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- Vielfalt ist eine Bereicherung – das wird an Schweizer Schulen gelehrt. Doch sobald der Islam ins Spiel kommt, wird Diversität oft problematisiert. Was bedeutet das für muslimische Schülerinnen und Schüler und was braucht es, damit sich alle wohlfühlen?
Der Schüler, der als aggressiv abgestempelt wird, weil er einen muslimischen Namen hat. Die Schülerin, der abgesprochen wird, Muslimin zu sein, weil sie kein Kopftuch trägt und sich als Feministin bezeichnet. Das Mädchen, dem der Übertritt ins Gymnasium nicht zugetraut wird, weil es einen ausländischen Namen hat.
Diskriminierung in der Schule hat viele Gesichter. Die Schule sei ein «massgeblicher Bereich», in denen Schweizer Musliminnen und Muslime Diskriminierung erfahren, konstatiert denn auch der Grundlagenbericht zu antimuslimischem Rassismus in der Schweiz, der im Auftrag des Bundes erstellt wurde. Dabei wird Vielfalt zwar als Bereicherung gelehrt. Gerade der Islam wird dann aber als Gefahr für die erfolgreiche Diversität dargestellt. Das zeigt eine neue Untersuchung des Schweizerischen Zentrums für Islam und Gesellschaft.
Es brauche mehr Wissen über Religionen, etwa, dass sie sich verändern oder über innerreligiöse Vielfalt. Und es brauche mehr Selbstreflexion im Lehrerzimmer, so die Erkenntnis. Wie also steht es um die Diversität im Klassenzimmer? «Perspektiven» beleuchtet, weshalb es im Schulzimmer um mehr geht als um die Frage des Kopftuches.
Autorin: Nicole Freudiger - Zum 800. Todestag von Franz von Assisi zeichnet Kirchenhistoriker Volker Leppin Franziskus als «unbequemen Heiligen». Dessen Naturmystik und radikal alternativer Lebensstil inspirieren bis heute. Das Beispiel Franziskus zeige, wie revolutionär christliche Mystik wirken kann.
Mystikerinnen und Mystiker seien meist «unbequem» gewesen: für die Amtskirche ebenso wie für die Gesellschaft. So auch Franz von Assisi: Der stellte mit seiner radikalen Armut den Lebensstil der Mehrheit fundamental infrage. Damit inspiriere Franziskus bis heute, auch wegen seiner Naturmystik. Als der, der den Vögeln predigte, könnte er leicht «verniedlicht» werden. Dabei war Franziskus’ Mystik radikal.
Im Gespräch mit Volker Leppin fragt Judith Wipfler, was christliche Mystik so bleibend attraktiv macht, selbst im säkularen Zeitalter. Und weiter: Was ist Mystik überhaupt?
Gast in der Sendung: Volker Leppin (59) ist evangelisch-lutherischer Theologe und hat sich an der Universität Tübingen einen internationalen Namen gemacht. So krempelte Leppin die Lutherforschung um, indem er zeigte, wie stark der Reformator von der spätmittelalterlichen Mystik geprägt war. - Heute lehrt Leppin an der Yale University. In seinen Büchern geht er der Wirkung frühneuzeitlicher Mystik in Christentum und Gesellschaft nach.
Autorin: Judith Wipfler
Buchhinweis: Volker Leppin, Franz von Assisi. Ein unbequemer Heiliger, Herder Verlag 2026.
Musik im Podcast: Il cantico delle Creature - nach einem Text von Franz von Assisi, komponiert von Peter Appenzeller, gesungen vom Vokalensemble Cantaurora, produziert vom Tonstudio Lanz 2007. - Kriege und Gewalt weltweit. Mächtige setzen ihre Interessen rigoros durch. Im Gegensatz dazu plädiert der renommierte Soziologe Hans Joas für ein universales Ethos, welches das Wohl aller Menschen berücksichtigt.
Das universale Ethos habe seine Wurzeln in der griechischen Antike, in der jüdisch-christlichen Tradition und in Indien, China und Persien. Das zeigt Hans Joas in seinem eintausend Seiten starken Opus magnum mit dem Titel «Universalismus» auf. Der renommierte Sozialphilosoph plädiert für eine Haltung, die für alle Menschen gleichermassen einsteht, unabhängig von der eigenen Familie, Nation oder Religion und allen Herausforderungen zum Trotz.
In «Perspektiven» spricht Hans Joas auch darüber, warum Religionen und Kirchen, heilige Zeiten und Räume auch in Zukunft wichtig und eine Alternative zur weitverbreiteten Selbstoptimierung sind.
