21 Episoden
Niemand arbeitet so: Warum die Alemannenschule den 45-Minuten-Takt hinter sich gelassen hat - mit Stefan Ruppaner und Olaf-Axel Burow
13.10.2026 | 1 Std. 4 Min.Gäste: Stefan Ruppaner, bis 2024 Schulleiter der Alemannenschule Wutöschingen, und Prof. Dr. Olaf-Axel Burow, emeritierter Professor für Allgemeine Pädagogik an der Universität Kassel
Host: Judith Holle, Geschäftsführerin beWirken
Die Alemannenschule Wutöschingen gehört zu den bekanntesten Schulen Deutschlands. Unterricht im 45-Minuten-Takt gibt es dort nicht mehr. Die Schüler*innen lernen selbstorganisiert, bauen Baumhäuser, führen Musicals auf und haben jede Woche ein Coachinggespräch mit ihrer Lernbegleitung. Judith Holle spricht mit dem langjährigen Schulleiter Stefan Ruppaner und dem Erziehungswissenschaftler Olaf-Axel Burow über die Schmetterlingspädagogik. Es geht darum, was andere Schulen davon übernehmen können, wo die Grenzen der Übertragbarkeit liegen und warum gerade jetzt ein guter Zeitpunkt für Veränderung ist.
Kernthema
Die Schmetterlingspädagogik verbindet zwei Flügel: selbstorganisiertes Lernen und Lernen durch Erleben.
Was Schule verlernen sollte
* Ruppaner will, dass Schule den verpflichtenden Unterricht verlernt. Gut gemachter Unterricht, den Kinder freiwillig wählen, bleibt willkommen.
* Burow sieht das System in der „Mehr-desselben-Falle": Auf schwache PISA-Ergebnisse folgen zusätzliche Mathe- und Deutschstunden.
Die zwei Flügel
* Selbstorganisiertes Lernen funktioniert unabhängig von Zeit und Raum, mit Lernmaterialien, Lernplattform und Hilfe von Mitschüler*innen.
* Lernen durch Erleben umfasst Musicals, Bläserklasse, Baumhäuser und Wanderungen, ohne Noten und nach Neigung.
Zeit ist das dickste Brett
Bildung mit HERZ steht für Haltung, Expertise, Raum und Zeit. Räume umzubauen ist laut Ruppaner der leichteste Teil, die Zerstückelung der Zeit das größte Hindernis.
Wie Veränderung gelingt
Ruppaner rät, nicht zu warten, bis alle überzeugt sind. Burow empfiehlt, mit Engagierten klein anzufangen, etwa in Jahrgang 5.
Was Mut macht
Burow sieht in der Ratlosigkeit nach PISA eine Chance. Ruppaner erwartet „goldene pädagogische Zeiten": KI unterstützt das selbstorganisierte Lernen, Pädagog*innen gewinnen Zeit für Erlebnisse.
Zitat der Folge
„Sei leidenschaftlich, sei visionär, mach's einfach." Olaf-Axel Burow
Zur Einordnung
Die von Burow genannte 3:1-Regel (Fredrickson, Losada) ist als feste Schwelle nicht haltbar, die Modellierung wurde zurückgezogen. Gut belegt: Schüler*innen profitieren von wertschätzender Lernumgebung und spezifischem, zeitnahem Feedback.
