30 Episoden
- MicrobeThingsMacro - Mikroben ganz groß! wird ein Jahr alt! Um das zu feiern, möchte ich in dieser kurzen Sonderfolge einen Blick zurück in das vergangene Jahr werfen und darauf schauen, was vielleicht noch auf uns zukommt. Danke an alle treuen Hörerinnen und Hörer, ihr habt es möglich gemacht, dass es dieses Projekt auch heute noch gibt!
Hier findet ihr das Interview im Wirkstoffradio:
https://wirkstoffradio.de/2026/08/09/wsr097-elektrometabolische-signaluebertragung-in-bacillus-subtilis-biofilmen-interview-mit-celina-thiel/
Weitere genannte Folgen:
Folge 01 - Streptomyces coelicolor
https://www.podcast.de/episode/693810660/mtm-01-streptomyces-coelicolor
Folge 20 - Caballeronia insecticola
https://www.podcast.de/episode/703961384/mtm-20-caballeronia-insecticola
Folge 17 - Magnetospirillum gryphiswaldense
https://www.podcast.de/episode/703106624/mtm-17-magnetospirillum-gryphiswaldense
Folge 19 - Escherichia coli
https://www.podcast.de/episode/703696476/mtm-19-escherichia-coli
Kapitel
00:00 - Intro und Begrüßung
01:20 - Rückblick
03:40 - Die meistgehörten Folgen
07:41- Wie eine Folge entsteht
08:52 - Wisspod und mein Interview im Wirkstoffradio
10:26 - Ausblick
11:28 - Verabschiedung
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Hinterlasse gerne eine Bewertung auf Spotify oder Apple Podcasts – das hilft, mehr Menschen für die Welt der Mikroben zu begeistern. - Wenn wir an Bakterien denken, geht es oft um Einzeller, die als Einzelgänger in der Gegend herumschwimmen. Viele Bakterien sind aber viel mehr als das und entwickeln in der Gemeinschaft beeindruckende Fähigkeiten. So ist es auch bei Myxococcus xanthus, dem Bakterium, um das es in dieser Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! gehen soll. Als bakterielles Wolfsrudel machen tausende von Zellen gemeinsam Jagd auf andere Bakterien und zersetzen sie durch einen Cocktail antimikrobieller Substanzen. Und auch wenn die Nahrung knapp wird setzt, Myxococcus auf Kooperation statt Einzelgängertum – und dass ganz ohne, dass es einen Anführer gibt, sondern nur durch Stigmergie.
Kapitel
00:00 – Intro
02:20 – Das bakterielle Wolfsrudel auf Mikrobenjagd
05:55 – Zusammenarbeit ohne Anführer – Stigmergie
07:31 – A- und S-Motilität, abenteuerliche und soziale Arten der Fortbewegung
09:55 – Fruchtkörperbildung bei Nahrungsmangel
12:18 – Fazit und Verabschiedung
Was ihr in dieser Folge lernen konntet…
M. xanthus ernährt sich von anderen Bakterien. Dafür gehen tausende von Zellen gemeinsam auf die Jagd. Sie können ihre Beute sogar bespitzeln und dann gezielt mit antimikrobiellen Substanzen töten und auflösen.
Stigmergie beschreibt ein Konzept, bei dem die Umwelt durch einzelne Mikroben so verändert wird, dass die anderen Mikroben dadurch eine Handlungsanweisung bekommen. Schwimmt eine Mikrobe in eine Richtung, hinterlässt sie eine Spur, der andere folgen können. Schwimmt eine Zelle los, folgt die benachbarte in die selbe Richtung. So entsteht ein dezentral organisierter Schwarm.
Bei Nahrungsmangel bildet M. xanthus Fruchtkörper aus. Dafür werden einige Zellen zu Sporen, die besonders resistent sind und in den Fruchtkörpern geschützt ausharren, bis es wieder mehr Nahrung gibt. Andere bleiben aktiv auf Nahrungssuche, während die meisten absterben und selbst zur Nahrung werden.
Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.
Links & weitere Infos
Pressemitteilung Mikrobe des Jahres 2020
Beebe, J.M. (1941) , Journal of Bacteriology, 42(2), S. 193–223.
Berleman, J.E. und Kirby, J.R. (2009), FEMS microbiology reviews, 33(5), S. 942–957.
Contreras-Moreno, F.J. u. a. (2024), Frontiers in microbiology, 15, S. 1339696.
Kearns, D.B. und Shimkets, L.J. (2001), Trends in Microbiology, 9(3), S. 126–129.
Lloyd, D.G. und Whitworth, D.E. (2017), Frontiers in Microbiology, 8.
Müller, S. u. a. (2015), Applied and Environmental Microbiology, 81(1), S. 203–210.
Thiery, S. und Kaimer, C. (2020), Frontiers in Microbiology, 11, S. 2.
