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    Frauenpower im Kloster – das leise Ende einer Ära

    23.05.2026 | 28 Min.
    Religiöse Frauengemeinschaften haben sich seit dem 19. Jahrhundert für die Bildung insbesondere von Frauen eingesetzt. Frauen haben im Kloster eine berufliche Perspektive und eine sinnstiftende Tätigkeit gefunden. Eine Ära geht zu Ende.

    Sieben leibliche Schwestern haben das Kloster Baldegg im Kanton Luzern 1830 gegründet. Entstanden sind Bildungseinrichtungen, darunter fünf Schulen in Baldegg, Hertenstein, Sursee, St. Gallen und Bourguillon im Kanton Freiburg. Die Blütezeit des Ordens war in den 1960er Jahren, damals lebten 1060 Ordensfrauen im Kloster. Heute sind es noch 140 Schwestern. Der Nachwuchs bleibt aus.

    Die Baldegger Schwestern und andere religiöse Frauengemeinschaften haben für die Bildung von Frauen Pionierarbeit geleistet. Generationen von Frauen haben ihre Schulen besucht. Im 19. Jahrhundert noch stand die Schulbildung von Knaben im Vordergrund, Mädchen durften in ländlichen Gebieten gar nicht zur Schule, Frauen waren von höherer Bildung weitgehend ausgeschlossen. In Klöstern hingegen erhielten sie eine Ausbildung und eine berufliche Perspektive. Der Eintritt ins Kloster war die Möglichkeit für einen gesellschaftlichen Aufstieg: Eine Schwester konnte Leiterin einer Schule oder einer Gemeinschaft mit mehreren Hundert Mitschwestern werden.

    Nadja Bühlmann ist seit drei Jahren Generaloberin der Baldegger Schwestern. Bereits davor gehörte sie zum Leitungsteam der Gemeinschaft. In «Perspektiven» schaut sie auf die Geschichte ihres Klosters und zeigt, wie die Schwestern das Erbe ihres Klosters in Zukunft weiterführen wollen. Der Kirchenhistoriker Markus Ries erläutert, welchen Beitrag Klöster für die schweizerische Gesellschaft und insbesondere für die Bildung von Frauen geleistet haben.

    Autor: Norbert Bischofberger
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    Simone Weil – eine radikale Denkerin der Nächstenliebe

    16.05.2026 | 28 Min.
    Sie gehört zu den grossen Vergessenen des 20. Jahrhunderts: die französische Philosophin, Sozialaktivistin und Mystikerin Simone Weil. Eine einzigartige Denkerin, die im Sinne einer bedingungslosen Menschlichkeit mit ihrer Kritik auch vor eigenen Reihen nicht Halt machte.

    Der französische Philosoph Albert Camus nannte sie den einzigen grossen Geist unserer Zeit – trotzdem blieb Simone Weil vom Philosophie-Kanon weitgehend unbeachtet. Vielleicht, weil sie eine Frau war. Vielleicht, weil sie schon mit 34 Jahren starb. Vielleicht aber auch, weil sie partout in keine Schublade passen wollte.

    1909 in Paris in eine jüdisch-intellektuelle Familie geboren, wählte Simone Weil freiwillig ein Leben in Armut. Als überzeugte Linke engagierte sie sich vehement für die Arbeiterklasse, kritisierte jedoch gleichzeitig die Ideen von Marx und schon früh den stalinistischen Sozialismus. Sie war eine scharfsinnige Philosophin und hatte gleichzeitig einen zutiefst christlich-spirituellen Blick auf die Welt.

    Ihre Analysen über den Totalitarismus der 1930er Jahre, aber auch ihr radikaler Einsatz für Gerechtigkeit haben heute eine neue Dringlichkeit. Der Schweizer Künstler Thomas Hirschhorn etwa widmet Simone Weil in Genf aktuell einen ganzen Pavillon – eine «soziale Skulptur» – die ihren Geist über zwei Monate lang wieder aufleben lässt.

    Welche Kraft steckt bei Simone Weil in der Verbindung von Philosophie und Spiritualität? Und inwiefern kann ihr ethischer Kompass heute Orientierung für eine gerechtere Welt bieten? Diesen und weiteren Fragen geht diese «Perspektiven»-Sendung nach.

    In der Sendung kommen zu Wort:
    · Wolfram Eilenberger, Philosoph und Autor des Buches «Feuer der Freiheit» (Klett-Cotta 2022), in dem es u.a. um Simone Weils Biografie und Philosophie geht
    · Mae Bengert, Professorin an der HU Berlin für Literatur, Religion und Genderstudies und Mitglied des Simone-Weil-Denkkollektivs
    · Thomas Hirschhorn, Künstler

    Autor: Igor Basic
  • Perspektiven

    Grönlands Kirche trotzt dem Eis und den Übernahmegelüsten der USA

    13.05.2026 | 28 Min.
    Ihr Land sei nicht zu verkaufen, sagt Grönlands Bischöfin Paneeraq. Die lutherische Bischöfin ist selbst Inuit. SRF-Korrespondent Bruno Kaufmann erzählt von der Begegnung mit ihr und der grönländischen Kirche. Diese sei im noch so kleinsten Ort auf Grönland präsent und schaffe Zusammenhalt.

