreiben und es ist eine rein mündliche Prüfung quasi wie das Fachgespräch, nur eben, und das ist jetzt ganz wichtig, zu Themen aus dem Prüfungsbereich, wo der Prüfling eben durchgefallen ist. Das heißt zum Beispiel Wieso, habe ich gerade gesagt, dann stellen wir halt Fragen zu Mutterschutzgesetz oder zu Tarifverhandlungen oder zu Streikrecht oder weiß ich nicht, Jugendarbeitsschutzgesetz und was da alles halt drankommt in Wieso. Das kann jetzt halt von A nach B, können wir uns da irgendwas ausdenken, es muss halt zu diesem Prüfungsbereich passen. Oder wenn es zum Beispiel Entwicklung von Algorithmen ist, dann fragen wir irgendwas zu Pseudocode oder zu SQL oder zu irgendwelchen Ur-Mail-Diagrammen oder so etwas. Das muss halt zu dem Prüfungsbereich passen. Aus diesem Bereich kommen die Fragen. Und das wäre jetzt auch der letzte Punkt für heute. Wie bereite ich mich auf die MEP vor? Ja, quasi genauso wie auf den jeweiligen Prüfungsbereich, wo du durchgefallen bist. Das ist jetzt ein toller Tipp, weil du bist ja da durchgefallen. Also hat das offensichtlich nicht so gut funktioniert mit der Vorbereitung.
[28:13] Manchmal liegt es aber auch einfach an Zeitdruck in der Prüfung. Man schafft die Aufgaben nicht mehr und so weiter. Und deswegen ist es dann vielleicht für eine mündliche Ergänzungsprüfung gar nicht mal so schwierig, weil man kann sich da ein bisschen mehr Zeit lassen. Es ist mündlich, man kann umschreiben. Ja, man muss nicht auf den Punkt präzise, zack, auf den Text in drei Zeilen exakt genau das beschreiben. Das heißt, vielleicht fällt es dir einfach einfacher, so eine mündliche Ergänzungsprüfung zu machen, als es auf dem Papier zu machen. Aber falls das nicht der Fall ist und du dich einfach nur schlecht vorbereitet hast oder große Wissenslücken hast, dann wird es natürlich interessant. Dann musst du einfach die Themen nochmal nacharbeiten, die du dir schon für die schriftliche Prüfung hättest anschauen müssen. Ganz einfach. Und da kann ich dann nur empfehlen, guck dir die alten schriftlichen Prüfungen an. Inzwischen, wir sind im Jahr 2026, wo ich das hier aufnehme, gibt es elf oder zwölf alte Prüfungen und die kannst du rauf und runter dir durchschauen. Auf meiner Website habe ich noch eine große Liste mit bisherigen Themen in den schriftlichen Abschlussprüfungen, zumindest für Einwilligungsentwicklung, für die anderen Fachbereiche leider nicht. Aber du könntest dir die Prüfung einfach selber durchgucken. Und schauen, was kommen denn da so für Themen dran. Und darauf musst du dich vorbereiten. Und in diesem Fall dann eben nicht so, dass du sie schriftlich auf Papier bringst, sondern eben mündlich. Das heißt, du übst, wie du das formulierst.
[29:23] Vielleicht in unserem Beispiel jetzt SQL. Versuchst du mündlich mal SQL-Abfragen zu formulieren, ja? Falls du das so geprüft wirst. Wie gesagt, bei deiner IHK kann das halt anders laufen. Du musst es vielleicht doch noch auf Papier machen, ja? Aber im Kern ist es ja eine mündliche Prüfung. Das heißt, du musst üben, wie du diese Inhalte auf der Audiospur vernünftig und verständlich erklärst. Also im Prinzip von der Prüfungsart bereitest du dich genauso vor wie auf dem Fachgespräch. Von den Inhalten bereitest du dich so vor wie das, was in der schriftlichen Prüfung drankommt, wo du durchgefallen bist. Und im besten Fall hilft natürlich Ausbilder, Ausbilderinnen dabei, dass ihr sowas einfach mal simuliert. Also, was für Fragen könnten denn gestellt werden zum Thema SQL oder zum Thema, weiß ich nicht, Firewall, Netzplan, Wieso, wie gesagt, Mutterschutzgesetz oder was auch immer, ja, dann spiel das einfach mal durch. Das heißt, Vorbereitung würde ich genauso empfehlen wie das Fachgespräch mit einer anderen Person wirklich mal zu sprechen. Im besten Fall mit einer Person, die sich auskennt und die sagen kann, ob das richtig war oder nicht. Also, Ausbilder, Ausbilderin, dafür sind die ja da. Das ist ja eigentlich deren Job, das zu tun, ja. Und inhaltlich, wie gesagt, guck die alten Prüfungen durch, such dir ein, zwei Themen raus und sprich das dann einfach mal mit Ausbilder-Ausbauern durch.
