Über eine Rolle, die wir uns nicht ausgesucht haben, und was sie über die Familie verrät
Der Akademiker in einer Handwerkerfamilie. Die Künstlerin unter Kaufleuten. Der Stille unter Lauten. Die Zweiflerin unter Gläubigen. Manchmal reicht eine einzige Eigenschaft, um aus dem Rahmen zu fallen – und plötzlich ist man das schwarze Schaf der Familie.
In meinen Workshops begegne ich einem Phänomen, das ich halb scherzhaft eine „hohe Schwarze-Schafe-Dichte" nenne: Egal, wer zu mir kommt, immer sind mehrere dabei, die diese Rolle ganz genau kennen. Diese Folge ist eine Ehrenrettung für alle, die früh gelernt haben, irgendwie nicht zu passen. Und ein Leben lang an einem Urteil tragen, das gar nicht ihres ist.
Was uns in dieser Folge beschäftigt:
Die eigentliche Funktion des schwarzen Schafs – warum diese Rolle viel mehr über das System aussagt als über die Person, die sie ausfüllt
Vom schwarzen Schaf zum Sündenbock – wo die Linie verläuft zwischen „nur anders sein" und aktiv mit Schuld beladen werden
Symptomträger und Familienlogik – warum häufig das sensibelste Mitglied das trägt, was alle anderen nicht tragen wollten oder konnten
Wir erkennen einander – wie eine eigene Heilkraft entsteht, die mit Erklärungen allein nicht zu fassen ist
„Mit der Gestapo am Kaffeetisch" – warum mich das neue Buch von Vasco Kintzel so beeindruckt hat