    Bischöfin Paneeraq Siegstad Munk verkörpert die Verbindung von indigener mit christlich-lutherischer Tradition. 90% der Menschen Grönlands sind hier Kirchenmitglieder. Wie wichtig die Kirche für Identität und Zusammenhalt sind, erzählt SRF-Nordeuropa-Korrespondent Bruno Kaufmann. Er bereist Grönland schon seit Jahrzehnten. Das plötzliche geopolitische «Interesse» an dem riesigen Gebiet im Norden überrascht ihn nicht. In Perspektiven erhält er Gelegenheit, mehr über die kulturellen und kirchlichen Prägungen der Region zu erzählen.

    Grönland erhalte durch die Weltgemeinschaft der Kirchen, dem ÖRK, viel Solidarität. Die wirke. Aber: Welche Wunden hat die christliche Mission im 19. Jahrhundert hinterlassen, da den Menschen dort das Trommeln verboten wurde?

    Eine Expedition in den hohen Norden.

    Autorin: Judith Wipfler
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    YouNews 2026: Im Zweifel für den Zweifel

    09.05.2026 | 31 Min.
    Ob Social Media, Radio oder Fernsehen:
    Vom 4. bis 10. Mai 2026 arbeiten und gestalten Jugendliche bei
    SRF mit.

    Unser Gast Micha Brandstetter gestaltet eine «Perspektiven»-Sendung zum Thema «Dem Zweifel auf der Spur». Wie geht Glauben? Wie geht Zweifeln? Wo zweifelt die Gläubige und wo glaubt die Atheistin? Eine Sendung mit der Theologin Christina Aus der Au und Freidenkerin Sonja Stocker.

    Gastautor: Micha Brandstetter
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    Ein Jahr Papst Leo XIV. – kommt da noch was?

    02.05.2026 | 28 Min.
    «Frieden» war sein erstes Wort, zuerst kaum beachtet. Seit der harschen Reaktion von US-Präsident Trump wird die Kriegskritik von Papst Leo XIV. nun weltweit gehört. Helena Jeppesen-Spuhler lobt ihn als «Friedenspapst», fordert aber mehr Tempo bei Frauen und Laien in der Kirchenleitung.

    In seinem Einstehen für Frieden, gegen Gewalt und Ausbeutung bleibt der erste panamerikanische Papst Leo XIV. beharrlich und unbeirrt von Seitenrufen aus Washington. Leo XIV., alias Robert Francis Prevost, geboren in den USA, ist als Augustiner-Mönch und Missionar ein wahrhaft katholischer Weltbürger.

    Bringt er auch innerhalb der römisch-katholischen Kirche die erhoffte Befriedung? Wie schaut es hier mit Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch aus? Hält Papst Leo XIV. sein Versprechen, den synodalen Weg weiterzugehen und so für mehr Machtteilung und Partizipation von Frauen und nicht Geweihten zu sorgen? Kommt da noch was?

    In Perspektiven sprechen:

    · Prof. Dr. Gregor Maria Hoff, Universität Salzburg: Spezialist für ökumenische Theologie und interreligiösen Dialog, Berater der deutschen Bischofskonferenz. Der römisch-katholische Theologieprofessor ist für seinen klaren, kritischen Ton bekannt und Autor des Buchs: «In Auflösung. Über die Gegenwart des römischen Katholizismus».

    · Prof. Dr. Stefanos Athanasiou: Griechisch-orthodoxer Erzpriester in der Schweiz, Theologieprofessor an der Universität München, Mitglied im Rat der Religionen der Schweiz. Er ist ein begehrter Dialogpartner im ökumenischen und interreligiösen Gespräch.

    · Helena Jeppesen Spuhler: stimmberechtigte Delegierte an den Weltsynoden in Rom, Mitarbeiterin im Schweizer Hilfswerk Fastenaktion. Sie kennt Papst Leo XIV. seit 2023. Ihr direkter Draht nach Rom und ihre tiefe Verwurzelung in der kirchlichen Arbeit in der Schweiz machen sie zu einer Schlüsselperson im synodalen Prozess in der Schweiz und international.

    Autorin: Judith Wipfler
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Perspektiven aufs Leben. Der wöchentliche Podcast von SRF Kultur rund um Religion, Spiritualität und Ethik. Hier haben Glaube, Zweifel und Hoffnung Platz. Wir erzählen, erklären, debattieren und sinnieren. Immer nah am Menschen und den grossen Fragen auf der Spur.
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