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#68: Altkonten, KI-Agenten und Schatten-IT: Warum Identitätsmanagement gerade brennt
02.09.2026 | 31 Min.Ein ehemaliger Mitarbeiter. Er ist schon seit zwei Jahren weg. Seine Berechtigung wurde nie entzogen. Es war weder ein Hack noch ein raffinierter Angriff – es war einfach nur ein Konto, das niemand abgeschaltet hat. Willkommen in der realen Welt des Identitätsmanagements! In dieser Folge von „Follow the White Rabbit” spricht Lisa Fröhlich mit Franziska Weiß, IAM-Evangelistin bei der Garancy AG, über das unspektakulärste und gleichzeitig wichtigste Fundament jeder Sicherheitsstrategie – und darüber, warum genau diese Unsichtbarkeit das eigentliche Problem ist.
Identitätsmanagement hat ein Imageproblem. Kein Mensch steht morgens auf und denkt sich: „Heute durchkämme ich mal das Active Directory.” Kein CISO präsentiert stolz die Statistik der gelöschten Altkonten. Und trotzdem reicht ein einziges kompromittiertes Konto. Im Schnitt bewegen sich Angreifer über 100 Tage unentdeckt in Systemen. Franziska erklärt, warum dies nicht nur ein IT-, sondern ein Organisationsproblem ist – und warum Verbote allein Schatten-IT erzeugen, aber keine Sicherheit. Der Ausweg ist kein Verbotskatalog, sondern ein pragmatischer Ansatz: Sichtbarkeit schaffen, Verantwortung klären, Rollen definieren.
Und dann kommen die KI-Agenten. Sie sind dynamisch, autonom und schwer zu kontrollieren – und vervielfachen in vielen Unternehmen gerade dabei, still und leise, die Komplexität. Anders als klassische Servicekonten lassen sie sich nicht einfach in Gruppen stecken oder mit Standardberechtigungen versehen. Wer jetzt noch nicht weiß, welche Identitäten in seiner Infrastruktur unterwegs sind, wird es bei KI-Agenten erst recht nicht wissen. Franziskas Botschaft ist klar: Wer das Fundament nicht kennt, dem stürzt das Dach ein.
Takeaways
Ein Konto reicht. Im Schnitt bewegen sich Angreifer über 100 Tage unentdeckt in Systemen – oft über ein übernommenes Konto, das längst hätte deaktiviert sein sollen. Identitätsmanagement ist kein Nice-to-have, sondern der erste Sicherheitsriegel.
Sichtbarkeit ist der erste Schritt. Bevor man etwas kontrollieren kann, muss man wissen, was vorhanden ist. Welche Konten existieren? Worauf haben sie Zugriff? Wer ist verantwortlich? Diese drei Fragen sind der Einstieg in jede saubere Identitätsstrategie.
Verbote erzeugen Schatten-IT und keine Sicherheit. Menschen wollen ihren Job machen. Wer sie zu sehr einschränkt, findet kreative Umwege – und diese liegen dann außerhalb jeder Kontrolle. Pragmatismus schlägt Überregulierung.
KI-Agenten sprengen das klassische Identitätsmodell. Sie lassen sich nicht in AD-Gruppen stecken, kommunizieren anders als Servicekonten und entstehen und verschwinden dynamisch. Wer jetzt keine Governance für menschliche Identitäten hat, wird sie für KI-Agenten erst recht nicht haben.
Identitätsmanagement ist Chefsache. NIS 2 schreibt es vor. Geschäftsführungen müssen geschult sein. Wer Sicherheit nicht von oben vorlebt, sollte sich nicht wundern, wenn Mitarbeitende ihr privates ChatGPT-Konto mit Unternehmensdaten füttern.
