148 Episoden
- Die Geschichte des finnischen Winterkrieges von 1939 ist untrennbar mit einem Namen verbunden, der bis heute legendären Status genießt: Simo Häyhä. Unter den sowjetischen Soldaten ehrfürchtig als „Weißer Tod“ gefürchtet, gilt der bescheidene Mann mit einer unvorstellbaren Treffersicherheit als der tödlichste Scharfschütze der Militärgeschichte. Doch wer war der Mensch hinter diesem überlebensgroßen Mythos? In dieser Folge blicken wir tief in die verschneiten Wälder der Kollaa-Front. Wir beleuchten, wie ein einfacher finnischer Landwirt und leidenschaftlicher Jäger ganz ohne technische Hilfsmittel wie ein Zielfernrohr, aber mit genialen Tarnmethoden – wie gefrorenen Schneegruben und Schneeklumpen im Mund gegen den Atem-Dampf – die zahlenmäßig weit überlegene Rote Armee in Angst und Schrecken versetzte. Dabei werfen wir auch einen Blick auf die statistische Debatte rund um seine geschätzten 542 Abschüsse und wie ein verblüffender Patronenfund im Jahr 2000 diese Zahl untermauert.
Doch unsere Reise geht weit über die reinen Schlachtfeld-Statistiken hinaus. Wir sprechen über die sensationelle Entdeckung seiner persönlichen, handgeschriebenen „Kriegsgedächtnisse“ im Jahr 2018, die uns den Menschen Häyhä mit all seinem überlebensnotwendigen schwarzen Humor und seinen ganz alltäglichen Momenten an der Front zeigt. Zudem beleuchten wir die tiefe Tragik seines späteren Lebens: Nach einer schweren Gesichtsverletzung durch eine explodierende Kugel kurz vor Kriegsende war Häyhä zeitlebens gezeichnet. Im Frieden konnte sich der Mann, der sich im Krieg so meisterhaft zu tarnen wusste, nicht mehr verstecken – während er als Nationalheld gefeiert wurde, schlug ihm im politisch gespaltenen Nachkriegsfinnland auch bitterer Hass entgegen, der ihn in die Einsamkeit trieb. Abschließend schauen wir auf sein weltweites, popkulturelles Erbe, das von schwedischen Metal-Songs bis hin zu japanischen Mangas reicht, und fragen uns: Was können wir heute von der stoischen Bescheidenheit dieses Mannes lernen? Eine bewegende Folge über die Pflicht im Sturm der Geschichte und den unbezahlbaren Preis des Ruhms. - In dieser Folge tauchen wir tief in das Zeitalter des Kinos im „Dritten Reich“ ein und beleuchten, wie die Nationalsozialisten das damals boomende Massenmedium systematisch für ihre Zwecke einspannten. Entgegen der Vorstellung, dass damals nur plumpe, offensichtliche Hetzfilme liefen, zeigt ein genauerer Blick eine weitaus subtilere Strategie: Das Propagandaministerium unter Joseph Goebbels setzte auf ein kalkuliertes Zusammenspiel aus politischer Indoktrination und scheinbar harmloser, seichter Unterhaltung. Von den manipulativen „Kulturfilmen“ und der Wochenschau im Vorprogramm bis hin zu den großen antisemitischen Hetzwerken wie Jud Süß oder den kriegsverherrlichenden Fliegerfilmen – das Kinoprogramm war bis ins kleinste Detail durchorganisiert und gleichgeschaltet.
Besonders spannend wird es, wenn wir hinter die Kulissen der damaligen Filmindustrie blicken. Wir beleuchten die radikale Umstrukturierung des Filmsektors, die erzwungene „Arisierung“ und die tragischen Schicksale derjenigen, die Berufsverbote erlitten oder fliehen mussten. Im Zentrum steht dabei die faszinierende und zugleich widersprüchliche Geschichte des Star-Regisseurs Fritz Lang. Floh er wirklich in einer dramatischen Nacht-und-Nebel-Aktion nach einem Treffen mit Goebbels, oder bauten er und die Nachwelt hier an einer Legende, die den historischen Fakten nicht ganz standhält? Abschließend sprechen wir darüber, wie das filmische Erbe dieser dunklen Epoche nach 1945 durch die alliierten Siegermächte aufgearbeitet wurde und warum bestimmte „Vorbehaltsfilme“ bis heute nicht frei zugänglich sind. Eine packende Folge über die Macht der Bilder, die Dynamik einer Diktatur und den schmalen Grat zwischen Mythos und Wahrheit. - Diese Folge widmet sich der vielschichtigen Rolle von Kleidung und Textilpolitik im Dritten Reich. Weit über rein ästhetische Fragen hinaus wird Mode hier als wichtiges soziales Zeichensystem, Wirtschaftsfaktor und politisches Kontrollinstrument der NS-Diktatur analysiert. Die Episode beleuchtet, wie das Regime versuchte, die Werte der sogenannten „Volksgemeinschaft“, starre Geschlechterrollen sowie Mechanismen der Inklusion und Exklusion direkt über die Alltagskultur in die Tat umzusetzen – bis hin zur Zwangskennzeichnung durch den Judenstern.
