20 Episoden
TradWives, Antifeminismus und Autoritarismus – Autoritarismus und Geschlecht Takeover Folge 5
27.10.2026 | 56 Min.In dieser Folge interviewen Studentinnen Johanna Christ und Bianca Walter Soziologe Adrian Otto vom Sigmund-Freud-Institut im Rahmen des “Autoritarismus und Geschlecht” Take-Overs. Sie untersuchen die kontemporäre TradWife-Bewegung vor dem Hintergrund der Überschneidung von Antifeminismus und Autoritarismus, der “Naturalisierung” von Weiblichkeit und der Widersprüchlichkeit von traditionellen Frauenrollen und Unternehmertum. Die Inszenierungen von TradWives als Ausweg aus der neoliberalen Gesellschaft und der Doppelbelastung von Frauen werden untersucht. Außerdem werden die abwesenden Männer im TradWife-Content, die Rolle von Provinzialität in TradWifery und die gesellschaftlichen Implikationen des TradWife-Trends thematisiert.
Verantwortlich für Produktion und Inhalt dieser Folge sind die Podcasterinnen.
Literatur:
Beck, C., & Lakkala, E. (2025). Rewriting femininity: tradwives, visual aesthetics of class, and politics of remembrance. FEMINA POLITICA – Zeitschrift Für Feministische Politikwissenschaft, 34(1–2025), 64. https://doi.org/10.3224/feminapolitica.v34i1.06
Becker-Schmidt, R. (1987). Die doppelte Vergesellschaftung – die doppelte Unterdrückung: Besonderheiten der Frauenforschung in den Sozialwissenschaften. In L. Unterkircher, & I. Wagner (Hrsg.), Die andere Hälfte der Gesellschaft (S. 10–25). Verlag des Österreichischen Gerwerkschaftsbundes.
Institut für Sozialforschung (Hg.), WestEnd 1/2021: Destruktivität und Regression im Rechtspopulismus (2021), Campus Frankfurt / New York, 60486 Frankfurt/Main, ISBN: 9783593446752 ISSN: 1860-2177
King, V., Busch, K., Simoni, M., & Sutterlüty, F. (2023). Triumph des Misstrauens. PSYCHE, 77(12), 1049–1073. https://doi.org/10.21706/ps-77-12-1049
Rösch, V. (2025). TradWives: Antifeminismus und die Ikonisierung von Provinzialität in den sozialen Medien. In J. Niendorf, F. Kalkstein, H. Rodemerk & C. Höcker (Hrsg.), Antifeminismus und Provinzialität. Zur autoritären Abwehr von Emanzipation (S. 193–211). Transcript.Die Anschlussfähigkeit von Deepfakes an patriarchale & faschistische Gesellschaftsentwürfe – Autoritarismus und Geschlecht Takeover Folge 4
13.10.2026 | 40 Min.Deepfakes sind künstlich erzeugte oder manipulierte Medien, die mithilfe generativer Künstlicher Intelligenz erstellt werden. Beginn 2026 erreichte das Erstellen von sexualisierten Deepfakes, also das Erstellen von Videos oder Bildern, in denen Personen ohne ihr Einverständnis in sexualisierter Weise dargestellt werden, auf der Plattform X durch die KI Grok ein bisher ungekanntes Ausmaß. Im März 2026 werden die Vorwürfe von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen, der ihr jahrelang digitale sexualisierte Gewalt durch Deepfakes zugefügt haben soll, publik.
Kurz zuvor habe ich mit Joseph Barla ein Gespräch über die Anschlussfähigkeit generativer KI-Technologien an patriarchale sowie faschistische Gesellschaftsentwürfe gesprochen. Sexualisierte Deepfakes sind digitale vergeschlechtlichte Gewalt, die der Demütigung sowie sozialen Kontrolle über den weiblich gelesenen Körper dienen. Bei der Möglichkeit zum Erstellen von sexualisierten Deepfakes mit KI, handelt es sich nicht um Fehlfunktionen einzelner Technologien, sondern um eine bewusst geschaffene Gewaltinfrastruktur, die patriarchalen sowie faschistischen Zwecken zugutekommt. Darüber und wie Tech-Eliten, die sogenannte Manosphere sowie die Neue Rechte miteinander verknüpft sind, sprechen wir in dieser Folge Talk Social Science to Me.
Verantwortlich für Produktion und Inhalt dieser Folge ist die Podcasterin.
Shownotes:
Bist du von digitaler Gewalt betroffen? Dann kannst du dich u.a. an die gemeinnützige Organisation HateAid wenden: https://hateaid.org/
Literaturverzeichnis:
AI Forensics, Hrsg. 2026. „Grok Unleashed. Grok Generating Flood of Sexualized Images of Women, Including Minors, and Extremist Propaganda“. https://aiforensics.org/uploads/GrokUnleashed.pdf [letzter Aufruf: 27.03.2026].
