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155 Episoden

  • Stalingrad Podcast

    Folge 337: Der Film "Das Boot" - Krieg unter Wasser

    16.10.2026 | 32 Min.
    Mit „Das Boot“ schuf Regisseur Wolfgang Petersen 1981 ein Meisterwerk der deutschen Filmgeschichte. Doch was macht das Epos über die Besatzung von U 96 auf ihrer monatelangen Feindfahrt im Atlantik bis heute so außergewöhnlich? In dieser Episode tauchen wir tief ab in die Entstehung, die Wirkung und die vielschichtige Moral eines Filmes, der das klassische Kriegsfilm-Genre radikal demontiert.

    Wir beleuchten die Hintergründe von Lothar-Günther Buchheims Romanvorlage bis hin zu den extrem aufwendigen und technisch anspruchsvollen Dreharbeiten. Erfahre, wie meisterhafte Kameraführung (Jost Vacano) und eine eindringliche Geräuschkulisse die beklemmende Klaustrophobie in der engen Stahlröhre direkt spürbar machen – dort, wo Krieg nicht aus Glanz und Glorie besteht, sondern aus Schweiß, Schmutz, zermürbender Langeweile und konstanter Todesangst.

    Zudem diskutieren wir die verschiedenen Fassungen des Werks (von der Kinofassung über den Director's Cut bis hin zur TV-Miniserie) und stellen uns der zentralen Frage: Wie geht „Das Boot“ mit der moralischen Ambivalenz deutscher Soldaten im Zweiten Weltkrieg um? Zwischen dem Widerwillen des Kommandanten („Der Alte“) gegen die NS-Propaganda und der Tatsache, dass die Besatzung dennoch Teil einer verbrecherischen Kriegsmaschinerie bleibt, bewegt sich der Film in einem hochinteressanten Spannungsfeld.

    Schließlich blicken wir auf den riesigen internationalen Erfolg – inklusive sechs Oscar-Nominierungen – sowie auf das bitter-konsequente Ende, das jede Heldenmythologie im Keim erstickt.
  • Stalingrad Podcast

    Folge 336: Der Volkssturm - Das letzte Aufgebot des NS-Regimes

    09.10.2026 | 51 Min.
    In Zeiten aktueller Debatten über die Wehrpflicht lohnt sich ein kritischer Blick in die Geschichte: Wie reagierte das NS-Regime, als der Zweite Weltkrieg spürbar verloren war? Diese Episode widmet sich dem „Deutschen Volkssturm“, den Hitler im Herbst 1944 ins Leben rief. Was die Propaganda als heroischen Volksaufstand inszenierte, war in Wahrheit ein Akt militärischer Verzweiflung und totaler Mobilisierung.

    Erfasst wurden Männer zwischen 16 und 60 Jahren – von minderjährigen Jugendlichen bis zu betagten Weltkriegsveteranen. Die Folge zeigt, wie der Volkssturm unter der Führung der NSDAP organisatorisch aufgestellt war und wie zwischen Propagandawahn, Angst und brutalem Zwang durch Standgerichte jeglicher Ausweg versperrt wurde. Ohne ausreichende Ausbildung, Uniformen oder Waffen – oft nur provisorisch mit Panzerfäusten ausgerüstet – wurden Millionen Männer in aussichtslose Kämpfe geschickt.

    Am Ende steht die Bilanz eines Regimes, das die eigene Bevölkerung opferte, um seinen Untergang hinauszuzögern. Eine Folge über die Abgründe einer diktatorischen Zwangsmobilisierung und das tragische Ende des Dritten Reiches.
  • Stalingrad Podcast

    Folge 335: Guernica

    02.10.2026 | 30 Min.
    In dieser Folge unseres Podcasts widmen wir uns einem der tragischsten und folgenschwersten Ereignisse des Spanischen Bürgerkriegs: dem verheerenden Bombenangriff auf die baskische Kleinstadt Guernica am 26. April 1937. Was als gezielter militärischer Schlag begann, wurde rasch zu einem weltweiten Symbol für die Brutalität des modernen Krieges und den Schrecken eines neuartigen Flächenbombardements auf die Zivilbevölkerung.

    Wir tauchen tiefer in die historischen Hintergründe ein und beleuchten, wie aus dem gescheiterten Militärputsch gegen die Segunda República im Jahr 1936 ein erbitterter Bürgerkrieg erwuchs. Dabei werfen wir ein besonderes Schlaglicht auf die Rolle des nationalsozialistischen Deutschlands und die gefürchtete Legion Condor. Unter dem Deckmantel militärischer Unterstützung für General Francisco Franco nutzte das NS-Regime den Konflikt auf der Iberischen Halbinsel gezielt als Testgelände, um neuartige Luftkriegstaktiken, Sturzflugbomber und Waffen unter realen Bedingungen zu erproben.

    Ein Schwerpunkt der Episode liegt auf der besonderen symbolischen Bedeutung Guernicas. Die Stadt galt seit dem Mittelalter als Herzstück baskischer Freiheit, Demokratie und Selbstverwaltung, versinnbildlicht durch die historische Eiche und das Versammlungshaus Casa Foral. Wir rekonstruieren die dramatischen Geschehnisse jenes verhängnisvollen Markttags, als deutsche und italienische Staffeln in mehreren Angriffswellen systematisch Terror aus der Luft säten, hunderte Zivilisten töten und das Stadtzentrum in Schutt und Asche legten.