Im Fokus steht das tiefe Geflecht aus propagandistischer Inszenierung und den harten Realitäten einer kriegsbedingten Mangelwirtschaft. Während das Regime ein ideologisches Wunschbild der deutschen Frau im Dirndl stilisierte oder mit strengen Uniformen Individualität systematisch auslöschen wollte, regierten im Alltag bald Rationierungen durch die Reichskleiderkarte und minderwertige textile Ersatzstoffe. Die Analyse deckt zudem die Heuchelei der NS-Elite auf, untersucht die Radikalität der Modeämter bei der „Arisierung“ der Textilwirtschaft sowie die grausame Ausbeutung von KZ-Häftlingen zu Testzwecken. So zeigt diese Episode eindrücklich, wie das totalitäre Wesen des Nationalsozialismus bis in die privatesten Bereiche des Alltags vordrang. Jetzt streamen. - Diese Folge des Stalingrads Podcast analysiert Luchino Viscontis Spielfilm „Die Verdammten“ (1969) und dessen Darstellung des gesellschaftlichen Verfalls im Nationalsozialismus. Am Beispiel einer wohlhabenden deutschen Industriellenfamilie zeigt das Drama die Verknüpfung von privatem Opportunismus und politischer Radikalisierung während des Aufstiegs der SS. Die Episode beleuchtet, wie historische Wendepunkte wie der Reichstagsbrand oder die „Nacht der langen Messer“ als Katalysatoren wirken, die das traditionelle Machtgefüge der Familie zugunsten skrupelloser, systemtreuer Akteure verschieben.
Im Fokus der Analyse stehen die Mechanismen der Anpassung, der schrittweise Verlust moralischer Maßstäbe sowie die psychologische Wirkung der NS-Ideologie. Die SS etabliert sich dabei im Film als kühl organisiertes Instrument der Kontrolle, das persönliche Ambitionen instrumentalisiert und Loyalität durch absolute Unterwerfung neu definiert. Der schleichende Einzug von Gewalt und Korruption in den familiären Alltag führt letztlich zum inneren und äußeren Zerfall der Familie. Diese Folge seziert diese Filmanalyse die Täterseite und das schrittweise Einverständnis der Eliten mit der Diktatur. - Diese Folge des Stalingrads Podcast beleuchtet die Geschichte von Frauen im Partisanenuntergrund des Zweiten Weltkriegs. Abseits regulärer militärischer Strukturen operierten diese Frauen in einem Umfeld permanenter Unsicherheit und ohne formalen Schutzstatus. Häufig von den Besatzungsmächten als unpolitisch unterschätzt, nutzten sie diese gesellschaftliche Unsichtbarkeit strategisch aus, um Kurierdienste zu leisten, Waffen zu schmuggeln, Informationen zu beschaffen und Sabotageaktionen durchzuführen. Im Falle einer Entdeckung drohte ihnen als „illegale“ Akteurinnen die sofortige Exekution.
Die Episode stellt verschiedene Biografien vor, die das Spektrum dieses Widerstands abbilden. Thematisiert wird die 18-jährige sowjetische Saboteurin Soya Kosmodemjanskaja, deren Unbeugsamkeit unter Folter sie posthum zur Ikone machte. Zudem blickt die Folge auf Zivia Lubetkin, die als Organisatorin den jüdischen Widerstand im Warschauer Ghetto koordinierte, sowie auf Nancy Wake, die als „weiße Maus“ für die französische Résistance Guerilla-Operationen leitete. Auch das Schicksal der 17-jährigen jugoslawischen Partisanin Lepa Radić und die Mission der ungarischen Fallschirmspringerin und Dichterin Hannah Szenes werden analysiert. Ergänzend zu den regulären Frontsoldatinnen, zeigt diese Folge die komplexen logistischen, moralischen und psychologischen Herausforderungen des zivilen Widerstands im besetzten Europa.
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Über Stalingrad Podcast
Christoph Fromm, Autor des Historienromans ”Stalingrad - Die Einsamkeit vor dem Sterben” spricht in diesem wöchentlichen Podcast über Themen rund um das Dritte Reich: Idealismus, Fanatismus und bedeutende Persönlichkeiten des Dritten Reiches, sowie die schrecklichen Folgen des Krieges, die teils bis heute spürbar sind.
Bei Fragen oder Anregungen schreibt uns gerne auf Instagram (@primero_verlag) oder per Mail an primero@primeroverlag.de.
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