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Der SONNTAG
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  • Heiligenschein

    11. Oktober: Johannes XXIII.

    11.10.2026 | 1 Min.
    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.

    „Man kann mit einem Hirtenstab in der Hand heilig werden, aber genauso auch mit einem Besen.“ Nur einer kommt als Autor dieses Zitats in Frage: Papst Johannes XXIII., die berühmte Anekdotenschleuder mit Tiefgang. Das Leben hatte ihn so geformt.

    Angelo Roncalli – Vom Bauernsohn zum Diplomaten
    Er wurde 1881 als Angelo Roncalli bei Bergamo in eine große Bauernfamilie geboren und mit 23 Jahren Priester. Er arbeitete unter anderem als Bischofssekretär und am Priesterseminar. Dann aber wurde der liberale Priester für 20 Jahre als Diplomat auf den Balkan abgeschoben. Dort wurde ihm der Dialog mit anderen Konfessionen und Religionen sehr wichtig, und im Krieg rettete er Tausende Juden.

    Johannes XXIII. – Ein Papst im Aufbruch
    Schließlich wurde Angelo Roncalli mit 72 Patriarch von Venedig. Als er fünf Jahre später zum Papst gewählt wurde, war klar, dass er aufgrund seines Alters nur ein Übergangspapst werden würde. Was stimmte, denn er markierte den Übergang der Kirche in ein anderes Zeitalter. Als erster Papst seit 1870 verließ er den Vatikan, um Besuche zu machen, beendete in Italien die Exkommunikation der Kommunisten, schaffte den Fußkuss und die drei Verbeugungen bei Privataudienzen ab, gründete das Sekretariat für die Einheit der Christen und suchte Kontakt zu Juden und Muslimen.

    Johannes XXIII. – Sein Vermächtnis
    Sein größtes Werk war aber die Einberufung des Zweiten Vatikanischen Konzils. Acht Monate nach der Eröffnung, am 3. Juni 1963, starb Johannes XXIII. an Krebs. Das Konzil jedoch ging in seinem Sinn weiter.

    Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4
    Erhältlich im ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠Webshop des Wiener Dom-Verlags⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠.
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    1. Oktober: Thérèse von Lisieux

    01.10.2026 | 1 Min.
    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.
    Es gibt die große Heilige Teresa, und die kleine. Mit der Körpergröße hat das wohl nichts zu tun, eher damit, dass die große, die von Avila, über viele Jahre in ihrem Orden, dem Karmel, wirkte, die kleine, die ebenfalls Karmelitin war, aber nur wenige Jahre und auf anderer Ebene.

    Thérèse von Lisieux – Kindheit und Familie
    Thérèse von Lisieux, wie man sie heute nennt, kam 1873 als Marie-Françoise Martin in der Normandie in Frankreich zur Welt. Sie war das neunte Kind einer besonderen Familie: Ihre Eltern wurden 2008 seliggesprochen, und drei ihrer vier Schwestern wurden ebenfalls Karmelitinnen. Mit nur vier Jahren verlor Thérèse ihre Mutter. Vielleicht war das ausschlaggebend für die besondere Liebe, die sie zur Gottesmutter entwickelte. Bereits mit 13 wollte sie in Lisieux in den Karmel eintreten, wo schon zwei ihrer Schwestern lebten. Doch sie war noch zu jung. Nicht einmal der Papst erteilte ihr die Erlaubnis. Sie musste warten, bis sie 15 war.

    Der „kleine Weg“
    Im Kloster nahm sie den Namen ihrer Ordensgründerin Teresa an. Thérèse selbst sprach vom „kleinen Weg“, den sie ging: Gott im Alltag zu lieben. Sie lebte völlig zurückgezogen in Klausur.

    Thérèse von Lisieux – Eine Heilige für die Welt
    Thérèse starb mit nur 24 Jahren am 30. September 1897 an Tuberkulose. Berühmt wurde sie erst nach ihrem Tod, als ihre Autobiografie, die sie auf Anordnung ihrer Priorin verfasst hatte, veröffentlicht und in weiterer Folge in über 50 Sprachen übersetzt wurde. 1925 wurde Thérèse heiliggesprochen, 1997 zur Kirchenlehrerin erhoben. Lisieux ist heute nach Lourdes der zweitgrößte Wallfahrtsort Frankreichs mit jährlich fast zwei Millionen Pilgern.

    Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4
    Erhältlich im ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠Webshop des Wiener Dom-Verlags⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠.
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    24. September: Rupert von Salzburg

    24.09.2026 | 1 Min.
    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.
    Salzburg feiert die nächsten 5 Tage den jährlichen Rupertikirtag. Rupert, der Bischof aus dem 8. Jahrhundert, der als Gründer Salzburgs bezeichnet wird, ist der Patron der Stadt und des Landes Salzburg und hat auch in der Erzdiözese Wien Spuren hinterlassen. Über seine Herkunft kann nur spekuliert werden. Jedenfalls war er Bischof von Worms in Rheinland-Pfalz. 696 erhielt er den Auftrag zur Mission in ganz Bayern, und das umfasste damals auch Teile Österreichs.
    Vom Missionar zum Gründer Salzburgs
    Rupert fuhr bis an die Grenze des Herrschaftsgebietes, nämlich Lorch und weiter nach Salzburg, das ihm Herzog Theodo schenkte, eine durch die Völkerwanderung weithin verwüstete Ruinenstadt. Außerdem erhielt er Salzquellen in Bad Reichenhall. Die wurden die wirtschaftliche Grundlage für den Neubeginn. Nach diesem Salz wurde auch die Befestigung auf dem Nonnberg und später die gesamte Siedlung benannt - Salzburg.
    Rupert half der Bevölkerung beim Wiederaufbau der Stadt. Außerdem gründete er das Männerkloster Sankt Peter, wo er Abt wurde und das Frauenkloster am Nonnberg. Beide sind heute die ältesten noch bestehenden im deutschen Sprachraum. Auch die Orte Seekirchen am Wallersee und Bischofshofen gehen auf Rupert zurück.