[30:33] Früher war es so, vor der Neuordnung, dass der Prüfling sogar sich selber aussuchen konnte, in welchem Bereich man geprüft wird, also in welchem Themenbereich. Man konnte das also zum Beispiel runterdampfen auf Softwareentwicklung oder Datenbanken oder so etwas. Das ist inzwischen aber nicht mehr möglich. Inzwischen ist einfach das Thema der durchgefallenen Prüfung das Thema der MEP. Das heißt, genauso breit, wie die schriftliche Prüfung ist, ist das Themenfeld für die mündliche Ergänzungsprüfung. Du musst dich also auf alles vorbereiten. Du kannst nicht sagen, ach ja, ich bin in dem Teil durchgefahren, da werden die ja mich bestimmt SQL fragen. Nee, die Prüfer und Prüferinnen können sich halt selber aussuchen, was sie aus diesem Themengebiet abfragen. Das ist genauso wie in der schriftlichen Prüfung, da hast du auch keinen Einfluss drauf. Dann machst du den Umschlag auf und wunderst dich, oh, das kam dran, ja, super. Und genauso ist es in der MEP auch. Also bereite dich auf alle Themen vor, guck die alte Prüfung an und üb das Zeug auf der Audiospur mit Ausbilder, Ausbilderin, Lehrer, Lehrerin, wem auch immer, irgendein fertiger Azubi-Kollege, wenn du keine Ausbilder, Ausbilderin hast. Aber irgendwie bereite dich am besten darauf vor, dass du das mündlicher machen musst. Das ist durchaus was anderes. Ein Beispiel jetzt hier mal Use-Case-Diagramm der UML auf dem Papier zu zeichnen, oder auf der Audiospur zu erklären, wie du es zeichnen würdest. Ja, das ist ein bisschen was anderes.
[31:48] Würde ich jetzt als Prüfender ein UML-Use-Case-Diagramm in der möglichen Prüfung abfragen? Eher nicht, weil es ist ja halt eben ein visuelles Ding. Aber man könnte vielleicht sowas fragen wie, was ist denn überhaupt ein Use-Case-Diagramm? Und was ist denn ein Akteur? Oder wie würde der denn aussehen? Oder was ist denn überhaupt ein Use-Case? Solche Sachen könnte man fragen. Aber so nach dem Motto, zeichnen Sie mir mal hier in Ihren Gedanken ein Use-Case-Diagramm. Solche Aufgaben finde ich persönlich natürlich maximal dämlich. Das heißt aber nicht, dass irgendwelche anderen Prüfungsausschüsse das nicht genau so machen. Oder wie eben erklärt, das dann einfach an der Tafel machen lassen. Ist ja auch okay. Also, da sind die Prüfungsausschüsse völlig autonom und können sich selber ausdenken, wie sie diese Prüfung gestalten. Also, wenn du was zeichnen musst, ist das so. Da kannst du dich auch nicht beschweren oder sonst irgendwas, weil, wie gesagt, die einzige Vorgabe ist, mündlich und 15 Minuten.
[32:33] So, fassen wir nochmal zusammen. Du bereitest dich vor mit alten Prüfungen. Du bereitest dich aber so vor, dass du es mündlich vortragen kannst. Am besten mit einer anderen Person zusammen, Ausbilder, Ausbilderin. Und ja, dann war es das eigentlich. Bereit dich auf alle Themen vor, die in diesem jeweiligen Prüfungsteil drankommen können.
[32:51] So, jetzt haben wir glaube ich alles. Zu MEP. Fassen wir nochmal kurz zusammen. Die MEP musst du machen, wenn du zwei Fünfen oder eine Sechs hast. Du musst sie nutzen, um insgesamt in Teil 2 auf 50% zu kommen. Meistens ist das nicht möglich, zum Beispiel eine Sechs auszugleichen, sondern einfach nur auf eine Fünf zu kommen, damit du insgesamt auf die 50% kommst. Es geht hier nicht darum, irgendwelche aus deiner Sicht schlechten Prüfungsteile zu verbessern, sondern es geht nur, wenn du da auch wirklich durchgefallen bist. Und es gibt eine einzige Ergänzungsprüfung. Wenn du damit deine Note nicht ausgleichen kannst, dann bist du durchgefallen und musst leider in einem halben Jahr nochmal ran. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Wann die durchgeführt wird, wo und wie, das ist völlig unterschiedlich, je nach IHK. Deswegen frag da vor Ort nach, wie das bei dir vielleicht ablaufen wird, ob du selber den Antrag stellen musst, ob die IHK das schon für dich macht. Das sind wichtige Fragen, die du dir stellen musst. Denn wenn du am Ende es beantragen hättest müssen und vergisst es und fällst deswegen durch, das wäre natürlich extrem schade. Also kümmere dich rechtzeitig, sobald du siehst, oh, meine Noten, da komme ich aber nicht mehr auf die 50. Dann ist das Erste, was du machen musst, anrufen bei deiner IHK und fragen, wie geht es jetzt weiter, was muss ich machen. Verlasse dich nicht darauf, dass das alles schon irgendwie automatisch man sich um dich kümmern wird, sondern werde selber aktiv, frag nach, was du machen musst und verlass dich nicht auf irgendwelche random Aussagen aus dem Internet, sondern frag bei deiner IHK nach. Ich kann es jetzt nur noch mal wiederholen, weil das so wichtig ist.
