Begriffe wie „Trigger“, „toxisch“, „Narzissmus“ oder „Trauma“ tauchen überall auf – auf Social Media, in Beziehungen, im Freundeskreis. Aber was passiert eigentlich, wenn wir anfangen, jedes Gefühl zu psychologisieren? Und hilft Therapie uns wirklich dabei, freier zu werden – oder manchmal auch nur dabei, in einer kranken Gesellschaft besser zu funktionieren?
In dieser „laut gedacht“-Folge spreche ich mit meiner Freundin Olivia Acar, die als Psychotherapeutin arbeitet, über genau diese Fragen. Ausgangspunkt sind persönliche Erfahrungen und Beobachtungen aus ihrem Arbeitsalltag: Menschen mit Burnout, Depressionen oder Angststörungen, die das Gefühl haben, mit ihnen stimme etwas nicht – obwohl ihr Leiden oft eng mit gesellschaftlichen Bedingungen zusammenhängt.
Wir sprechen darüber, weshalb viele Menschen Scham empfinden, wenn sie nicht mehr „funktionieren“, und was Erich Fromm mit der „Pathologie der Normalität“ meinte. Außerdem geht es um “Therapy Talk” und die Frage, ob therapeutische Sprache uns manchmal eher dabei hilft, Gefühle zu verwalten statt sie wirklich zu erleben.