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    30. Mai: Heilige Johanna von Orléans

    30.05.2026 | 2 Min.
    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.

    Johanna von Orléans gehört zu den bekanntesten historischen Figuren Frankreichs und bleibt doch bis heute ein Rätsel. Die junge Frau, die vor rund 600 Jahren lebte und nicht einmal 20 Jahre alt wurde, ist bis heute Gegenstand von Literatur, Filmen und Diskussionen. Welche ihrer Geschichten tatsächlich wahr sind, lässt sich kaum klären.

    Johanna folgt göttlichen Visionen

    Geboren wurde Johanna 1412 als Tochter eines wohlhabenden Bauern mitten im Hundertjährigen Krieg zwischen Frankreich und England. Mit 17 Jahren hatte sie mehrere Erscheinungen des Erzengels Michael und der heiligen Katharina und Margareta. Sie beauftragten den Teenager damit, ins benachbarte Frankreich zu gehen und Orléans vor den einfallenden Engländern zu retten. Trotz ihres jungen Alters überzeugte sie König Karl VII. von ihrer göttlichen Mission und führte Truppen nach Orléans, wo sie die Engländer vertrieb, jedoch nicht aus ganz Frankreich.

    Gefangennahme und Urteil prägen das weitere Leben von Johanna

    Kurz darauf wurde sie gefangen genommen, an die Engländer ausgeliefert und vor ein kirchliches Gericht gestellt. Man klagte sie wegen rund 70 Vergehen an. Am 30. Mai 1431 wurde sie als Ketzerin verbrannt. Jahre später hob man das Urteil auf, auch um den Ruf Karls VII. zu schützen. Im Jahr 1920 wurde sie heiliggesprochen.

    Bernadette Spitzer
    Von Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.
    Wiener Dom-Verlag.
    ISBN: 978-3-85351-294-4
    Erhältlich im Webshop des Wiener Dom-Verlags.
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    19. Mai: Heiliger Cölestin V.

    19.05.2026 | 1 Min.
    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.

    Den heiligen Cölestin V. kannten bis vor ein paar Jahren hauptsächlich Kirchenhistoriker. Durch den Rücktritt von Benedikt XVI. im Jahr 2013 geriet der heilige Cölestin V. wieder ins Bewusstsein.

    Vom Einsiedler Pietro Angelerio zu Papst Cölestin V.

    Pietro Angelerio war bereits 80 Jahre alt, als er im Juli 1294 zum Papst gewählt wurde. Davor war der Bauernsohn Einsiedler und Gründer des Ordens der „Einsiedler von Murrone“, später in Cölestiner umbenannt, der sich rasch ausbreitete. Pietro galt als integer und heilig. Zum Papst wurde er ohne sein Wissen als Kompromisskandidat nach einer zweijährigen Sedisvakanz gewählt.

    Cölestin legt das Amt nach wenigen Monaten nieder

    Als er von seiner Wahl erfuhr, dachte er zunächst an die Flucht, beugte sich jedoch dem Drängen seiner Anhänger. Im Amt war er überfordert, politisch abhängig und innerkirchlich von Kardinal Caetani unter Druck gesetzt. Schließlich erkannte er, dass es ihm nicht gelingen würde, die Kirche selbst zu führen. Am 13. Dezember 1294 trat er daher zum Entsetzen des Volkes nach nur fünf Monaten im Amt zurück. Sein Nachfolger, Bonifatius VIII., ließ ihn in Ehrenhaft nehmen, um eine Kirchenspaltung zu verhindern. Cölestin starb eineinhalb Jahre später und wurde 1313 heiliggesprochen.

    Bernadette Spitzer
    Von Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.
    Wiener Dom-Verlag.
    ISBN: 978-3-85351-294-4
    Erhältlich im Webshop des Wiener Dom-Verlags.
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    14. Mai: Heilige Corona

    14.05.2026 | 2 Min.
    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.

    Die Heilige Corona trägt einen Namen, der heute weltbekannt ist, ohne dass zwischen ihr und dem Virus irgendein Zusammenhang besteht. Vielleicht ist es gerade deshalb an der Zeit, die Geschichte jener Heiligen in den Blick zu nehmen, die nicht Namensgeberin war und dennoch als Patronin gegen Seuchen gilt.

    Corona als junge Märtyrerin zwischen Glaube, Vision und Überlieferung

    Corona hieß der Legende nach eigentlich Stephana. Ihr Name bedeutet „die Gekrönte“ und verweist auf die Märtyrerkrone. In einer Vision soll sie eine Siegeskrone für sich und ihren Mann gesehen haben. Das soll sich um das Jahr 287 oder 303 ereignet haben. Die damals 16-Jährige starb zwischen zwei losgelassenen Palmen, ihr Legendenort ist unklar. Schriftlich belegt ist ihre Geschichte ab dem 6. Jahrhundert.