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Franziska Weiß – IAM Evangelist bei Garancy AG| LinkedIn |
OWASP: Broken Access Control – Top 10 Sicherheitsrisiken
Microsoft: Active Directory Best PracticesBonusfolge 16: Das kleinste Schloss wird zuerst geknackt: Warum Kommunen die blinde Stelle unserer Cybersicherheit sind
26.08.2026 | 31 Min.Bürgergeldzahlungen, Sozialhilfe, Ummeldungen, Kfz-Zulassungen – all das läuft über die Kommune. Und fast nichts davon ist so abgesichert, wie es sein müsste. Denn Kommunen fallen nicht unter NIS 2, obwohl sie genau das sind: die Fronttür der öffentlichen Infrastruktur. In dieser Folge von „Follow the White Rabbit” spricht Lisa Fröhlich mit Thorsten Rode, Head of IT bei der Stadt Nettetal und seit über 20 Jahren in der kommunalen IT tätig, über eine der blindesten Stellen unserer digitalen Gesellschaft und darüber, warum dies eine gesamtgesellschaftliche und nicht nur eine IT-Frage ist.
Thorsten kennt die Lage von innen. Nettetal hängt wie viele nordrhein-westfälische Kommunen hinter einem gemeinsamen Rechenzentrum, das die Eingangstür sichert. Doch dahinter verbirgt sich eine Welt, die in vielen Kommunen von knappen Budgets, überforderten Einzelkämpfern und fehlendem Sicherheitsbewusstsein geprägt ist. Das Land NRW hat mit dem BeHard-Programm immerhin kostenlose Sicherheitschecks angeboten. Das Ergebnis: Überall finden sich Lücken. Gleichzeitig gibt es Kommunen, in denen dieselbe Person morgens als IT-Verantwortliche arbeitet und nachmittags Trauungen leitet. Während Angreifer – staatlich organisiert, KI-gestützt und professionell skaliert – längst wissen, welches Schloss sich am leichtesten knacken lässt.
Und dann ist da noch Thorstens Idee, die eigentlich cool wäre: Alles, was Kommunen durch KI an Effizienz gewinnen, direkt in Sicherheitsmaßnahmen reinvestieren. Nicht als Wunschdenken, sondern als strukturelle Kopplung. Denn während aktuell alle auf den KI-Zug aufspringen, hinkt die kommunale Cybersicherheit noch immer hinterher. Wer sich heute nicht resilient aufstellt, wird in fünf bis zehn Jahren nicht mehr handlungsfähig sein – als Unternehmen und als öffentliche Einrichtung gleichermaßen.
Takeaways
Kommunen fallen nicht unter NIS 2, obwohl sie systemrelevant sind. Wer die Bürgergeldzahlung, die Kfz-Zulassung und die Sozialleistungen verwaltet, ist im Krisenfall die Frontlinie. Dass diese Stellen regulatorisch außen vor bleiben, ist eine politische Entscheidung mit realen Konsequenzen.
Die Fronttür ist gesichert. Was dahinter passiert, oft nicht. Gemeinsame Rechenzentren schützen den Zugang. Aber Awareness, Patchmanagement, Backup-Konzepte und Incident Response liegen in der Verantwortung der Kommunen selbst. Und da fehlt es an Ressourcen, Zeit und Know-how.
Das kleinste Schloss wird zuerst geknackt. Angreifer suchen keine große Herausforderung. Sie suchen den schnellsten Weg zum Ziel. Mit KI wird diese Suche exponentiell schneller. Kommunen ohne Sicherheitsmaßnahmen sind das kleinste Schloss im System.
Eine Cyberversicherung ist kein Sicherheitsnetz. Thorstens klare Einschätzung: Wer Sicherheitsmängel nicht beseitigt, bekommt im Schadensfall nichts von der Versicherung. Die Versicherung springt nicht ein. Die Verantwortung bleibt bei der Gemeinde.
KI-Effizienzgewinne direkt in Sicherheit reinvestieren – ein cooler Move. Was Kommunen durch KI-gestützte Prozesse einsparen, könnte strukturell an Sicherheitsinvestitionen gekoppelt werden. Das ist kein Wunschdenken, sondern ein konkreter Ansatz, den die Politik aufgreifen sollte.