Amlinger, Caroline, & Nachtwey, Oliver. 2025. Zerstörungslust: Elemente des Demokratischen Faschismus (4. Aufl). Suhrkamp.
Herzog, Dagmar. 2025. Der neue faschistische Körper. Wirklichkeit Books.
Klein, Rahel. 2026. "Wenn Musks KI dich auszieht". Deutschlandfunk Nova, Januar 09. https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/grok-wenn-musks-ki-dich-auszieht [letzter Aufruf: 27.03.2026].
Lewis, Becca. 2025. „‘Headed for Technofascism’: The Rightwing Roots of Silicon Valley“. The Guardian, Januar 29. https://www.theguardian.com/technology/ng-interactive/2025/jan/29/silicon-valley-rightwing-technofascism [letzter Aufruf: 27.03.2026].
McIntosh, Janet. 2025. „From Pajama Boy to Pepe the Frog: Power, Essentialism, and the Nation-State in the Manosphere“. Journal of Right-Wing Studies 2(2).
Mühlhoff, Rainer. 2025. „Künstliche Intelligenz und der neue Faschismus“. Ditzingen: Reclam Verlag.
Steyerl, Hito. 2025. Medium Hot: Images in the Age of Heat. London: Verso Books.‘Girl I’m Slipping Under’: Über “toxische Weiblichkeit” und patriarchale Komplizenschaft – Autoritarismus und Geschlecht Takeover Folge 3
29.09.2026 | 24 Min.Ein Podcast von Lucie Jankovic.
Wir alle kennen sie, die Debatten um toxische Männlichkeit, doch ist es für den feministischen Diskurs langsam an der Zeit, das Geschlecht zu wechseln? Die Autorin Sophia Fritz gibt in ihrem Essay "Toxische Weiblichkeit" (2024) Antwort auf die Fragen, wann und warum das gelernte Verhalten weiblicher Sozialisierung destruktive Züge annehmen kann – destruktiv für die Person selbst, für die Personen in ihrem Umfeld, aber vor allem für den emanzipatorischen Kampf gegen das Patriarchat. Hier ist Selbstbefragung vielleicht der erste Schritt auf dem Weg zu gesamtgesellschaftlicher Veränderung. Allerdings zeigen sich bei näherer Betrachtung der von Fritz gezeichneten weiblichen Komplizenschaft auch erhebliche Schwächen im Essay, auf die es einzugehen gilt. Und wo ist eigentlich das Politische hin verschwunden?
Verantwortlich für Produktion und Inhalt dieser Folge ist die Podcasterin.
Shownotes
Credits:
Hannah Schmid als Sophia Fritz
Niklas Kegel als Hartmut Rosa
Musik by Vincent
Literaturverzeichnis:
Blome, Titus/Hüchtker, Jolinde (2026): Hartmut Rosa. Welchen Spielraum haben wir noch?, DIE ZEIT, https://www.zeit.de/2026/03/hartmut-rosa-soziologe-handeln-spielraum-resonanz-digitalisierung [zuletzt am 08.03.2026].
Butler, Judith (2025): Wer hat Angst vor Gender?, Berlin: Suhrkamp.
Flaßpöhler, Svenja (2018): Die potente Frau. Für eine neue neue Weiblichkeit, Berlin: Ullstein.
Fritz, Sophia (2025): Toxische Weiblichkeit, Berlin: Ullstein.
Guralnik, Orna (2016): Sleeping Dogs. Psychoanalysis and the Socio-Political, in: Psychoanalytic Dialogues, 26/6, 655-663.
Jung, Tilo (2026): Philosophin Eva von Redecker über den neuen Faschismus, Jung & Naiv, https://www.youtube.com/watch?v=5J13r4WxCDw&t=4818s, 00:51:41-00:56:38 [zuletzt am 08.03.2026].
Mouffe, Chantal (2018): Das demokratische Paradox, Wien/Berlin: Turia + Kant. Theweleit, Klaus (1980): Männerphantasien 1. Frauen, Fluten, Körper, Geschichte, Hamburg: Rowohlt.Antifeminismus und Antisemitismus: Verschränkungen moderner Ressentiments – Autoritarismus und Geschlecht Takeover Folge 2
15.09.2026 | 52 Min.Diese Folge widmet sich der Frage, warum antifeministische und antisemitische Denkmuster in autoritären und rechten Bewegungen häufig zusammenwirken. Ausgehend von aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen – einem spürbaren Rechtsruck und der zunehmenden Normalisierung autoritärer Positionen – werden beide Phänomene zunächst getrennt betrachtet, bevor ihre strukturellen Gemeinsamkeiten herausgearbeitet werden.