Weiterführende Links & Ressourcen
* Olaf-Axel Burow, Stefan Ruppaner, Johannes Zylka: Wenn Schule fliegen lernt. Schmetterlingspädagogik – Anleitung zur Schulrevolution, Beltz 2026: https://beltz.de/fachmedien/erziehungswissenschaft/wenn-schule-fliegen-lernt/BEL83266
* Alemannenschule Wutöschingen: https://www.asw-wutoeschingen.de
* Schmetterlingspädagogik: https://www.schmetterlingspaedagogik.de
* ASW Musical 2026 „Coco Superstar": https://youtu.be/kxqb384-dK8
* Ken Robinson, Changing Education Paradigms (RSA Animate): https://youtu.be/zDZFcDGpL4U?si=KD9vLYMs0ICIMPFu
* Peter Fratton, Dalton-Plan und Bioagogik: https://peterfratton.com/2025/09/07/dalton-plan-und-bioagogik/
* John Hattie, Lernen sichtbar machen: https://visible-learning.org/books/lernen-sichtbar-machen/
* Reinhard Kahl, Treibhäuser der Zukunft (Film): https://www.archiv-der-zukunft.de/Filmuebersicht.php
* Mihály Csíkszentmihályi und die Flow-Theorie: https://de.wikipedia.org/wiki/Mih%C3%A1ly_Cs%C3%ADkszentmih%C3%A1lyi
* Lew Wygotski und die Zone der nächsten Entwicklung: https://erzieher-kanal.de/wygotskitheorie/
* Barbara Fredrickson, Die Macht der guten Gefühle: https://campus.de/beruf-karriere/die-macht-der-guten-gefuehle/CAM52046
* Deutsches Schulportal, Ties Rabe: Warum reden wir nicht endlich über die Unterrichtszeit?: https://deutsches-schulportal.de/kolumnen/ties-rabe-warum-reden-wir-nicht-endlich-ueber-die-unterrichtszeit/
Für wen ist diese Folge?
Für Schulleitungen, Lehrkräfte und Steuergruppen, die Unterricht, Zeit und Lernbegleitung neu denken wollen.Keine Hausaufgaben, keine Noten: Wie eine Schulpreis-Grundschule Lernen neu organisiert - mit Sandra Scheffel
14.09.2026 | 52 Min.Gästin: Sandra Scheffel, Schulleiterin der Maria-Leo-Grundschule Berlin, ausgezeichnet mit dem Deutschen Schulpreis 2025
Host: Judith Holle, Geschäftsführerin beWirken
Sandra Scheffel leitet die Maria-Leo-Grundschule Berlin, die 2025 den Hauptpreis des Deutschen Schulpreises gewonnen hat: eine Schule ohne Hausaufgaben und Noten, aufgeteilt in sechs eigenständige Lernhäuser mit festen Pädagog*innen-Teams. Wie schafft man den Sprung von einer Schule, die Kinder kontrolliert, zu einer, die ihnen vertraut? Im Gespräch erzählt Sandra Scheffel, wie aus einer eigenen Krise im Referendariat ein radikal anderes Schulmodell wurde und wie Coaching, Teamzeit und offene Kommunikation Kinder wie Erwachsene zu mehr Selbstverantwortung führen. Ein Gespräch über Lernhauskonzept, Beziehungsarbeit und den Mut, Bewährtes infrage zu stellen.
Kernthema
Wenn sich Kinder und Pädagog*innen wohlfühlen, sind sie leistungsfähig. Vertrauen, Beziehungsarbeit und feste Teamzeit sind das Fundament für Lernerfolg.
Vom Leidensdruck zur Schulpreis-Grundschule
Sandra Scheffel wollte nie Schulleiterin werden. Aus einer eigenen Krise im Referendariat wurde die Haltung, die die Schule bis heute prägt: weg von Kontrolle, hin zu Vertrauen.
Das Lernhauskonzept
450 Kinder in sechs Lernhäusern à 75 Kindern, begleitet von festen Teams aus Lehrkräften, Erzieherinnen und Schulhelferinnen.
Kinder bleiben je nach Lerntempo zwei bis vier Jahre im selben Mikro-Lernhaus, nicht starr nach Jahrgangsstufen.
Coaching statt Kontrolle
Am Denkzeit-Mittwoch führen Pädagog*innen Einzelcoachings mit den Kindern. Rückmeldung läuft ressourcenorientiert über das „Brückenbuch“, mit Fokus auf das, was schon gelungen ist.
Teamarbeit als Rückgrat
Feste wöchentliche Teamzeiten gehören zum regulären Deputat, nicht zur Freizeit. Jede Sitzung folgt einer festen Struktur: „warme Dusche“, Best Practice, „Ich wünsche“.
