
Ausgabe 851: Anke Engelke hat viel Zeit (16.01.2026)
16.1.2026 | 35 Min.
Zwischen Weihnachten und dem 8. Januar strahlten Das Erste, der WDR und der BR die neue bildundtonfabrik-Comedy «Eine halbe Stunde ist viel Zeit» aus. Im Mittelpunkt steht Anke Engelke als Weddingplanerin Mareike Berger, die auf einer völlig verkorksten Hochzeit auf ihren Ex-Freund Miller (Michael Ostrowski) trifft. Der halbstündige Spielfilm kommt nicht an die frühere bildundtonfabrik-Produktion «Kurzschluss» heran, die von Claudius Pläging geschrieben wurde. Das Erste sendete die Spielfilme in den Jahren 2022 bis 2024 jeweils einen Tag vor Silvester. Darin wurden die Bürgermeisterin Bettina Maurer und der Geschäftsmann Martin Hofmann in ausweglose Situationen eingeschlossen. Dieses Kammerspiel sorgte für zahlreiche witzige Momente. Außerdem beschäftigen sich Mario Thunert und Fabian Riedner mit der Entlassungswelle bei RTL. Die Entscheidung, Formate wie «Gala», «Prominent» und «#VOXStimme» zu streichen, ist nachvollziehbar, da die Sendungen keinen eigenen Einschaltimpuls gaben. Allerdings wird auch das bisherige RTL-Frühstücksfernsehen geopfert, weil die Mediengruppe mit ntv bereits ein weiteres Morgenprogramm anbietet.

«Thunerts Thema»: Jan Stenbeck – Von Holz und Stahl zum Fernsehkanal (14.01.2026)
14.1.2026 | 23 Min.
In der ersten Folge von «Thunerts Thema» im neuen Jahr machen wir einen Ausflug nach Skandinavien. Drehen soll sich heute nämlich alles um den Medienmogul Jan Stenbeck, dessen kontroverses Wirken seit Kurzem in der Mini-Serie «Stenbeck» im ZDF-Streamingportal und bei Neo zu sehen ist. Geschrieben wurde das Script übrigens auf Basis der Stenbeck-Biografie von Per Andersson, deren Verleger Svante Weyler aus Stockholm im Podcast zugeschaltet war. Ausgewählt wurde die Thematik, weil Stenbecks Vorgehen große Konsequenzen für die TV-Landschaft in Schweden hatte. Dort revolutionierte er zunächst den Mobilfunk und dann das Fernsehen. 1987 gründete er folglich Schwedens ersten werbefinanzierten Privatsender, der die hiesige Medienbranche nachhaltig veränderte. Der exzentrische Unternehmensleiter zeichnete sich dabei auch durch ungewöhnliche Strategien und Technologien aus – Svante Weyler begreift ihn als „Creative Disrupter“. Letztlich macht die Serie die gravierenden Umbrüche nicht optimal fühlbar und lässt sich an einigen Stellen zu wenig Zeit, um die Transformationen im Äußeren abzubilden. Im Endeffekt hätte sie erzählerisch also eine noch stärkere suggestive Kraft entfalten können und bekommt hier nur ausbaufähige 6,5 von 10 Punkten. Dennoch ist sie vom Ablauf nachvollziehbar strukturiert und damit für Medien- und TV-Beobachter interessant. Auch der starke Hauptdarsteller Jakob Oftebro täuscht über so manche Schwäche hinweg und transportiert den Senderchef überzeugend.