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Hinterlasse gerne eine Bewertung – das hilft, mehr Menschen für die Welt der Mikroben zu begeistern. - Von Deutschland nach Island, in den Krater des Vulkans Snaefellsjökull, durch tiefe Höhlen und unterirdische Meere, durch einen Lavastrom auf Stromboli – diesen Weg legen die Protagonisten in Jules Vernes „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ zurück. Die Mikrobe um die es in dieser Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! hat es zwar nicht ganz zum Mittelpunkt der Erde geschafft, harrt aber in 1.5 bis 3 km Tiefe unter der Erdkruste in vollkommener Dunkelheit und Abwesenheit von Sauerstoff aus. Die Rede ist von Desulforudis audaxviator, benannt nach dem „wagemutigen Reisenden“ aus einer Inschrift aus Jules Vernes Roman, einer Mikrobe, die ein außergewöhnliches Ökosystem auf nur einem Genom vereint.
Kapitel
00:00 – Intro
00:37 – Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
02:33 – Desulforudis audaxviator – Erstbeschreibung und Benennung
05:33 – Leben in der Dunkelheit – Wie sich D. audaxviator an seine Nische angepasst hat
09:03 – Ein ganzes Ökosystem auf einem Genom
10:18 – D. audaxviator als lebendes Mikrofossil
12:10 – Fazit und Verabschiedung
Was ihr in dieser Folge lernen konntet…
„Descende, audax viator, et terrestre centrum attinges“ lautet eine Inschrift in Jules Vernes „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde. Nach dem audax viator, dem wagemutigen Reisenden ist auch eine Mikrobe genannt. Desulforudis audaxviator lebt in 1.5 bis 3 km Tiefe unter der Erdoberfläche in kompletter Abwesenheit von Licht, Sauerstoff und organischen Materialien.
Auf dem Genom von D. audaxviator sind alle Proteine codiert, die es braucht, um Energie zu gewinnen, gezielt zu Nährestoffen zu navigieren, Kohlenstoff und Stickstoff aus der nährstoffarmen Umgebung zu ziehen. Für Forschende ein spannendes Beispiel für ein Ökosystem, in dem sich nur eine lebendige Komponente befindet, die ganz alleine überlebensfähig ist.
In den vergangenen 165 Millionen Jahren hat sich am Genom dieses Mikroorganismus wenig geändert, auch wenn Populationen sich teilweise fast auf gegenüberliegenden Seiten der Erde befinden – ein echtes Erfolgsrezept also.
Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.
Links & weitere Infos
Chivian, D. u. a. (2008), Science, 322(5899), S. 275–278.
Karnachuk, O.V. u. a. (2019), The ISME Journal, 13(8), S. 1947–1959.
Lindsay, M.R. u. a. (2024), Proceedings of the National Academy of Sciences, 121(15), S. e2309636121.
Becraft, E.D. u. a. (2021), The ISME Journal, 15(10), S. 2830–2842.
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Hinterlasse gerne eine Bewertung – das hilft, mehr Menschen für die Welt der Mikroben zu begeistern. - Mikroben sind ja bekanntlich klein – sehr klein sogar. Aber was ist eigentlich die kleinste Mikrobe der Welt? Diese Frage kann ich in dieser Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! nicht beantworten. Ihr könnt mich aber zumindest bei der Recherche begleiten und von den spannenden Geschichten hören, über die ich bei der Suche nach der kleinsten Mikrobe gestolpert bin. Beispielsweise, die Geschichte, wie aus einer Mikrobe mit einem winzigen Genom, Mycoplasma genitalium, ein synthetischer Mikroorganismus wurde, der neben JCVI-syn1.0 oder Mycoplasma laboratorium eben auch den Namen Synthia trägt.
Kapitel
00:00 – Intro
01:24 – Die Jagd nach der kleinsten Mikrobe
04:21 – Leben am Minimum
05:33 – M. genitalium – Minimikrobe mit Minigenom
08:44 – Der Weg zum Minimalgenom
10:24 – Die Geburtstunde von Synthia
14:03 – Fazit und Verabschiedung
Was ihr in dieser Folge lernen konntet…
Die Frage nach der kleinsten Mikrobe der Welt ist unglaublich schwer zu beantworten. Bei so kleinen Größenordnungen stoßen wir schnell an die Grenzen dessen, was noch als Lebewesen zählt
Das kleinste bislang bekannte und anerkannte Bakterium ist Mycoplasma genitalium. Mit nur 300 nm Durchmesser ist es etwa 10-fach kleiner als E. coli und hat ein winziges Genom von nur knapp 600.000 Basenpaaren.
Forschende um J. Craig Venter erzeugten auf Basis von M. genitalium den synthetischen Organismus JCVI-syn1.0 oder M. laboratorium Synthia. Sie ermittelten, welche Gene das Bakterium zum Überleben braucht, und konstruierten nur aus diesen ein Genom. Damit gelang es ihnen, einen überlebensfähigen synthetischen Organismus zu schaffen.
Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.