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Diese Folge ist für alle, die in Kommunen arbeiten, Steuern zahlen oder einfach wissen wollen, warum ihr Ummeldetermin im Rathaus das schwächste Glied in unserer digitalen Infrastruktur ist. Abonniere „Follow the White Rabbit”, hinterlasse eine Bewertung und schicke die Folge an Bürgermeister:innen, IT-Verantwortliche und alle, die in der Kommunalpolitik etwas bewegen wollen.
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Thorsten Rode, Head of IT & Co-Leiter e-Government, Stadt Nettetal | LinkedIn
BSI: NIS-2-Umsetzungsgesetz – Geltungsbereich & Anforderungen
Landesprogramm Kompass Cybersicherheit NRW
BSI: BeHard-Sicherheitscheck für Kommunen
Suedwestfalen IT – Fallstudie Lieferkettenangriff auf Kommunen- Irgendwo in deinem Unternehmen ist gerade ein KI-Agent aktiv. Vielleicht sogar mehrere. Eventuell hat eine Fachabteilung einen eingesetzt, ohne dass die IT-Security davon weiß. Vielleicht kommunizieren sie bereits mit anderen Agenten, sowohl intern als auch extern. Du hast keine Ahnung, was sie dabei austauschen. In dieser Folge von „Follow the White Rabbit” spricht Lisa Fröhlich mit Mirko Ross, dem Gründer von asvin und seit Jahrzehnten sozialisiertem Hacker, über die vielleicht dringlichste Frage der aktuellen KI-Debatte: Wie sichert man eigentlich Systeme ab, die nicht mehr deterministisch funktionieren?
Mirko kennt beide Seiten des Spiels: Als jemand, der KI-Systeme seit über sieben Jahren angreift, und als Unternehmer, der Cybersecurity Risk Modeling für die Verteidiger entwickelt. Seine Diagnose ist klar: Agentic AI bricht die klassische Perimeterlogik.
Zero Trust war die Antwort auf unkontrollierte Netzwerkzugriffe durch Menschen und Systeme, doch KI-Agenten entstehen und verschwinden dynamisch, kommunizieren in natürlicher Sprache statt über definierte Schnittstellen und lassen sich nicht einfach über Identitätsmanagement regeln.
Und dann ist da noch die Kostenfrage, die kaum jemand laut ausspricht. Die leistungsfähigsten Modelle – aktuell Mythos und GPT 5.6 – kosten pro Token ein Vielfaches gegenüber ihren Vorgängern, liefern aber vielleicht nur 20 bis 25 Prozent mehr Output. KI-Agenten optimieren nicht auf Wirtschaftlichkeit. Sie lösen die Aufgabe – egal, wie viel Rechenleistung sie dafür verbrauchen. Das Ergebnis: Unternehmen müssen vor Monatsende zum CFO rennen und erklären, warum das KI-Budget schon aufgebraucht ist.
Mirko erklärt, wie Model Routing und AI Gateways dieses Problem lösen können und warum sich das Know-how, das man bisher für gute Pentester brauchte, fundamental verändern wird.
Takeaways
Schatten-KI entsteht von unten, nicht von oben. Wenn Governance Agenten verbietet, die Leute ihre Deadlines aber damit schaffen, passiert es trotzdem – auf dem Privatlaptop und außerhalb jeder Kontrolle. Wer das ignoriert, hat nicht weniger Risiko, sondern nur weniger Sichtbarkeit.
Zero Trust funktioniert nicht für nicht-deterministische Systeme. KI-Agenten sind kurzlebig, dynamisch und kommunizieren in natürlicher Sprache – kein Identitätsmanagement der Welt war dafür ausgelegt. Das Konzept braucht eine grundlegende Erweiterung für die Ära der Agenten.
Den Nanny-Bot zu bauen schafft das nächste Angriffsziel. Jailbreaks und Prompt Injections funktionieren. Wer einen Agenten baut, der andere Agenten kontrolliert, muss Folgendes wissen: Ein versierter Angreifer wird einen Prompt finden, der das System in den „Do Anything Now“-Modus versetzt.