Der erste Teil beleuchtet Antisemitismus als Projektionsleistung, bei der gesellschaftliche Widersprüche externalisiert werden, sowie als modernes Phänomen, das sich zunehmend über Codes und Chiffren äußert. Der zweite Teil widmet sich Antifeminismus als politischer Ideologie gegen gesellschaftliche Gleichstellung und Geschlechteremanzipation, mit besonderem Fokus auf Männlichkeitsvorstellungen und die vielzitierte „Krise der Männlichkeit“.
Im weiteren Verlauf wird gezeigt, wie beide Ressentiments auf ähnlichen psychischen Mechanismen beruhen – Projektion, Ambivalenzabwehr, das Bedürfnis nach klaren Ordnungen – und wie sie sich in aktuellen Verschwörungsnarrativen wie „Kulturmarxismus“ oder dem „Großen Austausch“ verbinden.
Verantwortlich für Produktion und Inhalt dieser Folge ist die Podcasterin.
Literatur zum Thema
Blumenthaler, L. (2021, 3. Mai). Zum Verhältnis von Antisemitismus und Antifeminismus. Amadeu Antonio Stiftung. https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/zum-verhaeltnis-von antisemitismus-und-antifeminismus-69135/
Brown, W., Gordon, P. E., & Pensky, M. (2018). Neoliberalism’s Frankenstein. In W. Brown, P. E. Gordon & M. Pensky (Eds.), Authoritarianism: Three inquiries in critical theory (pp. 7 44). University of Chicago Press.
Bundeszentrale für politische Bildung – bpb. (o. J.). Moderner Antisemitismus. https://www.bpb.de/themen/antisemitismus/dossier-antisemitismus/was-heisst-antisemitismus/glossar-antisemitismus/559888/moderner-antisemitismus/
Decker, O., Kiess, J., Heller, A., & Brähler, E. (2022). Antisemitismus als individuelles Ressentiment und gesellschaftliches Sediment – empirische Befunde. In O. Decker, J. Kiess, A. Heller & E. Brähler (Hrsg.), Autoritäre Dynamiken in unsicheren Zeiten: Neue Herausforderungen – alte Reaktionen? Leipziger Autoritarismus-Studie 2022 (S. 197–220). Psychosozial-Verlag.
Fetz, S. (2024). Antifeminismus und Antigenderismus. In C. M. Klapeer, J. Leinius, F. Martinsen, H. Mauer & I. Nüthen (Hrsg.), Politik und Geschlecht: Perspektiven der politikwissenschaftlichen Geschlechterforschung (S. 181–191). Verlag Barbara Budrich.
Fachstelle Entschwörung. (2026, 16. Februar). Mythenbildung statt Transparenz: Die Debatte um die Epstein Files. Amadeu Antonio Stiftung. https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/mythenbildung-statt-transparenz-die-debatte-um-die-epstein-files-159573/
Hessel, F., & Misiewicz, J. (2020). Antifeminismus und Antisemitismus in der Gegenwart: Eine Fallanalyse zu Verschränkung und kultureller Codierung. In Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (Hrsg.), Wissen schafft Demokratie: Schwerpunkt Antisemitismus (Bd. 8, S. 168–179). Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft.
Hermann, M. (2020). Antimoderner Abwehrkampf: Zum Zusammenhang von Antisemitismus und Antifeminismus. In Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (Hrsg.), Wissen schafft Demokratie: Schwerpunkt Kontinuitäten (Bd. 7, S. 26–35). Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft.
Kalkstein, F., Pickel, G., & Niendorf, J. (2024). Antifeminismus und Antisemitismus – eine autoritär motivierte Verbindung? In O. Decker, J. Kiess, A. Heller & E. Brähler (Hrsg.), Vereint im Ressentiment: Autoritäre Dynamiken und rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2024 (S. 161–178). Psychosozial-Verlag.
Kracher, V. (2021, 6. Juli). Ideologie: Was Transfeindlichkeit mit Antisemitismus zu tun hat. Belltower.News. https://www.belltower.news/ideologie-was-transfeindlichkeit-mit-antisemitismus-zu-tun-hat-118187/
Landesamt für Verfassungsschutz Sachsen. (2024). Antisemitische Chiffren und Codes [PDF]. https://www.verfassungsschutz.sachsen.de/download/Antisemitische_Chiffren_und_Codes.pdf
Müller, R. (2019). Ressentiment und Faschismus. weiter denken. Journal für eine kritische Gesellschaftsanalyse, Nr. 2/2019. https://weiter-denken-journal.de/herbst_2019_faschistische_versuchungen/Ressentiment_und_Faschismus.php
Pfahl-Traughber, A. (2007, 24. Juli). Ideologische Erscheinungsformen des Antisemitismus. Bundeszentrale für politische Bildung. https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/30327/ideologische-erscheinungsformen-des-antisemitismus/
Salzborn, S. (2022). Antisemitismustheorien. Springer VS.
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