    Ruperts Vermächtnis bis heute
    Rupert starb vermutlich am 27. März 718, wahrscheinlich in Worms. Sein Gedenktag ist aber der 24. September, weil an diesem Tag im Jahr 774 seine Gebeine in den Salzburger Dom überführt wurden. In der Erzdiözese Wien ist Rupert unter anderem die Ruprechtskirche im ersten Bezirk geweiht. Mit Rupert wird heute auch Virgil gefeiert. Über ihn erzähle ich Ihnen mehr an seinem Gedenktag am 27. November.

    Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4
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    15. September: Anton Maria Schwartz

    15.09.2026 | 2 Min.
    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.
    Anton Maria Schwartz ist heute wohl vor allem in Wien noch ein Begriff. 1852 in Baden bei Wien geboren, wurde er 1875 zum Priester geweiht.Anton Maria Schwartz und seine besondere Berufung
    Zunächst war er Kaplan und später Seelsorger bei den Barmherzigen Schwestern in Wien. Dort fiel ihm etwas auf, das ihn nicht mehr losließ: Die jungen Arbeiter und Lehrlinge hatten kaum jemanden, der sich um sie kümmerte. Das wurde zu seiner besonderen Berufung. Ab 1882 widmete er sich ganz den Lehrlingen.
    Anton Maria Schwartz und die KalasantinerEr gründete Vereine und Lehrlingsheime, vermittelte Arbeitsstellen und setzte sich für bessere Arbeitsbedingungen, freie Sonntage und Lehrlingsurlaub ein. Ihm ging es dabei nicht nur um den Glauben, sondern um den ganzen Menschen. Schwartz war überzeugt, dass Seelsorge nicht an der Kirchentür enden darf. Wenn ein junger Mensch mit Sorgen, Armut oder schwierigen Arbeitsbedingungen zu kämpfen hatte, gehörte auch das zu seiner Aufgabe. 1889 gründete er die Kalasantiner, eine Ordensgemeinschaft, die sich besonders der Seelsorge an Arbeitern und Jugendlichen widmete. Dabei orientierte er sich am heiligen Josef Calasanz, der sich ebenfalls besonders für die Bildung junger Menschen eingesetzt hatte. Wegen seines großen Einsatzes wurde er später „Apostel der Arbeiter“ genannt.
    Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4
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    8. September: Friedrich Ozanam

    08.09.2026 | 1 Min.
    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.
    Ein Professor für Handelsrecht und Literaturwissenschaften, der 9 Sprachen beherrschte und eine Vorreiterorganisation der Caritas gründete, das war Friedrich Ozanam.

    Friedrich Ozanams Kindheit und prägende Erfahrungen
    Er kam 1813 als Sohn eines französischen Offiziers und Armenarztes in Mailand zur Welt. Als Mailand durch die Verträge von 1815 an Österreich fiel, kehrte die Familie nach Lyon zurück. Durch den Beruf seines Vaters, der viele Patienten gratis behandelte, und die karitative Tätigkeit seiner Mutter in den Arbeiterquartieren der Textilstadt Lyon lernte er bald das Elend der Arbeiter im Frühkapitalismus kennen.

    Friedrich Ozanam als Professor und engagierter Helfer
    1831 übersiedelte Friedrich nach Paris, wurde Jurist, Literaturwissenschafter und war in beiden Fächern so gut, dass er mit 24 Jahren Professor für Handelsrecht und mit 31 Professor für auswärtige Literatur an der Sorbonne wurde. Dazwischen heiratete er und bekam eine Tochter. Doch das war Friedrich Ozanam nicht genug.
    Er sah die Ursachen für das Elend der Arbeiter in der Gesellschaftsstruktur. Mit 20 gründete er daher einen karitativ-studentischen Verein, der später den Namen Vinzenz-Konferenz annahm. Er war einer der ersten, der gemeinschaftliche Hilfe für Notleidende organisierte und dessen Verbesserungsvorschläge von der Kirche aufgegriffen wurden.

    Friedrichs Vermächtnis
    Wegen seiner schlechten Gesundheit musste Friedrich Ozanam seinen Beruf schon mit 39 Jahren aufgeben. Er starb ein Jahr später am 8. September 1853 in Marseille an einem Nierenleiden und einer Brustfellentzündung. In Österreich gibt es heute über 100 Vinzenzgemeinschaften. Friedrich Ozanam wurde 1997 seliggesprochen.
    Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4
    Erhältlich im ⁠⁠⁠⁠Webshop des Wiener Dom-Verlags⁠⁠⁠⁠.
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Generated: 10/11/2026 - 12:04:07 PM