Das Patch-Fenster schrumpft von Tagen auf Minuten. KI-Systeme skalieren, Menschen nicht. Wer bisher dachte, drei Tage zum Patchen seien genug, muss mit Agentic AI auf der Angreiferseite bitter umdenken.
Model Routing ist die neue Pflichtdisziplin. Nicht jede Aufgabe erfordert das teuerste Modell. Eine einfache Schwachstellensuche im Code erfordert ein günstiges Modell. Eine vollständige Systemübernahme simulieren – dafür braucht man das Frontier Model. Wer das nicht routet, verbrennt das Token-Budget und muss sich dem CFO erklären.
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Diese Folge ist für alle, die KI einsetzen oder absichern müssen und wissen wollen, was dabei wirklich passiert. Abonniere „Follow the White Rabbit” auf deiner Lieblingsplattform, hinterlasse eine Bewertung und schicke die Folge an alle in deinem Netzwerk, die gerade an einer KI-Strategie arbeiten.
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Mirko Ross – Gründer & CEO, asvin | KI-Sicherheitsexperte | LinkedIn | asvin.io
Anthropic: Project Glasswing & Claude Mythos
OWASP: Top 10 für LLM-Anwendungen & Prompt Injection
BSI: KI-Sicherheit und Zero Trust - Es hat einen Namen: Roboter-Mobbing. Roboter-Mobbing. Und es passiert gerade in Unternehmen, die glauben, ihr KI-Projekt laufe gut. Mitarbeitende, die um ihren Job oder ihre Macht fürchten, sabotieren das neue System – still, gezielt und ohne dass es jemand merkt. In dieser Folge von „Follow the White Rabbit” spricht Lisa Fröhlich mit Dr. Katharina von Knop. Die promovierte Philosophin und Politikwissenschaftlerin ist Gründerin von „Digital Trust Analytics”. Gemeinsam sprechen sie über die eigentliche Ursache des KI-Scheiterns in Unternehmen. Die Technik ist es fast nie.
Katharinas Ansatz beginnt nicht mit der Software, sondern mit einer Diagnose: Wo sitzen die Machtstrukturen? Wo die Ängste? Und wer hat am meisten zu verlieren? Auf dieser Grundlage überträgt sie die Maslow'sche Bedürfnispyramide auf KI-Projekte: vom ersten schlanken Use Case mit echtem Nutzen über transparente Regulatorik und eigene Qualitätssicherung bis hin zu Selbstwirksamkeit und echtem Zugehörigkeitsgefühl. Ihr klarster Ratschlag lautet: Qualitätssicherung niemals auslagern. Denn wer nicht selbst versteht, ob ein Fehler eine Halluzination, ein Data Drift oder ein gezielter Angriff ist, wird dem System nie wirklich vertrauen – und das spüren auch die Teams.
Dann wird es überraschend: Warum verlieren Pathologen messbar an Kompetenz, wenn KI zu viel übernimmt – und das bereits nach drei Wochen? Warum vertrauen Ältere der KI oft mehr als Jüngere? Und was hat ein Versicherungsunternehmen, das seine Prozesse komplett automatisiert hat, dabei übersehen? Am Ende gibt Katharina vier konkrete Tipps für alle, die KI nicht nur einkaufen, sondern wirklich verankern wollen. Diese Folge ist kein Technik-Talk. Sie ist Psychologie, Machtanalyse und Praxishandbuch in einem.
Takeaways
KI-Projekte scheitern an den Menschen, nicht an der Technologie. Bevor der erste Use Case startet, ist eine ehrliche Diagnose notwendig: Welche Machtstrukturen stehen dem Projekt im Weg? Der erste Schritt ist daher ein Gespräch und kein Deployment.
Vertrauen folgt einer Bedürfnispyramide. Zunächst muss echter Nutzen entstehen, dann folgt Sicherheit durch verständlich erklärte Regulatorik und schließlich Kontrolle durch eigene Teams. Wer Vertrauen verordnet, bekommt Roboter-Mobbing.