Eltern als Partner
Transparente Kommunikation schafft Vertrauen in ein Konzept ohne durchgängige Notenbewertung, auch wenn Berlins Schulplatznot ab Klasse 7 Druck erzeugt.
Zitat der Folge
„Wer in Gesundheit und Wohlfühlen investiert, der investiert gleichzeitig in Bildung und Mathe und Deutsch.“Sandra Scheffel
Links
Maria-Leo-Grundschule Berlin: https://maria-leo-grundschule.de/
Der Deutsche Schulpreis, Porträt Maria-Leo-Grundschule: https://www.deutscher-schulpreis.de/preistraeger/maria-leo-grundschule
Für wen ist diese Folge?
Für Schulleitungen, Lehrkräfte und Erzieher*innen, die multiprofessionelle Teamarbeit und Lernhauskonzepte konkret erleben wollen.Ich und mein Unterricht': Warum diese eine Grundannahme Schule ausbremst – mit Lena Maria Kesting & Judith Holle
06.07.2026 | 1 Std. 13 Min.Gäst*innen: Lena Maria Kesting, Doktorandin an der Ruhr-Universität Bochum (dritte Phase der Lehrer*innenbildung), langjährige Lehrkraft und Lernbegleiterin an der Heliosschule Köln · Judith Holle, Geschäftsführerin beWirken
Host: Petra Franke, System-Change-Team beWirken
Was würde sich ändern, wenn Zehntausende zusätzliche Lehrkräfte ins System kämen? Weniger, als viele denken. Zum Diskurspapier „Mehr als die Lehrkraft" sprechen Lena Maria Kesting und Judith Holle darüber, warum die Frage nicht „Wie viele Lehrkräfte?" lautet, sondern „Welche Rollen, Strukturen und Lernprozesse braucht gute Schule?". Lena bringt die Praxis- und Forschungsperspektive ein, Judith die der Organisationsentwicklung. Ein Gespräch über Rollendiversität, Lernarchitektur und den Weg von der Versorgungs- zur Wirkungssteuerung.
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Kernthema
Nicht mehr Personal in alten Strukturen, sondern andere Rollen, andere Lernformate und eine wirkungsorientierte Steuerung machen Schule zukunftsfähig.
Warum mehr Lehrkräfte allein nichts lösen
Neue Lehrkräfte werden in bestehende Strukturen eingenordet – ihre Kompetenzen (gerade bei Quereinsteiger*innen) kaum systematisch genutzt.
Mehr Personal in gleicher Struktur mildert Symptome, verändert die Frage der Wirksamkeit aber nicht.
Muss wirklich jede Person die Unterrichtsversorgung sicherstellen? Aufgaben lassen sich auf mehr Schultern verteilen.
Individuum und Struktur zusammendenken
Haltung und Kompetenz einzelner Menschen und die Strukturen bedingen einander – das eine ohne das andere verpufft.
Engagierte Einzelne zerschellen oft an Strukturen; neue Strukturen greifen nicht ohne passende Haltung.
Change gelingt nur, wenn beide Ebenen parallel bearbeitet werden.
Rollendiversität: Schule als Organisation denken
Andere Organisationen halten für ihren Kernprozess breite Rollenvielfalt vor – Schule besetzt fast alles mit Lehrkräften.
Recht, Organisationsentwicklung, IT, Sozialpädagogik laufen „nebenbei mit", oft ohne Zeit und Qualifikation.
Der Lernprozess ist der Kern der Schule – und braucht ein durchdachtes Rollengefüge.
Lernarchitektur statt einzelner Formate
Es reicht nicht, Fachunterricht in eine selbstgesteuerte Lernzeit umzuetikettieren.
Lernarchitektur meint das geplante Zusammenspiel vielfältiger Erfahrungsräume – mit Balance aus Autonomie und Struktur.
Wissensvermittlung tritt zurück zugunsten überfachlicher Kompetenzen; die Logik verschiebt sich zur Wissensaneignung.
Von der Versorgungs- zur Wirkungssteuerung
Das System steuert Unterrichtsversorgung (Input), nicht Wirkung (Outcome).