Links & weitere Infos
Übersichtsartikel zu kleinen Mikroorganismen
Velimirov, B. (2001), Microbes and Environments, 16(2), S. 67–77.
Martel, J. und Young, J.D.-E. (2008), PNAS, 105(14), S. 5549–5554.
Glass, J.I. u. a. (2017), Cold Spring Harbor Perspectives in Biology, 9(12), S. a023861.
Mycoplasma, Carsonella und Nanoarcheum
Waites, K.B. und Bébéar, C. (2023), ClinMicroNow. John Wiley & Sons, Ltd, S. 1–23.
Nakabachi, A. u. a. (2006), Science, 314(5797), S. 267–267.
Huber, H. u. a. (2002), Nature, 417(6884), S. 63–67.
Zum Genom von Mycoplasma und der Konstruktion von Synthia
Fraser, C.M. u. a. (1995), Science, 270(5235), S. 397–404.
Glass, J.I. u. a. (2006), PNAS, 103(2), S. 425–430.
Gibson, D.G. u. a. (2010), Science, 329(5987), S. 52–56.
Hutchison, C.A. u. a. (2016), Science, 351(6280), S. aad6253.
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Hinterlasse gerne eine Bewertung - Ohne sie gäbe es kein Pils, kein Helles und kein Märzen: Saccharomyces pastorianus – auch bekannt unter ihrem historischen Namen Saccharomyces carlsbergensis – ist die wohl bedeutendste Bierhefe der Welt. In dieser Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! geht es um die Geschichte ihrer Entdeckung und die Entstehung des Lagerbiers. Und wer sich schon immer mal gefragt hat, was eigentlich obergärige und untergärige Biere sind, wie alkoholfreie Biere hergestellt werden oder was der Unterschied zwischen alkoholfrei und 0,0% auf dem Etikett bedeutet, findet hier die Antwort!
Kapitel
00:00 – Intro
02:54 – Eine kurze Geschichte der Braukultur
07:15 – Obergärige vs. untergärige Biere
09:45 – S. carlsbergensis – ein ungewöhnliches Hybrid
11:16 – Carlsberg Original 1883 Rebrew
12:22 – Herstellung alkoholfreier Biere
17:06 – Zusammenfassung und Fazit
Was ihr in dieser Folge lernen konntet…
S. carlsbergensis ist eine der bedeutendsten Bierhefen der modernen Braukultur. Als Hybrid aus S. cerevisiae und der in Patagonien gefunden S. eubayanus, ist diese Hefeart für die Fermentation untergäriger Biere verantwortlich.
Erstmals isoliert wurde die Hefe 1883 durch Emil Christian Hansen im Labor der Carlsberg Brauerei in Kopenhagen. Er nannte die Mikrobe 1908 S. carlsbergensis, eigentlich trug sie aber bereits den Namen S. pastorianus, der heute noch die offiziell anerkannte Bezeichnung ist.
Obergärige Hefen bleiben in Sprossverbänden zusammen und erhalten durch die Kohlensäure Auftrieb, schwimmen im Brauansatz also oben, während untergärige Hefen eher zur Sedimentation neigen. Durch unterschiedliche Fermentationstemperaturen unterscheiden sich die Geschmacksprofile teils deutlich.
Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.
Links & weitere Infos
Historischer Rückblick
Barnett, J.A. und Barnett, L. (2011) Yeast research: a historical overview. ASM press.
Allgemeines zu Brauhefen
Boulton, C. und Quain, D. (2013) Brewing Yeast and Fermentation. John Wiley & Sons.
Gibson, B.R. a. (2013), Yeast, 30(7), S. 255–266.
Entwicklung und Genetik von S. carlsbergensis
Gallone, B. a. (2018), Current Opinion in Biotechnology, 49, S. 148–155.
Hutzler, M. a. (2023), FEMS Yeast Research, 23, S. foad023.
Libkind, D. a. (2011), Proceedings of the National Academy of Sciences, 108(35), S. 14539–14544.
Nakao, Y. a. (2009), DNA Research, 16(2), S. 115–129.
Historisches Re-Brew-Projekt
Newsroom » Carlsberg Research Lab Rebrews the Father of Quality Beers « Carlsberg Group
Alkoholarme und alkoholfreie Biere
Brányik, T. a. (2012), Journal of Food Engineering, 108(4), S. 493–506.
Weitere Bildung Podcasts
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Über MicrobeThingsMacro - Mikroben ganz groß!
MicrobeThingsMacro - Mikroben ganz groß! ist ein Podcast, in dem wir in die Welt der Mikroben eintauchen und uns von ihr begeistern lassen wollen. Folge für Folge nehmen wir uns einen Mikroorganismus vor, der durch einen besonderen Namen, eine lustige Geschichte oder eine spannende Fähigkeit hervorsticht und schauen uns an, was ihn so faszinierend macht! Kommt mit auf eine Reise in eine Welt, die für das bloße Auge unsichtbar und doch omnipräsent ist.
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