Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.
Ramon Llull wollte im 13. Jahrhundert mithilfe einer Maschine die Existenz Gottes beweisen. Im 20. Jahrhundert übersetzten Programmierer seine Regeln in Computersprache und stellten fest, dass sie funktionierten. Ramon Llull war ein um 1232 in Palma de Mallorca geborener Adeliger, der auf dem königlichen Hof lebte, sich der Dichtkunst widmete, Ehemann und Vater zweier Kinder war.
Ramon richtete sein Leben neu aus
Mit 31 Jahren kam die Wende: Vier Christusvisionen ließen Ramon sein Leben neu ausrichten und den Weg der Mission einschlagen. Er wurde Laienmitglied der Franziskaner, studierte Arabisch, Philosophie, Medizin und Theologie. Darüber hinaus verfasste er fast 300 Werke, darunter viele Dichtungen und das meist in seiner Muttersprache katalanisch.
Ramon und der erste Computer
Mit seinem Hauptwerk, der Ars Magna, wollte er zur Bekehrung mithilfe der Vernunft beitragen. Die von ihm konstruierte Maschine bestand aus sieben Scheiben, die verschiedene religiöse Begriffe oder Zahlen trugen. Das Drehen der Scheiben ergab immer wieder andere Verknüpfungen und wird als erster Computer eingestuft. Er starb mit etwa 83, wurde zunächst als Ketzer verurteilt und 1847 schließlich seliggesprochen.
Bernadette Spitzer
Von Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.
Wiener Dom-Verlag.
ISBN: 978-3-85351-294-4
Erhältlich im Webshop des Wiener Dom-Verlags.