[34:21] Ruf da an, frag nach oder schick eine E-Mail, wenn du dich anrufen willst. Aber kümmere dich bei deiner IHK darum und nicht irgendwo anders im Internet. So, und dann ist ansonsten die mündliche Ergänzungsprüfung aus meiner Sicht aber recht entspannt, weil die Prüfenden, wie die dir da gegenüber sitzen, die wollen ja auch dein Bestes. Ich meine, die MEP ist dafür da, damit du gerade noch die Prüfung bestehen kannst und das wollen die Prüfenden auch. Die Prüfenden haben keinerlei Interesse daran, dich absichtlich durchfallen zu lassen, damit du im halben Jahr nochmal geprüft werden musst. Wir müssen die ganzen Prüfungen ja dann nochmal korrigieren und wir müssen dich nochmal zum Fachgespräch einladen etc. Also wir haben da ja auch nichts davon. Im Gegenteil. Das heißt, die Prüfenden wollen auch, dass du bestehst und wollen dir helfen.
[35:01] Etwas bessere Noten als die fünf oder sechs, die man geschrieben hat, hat durchaus realistisch. Im mündlichen kann man halt viel mehr umschreiben und irgendwo nochmal Punkte geben, als wenn man das hart auf Papier aufgeschrieben hat. Ja, das heißt, die Prüfenden sind ein bisschen nachsichtiger und werden dir sicherlich vielleicht auch nicht die allerhärtesten Fragen stellen, sondern halt so in die Richtung, dass du noch eine Chance hast, durch die Prüfung zu kommen. Davon musst du einfach mal ausgehen. Und wenn du einen Prüfungsausschuss hast, der es tatsächlich darauf anlegt, dich durchfallen zu lassen, okay, dann hast du Pech gehabt, aber dann sollten das vielleicht auch keine Prüfenden sein. Ja, die meisten Prüfenden sind pro Prüfling eingestellt und wollen dir helfen. Und ich glaube, es gibt eigentlich keinen Prüfungsbereich, wo das besser geht als in der mündlichen Prüfung. Weil da kann man mit geschickten Fragen und so weiter, kann man da schon den Prüfling auch mehr unterstützen, als wenn man, ja, wie gesagt, leeres Blatt Papier, da kann ich halt nur sechs draufschreiben. Aber mit ein bisschen Nachfragen im mündlichen Bereich kriegen wir dich schon in die richtige Richtung, sodass du die Prüfung bestehst. Ja, also mach dir da nicht zu viel Gedanken. Die Prüfenden sind normalerweise alle sehr nett und wollen dir helfen und wollen dich unterstützen.
[36:04] Du musst dich natürlich aber auch ein bisschen darauf vorbereiten. Es ist deine letzte Chance, die Prüfung noch zu bestehen. Das müsstest du keine machen. Also setz dich nochmal hin, reiß dir den Hintern auf, guck dir alle Themen nochmal an, üb das Ganze mit einer anderen Person, damit du da gut dastehst in der MEP. Und dann ist es auch durchaus realistisch, dass du mit der MEP deine Prüfung noch bestehst. Ja, das will ich da sagen. Also, wenn du in die MBP gehst, heißt das nicht automatisch, dass du es nicht mehr schaffen kannst, sonst würde die MBP gar nicht angeboten, sondern geh davon aus, dass man dir helfen will, die Prüfung noch zu bestehen, aber tu auch was dafür. Ja, das will ich damit sagen.
[36:38] So, jetzt haben wir heute alles, glaube ich. Ich denke, das war ein guter Refresher, ein gutes Upgrade für dieses häufig nachgefragte Thema der mündlichen Ergänzungsprüfung. Ich hoffe, es war für dich dabei. Falls du den MBP musst, ich drücke dir beide Daumen, dass du damit trotzdem noch deine Prüfung bestehst. Und ja, wenn ich dir geholfen habe, dann lass mir gerne einen Kommentar da, am besten direkt unter der Episode. Da freue ich mich auf dein Feedback. Und jetzt alles Gute für die Prüfung. Mach’s gut und bis zum nächsten Mal.