    Die Verehrung der Corona in Österreich durch Fund, Kapelle und neue Bedeutungen

    In Österreich wurde sie durch einen Fund im Jahr 1504 bekannt: Holzfäller entdeckten in einer hohlen Linde eine Statue und errichteten dort eine Kapelle, aus der der Ort Sankt Corona am Wechsel entstand. Vermutlich entwickelte sich hier auch ihr Patronat gegen Seuchen. Durch die frühere Währung Krone gilt sie zudem als zuständig für Glücksspiel und die Lotterie. 

    Bernadette Spitzer
    Von Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.
    Wiener Dom-Verlag.
    ISBN: 978-3-85351-294-4
    Erhältlich im Webshop des Wiener Dom-Verlags.
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    6. Mai: Heiliger Dominikus Savio

    06.05.2026 | 2 Min.
    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.

    Immer wieder wird gefragt, ob für eine Heiligsprechung ein bestimmtes Mindestalter, etwa das Erwachsenenalter, erforderlich sei. Die katholische Kirche stellt diese Bedingung nicht. Maßgeblich ist nicht das Alter, sondern die gelebte Glaubenspraxis. Ein aktuelles Beispiel dafür ist der italienische Jugendliche Carlo ­Acutis, der mit 15 Jahren starb und 2025 heiliggesprochen wurde. Er hat einige Vorläufer, und einer von ihnen war der Italiener Dominikus Savio.

    Dominikus als Vorbild gelebter Frömmigkeit

    Er wurde 1842 in der Nähe von Turin geboren und stammte aus einfachen Verhältnissen. Sein Vater war Schmied und die Familie hatte elf Kinder. Dominikus war sehr fromm und bat den sogenannten Sozialarbeiter Gottes, den späteren Heiligen Don Bosco, darum, sein Internat in Turin besuchen zu dürfen.

    Dominikus im Dienst des gelebten Glaubens

    In der Obhut des Jugendpatrons lebte er seinen Glauben durch Gebet und aktiven Einsatz. Er half in der Jugendarbeit, schlichtete Streit und gründete Gebetsrunden. Dominikus starb kurz vor seinem 15. Geburtstag an Lungentuberkulose. Organisationen, die mit seiner Altersgruppe zu tun haben, nahmen ihn zum Patron.

    Bernadette Spitzer
    Von Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.
    Wiener Dom-Verlag.
    ISBN: 978-3-85351-294-4
    Erhältlich im Webshop des Wiener Dom-Verlags.
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    27. April: Heiliger Petrus Canisius

    27.04.2026 | 1 Min.
    Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.

    Petrus Canisius, auch unter seinem ursprünglichen Namen Peter de Hondt bekannt, war ein großer Priester, Professor, Schriftsteller und Diplomat. Er schrieb einen Katechismus, der so bedeutend war, dass er fast 400 Jahre lang gültig blieb. Da er mehrere Jahre in Wien verbrachte und den Text hier verfasste, erinnern bis heute die Canisiusgasse und die Canisiuskirche im 9. Bezirk an ihn.

    Petrus als Wegbereiter der katholischen Reform

    Petrus kam 1521 im heutigen Holland zur Welt, war aber Deutscher, weil das Gebiet damals zu Deutschland gehörte. Mit 22 Jahren trat er als erster Deutscher in den Jesuiten­orden ein und engagierte sich früh für die Reform der katholischen Kirche.

    Europaweit wirkte Petrus als Kirchenlehrer

    Im Alter von 31 Jahren kam er nach Wien, wo er in zahlreichen Aufgaben wirkte: als Professor, Hofprediger, Gefängnisseelsorger, Volksmissionar und Diözesanadministrator. Sogar das Amt des Erzbischofs von Wien wurde ihm angeboten, doch er lehnte ab. Nach seinen Jahren in Wien führte ihn sein Weg durch viele Länder Europas. Petrus starb am 21. Dezember 1597 in der Schweiz. 1925 wurde er heiliggesprochen und zum Kirchenlehrer ernannt. Außerdem gilt er als Patron der Diözese und der Stadt Innsbruck, wo er ebenfalls wichtige Spuren hinterlassen hat.

    Bernadette Spitzer
    Von Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.
    Wiener Dom-Verlag.
    ISBN: 978-3-85351-294-4
    Erhältlich im Webshop des Wiener Dom-Verlags.
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