    Abschließend beleuchten wir die Nachwirkungen des Angriffs: Wie das Franco-Regime verzweifelt versuchte, die Schuld auf die eigenen Opfer abzuwälzen, und wie Pablo Picasso durch sein weltberühmtes Meisterwerk Guernica das Verbrechen auf der Pariser Weltausstellung unsterblich machte. Ein bewegender Blick auf ein dunkles Kapitel der Geschichte, das bereits den Schatten des kommenden Zweiten Weltkriegs vorauswarf und bis heute als eindringlichste Mahnung für den Frieden fortwirkt.
  • Stalingrad Podcast

    Folge 334: Nachkriegskinder

    25.09.2026 | 25 Min.
    „Auf einmal ist es still. Der Bombenlärm verstummt und man hört wieder Vögel zwitschern.“ Mit diesen eindringlichen Worten beschrieb die Schriftstellerin Christa Wolf den Moment des Friedens 1945. Doch für die sogenannten Nachkriegskinder – die Generation der Jahrgänge zwischen 1935 und 1955 – bedeutete das Ende des Zweiten Weltkriegs keineswegs den sofortigen Einzug von Unbeschwertheit. Sie wuchsen in einer Gesellschaft auf, die zutiefst von Zerstörung, Verlust und Kriegstraumata geprägt war.

    In dieser Podcastfolge tauchen wir tief in die bewegende Lebensrealität dieser Generation ein. Wir beleuchten ihren Alltag zwischen Trümmerlandschaften, Hunger und Flucht sowie die Situation in den Familien. Viele Kinder wuchsen ohne Väter auf oder erlebten Heimkehrer, die körperlich und seelisch gezeichnet waren. Um zu überleben, mussten viele Kinder schon früh Verantwortung wie Erwachsene übernehmen, während auf den Straßen und Ruinen von Großstädten wie Berlin oder Köln Schwarzmarktgruppen, „Wolfskinder“ und jugendliche Gruppen wie die Edelweißpiraten oder die Swingjugend entstanden.

    Zudem vergleichen wir das Aufwachsen in den beiden deutschen Staaten: Während im Westen der wirtschaftliche Wiederaufbau, das Wirtschaftswunder und individueller Konsum im Vordergrund standen, prägten im Osten Kollektivgedanke, Kinderkrippen und die staatliche Einbindung bei den Pionieren den Alltag. Bei beiden herrschte jedoch oft das „große Schweigen“ über die NS-Vergangenheit und eigene Schuldfragen.

    Am Beispiel von drei prägenden Persönlichkeiten – Christa Wolf, Ruth Klüger und Marcel Reich-Ranicki – zeigen wir, wie Betroffene und Überlebende versuchten, das Erlebte literarisch und kritisch zu verarbeiten. Abschließend blicken wir auf die langfristigen psychologischen Spätfolgen wie Verlustängste und Leistungsdruck, die bis heute in Familiengeschichten und über Generationen hinweg nachwirken. Eine emotionale und historische Spurensuche nach den Prägungen einer ganzen Generation.
  • Stalingrad Podcast

    Folge 333: Ferdinand Sauerbruch – Medizinischer Pionier oder Komplize der Macht?

    18.09.2026 | 25 Min.
    In dieser Folge tauchen wir tief ein in die packende und hochgradig ambivalente Biografie eines Mannes, dessen Name wie kaum ein anderer für das Spannungsfeld zwischen medizinischem Genie und moralischer Verstrickung steht: Ferdinand Sauerbruch. Wir beleuchten wir das Leben des weltberühmten Chirurgen der Berliner Charité. Einerseits gilt er als unumstrittener Pionier, der mit der Erfindung der Unterdruckkammer die moderne Brustraumchirurgie begründete und durch den legendären „Sauerbruch-Arm“ das Leben tausender Kriegsversehrter revolutionierte. Andererseits offenbart sein Wirken im Dritten Reich tiefe Schatten: Als Nationalpreisträger, Generalarzt und medizinischer Fachgutachter im Reichsforschungsrat bewegte er sich in den obersten Machtzirkeln des NS-Regimes, tolerierte die Ausgrenzung jüdischer Kollegen und schwieg nachweislich zu grausamen Menschenversuchen in den Konzentrationslagern. Wir hinterfragen in dieser Episode kritisch den popkulturellen Mythos des unpolitischen „Halbgottes in Weiß“ und zeigen, wie stark Nachkriegserzählungen seine Anpassung und die tragischen, von Demenz gezeichneten Spätjahre beschönigt haben. Eine faszinierende Analyse über die schmale Linie zwischen medizinischer Koryphäe und politischer Mitläuferschaft, die zum Nachdenken über die Verantwortung der Wissenschaft anregt.
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Über Stalingrad Podcast
Christoph Fromm, Autor des Historienromans ”Stalingrad - Die Einsamkeit vor dem Sterben” spricht in diesem wöchentlichen Podcast über Themen rund um das Dritte Reich: Idealismus, Fanatismus und bedeutende Persönlichkeiten des Dritten Reiches, sowie die schrecklichen Folgen des Krieges, die teils bis heute spürbar sind. Bei Fragen oder Anregungen schreibt uns gerne auf Instagram (@primero_verlag) oder per Mail an primero@primeroverlag.de. Helft uns, den Podcast weiterhin für euch zu produzieren! https://www.paypal.com/donate?hosted_button_id=XFVPLBVWM4FTE Falls auf eurer Lieblingsplattform die ersten Stalingrad Podcast Folgen nicht mehr verfügbar sind, hört sie auf PodBean, völlig kostenlos und ohne Anmeldung: https://stalingradpodcast.podbean.com/page/14/
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