In der Sendung kommt zu Wort:
Hans Joas, geboren 1948 in München, ist Ernst-Troeltsch-Honorarprofessor für Religionssoziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er lehrte 25 Jahre lang an der University of Chicago. Zu seinen wichtigsten Werken zählen Die Entstehung der Werte, Glaube als Option und Die Macht des Heiligen.
Autor: Norbert Bischofberger
Buchhinweis:
Hans Joas: Universalismus, Weltherrschaft und Menschheitsethos, Suhrkamp, 2025. - «Für äusseren Frieden braucht es zuerst inneren Frieden», heisst es im Ranft. Wie aber finde ich zu innerer Ruhe, Stille und gar Frieden? Im Ranft – bekannt durch Bruder Klaus – führen verschiedene Wege dorthin: interreligiöse Meditation, Schweigeseminare, Yoga, Wandern-in-Stille, Friedensgebete.
In der Ranftschlucht bei Flüeli OW kommt vieles zusammen: Mächtige Natur, das Brausen des Bergbachs Melchaa, gotische Kirchlein und die Klause vom Schweizer Nationalheiligen Bruder Klaus. Das zieht Stille-Suchende unterschiedlichster Couleur an: von naturreligiösen bis zu traditionell katholischen Menschen.
Seit rund 600 Jahren, seit Bruder Klaus hier als Einsiedler Menschen beriet, ist der Ranft auch ein Hotspot politischer Friedensbewegungen.
In den 1980ern etwa unterstützten die Dorotheaschwestern den Bau eines Friedensdorfs durch die katholische Jugend. Sie nahmen in Flüeli Asylsuchende auf. Das Areal der Schwestern ist heute ein unabhängiges Mediationszentrum: Als «ZentrumRanft» ist es offen für interreligiöses Meditieren, für Stille- und Selbstfindungsseminare wie auch Yoga-Retreats. An den «Ranfter Gesprächen» sprechen Menschen über Spiritualität als Ressource für nachhaltige Umwelt- und Friedenssicherung.
Lassen sich im Ranft tatsächlich Stille und Frieden finden? Was macht die Mystik dieses «Kraftorts» aus? In ihrer Reportage begegnete Judith Wipfler Menschen, mit denen sie hier gar nicht gerechnet hätte.
Zu hören sind:
· Achtsamkeitstrainerin und Wanderleiterin Karin Breyer
· Dorotheaschwestern Rita und Charlotte
· Die Ukrainerin Marija Bereznitska, die im «ZentrumRanft» Zuflucht und Frieden fand.
· Pfr. Christoph Sigrist aus Zürich und der Blockflötist Hans-Jürgen Hufeisen.
· Meditationslehrerin und Präsidentin des «ZentrumRanft» Ursula Bründler Stadler
Autorin: Judith Wipfler
Wir wiederholen diesen Beitrag von 2024 am Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag 2026: Dann überträgt SRF einen Live-Gottesdienst aus der Bruder-Klaus-Wallfahrtskirche in Sachseln OW. - Es sind Klänge und Melodien, die unter die Haut gehen: Gizem Şimşek, Mara Miribung und Abélia Nordmann singen Lieder von Frauen, die am Bettrand von Lebenden und Sterbenden gewacht haben. Damit wollen sie auch einen Raum öffnen, in dem gemeinsam getrauert und Lebensfreude erlebt wird.
Das aktuelle Programm des Basler-Frauentrios «One’s for sorrow, two’s for joy» ist eine Hommage an jene Frauen, die oft unsichtbar Lebensübergänge begleiten: Hebammen, Ärztinnen, Klagefrauen oder «Hexen» - Frauen, die Momente des Glücks ebenso wie des Schmerzes und Verlustes mitgestalten.
Das machen auch die drei Musikerinnen von TRËİ mit ihren ganz unterschiedlichen Stimmen und kulturellen Hintergründen: Mit traditionellen Volksliedern aus Italien, Frankreich oder der Türkei und Eigenkompositionen schaffen sie einen Raum, in dem sich das Publikum berühren lässt von den existenziellen Themen des Menschseins. «Eigentlich ist es ein Ritual, wenn wir spielen und kein Konzert», hält Mara Miribung fest.
In «Perspektiven» sprechen die drei Frauen über ihre musikalische Arbeit, warum diese auch politisch sei und was wir von Klagefrauen lernen können.
Autorin: Léa Burger
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