Ausgabe 850: Kino: Wird es bleiben? Oder verschwinden? (09.01.2026)
09.1.2026 | 44 Min.
Warner Bros. Discovery steht offenbar vor einem Verkauf: Entweder wandert die erfolgreiche Filmsparte inklusive HBO und Streamingdienst zu Netflix oder Paramount Skydance übernimmt das Medienunternehmen. Im Raum steht dabei die bislang höchste Übernahmesumme eines Medienkonzerns – rund 80 Milliarden US-Dollar. Im ersten Teil des Podcasts diskutieren Denis K. Lennepe und Fabian Riedner, ob und in welcher Form sich Skydance und Netflix eine solche Verschmelzung regulatorisch überhaupt erlauben könnten. Einen ersten Oscar-Kandidaten sieht Denis im Spielfilm «One Battle After Another» von Paul Thomas Anderson. In der Hauptrolle ist Leonardo DiCaprio zu sehen, neben Sean Penn, Benicio del Toro und Regina Hall. Der Film spielte weltweit knapp über 200 Millionen US-Dollar ein. Auch «Der Elternabend», international unter dem Titel «Armand» bekannt, steht im Fokus. Der Film ist Teil der norwegischen Oscar-Einreichung und schaffte es auf die Shortlist. Einen ausführlichen Blick werfen die beiden außerdem auf «September 5», der bei den vergangenen Oscars sogar für das beste Drehbuch nominiert war. Hinter dem international besetzten Projekt steht Constantin Film. Der rund 90-minütige Thriller beleuchtet die Arbeit des US-Senders ABC während der Olympischen Spiele in München und zeichnet das Versagen der deutschen Polizei während des Attentats akribisch nach.

Ausgabe 849: Der Audio-Jahresrückblick (03.01.2026)
02.1.2026 | 47 Min.
Das zurückliegende Jahr stand im Zeichen der Bundestagswahl. Friedrich Merz (CDU) konnte sich gegen seinen Herausforderer, Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), durchsetzen. Im Ersten schalteten Anfang Februar über acht Millionen Menschen das Duell ein, das zweite große Aufeinandertreffen – inklusive Alice Weidel von der AfD – verfolgten bei RTL rund sieben Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer. Ebenfalls interessant waren die Verkaufsvorbereitungen von Warner Bros. Discovery. Die Filmsparte Warner Bros. Pictures lieferte bereits vor drei Jahren mit «Barbie», «Meg 2» und «The Nun II» ab. Im Jahr 2024 spielten «Dune: Part Two», «Godzilla x Kong: The New Empire» und «Twisters» hohe Erlöse ein. «A Minecraft Movie», «Final Destination: Bloodlines» und «Superman» galten 2025 als Kassenschlager, weshalb ein Verkauf des Unternehmens aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll erscheinen könnte. Nie zuvor lief es bei Warner Bros. besser. Unterdessen sprechen Mario Thunert und Fabian Riedner auch über die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den Vereinigten Staaten von Amerika. Das Vorbereitungsturnier, die FIFA Klub-WM im Sommer 2025, offenbarte dabei extreme Schwächen: In vielen Städten war es zum Spielen viel zu heiß, aufgrund von Unwetterwarnungen mussten Partien lange unterbrochen werden, und die Zuschauerzahlen blieben mehr als unbefriedigend. Dennoch zieht die FIFA bislang keine Konsequenzen – schließlich gilt bei Gianni Infantino offenbar weiterhin: The Show Must Go On.

Ausgabe 848: Silvester: Gleich zwei Shows! (26.12.2025)
26.12.2025 | 37 Min.
Noch vor wenigen Jahren glich Silvester einer Wüstenlandschaft: Mit Ausnahme des ZDF wurden keine Live-Shows gesendet. Doch in diesem Jahr eröffnen Andrea Kiewel und Johannes B. Kerner das neue Jahr in der Hansestadt Hamburg, weil der Berliner Senat die Silvestersause vor dem Brandenburger Tor nicht mehr bezuschussen wollte. In dieser Sendung fragt Julian Schlichting auch, ob es sinnvoll sei, dass Das Erste den «Silvester-Schlagerbooom» zeitgleich sende. Fabian Riedner antwortet selbstverständlich mit einem Ja – schließlich müssten die Rundfunkgebühren auch ordentlich ausgegeben werden. Das führt auch dazu, dass sich der Westdeutsche Rundfunk (WDR) mit einer sechsminütigen Sondersendung live aus Köln meldet. Im Anschluss folgt die Show «100 Silvester-Kracher – Die Countdown-Show 2025». Musik darf am letzten Abend des Jahres natürlich nicht fehlen: Während RTL den gesamten Tag über «Die ultimative Chartshow» sendet, setzt VOX zwischen 08.30 und 20.15 Uhr auf die Musik-Doku «100 Songs, die die Welt bewegten». Bei ProSieben gibt es die zwei finalen «Harry Potter»-Teile, während RTL um Mitternacht noch eine weitere Jahreswechsel-Sendung aus der Hauptstadt präsentiert.



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