Nötig sind gesellschaftlich definierte Wirkungsziele – jenseits von Noten, inklusive Chancengerechtigkeit und Wohlbefinden.
Hebel Ausbildung: weg von der reinen Fächerlogik, erste und dritte Phase verzahnen, Unis für Praxispartner öffnen.
Was Mut macht
Diskurs und Entscheidungsträger*innen richten den Blick zunehmend auf Wirkung statt nur Versorgung.
Die „Bubble" wächst und erreicht immer mehr Akteur*innen, die wirksame Entscheidungen treffen können.
Forschung wird sichtbarer, Pionier*innen vernetzen sich – auf dem Weg zu einem Kipppunkt.
Zitat der Folge
„Wenn ich Lehrkraft bin, dann heißt das ich und mein Unterricht."— Judith Holle
Weiterführende Links & Ressourcen
Diskurspapier & Executive Summary „Mehr als die Lehrkraft": https://bewirken.org/rolle-der-lehrkraft/
Zukunftsforum Lernbegleitung: https://bewirken.org/zukunftsforum/
Podcast von Lena Maria Kesting „die lernbegleiterin feat. #insidePSE": https://open.spotify.com/show/7769FBUvHjJ7YEz1xIOOtZ
Lena Maria Kesting auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/lenamkesting/
Judith Holle auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/judith-holle-872494191/
Für wen ist diese Folge?
Für Lehrkräfte, Schulleitungen, Schulaufsicht, Bildungspolitik, Lehrer*innenbildung und alle, die Schule strukturell weiterdenken wollen – über einzelnes Engagement und mehr Personal hinaus.Eine Schulaufsicht für 28 Schulen und kaum Zeit: Wie Cluster Steuerung wieder wirksam machen – mit Anne Sliwka
16.06.2026 | 59 Min.**„Eine Schulaufsicht für 28 Schulen – und kaum Zeit: Wie Cluster Steuerung wieder wirksam machen – mit Prof. Dr. Anne Sliwka"**
Gast: Prof. Dr. Anne Sliwka, Professorin für Bildungswissenschaft, Universität Heidelberg
Host: Judith Holle, Geschäftsführerin beWirken
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Das erwartet dich in dieser Episode: Anne Sliwka forscht an der Universität Heidelberg zu Schul- und Schulsystementwicklung im internationalen Vergleich. In dieser Folge geht es eine Ebene über den Klassenraum hinaus – auf die Steuerungsebene des Schulsystems. Für Schulleitung, Schulaufsicht und Bildungspolitik: Wie kann sich ein ganzes System fortlaufend weiterentwickeln, statt von Projekt zu Projekt zu springen? Wie wird aus einer Schulaufsicht, die für 28 Schulen zuständig ist und sie nur punktuell erreicht, eine wirksame Gestaltungsebene? Ein Gespräch über die „Mitte" des Systems, Schulfamilien, verteilte Verantwortung und datengestützte Steuerung.
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**Kernthema**
Vom verwaltenden zum lernenden Schulsystem: kontinuierliche, datengestützte Entwicklung über alle Steuerungsebenen hinweg – statt befristeter Projekte.
**Wandel dritter Ordnung statt „Projektitis"**
- Inkrementeller Wandel in befristeten Projekten reißt immer wieder ab und kommt nie in die Fläche.
- International lernen Systeme stattdessen zyklisch: fortlaufend, datenbasiert, unabhängig von Projektfinanzierung.
**Leading from the Middle – die mittlere Ebene als Motor**
- Eine Schulaufsicht für rund 28 Schulen erreicht jede Schule nur punktuell – Cluster machen Steuerung wieder wirksam.
- Schulen schließen sich zu „Families of Schools" (Kanada) bzw. „Clustern" (Singapur) zusammen – typischerweise 8 bis 12 Schulen, eng begleitet durch die Schulaufsicht.
**Verteilte Verantwortung und vernetzte Autonomie**
- Schulaufsicht verantwortet, dass keine Schule stillsteht; Schulleitung verantwortet die Entwicklung der eigenen Schule; Lehrkräfte übernehmen verteilte Führung.