Qualitätssicherung gehört ins eigene Haus. Wer sie auslagert, gibt Kontrolle und Vertrauen ab. Nur wer selbst unterscheiden kann, ob ein Fehler Halluzination, Data Drift oder Angriff ist, schafft echte Berechenbarkeit und klare Verantwortlichkeit.
Den Menschen ändern wir nicht – die Systeme schon. Eine gute KI ist ein Coworker auf Augenhöhe, der kognitiv herausfordert. Kein Sternchen-Smiley-Affenarsenal, sondern Reziprozität. Aktive Interaktion verhindert Kompetenzverlust, der sonst schon nach drei Wochen messbar einsetzt.
Klein starten, transparent kommunizieren – und das dauerhaft. Schlanker Use Case statt Over-Engineering. MVP statt Perfektion. Und Kommunikation nicht als Kick-off-Folie, sondern als Dauerprozess betrachten. Das ist keine Empfehlung für Soft Skills, sondern die Voraussetzung dafür, dass KI überhaupt funktioniert.
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Diese Folge ist Pflicht für alle, die KI nicht nur einführen, sondern im Unternehmen nachhaltig verankern wollen. Abonniere „Follow the White Rabbit”, hinterlasse eine Bewertung und schicke die Folge an Führungskräfte und Teams, die gerade mitten in einem KI-Projekt stecken oder kurz davor sind, eines zu starten.
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Dr. Katharina von Knop – Philosophin, Politikwissenschaftlerin, Gründerin Digital Trust Analytics | Digital Trust Analytics
EU AI Act – Volltext (Verordnung EU 2024/1689)
BSI: Trustworthy AI – Leitlinien für vertrauenswürdige KI - Die Strategie wurde kommuniziert, das Tool wurde eingeführt und das Pilotprojekt läuft. Von außen sieht alles modern aus. Aber wie ist es in den Teams? Stille Erschöpfung. Heimlich genutzte Tools. Und irgendwo eine Kundendatei, die längst in einem nicht genehmigten KI-System gelandet ist. In dieser Folge von „Follow the White Rabbit” spricht Lisa Fröhlich mit Rebecca Hundschell, Gründerin des „Female AI Club” und Expertin für KI-Governance, über das, was wirklich passiert, wenn KI in ein Unternehmen einzieht – jenseits der Hochglanzstrategie.
Rebecca kennt beide Seiten: die Begeisterung und die Überforderung. Sie erklärt, warum Schatten-KI das neue Schatten-IT ist und dass es sich dabei nicht um ein Disziplin-, sondern um ein Führungsproblem handelt. Ein Praxisbeispiel aus der Folge spricht für sich: Jemand bildete seine gesamte Kundenarbeit über ein privates KI-Tool ab, sparte rund 100 Beratertage und schuf dabei einen handfesten DSGVO-Verstoß. Wer Schatten-KI ignoriert, hat nicht weniger Risiko. Er hat nur weniger Sichtbarkeit. Dazu kommt die Kostenfalle: KI bleibt nicht billig. Ein Konzern hatte sein KI-Jahresbudget bereits im April aufgebraucht, weil im Vorfeld niemand gefragt hatte, an welcher Stelle der Wertschöpfungskette KI tatsächlich einen Mehrwert bietet.
Und dann ist da noch der blinde Fleck, über den kaum jemand spricht: KI-Systeme sind statistische Modelle, keine Wahrheitsmaschinen. Sie halluzinieren. Sie reproduzieren Vorurteile – nur eben skalierbar. Bewerbungstools sortieren Frauen, ältere Menschen und Menschen mit Migrationshintergrund millionenfach aus. Junior-Jobs verschwinden, bevor die nächste Generation die nötige Seniorität aufbauen kann, die KI später einordnen soll. Diese Folge ist kein KI-Hype. Sie ist der Realitätscheck, den viele Unternehmen gerade bitter nötig haben.
Takeaways
Schatten-KI ist bereits Realität und kein Disziplinproblem. Mitarbeitende greifen zum nützlichsten Tool, nicht zum erlaubten. Wer das ignoriert, hat nicht weniger Risiko, sondern nur weniger Überblick. Governance beginnt mit Sichtbarkeit.
