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Heiligenschein

Der SONNTAG
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  • Heiligenschein

    25.August: Maria Troncatti

    25.08.2026 | 2 Min.
    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.
    Ihr Lachen am Foto lässt erahnen, welch heitere Person sie gewesen sein mag oder – wie ein Sturm ein Leben verändern kann. Heute ist Gedenktag der italienischen Don Bosco Schwester und Missionarin Maria Troncatti.

    Maria Troncatti: Von der Bergbauernfamilie zur Missionarin
    Geboren wurde sie 1883 als zweites von vierzehn Kindern einer Bergbauernfamilie. Von daher war sie es gewöhnt, sich um andere zu kümmern und zuzupacken. Sie wusste, was sie für sich wollte, denn mit ihrer Volljährigkeit trat sie in den Orden der Don Bosco Schwestern ein. Während des Ersten Weltkriegs machte sie eine Krankenpflegeausbildung und arbeitete in einem Militärkrankenhaus.
    Im Sommer 1915 fegte ein heftiger Sturm über das Land. Maria bekam Angst und begann, mit der Gottesmutter zu verhandeln: Wenn sie und ihr Bruder den Sturm überlebten, würde sie Missionarin werden. Offenbar gefiel der Gottesmutter die Idee und sie nahm an.

    Maria als Missionarin im Amazonas
    1922 ging die knapp 40 jährige Ordensfrau als Missionarin nach Ecuador. Arbeit hatte sie mehr als genug. Sie begann als Krankenschwester und Apothekerin, bevor sie 1925 mit einigen Mitschwestern in den Amazonas zog, um bei den Shuar-Indigenen zu arbeiten.
    Die Frauen errichteten im Regenwald des Amazonas mehrere Missionsstationen. Maria war für die Einwohner Krankenschwester, Wundärztin, Orthopädin, Zahnärztin und Anästhesistin. Auch nahm sie mehrere Kinder in ihre Obhut, die mit Missbildungen auf die Welt gekommen waren und sonst keine Überlebenschance gehabt hätten.

    „La Madrecita“ – Marias Einsatz für Frauen und Versöhnung
    Besonders kümmerte sie sich um Frauen, und sie setzte sich für die Rechte der indigenen Bevölkerung ein, aber auch für die Versöhnung zwischen ihnen und der nicht-indigenen Bevölkerung. 44 Jahre lang. Man nannte sie La Madrecita, Mütterchen.
    Am 25. August 1969 starb Maria Troncatti bei einem Flugzeugabsturz. Sie war 86 Jahre alt. 2025 ist sie heiliggesprochen worden. Und Gedenktag hat heute auch Josef Calasanz, der Gründer der Piaristen.

    Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4
    Erhältlich im ⁠⁠⁠Webshop des Wiener Dom-Verlags⁠⁠⁠.
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    9. August: Edith Stein

    09.08.2026 | 1 Min.
    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.
    Heute hat die jüngste Patronin Europas Gedenktag: Edith Stein, eine Intellektuelle und Brückenbauerin zwischen Judentum und Christentum, Opfer der Nazis.
    Edith Steins Weg zum Glauben
    Sie kam 1891 in Breslau in Polen in eine wohlhabende jüdische Holzhändlerfamilie zur Welt, wurde aber als Jugendliche Atheistin. Sie studierte dann Psychologie, Philosophie, Germanistik und Geschichte und promovierte summa cum laude. Als Frau und Jüdin durfte sie sich aber nicht habilitieren.
    Die von ihr so gesuchte Wahrheit fand Edith Stein schließlich bei der Lektüre der Autobiographie der Karmelitin Teresa von Avila. Mit 31 ließ sie sich taufen und wollte Nonne werden, davon wurde ihr aber abgeraten. So arbeitete sie 10 Jahre lang in der Lehrerbildung und hielt zahlreiche Vorträge zu den Themen Pädagogik, Bildung und Schule.
    Märtyrerin und Patronin Europas
    Erst 1933 durfte Edith Stein Karmelitin werden. Anlässlich des Anschlusses Österreichs 1938 verriet ihre eigene Priorin den Nazis Edith Steins jüdische Abstammung. Deshalb floh sie 1939 ins Kloster nach Echt in den Niederlanden. 3 Jahre später protestierten die niederländischen Bischöfe gegen Deportationen. Die Antwort der Nazis war die Deportation von Konvertiten, unter ihnen Edith Stein. Sie wurde am 9. August 1942 mit 51 Jahren in Auschwitz ermordet.
    1998 wurde sie heiliggesprochen und 1999 gemeinsam mit Birgitta von Schweden und Katharina von Siena Schutzpatronin Europas. Und 2008 wurde Edith Stein in die bayrische Ruhmeshalle Walhalla aufgenommen.
     
    Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4
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    3. August: Lydia von Philippi

    03.08.2026 | 1 Min.
    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.Sie ist der Tradition nach nicht mehr und nicht weniger als die erste Christin in Europa, die Frau aus Lydien, einer Landschaft im Westen der heutigen Türkei: Lydia. Konkret Lydia von Philippi.Lydia – Purpurhändlerin aus Philippi
    Von ihr berichtet die Apostelgeschichte. Lydia stammte aus Thyatira in der heutigen Türkei und lebte im griechischen Philippi als Purpurhändlerin. Die Farbe Purpur war damals sehr wertvoll. Um damit handeln zu können, brauchte man Geld. Lydia war demnach wohlhabend. Vielleicht hatte sie sich in Philippi angesiedelt, weil die Stadt auf der Haupthandelsstrasse, der «Via Egnatia», lag, die nach Rom führte. Und dort nannte man die Frau aus Lydien dann eben „die Lydierin“. Möglich ist auch, dass sie Sklavin gewesen war, denn diese wurden oft nach ihrer Herkunftslandschaft benannt.
    Wie auch immer - Lydia war Hausherrin. Sie war demnach entweder ledig oder verwitwet, jedenfalls alleinstehend. Sie sympathisierte mit dem Judentum, ohne es anzunehmen. Als sie Paulus während seines Aufenthaltes in Philippi kennenlernte und ihn von Christus sprechen hörte, ließ sie sich sofort taufen und alle Angehörigen dazu. Somit wurde sie die erste Christin in Europa.
    Lydia als Gastgeberin der Gemeinde
    Nachdem man Paulus in Philippi ins Gefängnis geworfen und am nächsten Morgen wieder frei gelassen hatte, kehrten er und sein Begleiter noch einmal bei ihr ein, um sich zu verabschieden. In ihrem Haus versammelte sich fortan die Christengemeinde von Philippi und unterstützte Paulus finanziell, was wohl auch ihr Verdienst war. Lydia war somit herausragend: als erste Christin Europas, als Gemeindeleiterin und als Mäzenin. Namenstag haben heute auch Benno und Peter.

    Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4
    Erhältlich im ⁠⁠⁠Webshop des Wiener Dom-Verlags⁠⁠⁠.
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    31. Juli: Heiliger Ignatius von Loyola

    31.07.2026 | 1 Min.
    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.
    Hätte es im 15. Jahrhundert  schon das Internet gegeben, wer weiß, ob wir nicht um diesen großen Heiligen ärmer wären: Ignatius von Loyola, der Gründer des Jesuitenordens.

    Ignatius nimmt die Bibel an sich Er wurde 1491 auf Schloss Loyola im Baskenland geboren. Mit etwa 13 wurde er Page am Hofe des königlichen Schatzmeisters. Er war ein leidenschaftlicher Spieler und liebte schöne Frauen. Mit 26 Jahren trat der ehrgeizige junge Mann in den Dienst des kastilischen Vizekönigs zu Navarra. Doch dann wurde während einer Schlacht sein Bein von einer Kanonenkugel zertrümmert. Ignatius war monatelang ans Bett gefesselt. Aus Langeweile wollte der Dreißigjährige Ritterromanzen lesen, aber im elterlichen Schloss gab es nur ein Buch über das Leben Jesu und Heiligenlegenden. Und eben kein Internet, sonst – tja… So aber las er notgedrungen die Legenden, und die bewirkten in ihm eine allmähliche Änderung seiner Lebenseinstellung. Er wollte nun ein geistliches Leben führen.

    Ignatius von Loyola: Gründer des Jesuitenordens
    Es dauerte mehrere Jahre, bis Ignatius die für ihn passende Form fand. Mit 43 gründete er in Paris mit sechs Studienkollegen eine Bruderschaft, die sie später die Gesellschaft Jesu nannten. Neu war, dass sie keine Ordenstracht trugen, keine fixen Gebetszeiten hatten und sich ganz dem Papst und der Mission unterstellten. Das Konzept ging voll auf.
    Ignatius von Loyola starb mit 64 am 31. Juli 1556 in Rom an einem Magenleiden. Da hatte der Orden bereits 1000 Mitglieder. 1622 wurde er heiliggesprochen.
    Namenstag haben heute auch Elisabeth und Helena.
    Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4
    Erhältlich im ⁠⁠Webshop des Wiener Dom-Verlags⁠⁠.
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    14. Juli: Kamillus von Lellis

    14.07.2026 | 1 Min.
    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.
    Während der Schlacht von Solferino 1859 beobachtete der Schweizer Geschäftsmann Henry Dunant, der zufällig in der Gegend war, dass die einzigen, die sich um die Verletzten kümmerten, Ordensmänner waren, die sich dabei selbst in Todesgefahr begaben.

    Kamillus von Lellis: Inspiration für Henry Dunant
    Weithin sichtbar waren auf ihren schwarzen Kutten rote Kreuze. Henry Dunant beschloss, eine Hilfsorganisation zu gründen, und das rote Kreuz der Ordensmänner als Symbol zu wählen. Der Gründer des Ordens war der Italiener Kamillus von Lellis.

    Der Lebenswandel des Kamillus von Lellis
    Er kam 1550 Pescara als Sohn eines Offiziers zur Welt. Nach einer Karriere in der Kirche sah es bei ihm lange nicht aus. Er war Soldat, spielsüchtig und cholerisch. Seinen Soldatendienst musste er wegen einer chronischen Wunde am Fuß aufgeben. Seine Spielsucht kostete ihn buchstäblich sein letztes Hemd, und seine Zornausbrüche seine Stelle in einem römischen Krankenhaus.
    Mit 24 Jahren wurde Kamillus gläubig und änderte seinen Lebensstil radikal. Er wurde Krankenpfleger und Priester. Die herkömmliche Krankenpflege war ihm aber nicht ausreichend. Er gründete daher mit 32 Jahren einen Orden, der heute nach ihm Kamillianer genannt wird. Seine Mitglieder pflegen Kranke auch unter Lebensgefahr.

    Bernadette Spitzer
    Von Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.
    Wiener Dom-Verlag.
    ISBN: 978-3-85351-294-4
    Erhältlich im ⁠Webshop des Wiener Dom-Verlags⁠.
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