**Klare gemeinsame Ziele: der Zieldreiklang (aus Kanada, auch in Australien adaptiert)**
- Kompetenz- und Leistungsentwicklung: alle erreichen Mindeststandards, möglichst viele Regel- und Optimalstandards.
- Chancengerechtigkeit: Entkopplung von sozioökonomischer Herkunft und Schulerfolg, ungleiche Ausstattung zugunsten benachteiligter Standorte.
- Wohlbefinden und Persönlichkeitsentwicklung: mentale Gesundheit datenbasiert (Surveys) in den Blick nehmen.
**Datengestützte Steuerung, die entlastet statt belastet**
- Das System bereitet Daten nutzerfreundlich auf (Dashboards, Farbcodierung, Echtzeit), damit Schulen möglichst wenig Aufwand haben.
**Was daraus in der Einzelschule konkret folgt**
- Lernbänder und flexibles Gruppieren (auch jahrgangsübergreifend), z. B. in Mathematik – über 40 Prozent langweilen sich im Matheunterricht.
- Voraussetzung: kooperative Professionalität und verbindliche Teamzeiten – der Beruf wird vom Einzelkämpfer- zum Gemeinschaftsberuf.
**Wie der Einstieg gelingt – und was Mut macht**
- Einstieg über Freiwillige und Capacity Building statt Top-down-Verordnung; erst erproben, auswerten, dann in die Fläche (Kaskadenlogik).
- Co-Learn / Wir.Lernen: Keine der begleiteten Schulfamilien hat in drei Jahren aufgehört zusammenzuarbeiten.
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**Zitat der Folge**
> „Man darf die Führung nicht den Führungskräften überlassen."
> — Prof. Dr. Anne Sliwka (sinngemäß nach Michael Fullan: „jeder Mensch ist ein Change Agent, da wo er steht")
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**Weiterführende Links**
- Prof. Dr. Anne Sliwka – Universität Heidelberg: https://www.ibw.uni-heidelberg.de/de/institut/personen/prof-dr-anne-sliwka
- Michael Fullan – Schulentwicklungsforscher, „Leadership from the Middle": https://michaelfullan.ca/leadership-from-the-middle-a-system-strategy/
- Co-Learn / Wir.Lernen – Robert Bosch Stiftung (Baden-Württemberg & Schleswig-Holstein): https://www.bosch-stiftung.de/de/projekt/wirlernen
- Anne Sliwka & Britta Klopsch: „Das lernende Schulsystem“ ISBN 978-3-407-63322-4Du musst nicht alles wissen: Warum das der wichtigste Satz über KI und Schule ist – mit Max Mundhenke
18.05.2026 | 48 Min.Mutmacher Schule – der Podcast zum Lernkulturwandel
Staffel 2, Folge 8 | 19.Mai 2026
„Du musst nicht alles wissen: Warum das der wichtigste Satz über KI und Schule ist – mit Max Mundhenke"
Gast: Max Mundhenke, KI-Berater, Creative Technologist und Gründer
Host: Judith Holle, Geschäftsführerin beWirken
Das erwartet dich in dieser Episode
KI verändert nicht nur, wie wir arbeiten – sie verändert, wie wir lernen, was wir glauben und wie wir Wahrheit verstehen. Max Mundhenke ist KI-Berater, Creative Technologist und Bildungsexperimentator. Er baut Chatbots, entwickelt kreative KI-Projekte für Schulen – und bringt dabei immer die gesellschaftliche Dimension mit. Im Gespräch mit Judith Holle teilt er seine Einschätzungen darüber, was KI mit Bildung macht, warum Medienkompetenz heute wichtiger ist denn je – und wie Lernen mit KI wirklich gelingen kann.