Eine gute KI-Policy braucht keine 15 Seiten. Drei bis vier Seiten reichen aus, wenn drei Dinge geklärt sind: Welche Daten in welches Tool dürfen, welche Tools freigegeben sind und an wen man sich bei Fragen wendet. Verbotssprache erzeugt nur kreative Umgehungen.
KI von oben durchdrücken funktioniert nicht. Change Management schlägt Top-down. Man sollte die Begeisterten zu Multiplikatoren machen, niedrigschwellige Formate wie eine KI-Sprechstunde anbieten und mitdenken: Mit dem AI Act wird KI-Weiterbildung zur Pflicht.
KI bleibt nicht billig. Die Preismodelle werden von Pauschale auf nutzungsbasiert umgestellt. Wer nicht klärt, wo KI entlang der Wertschöpfungskette wirklich Mehrwert schafft, verbrennt Budget – und das nicht nur einmalig, sondern jeden Monat.
Der Gender-Gap in der KI ist kein Randthema, sondern ein Systemrisiko. Zu wenige Frauen entwickeln KI. Zu viele Bewerbungstools sortieren sie aus. Wer an den Tischen fehlt, an denen KI entwickelt wird, ist auch in den Ergebnissen nicht vertreten.
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Diese Folge ist für all jene, die glauben, beim Thema KI schon „durch” zu sein. Abonniere „Follow the White Rabbit” auf deiner Lieblingsplattform, hinterlasse eine Bewertung und schicke die Folge an Führungskräfte, Kolleg:innen und alle, die KI gerade von oben nach unten einführen – bevor das nächste Datenschutzproblem auftaucht.
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Rebecca Hundschell – Gründerin Female AI Club, Expertin für KI-Governance | LinkedIn | The Female AI Club | ELEVAITION Consulting
EU AI Act – Volltext (Verordnung EU 2024/1689)
BSI: Künstliche Intelligenz und IT-Sicherheit
Bitkom: KI in deutschen Unternehmen – Studienlage
The Female AI Club
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Über Follow the White Rabbit - Der IT-Security Podcast
“Wake up, Neo. The Matrix has you...”
Neo: “What the hell?”
“Follow the white rabbit.”
Willkommen in der faszinierenden Welt der Cybersicherheit! Wir entführen dich zwar nicht in die Matrix oder ins Wunderland, aber in den spannenden Kaninchenbau der IT-Security. „Follow the White Rabbit“, der Link11 IT-Security-Podcast, ist deine Eintrittskarte für eine fesselnde Reise.
Cyberangriffe nehmen rasant zu, sie bedrohen Unternehmen, Regierungen und uns alle. Die Schäden belaufen sich auf mehrere Milliarden jährlich, die Folgen sind erheblich. Identitätsdiebstahl, finanzielle Verluste, Unterbrechungen im Geschäftsverlauf, Datenschutzverletzungen und Reputationsverlust sowie die nationale Sicherheit und der Schutz kritischer Infrastrukturen.
Deshalb ist Cybersicherheit unerlässlich und betrifft jeden: Egal ob du ein IT-Experte, Unternehmer oder einfach nur jemand bist, der digitale Geräte und Online-Dienste nutzt. Die Bedrohungslandschaft im Cyberspace entwickelt sich ständig weiter. Es tauchen unaufhörlich neue Angriffstechniken und Schwachstellen auf und auch die regulatorischen Rahmenbedingungen ändern sich – wer behält hier den Überblick?
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Unsere Experten und renommierte Gäste werfen einen Blick hinter die Kulissen. Gemeinsam beleuchten wir aktuelle Bedrohungen und diskutieren, wie Künstliche Intelligenz und Machine Learning Angriffsszenarien verändern und Defensivkonzepte revolutionieren. Von Datenschutz und Verschlüsselung bis hin zu Cyberkriegen und KI-gesteuerten Attacken – „Follow the White Rabbit“ hält dich monatlich auf dem neuesten Stand, damit du in der digitalen Welt sicher navigieren kannst.
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