Diese Folge steckt voller Begriffe, die im Schulalltag immer öfter auftauchen – von Datenminimalismus bis AI Policy. Wir haben die 26 wichtigsten davon in einem kompakten Glossar für Bildung & Schule zusammengestellt – als praktisches Nachschlagewerk.📚
Kostenlos herunterladen: https://bewirken.org/ki-glossar/
Kernthemen
Föderalismus als Bildungsproblem
· 16 Bundesländer, 16 Bildungssysteme – und strukturelle Chancenungleichheit
· Warum unterschiedliche Abiturbedingungen unfair sind
KI und Individualisierung: Die große Chance
· Wie individualisiertes Lernen durch KI möglich wird
· Multilinguales Lernen und Barrierefreiheit als konkrete Vorteile
· Von YouTube-Erklärer*innen zu KI-Tutor*innen: Was Max selbst erlebt hat
Technostress und der richtige Umgang mit Tempo
· Was „Technostress" bedeutet – und warum wir Erwartungshaltungen anpassen müssen
· Niemand muss alles wissen: Selbst Expert*innen kommen nicht mehr hinterher
· Fokussierung statt Überforderung – für Lehrkräfte und Schüler*innen gleichermaßen
KI in Schulen: Was wirklich passiert
· Schüler*innen nutzen KI für Hausaufgaben – und wie man das sinnvoll begleitet
· Datenschutz als erste KI-Kompetenz: Datenminimalismus praktisch erklärt
· Warum klassische Prüfungsleistungen in Zeiten von KI neu gedacht werden müssen
Kreative Ansätze im Unterricht
· Bilder manipulieren, Schulwege der Zukunft gestalten: KI als kreativer Spiegel
· Ein Kriegstagebuch als Chatbot – wie Geschichte lebendig wird
· Warum KI-Lernen über Kreativität und nicht über Texte gelingt
Medienkompetenz und Wahrheit
· KI-Output wird kaum angezweifelt – und das ist ein Problem
· Wo entsteht Wahrheit, wenn alles KI-Content sein kann?
· Was Schulen von der Medienpädagogik lernen müssen
Learnings aus der Unternehmenswelt für Schulen
· Wie Unternehmen mit KI-Ängsten umgehen – und was Schulen davon übernehmen können
· AI Policies als Orientierung, Literacy statt Überforderung
· Step by Step statt alles auf einmal
Verantwortung und Selbstbestimmung
· Mehr Eigenverantwortung an Schüler*innen abgeben – mit KI als Befähiger
· Was ein Mathe-Lehrer namens Herr Schneemann früh richtig gemacht hat
· KI als Hilfe zur Selbsthilfe: Wenn Motivation der entscheidende Faktor ist
Gemeinschaft und Soziales dürfen nicht verloren gehen
· KI individualisiert – aber Schule ist auch Sozialraum
· Die Lehrkraft der Zukunft: Technische Kompetenz, soziale Begleitung, menschliche Präsenz
Zitat der Folge
„KI ist eine Technologie, die sich im Grunde selbst erklärt. Du kannst morgen bei ChatGPT sagen: Erklär mir bitte, wie KI funktioniert. Und ChatGPT wird dir erklären, wie KI funktioniert. Das finde ich einfach eine unfassbar tolle Technologie."
— Max Mundhenke
Weiterführende Links & Ressourcen
· Bundestagswahl.ai – Wahlprogrammevisualisiert mit KI (Projekt von Max Mundhenke)
· Podcast „Kollegin KI“mit Bob Blume (im Gespräch erwähnt)
Weitere Bildung Podcasts
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Über Mutmacher Schule
Schule geht auch anders! beWirken-Geschäftsführerin Judith Holle lädt Praktiker*innen aus Schule, Bildungsforschung und -politik zum Gespräch. Wir zeigen konkrete Wege für Veränderung – authentisch, praxisnah und inspirierend.
Für wen? Lehrkräfte, Eltern, Schulleitungen und alle Bildungsakteur*innen mit Lust auf zukunftsfähige Bildung.
Was erwartet dich? Echte Geschichten aus der Schulpraxis, fundierte Einblicke und konkrete Handlungsimpulse für deinen Schulalltag.
Hör rein und lass dich motivieren – denn Schule geht auch anders! 🎧
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